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Full text of "UGAAe 16 Otto, Eberhard - Topographie des thebanischen Gaues (1952)"

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UNTERSUCHUNGEN ZUR 


GESCHICHTE UND ALTERTUMSKUNDE ÄGYPTENS 

BAND XVI ' 

£ 


TOPOGRAPHIE 

DES THEBANISCHEN GAUES 


VON EBERHARD OTTO 



1952 


— 


AKADEMIE-VERLAG - BERLIN 
IN ARBEITSGEMEINSCHAFT MIT J. C. HINRICHS VERLAG • LEIPZIG 













UNTERSUCHUNGEN 

ZUR GESCHICHTE UND 

/ 

ALTERTUMSKUNDE 

AEGYPTENS 

BEGRÜNDET VON KURT SETHE t 
HERAUSGEGEBEN VON 

HERMANN KEES 

SECHZEHNTER BAND 


MIT UNTERSTÜTZUNG DER DEUTSCHEN AKADEMIE 
DER WISSENSCHAFTEN ZU BERLIN 


1952 

AKADEMIE-VERLAG - BERLIN 

IN ARBEITSGEMEINSCHAFT MIT DEM 

J. C. HINRICHS VERLAG • LEIPZIG 


'CSOQ.C 

TOPOGRAPHIE 

DES 

THEBANISCHEN GAUES 

VO N 

EBERHARD OTTO 



1952 

AKADEMIE-VERLAG • BERLIN 

IN ARB E ITS GE ME I N SCHAFT M IT DEM 


J. C. HINRICHS VERLAG • LEIPZIG 






Erschienen im Akademie-Verlag GmbH, Berlin NW 7, Schiffbauerdamm 19 
in Arbeitsgemeinschaft mit dem J. C. Hinrichs Verlag, Leipzig C x, Scherlstr. 2 
Lizenznummer 202 100/111/51 
Satz und Druck: Tribüne Druckerei III Leipzig III/18/36 
Bestell- u. Verlags-Nr. 2041/1 


Vorwort 


Das Material für die Topographie des thebanischen Gaues aus dem Nachlaß von Kurt Sethe 
stammte z.T. aus Vorlesungen über die Geographie, z. T. aus Vorarbeiten für die Abhandlungen: 
„Urgeschichte und älteste Religion“ und „Amun und die acht Urgötter“. Es bedurfte deshalb 
zunächst Ergänzungen nach verschiedenen Seiten hin. Es waren z.B. alle Textstellen gesammelt, 
die für das System der Lehre über Amun wichtig sind, und dem Zweck entsprechend nach Götter¬ 
namen geordnet. Nur für wenige Tempel (z. B. den Reichstempel von Karnak, den Tempel von 
Medinet Habu) war auch eine topographische Anordnung begonnen. Ziemlich ausführlich waren 
Materialsammlungen unter den Stichworten „Theben-Stadt“ und „Theben-Gau“. Dazu kam ein 
etwa 40 S. langes Manuskript über den Gau und seine Städte. Gesondert davon war die Topo¬ 
graphie des südlichen Endes des Gaues (Pathyris-Gebelen) ziemlich vollständig behandelt. Wie sich 
zeigte, hatte Sethe als Hauptquelle seine Notizen benützt, die er 1905 an Ort und Stelle gesammelt 
hatte, weiterhin vor allem die Zettelsammlungen des Berliner Wörterbuches über die thebanischen 
Gräber. Die sonstigen Veröffentlichungen waren benutzt worden, aber nicht systematisch und nur 
die etwa bis 1928 erschienenen. Es fehlten also die neueren Publikationen der Gräber, die Bearbei¬ 
tung der Grabräuberakten von Peet, die Ausgrabungen des Oriental Institute Chicago in Medinet 
Habu und Karnak, vor allem auch die Veröffentlichungen der französischen Grabungen in Meda- 
mud und el Tod. Deshalb war das Material für diese beiden Städte und für die thebanischen Ge¬ 
dächtnistempel verhältnismäßig gering, besonders auch für alle verwaltungstechnischen Fragen, die 
sich ja zwangsläufig an eine topographische Untersuchung anschließen, wenn sie auch im Rahmen 
meiner Aufgabe eine untergeordnete Rolle spielen und hier daher nicht erschöpfend behandelt sind. 

Der Zustand des Materials stellte also zunächst die Aufgabe, es zu vervollständigen und es dann 
nach topographischen Gesichtspunkten zu ordnen. Die erste Aufgabe erwies sich deshalb als be¬ 
sonders zeitraubend, weil selbstverständlich nicht nur die neuere Literatur durchgearbeitet 
werden mußte, sondern auch manches aus der älteren, was Sethe nicht oder nur stellenweise 
benutzt hatte. Daß ich dabei vieles durchsah, was Sethe schon bearbeitet hatte, ließ sich nicht 
immer vermeiden. Bei der topographischen Ordnung des so gewonnenen Materials ging ich von 
den kleinst-möglichen topographischen Begriffen aus; also wurde z.B. für jeden Tempel auf dem 
thebanischen Westufer eine eigene Sammelmappe angelegt, dann eine andere, die die Quellen 
für die gesamte Weststadt enthielt, ebenso für das Ostufer, dann wieder eine für die ganze Stadt 
Theben. Für andere Städte, von denen uns Einzelgebäude oder Stadtteile wenig oder gar nicht 
bekannt sind, genügte natürlich eine Mappe. Denselben Weg, vom Kleineren zum Größeren 
schreitend, schlug ich auch beim Zusammenschreiben des Stoffes ein und er erwies sich auch hier 


als praktisch- So gelangte ich zwanglos von Einzelheiten zu einem sich immer mehr vervollständi¬ 
genden Bild des Ganzen. 

Dagegen beginnt die fertige Arbeit mit der größten Einheit, dem Gau, und geht dann zur Be¬ 
sprechung seiner einzelnen Teile, Städte und Orte über. Die Reihenfolge ist geographisch von 
Norden nach Süden. 

Da bei der Neigung des Ägypters, allen möglichen Dingen einen Eigennamen zu geben, die 
topographischen Namen überaus zahlreich sind, ist zur Erleichterung der Benutzung der Arbeit 
ein Verzeichnis der Ortsnamen beigefügt, das in alphabetischer Reihenfolge alle Namen ohne 
Rücksicht auf ihre Bedeutung (Ort, Tempel, Tor usw.) enthält, wobei nur die auch von den Ägyp¬ 
tern selbst gebrauchten „Kurzformen“ angeführt sind (also nicht: „Tempel des Königs Ramses II. 
in Theben-West Hnm.t-WSs.t“, sondern nur „Hnm.t-WSs Die Bildungsformen der Namen 
sind in Anhang II im Zusammenhang behandelt. Die bei den Zitaten gebrauchten Abkürzungen 
sind die in der Ägyptologie gebräuchlichen. Die Zetteisammlung des Berliner Wörterbuches ist 
mit den Stichworten, unter denen die Zettel gesammelt sind, und der Zettelnummer zitiert (z.B. 
Luxor Zettel 460; Medinet Habu Zettel 1560). Die Thebanischen Tempelinschriften griechisch- 
römischer Zeit und Sethes Notizbücher sind in derselben Weise wie z. B. in Sethes „Amun zitiert. 
Die Arbeit war 1939 im wesentlichen abgeschlossen. Da der Druck durch den Krieg verhindert 
wurde, bemühte ich mich nach 1946, mit Hilfe der inzwischen erschienenen Literatur, soweit sie mir 
zugänglich wurde, das Material im Sinne Sethes zp vervollständigen. 

Für vielfältige Hinweise und förderliche Besprechung verschiedener Einzelfragen habe ich 
den Herren Prof. Hermann Kees-Göttingen, der mir auch die wichtigste ausländische Literatur 
der letzten zehn Jahre zugänglich machte, sowie Prof. Siegfried Schott-Mainz und Dr. Hans 
Wolfgang Helck-Göttingen zu danken. Herr Dr. Alan H. Gardiner hat mir dankenswerter Weise 
eine Kopie des Ramesseurnglossars zur Verfügung gestellt, als der Papyrus in seinen 'Onomastica 5 
noch nicht veröffentlicht war. 

Hamburg, im Winter 1951/52 


EBERHARD OTTO 


Inhaltsverzeichnis 


Seite 

Einleitung: Der thebanische Gau. 1 

1 . Kapitel: Die Stadt Theben.. q 

Abschnitt A: Theben-Ost .. 17 

Abschnitt B: Theben-West... 44 

2 . Kapitel: Medamud.• g 2 

3. Kapitel: El-Tod .. 34 

4. Kapitel: Hermonthis ...* gg 

5. Kapitel: Gebelen..... 92 

Anhang I: Unbekannte Ortsnamen ... 105 

Anhang II: Die Bildung von Tempelnamen..... 106 

Anhang III: Verzeichnis der wichtigsten Priester- und Beamtentitel für die Gedächtnis¬ 
tempel in Theben-West... 107 

Register der Ortsnamen...... Hg 

Verzeichnis der Tafeln .. 122 

Tafel I: Das Gebiet des thebanischen Gaues ... 122 

Tafel II: Der Tempelbezirk von Karnak .. 122 

Tafel III; Der Reichstempel.. 123 

Tafel IV: Die thebanische Weststadt . 123 

Tafel IVa: Der el Bahri, oberste Terrasse des Tempels der 18, Dyn. .. 123 





















Einleitung 

Der thebanische Gau 

Der vierte ob er ägyptische Gau, dessen Hauptstadt später Theben war, führte als Wappenzeichen, 
mit dem sein Name geschrieben wird, das Götterzepter '’J' mit einer Feder geschmückt, wie wir 
sie bei vielen alten Götter- und Gauzeichen treffen, und zwei herabhängenden Bändern. Im AR 
(Abu Gorab), oft auch noch im MR 1 und selbst noch vereinzelt in der 18. Dyn. 2 wird das Zeichen 

ohne diese Attribute geschrieben. Daneben kommen Formen wie ^ 3 , ^ 4 , 5 auf, während die 

im NR übliche Form ^ im MR nur vereinzelt anzutreffen ist. 6 Nach dem Gau wurde die zu Be¬ 
ginn des MR gegründete Hauptstadt, die bei den Griechen den Namen ©yjßal bekommen hat # 
genannt: ^ ^ ; doch gehen bereits im MR die Schreibungen für ^ o u. ä. „thebanischer Gau“ 
und ^ ^ ,,Stadt Theben“ durcheinander (s. u. S. 7f). 

Seitdem in der 11. Dyn. Theben die Hauptstadt des wieder geeinten Reiches geworden war, 
sind uns ihre wechselvollen Geschicke fast lückenlos bekannt, Mit ihrer Entwicklung ist die des 
Gaues engstens verknüpft; wir können seine Ausdehnung und Einteilung gerade an den Wende¬ 
punkten der ägyptischen Geschichte ziemlich deutlich verfolgen. Deshalb scheint es nötig, die 
Geschichte des Gaues zusammengefaßt der Untersuchung seiner einzelnen Teile und Orte voraus- 
zuschicken, das Gesamtbild zuerst hinzustellen, das dann im Folgenden in Einzelheiten unter¬ 
sucht und begründet werden soll. 

Bereits in der 11. Dyn. ist die Frage nach der Ausdehnung des Gaues recht kompliziert, da wir 
es mit einem eigentlichen engeren thebanischen Gau und einem erweiterten zu tun haben, die 

beide ohne Unterscheidung als bezeichnet werden. In ersterem ist natürlich das alte 

Stammgebiet der Gaufürsten von Hermonthis zu sehen, während im erweiterten thebanischen 
Gau eine bestimmte Station auf ihrem Wege zur Herrschaft über Oberägypten festgehalten ist. 
Der eigentliche Gau reichte auf dem Ostufer nördlich nicht bis el Chosam. Von dort stammt die 
Scheintür eines Gaufürsten von Koptos (hrj-t'p‘3) 1 , dessen Machtbereich sich also bis hierher er¬ 
streckte. Für die Grenze auf dem Westufer sind aus dieser Zeit keine Zeugnisse bekannt. Doch 
wird die Grenze wesentlich weiter im Süden verlaufen sein, nördlich von Guma, wo die Berge 
nahe an den Nil herantreten; das ist nicht nur die natürliche Nordgrenze, sondern sie verlief dort 
tatsächlich im NR. Im Süden endete der Gau westlich des Flusses nördlich von Gebelen (s. u. 
S. 94f.). Die Länge des Gaugebietes beträgt danach über 40 km und das entspricht den Angaben 


1 Louvre CI. Lange-Schäfer, Catal. gen. 20240. 2 Urk. IV 87. 3 Urk. I 151. Lange-Schäfer, a. a. 0. 

20001, 20005, 20009. 4 LD II 149d. . 5 LD II 150 a 9. 6 Louvre C2. LD Text III28. 7 vor der 11. 

Dynastie. Borchardt, Cata,l. gen. 1442. 


UAe XVI: Otto 


1 



2 


Einleitung 


bei Stephanus von Byzanz und Eusthatius, die seine Ausdehnung mit 400, bzw. 420 Stadien an¬ 
geben 1 , obwohl zu ihrer Zeit die verwaltungsmäßige Gaueinteilung eine andere war. Weiterhin 
entspricht diese Grenzziehung aber auch noch auffällig dem Gebiet des heutigen Markaz Luxor, 
das nördlich bis el Chosam reicht, nach Süden noch Rizagat einschließt. 

Dagegen umfaßte der „erweiterte thebanische Gau“ in der 11. Dyn. im Süden noch Gebelen 
und reichte im Norden bis SBb.t 2 . Dieses Gebiet wird in der frühen 11. Dyn. einmal das gesamte 
Herrschaftsgebiet der thebanischen Fürsten gewesen sein 3 . 

In der 18. Dyn. liegen die Dinge anders. Der Gau als solcher scheint im wesentlichen unver¬ 
ändert zu bestehen. Aus den Inschriften des Paheri von Elkab geht hervor, daß auch damals 
die Südgrenze nördlich von Gebelen verlief (s. u. S. 96). Für die Nordgrenze haben wir ein Zeugnis 
aus späterer Zeit (Ramses II.) in der Inschrift des Hohenpriesters Nb-wnnf. In seiner früheren 
Stellung als Hoherpriester des Onuris von This und der Hathor von Dendera reichte sein Amts¬ 
gebiet südlich bis ? ? (j 1=5 © (s. u. S. 62). Der Ort ist jedenfalls im nördlichen Teil der 

thebanischen Weststadt, zu suchen. Daraus ist zu schließen, daß die Grenze des Gaues auf 
dem Westufer wenig nördlich davon gelaufen ist. Dagegen ist verwaltungstechnisch in der 
18. Dyn. eine Änderung eingetreten. Ursprünglich hatte der thebanische Gau wie jeder andere 
eine Hauptstadt, He\monthis. Als die Gaufürsten ihre neue Residenz nördlich davon ge¬ 
gründet und sie nach dem Gau benannt hatten, bestanden beide Städte nebeneinander, wobei 
sich ihr gegenseitiges Verhältnis im MR nicht absehen läßt. Zweifellos wurde das Anwachsen der 
neuen Stadt aufgehalten, als die Residenz in der 12. Dyn. nach Lischt verlegt wurde. Seit 
aber die 17. Dyn. wieder in Theben residierte, gewann die Stadt an Größe und Bedeutung. Die 
Tempel- und Palastbauten auf beiden Ufern legen Zeugnis von ihrer Pracht ab, die Fülle der 
Gräber im Westen gibt eine vage Vorstellung von ihrer Bevölkerungsdichte, wobei zu berück¬ 
sichtigen bleibt, daß wir von den profanen Bauten, Wohnhäusern und Verwaltungsgebäuden so gut 
wie nichts kennen. Es war dadurch notwendig geworden, diese Stadt aus ihrer alten Stellung 
als Gauhauptstadt herauszulösen und das von ihr bedeckte Gebiet zu einem selbständigen Ver¬ 
waltungsbezirk zu machen 4 . Diese Aufteilung tritt im Grab des Rechmire in Erscheinung 5 . Dem 
„Bezirk von Hermonthis“ (w n’Iwnj j 6 tritt der „mittlere Bezirk der Stadt (w hrj-ib n Nwt) gegen¬ 

1 vgl. Legrain, Ree. Trav. 27 S. 183 fP. 2 nördlich von Dendera, s.-u. S. 120; Kees, N. G.W. G. 1932, S. 106/7. 

A. H. Gardiner, Aneient Egyptian Onomastica II Nr. 343 A. Neuerdings wird ein Ostracon mit Bruchstück einer 
Städteliste wie im Ramesseumsglossar bekannt, B. Grdseloff, Ann. Serv, 61 S. 159 ff, Es werden darauf aus dem 
thebanischen Gebiet zu Hermonthis gehörig genannt: Pr-Hthr, ’ Iw-m-itrw; dann bricht das Ostracon ab. 3 Die 

„nördliche vfr.t“ bezeichnet offenbar nicht, wie Kees, ÄZ 70 S. 86 ff annahm, einen Distrikt, der den 

.1 w o o 

nördlichen Teil des thebanischen Gaues einschloß, sondern nur den nördlichen Verwaltungsbezirk innerhalb des 
Gaues. 4 Über das Verhältnis zwischen Stadt- und Landgebiet im allgemeinen s. Steindorff r-Ägypt. Gaue, Abh. 

Sächs. Ges. Wiss. phil.-hist. Kl. 25, 1909, S. 24 ff. 

5 Die Verwaltungsgliederung im Rechmire Grab geht, wie H. W. Helck in INES im Druck darlegt, in die 13. Dyn. zurück, 

wie überhaupt die Aufteilung in Stadt- und Landgebiete (w n . .) im MR den Begriff „Gau“ im eigentlichen Sinne 

auflöst. Im Rahmen dieser Arbeit kann die Frage nach dem Verhältnis zwischen Stadt- und Landgebieten natürlich 

nicht allgemein behandelt werden. Wenn hier weiterhin von „Gau“ die Rede ist, so steht dieser Terminus im histo¬ 

rischen Sinne wie auch unser Wort „Gau“. 6 Urk. IV 1124, auch ohne n, ebenda 1127. vgl. u.S. 91. 


Einleitung 


3 


über, in dem man das eigentliche Stadtgebiet, Karnak-Luxor auf dem Ostufer, Gurna bis Mol- 
apiatta auf dem Westufer, zu sehen haben wird. Der nördliche Teil des Gaues tritt vielleicht als 
;1 Rezirk von Rsnf.t“ auf J . Weiterhin schließt sich der „Bezirk von Koptos“ 2 und der „Bezirk von 
Dendera“ an 3 . Damit hört aber der Begriff „thebanischer 'Gau“ keineswegs auf zu existieren. 
Es gibt Beispiele, wo der Name WBs.t durchaus im alten Sinn als thebanischer Gau zu verstehen 
ist (s.u. S. 7f.). Doch ist an dieser Stelle zweifellos der erste Ansatzpunkt zu einer Aufteilung 
des Gaugebietes zu sehen, die endgültig in der Ptolemäerzeit vollzogen wurde. Aber selbst dann 
wurde der alte Name WBs.t noch gebraucht, wenn auch nur mehr im Sinne einer historischen 
ggindschaftsbezeichnung. Die Erscheinung, daß ein zusammengehöriges Gebiet administrativ 
aufgeteilt wird, treffen wir in Theben wieder in der späten Ramessidenzeit. Die schwierigen Ver¬ 
hältnisse in der thebanischen Weststadt machten es nötig, dieses Gebiet einer eigenen an Ort und 

Stelle befindlichen Verwaltung zu unterstellen. Dem Bürgermeister der Oststadt, A/vwvs © 

-n £T o I 

tritt jetzt ein zweiter Bürgermeister im Westen ° ® zur Seite (a u S 12) 

_ _/i I 1 /~n j v * /* 

Ob und in welcher Art sich die Gauneuordnung der Saitenzeit 4 auf thebanischem Boden aus¬ 
wirkte, ist nicht mit voller Sicherheit zu sagen. Doch gibt es Anzeichen, daß sie nicht spurlos vor¬ 
übergegangen ist. Zunächst scheint die Aufteilung in einen thebanischen und einen hermonthiti- 
Schen Kreis aus dem NR beibehalten und vielleicht sogar in einen thebanischen und hermonthiti- 
schen Gau vertieft worden zu sein, die beide nach ihren Städten WBst, bzw. ’lwnj §m' hießen 
(s. U. S. 92). Die ganze Neuordnung der Saiten scheint aber auf thebanischem Boden wiede¬ 
rum eine reine Verwaltungsmaßnahme gewesen zu sein; in den Titeln des „Bürgermeisters der 
Stadt und Vorstehers von ganz Oberägypten ( mrsm' mj kd.s)“ Montemhet ist nichts davon zu spüren 5 . 

In der Ptolemäerzeit treten uns auf dem Boden des alten vierten Gaues zwei getrennte Gaue 
entgegen. Im Süden lag der Ila0opror]<; mit der Hauptstadt üocOupu; — Gebelen, zu seiner xaTco Toroxpxta 
gehörte Hermonthis (s. u. S. 92). Der nördliche Teil erhielt den Namen Fiept Brßac, mit der 
Hauptstadt Theben. Freilich war er im 3. Jhd. nur ein tottoj ; 6 und wurde erst im 2. Jhd. ein vopoc; 7 , 
der in eine x<xtco und eine aveo Toxap^ta geteilt war 8 . Die beiden Gaue haben um 174 v. Chr. eine 
gemeinsame Agoranomie 9 , sind aber sonst durchaus unabhängig voneinander. Der Name Peri- 
thebas ist bis ins 2. Jhd. nach Chr. belegt 10 . Ob der nach Analogie der anderen Gaunamen gebildete 
Name AlotoXlttj? auf Theben zu beziehen ist, ist nicht immer sicher; es kann auch Diospolis 
parva (Hu) gemeint sein 11 . Auf den römischen Gaiimünzen ist die Bezeichnung AiotoXi p,e ge¬ 
bräuchlich, die wohl als AiotuoXittj? gsyoo; aufgelöst werden muß 12 . Als einmaliger Name begegnet 

bei Ptolemäus IV 5, 32 Oyjßcov vop.o<; xal [A7]tpo7roXu; Atö<; 7 toXu; (xeyaXTj die am avaToXcov too uoTaptou 
*<-<——- 

1 ebenda 1130. Der Ort Rsnf. t ist sonst unbekannt. Newberry, Rekhmara, S. 27f. identifiziert ihn mit Gamula. Legrain, 
Rec. Trav. 26 S. 88, meint, es sei der heute verschwundene Ort el Asarat bei el Achachieh auf dem Ostufer. Der Ort muß 
jedenfalls in dieser Gegend, an der Grenze zwischen dem 4. und 5. Gau gelegen haben. 2 Urk. IV 1132. 3 ebenda 

1133. 4 Steindorff, Gaue S. 28f. 5 Wreszinski, OLZ 1910, Sp. 385ff. Kees, N. G.W. G. 1935 S. 96. 6 Preisigke, 

Sammelbuch Nr. 3938 = Wilcken, Ostraca 1 S. 66 Anm. 2: Acopfwv 6 -coTux.pyJ)a(x.<; .... tov IIspl ©rjßa? totcov. Ähnlich 
Preisigke, a.a.O. Nr. 3937. Vg. Wilcken, UPZ II Nr. 153. 7 Wilcken, UPZ II S. 72. 8 Gauthier, Les nomes 

de l'Lgypte, S. 117. 9 Pap. Grenfell 1.10. 10 Wilcken, Ostraca Nr. 1056, 1399, 1410/11, 1569. Bilabel, Art. 

Strategos bei Pauly-Wissowa, RE, Sp. 213/14. 11 Kees, Art. Thebai bei Pauly-Wissowu, Sp. 1557. 12 Gauthier, 

a.a.O. S. 160/61. 


1* 



4 


Einleitung 


Einleitung 


5 


gelegen sind. Schließlich ist aus der arabischen Zeit noch die Bezeichnung 7cayapx i a Ato^oXeax; be¬ 
kannt 1 . Der Pathyrites bleibt in seinem alten Umfang wohl die ganze Zeit hindurch bestehen; 
nur wird in der Kaiserzeit (vielleicht seit der Regierung Ptolemäus Alexanders I. s. u. S. 92) 
Hermonthis die Gauhauptstadt und der Gau nach ihr 'EpgcovOtr/)«; genannt. 

Die geographische Abgrenzung der beiden Gaue gegeneinander ist keineswegs klar und eindeutig. 
Auf dem Ostufer muß die Grenze ursprünglich zwischen Luxor und el Tod gelaufen sein, in ara¬ 
bischer Zeit sogar zwischen Luxor und Karnak, (s. u. S. 12). Dagegen bietet die Grenzziehung 
im Westen kaum zu lösende Schwierigkeiten. Nach den Angaben der Papyri scheint es, als wären 
die MefjivoveTa, wie die thebanische Weststadt damals hieß, in eine südliche und eine nördliche 
Hälfte geteilt, die zum Pathyrites, bzw. Perithebas gehörten (s. u. S. 54). Doch ist eine genaue 
Festlegung der Grenze nicht möglich und es bleibt unerfindlich, warum man ein Gebiet, das geo¬ 
graphisch und bevölkerungspolitisch durchaus eine Einheit bildete, zwei verschiedenen Ver¬ 
waltungsbezirken zugeteilt haben soll. Dagegen spricht auch die oben zitierte Stelle bei Ptolemäus, 
der einen thebanischen Gau nur auf dem Ostufer kennt, wonach man den Westen ungeteilt zum 
Pathyrites rechnen würde. Allerdings ist bei Ptolemäus IV 5,31 die Gaueinteilung auf dem West¬ 
ufer recht undeutlich. Auf den Gau vonDendera folgt bei ihm: eit a 6 Msp-vcav xal [reffoyeio^ xcopa} 
TaD-upu;, 'EppudvOIr/)? vop.o<; xat p.7)Tpo7coXt? ''Eppxovah^. 

Die Stellung des thebanischen Gaues zu seinen Nachbarn im Süden und Norden kann hier nicht 
eingehend behandelt werden. Wo er uns zum ersten Male greifbar entgegentritt, ist er bereits mit 
seinen nördlichen Nachbargauen, dem 5. und 6. Gau, und dem geopolitisch wichtigen Punkt 
Gebelen zu einem erweiterten thebanischen Gau zusammengefaßt (s. o. S. 2). Zu Beginn des 
NR gehörte Gebelen zum r rsj 2 , während wenig später die Verwaltungsgrenze zwischen den süd¬ 
lichen Und nördlichen Gauen der Thebais anscheinend zwischen Hermonthis und der Stadt 
Theben verlief 3 . Dieselbe Neigung, den südlichen Teil des Gaugebietes mit den südlichen 
Gauen zusammenzuschließen, treffen wir in der Ptolemäer- und Römerzeit. Zwar besitzen Pa- 
thyrites und Perithebas zeitweise eine gemeinsame Agoranomie (s. o. S. 3) ; doch wird bei der Zu¬ 
sammenlegung der Strategien der Pathyrites (bzw. Hermonthites) mit dem Latopolites oder 
Ombites zusammengefaßt 4 , während der Perithebas einen eigenen Strategen hatte 6 . Auch in der 
arabischen Zeit untersteht dem AuipA der Pagarchie Hermonthis zugleich Contralaton 6 . 

Das gesamte Gebiet des vierten oberägyptischen Gaues zerfällt demnach aus geopolitischen 
und historischen Gründen in drei Hauptteile, die sich in ihrer geschichtlichen und kultischen 
Bedeutung klar voneinander trennen. Im Norden die verhältnismäßig junge Stadt Theben, die 
als mehr oder weniger künstlich gebildete Stadt den Namen des Gaues erhielt und als Residenz 
des Reiches als „Stadt“ schlechthin bezeichnet wurde. Die Art ihrer Entstehung hat ihr auch 
weiterhin ihr Gepräge verliehen. Hier befindet sich der Reichstempel des Götterkönigs, zu dessen 


1 Crum-Steindorff, Koptische Rechtsurkunden Nr. 45,3. 50,3?. 2 Urk. IV 125. 3 Ürk. IV 1129 beginnt 

die nördliche Hälfte des Amtsbereiches des oberägyptischen Vezirs mit dem Stadtgebiet von Theben, falls nicht eine 
schematische Zweiteilung ohne verwaltungstechnische Tatsachen vorliegt. 4 Bilabel, a.a. 0. Sp. 205/6. Kees, Art. 
Omboi2 bei Pauly-Wissowa, Sp. 347/48 5 Bilabel, a. a. 0. Sp. 213/14. Anscheinend eine einzige Ausnahme, ib. Sp. 207/8: 
oTpa-criyo? tou ’OpLßelTou xal rcepl ’EXe^avTivriv xal 4>(Xa? xal tou Ilspiö-irjßai; xal 'EppiovfKrou, falls es sich nicht um einen 
cursus honoruin handelt. 6 Crum-Steindorff, a.a.O. Nr. 70, 3/5. 


^•Weiterung und Ausschmückung die meisten ägyptischen Könige beigetragen haben. Hier 
müssen sich die ausgedehnten Bauten der Reichsregierung befunden haben. Auf dem Westufer 
.ziehen sich aneinandergereiht die Gedächtnistempel der verstorbenen Herrscher hin. Dahinter 
ihre Gräber und die ihrer Beamten, die der Priester und Offiziere, bis hinab zu Handwerkern 
und niederen Offizianten. Der seit Gründung der Stadt bekannte Amunkult hat die hier ein¬ 
mal vorhandenen Lokalgötter fast völlig in sich aufgenommen. Auf dem Ostufer gelten die einst 
leibständigen Gottheiten Mut und Chons als Gattin und Sohn dieses Gottes. Im Westen werden 
die niederen Kulte von Schlangen ( km-S.t.f , Mrä-gr) und vielleicht ein alter Kuhkult in Der el 
Bahri (s. u. S. 61) in den Kreis des Amun, bzw. den der von Dendera eingeführten Hathor ein¬ 
bezogen. Dazu finden fast alle Götter, die sonst im Reiche etwas bedeuten, besonders die von 
Memphis und Hcliopolis, dazu der ganze Osiriskreis, hier eine neue Heimat. 

Anders die frühere Hauptstadt und Residenz der lokalen Dynasten, Hermonthis. Sie muß ihren 
Rang als Hauptstadt an die neue Residenz abgeben. Der alte Falkengott des Gaues, Month, hat 
hier mit mehreren Göttinnen, ’lwnj.t, R* .t-tSwj und Tnn.t, deren eigentlicher Charakter freilich 
so gut wie unbekannt ist, die Herrschaft behalten. Doch sind die hermonthitischen Kulte einer 
frühen und vollständigen Solarisation verfallen, so daß von ihrer ursprünglichen Bedeutung kaum 
noch etwas zu erkennen ist (s. u. S. 91 ff.). Außerdem gehört noch der später Buchis genannte hei¬ 
lige Stier zu den alteingesessenen Kulten des Ortes. Zu diesem Gebiet sind auch die von der 
Stadt Theben in jeder Beziehung wenig beeinflußten Orte zu zählen, el Tod, gegenüber Her¬ 
monthis auf dem Ostufer, und Medamud, nordöstlich von Karnak gelegen, das außer als Kult¬ 
stätte des hermonthitischen Stieres nie eine große Rolle gespielt zu haben scheint. 

Als dritter Teil bleibt dann der das Tal sperrende Fels von Gebelen, wo damals die Schwester¬ 
städte Pathyris und Imjotr-Krokodilopolis lagen. Der strategisch wichtige Punkt hat, wie wir 
sahen, einmal als Annex zum thebanischen Gau gehört, dann zum latopolitischen; in ptolemäi- 
scher Zeit lag dort die Hauptstadt des neugegründeten Pathyrites. Wir finden dort einen vielleicht 
alten Kult der Hathor, einen Anubiskult und vor allem den des Krokodilgottes Suchos. 

Diese Dreiteilung des Gaues, wie sie uns in der geschichtlichen Entwicklung und vor allem 
auch in den Kultbeständen der Hauptorte entgegentritt, schließt selbstverständlich keineswegs 
Kultübertragungen und Göttergleichsetzungen aus. Vor allem ist der alte Gaugott Month dem 
Amun gleichgesetzt, zugleich auch in seinen vier Erscheinungsformen an den vier Orten Hermon- 
this, Theben, Medamud und el Tod den vier männlichen Wesen der Urgötter 1 . Außerdem zeigt sich 
die gegenseitige Beeinflussung der Teile des Gaues in der Zusammensetzung der sogenannten 
thebanischen Neunheit, die in der Regel aus 15 Gottheiten besteht. Zu den neun heliopolitanischen 
Göttern kommt als ihr Führer Month. Außerdem wird Horus ihr zugezählt, dann Hathor, Suchos 
und die hermonthitischen Göttinnen ’lwnj . t und Tnn . t, die bisweilen als eine Doppelgottheit auf- 
gefaßt werden 2 , während Amun selbst nicht der Neunheit angehört. 

1 vgl. Sethe, Amun § 173. 2 Zusammenstellungen bei Brugsch, Thesaurus S. 727 ff. vgl. u. S. 19. 



i. Kapitel 

Die Stadt Theben 

Die ältesten Spuren dessen, was wir als „Stadt Theben“ bezeichnen, reichen nicht weiter als 
bis in die 11 . Dyn. zurück 1 . Auf dem Westufer liegen die Gräber der Könige dieser Dynastie, ihre 
Tempelanlagen, sowie die Friedhöfe ihres Hofstaates; im Osten läßt sich der große Amuntempel 
bis in dieselbe Zeit zurückverfolgen, während die ältesten erhaltenen Reste aus der 12. Dyn. 
datieren. Es scheint, daß die Könige der 11 . Dyn. ihre Residenz wohl aus politischen Gründen 
hierher verlegt haben, womit der Ursprung der Stadt und der Beginn des Amunkultes verknüpft 
ist. Ob freilich die Könige auf dem Ost- oder Westufer residiert haben, ist an sich fraglich. Wir 
kennen ihre Paläste nicht. Doch sind wir für das NR über diese Frage etwas genauer unterrichtet. 
In Karnak lag der Palast, in dem die Könige geboren und aufgezogen sein sollen und der als der 
eigentliche Regierungssitz gilt. Eine Ausnahme bildete die umfangreiche Palaststadt Amenophis III 
auf dem TV estufer (s.u. S. 67 ff.). Dagegen sind die in den Gedächtnistempeln auf dem Westufer gebau¬ 
ten Paläste (z.B. Ramses II. und Ramses III.) wohl nur als kgl. Absteigequartiere anzusehen. 
So wird auch der Kern der Stadt auf dem Ostufer, d. h. um den Reichstempel, zu suchen sein, 
das allein die Bezeichnung Nwt „Stadt 4 führt. Der dafür vorhandene Platz war ja in der l8./19.Dyn. 
bei weitem noch nicht so mit Tempelbauten gefüllt, daß für Privatbauten kein Raum gewesen 
wäre. Natürlich siedelten sich viele, namentlich Beamte, Handwerker und Priester, deren Arbeits¬ 
stätten dort lagen, auch auf dem Westufer an, woraus die in der Ramessidenzeit einem eigenen 
Bürgermeister unterstellte Weststadt entstand. Für die Frage, wo die verschiedenen Ämter und 
Büros der Verwaltung- zu suchen sind, haben wir nur wenige Anhaltspunkte. Der Sitz des Vezirs; 
sowie der Justiz scheint sich in der Oststadt befunden zu haben. Das geht aus den : Grabräuberakten 
hervor. Die knb .t 3 .t tagt nach Pap. Abbott 7,1 beim Tor dw3 rhj . wt nördlich vom Hof des Amun¬ 
tempels 2 . Die Untersuchung gegen Grabräuber wird nach dem Giornale di Necropoli und verwand¬ 
ten Akten im Tempel der Maat geführt 3 4 . 

In der ältesten erhaltenen Städteliste, dem sogenannten Ramesseumglossar der 13. Dyn., fehlt 
eine Bezeichnung für die Stadt Theben merkwürdigerweise vollständig. Zwischen Hermonthis 
und Kus werden nur ~ ^ | - • • •§ \ () ff ••' anfgezahlt^ 

Die ersten beiden Orte sind sonst anscheinend ganz unbekannt. Die Insel Snsn wird auf einer Stele 
der frühen 11. Dyn. genannt; sie muß etwas südlich von Kus gelegen haben und scheint zu Beginn der 
Kämpfe zwischen Thebanern und Herakleopoliten zerstört worden zu sein 5 . Der zweite Name ist seiner 
Bildung nach jung. „Gebiet von ß3j ...“, doch kann der zweite Bestandteil einen alten Ortsnamen 
enthalten 6 . Es ist vielleicht denkbar, daß mit diesem sowie mit dem ersten Namen Ortschaften 
gemeint sind, die auf dem Boden der späteren Stadt Theben gelegen haben, aber z.Zt. der 13. Dyn. 
natürlich schon in der jungen Stadt auf gegangen-waren. 

1 Bis ins ausgehende AR sind die Gräber 185 und 186 zurückzudatieren,, vgl. H. Stock, Die erste Zwischenzeit 

Ägyptens, Analecta Orientalia 31, 1949, S. 44. H. E. Winlock, Fall and Rise of the Middle Kingdom in Thebes, 

New York 1945. 2 Ein Tor dieses Namens hat Thutmosis III. gebaut, s. u. S. 27. 3 Peet, Tomb robberies, S. 72ff. 

4 A. H. Gardiner, Anc.Eg. Onomastica II Nr. 336 A, 336 B, 338 A. 5 Gardiner, JEA 8 ff. 191/92. 6 Vielleicht 

identisch mit dem auf dem Ostufer gelegenen ^ [j (j ^ © , J. Vandier, Mo’ähah, Inscr. II t) 3 . 


Name der Stadt 


7 


Während im AR der Name ^ nur den Gau bezeichnet, geht im MR diese Bezeichnung auch auf 
die neue Stadt über. Die ältesten Beispiele für die Schreibung | ^ finden sich am Anfang der 
12 Dyxi. h Im MR wird dort, wo nach den Zeugnissen des NR ^ ^ steht, oft noch j TrnT geschrieben 2 
^der T“ 3 , auch beim Gottesnamen „Chons-in-1 “K Hier soll wohl noch von dem gesamten 
Gau die Rede sein, wie auch in „Amonre, Herr der Throne der beiden Länder, vor I'p.t-iswt in 
| Q w o später ebenfalls ^ ^ geschrieben wird, oder wie in der Titulatur des Month, der ja der 
Mgentliche Herr des Gaues war, dem auch die anderen Städte dienten. Doch findet sich, wie oben 


gezeigt, auch schon im MR in dieser Verbindung die Schreibung | ^. Aus dieser Zeit sind bis¬ 
weilen Stellen, wo das Zeichen © in Verbindung mit dem Gauzeichen auf tritt, klärlich auf den 

Gau zu beziehen, z.B. Louvre C 1,9: „Die junge Mannschaft von | S liebte mich“, sagt der 

Hl I 

General Nsw-Mntw unter Amenemhet I., oder wenn von den ' j^| Jj ^ ^ ^die ^ ec ^ e 

Im NR ist die Schreibung ^ ^ noch recht oft anzutreffen als Variante zu ^ ^, z. B. wenn Thutmo¬ 
sis I. die Kriegsgefangenen nach | [ ^ | gab für Amun 7 oder wenn der Bürgermeister von Theben 
sich nennt „der Befehle erläßt für ^ T ^ r “ 8 . Andererseits scheint mit der Schreibung. | ^ der Gau 
gemeint zu sein, wenn die „junge Mannschaft von ^ ^ “ genannt wird 9 . Seit der Ramessidenzeit 
kommt eine Schreibung fÄ auf, die namentlich unter Herihor im Chonstempel sehr behebt ist 
und die, wie durch zahlreiche Beispiele zu belegen ist, völlig gleichbedeutend mit dem ^ der nor¬ 
malen Orthographie des NR und der späteren Zeiten ist, z. B. ® ^j. ß -jj- ^ J0 , „die Stärke 

des Month inf SEE“ 11 . Daß mit dieser Schreibung die Stadt gemeint ist, zeigt auch deutlich eine 

A Q Hi ^ 

Inschrift im Grab des 3 Imj-sb3 12 mit den Worten: 3Hp die Stadt des Allherrn . 

Die seit dem NR so beliebte Darstellungen der Personifikation des „siegreichen Theben“ | ^ 
pp" Ul 13 zeigen eine Göttin, die Bogen und Pfeile in den Händen und auf dem Kopf das 


1 LD Text III 28, mit der Var. o , Sesostrisl. Louvre C2 und Wadi Haifa-Stele Sesostris I. = Brugsch, Thesaurus 
1444 in der Verbindung: /wwv* v s ^ ^ . In dieser Schreibung auch in Karnak selbst: Chevrier, Ann. Serv.-28 

Taf. I. Barkenheiligtum Sesostris I. 2 Sethe, Lesestücke S. 12 Z. 9 (Sinuhe), Lange-Schäfer, Catal. gen. 20694, 

20712. 3 Lange-Schäfer, a.a. 0. 20005. 4 Mariette, Catal. d Äbyd. 803 — Kairo 20240. - 5 Sharpe II, 58. 

6 LD II 149 d == Couyat-Montet, Ouädi Hammämät, 192, 13/14. Zum Ausdruck prw wBbw vgl. Kees,.N. G.W.G. 1932 

S. 107: „gestellungspflichtige Stammhäuser“, vgl. ebenda die Schreibung ^5 für „Oberägypten . 

7 Urk. IV 55. 8 Grab 96A, Zettel 1829, Zeit Amenophis II. Im „Hymnus des Horus und Seth“, Varille, 

BIFAO 41, 1942, S. 28 Z. 20, heißt es von Luxor, daß es „außerhalb von Theben, der Stadt Amuns“, gelegen habe, 

T ° ^ m ö ; vgl. auch u. S. 11 . 9 Naville, Der el Bahari IV, 91. Vgl. Ebenda VI, 154: „[Junge 

Mannschaft], die in ist“. 10 Sethe 3, 76, Herihor. 11 Sethe 3, 94, daneben auch '„die Stärke des 


Month 


ehenda 3. 104. 12 Grab 65 Zettel 602. 


13 sphnn Naville. Der el Bahari TV. 15.3. 



8 


Stadt Theben 


Zeichen ^ trägt J oder 2 . Das Bild dieser Göttin ist von Montemhet hergestellt worden 3 . 

Sie heißt _ a | (mit vielen Varianten), unter Herihor J iHfcbfc <—q 4 und führt die Titel 

„Herrin jedes Gaues“ 5 , „Herrin der Städte“ 6 oder „Herrin aller Länder“ 7 . Nach den Schrei¬ 
bungen von nht handelt es sich um ein feminines Qualitativ, also „Theben, wie es siegreich 
ist“. Daß hier nicht trotz des Zeichens des Gaues, das die Göttin auf dem Kopf trägt, an den 

Gau zu denken ist, sondern an die Stadt, lehrt die Variante , ^ /? jj 5 =die siegreiche 

Stadt“ 8 , die Nennung von „seine Stadt, WSs.t nht “ 9 , der oben genannte Titel „Herrin der 
Städte“ und die Beschreibung der Göttin in Pap: Leiden 350 I, 14/15: „Stärker ist Theben 
als jede Stadt; sie gibt das Land dem Alleinherrn in ihrer Stärke“. Die Ungenauigkeit der 
Schreibung des Stadtnamens wird damit Zusammenhängen, daß seit dem NR das Ideogramm 
für „Gau“ SEEEE und das damit geschriebene Wort sp.t „Gau“, nachdem dieses durch das neue 
Wort ww ersetzt war, seiner alten Bedeutung „Gau“ entkleidet worden war; man gebraucht 

- r f I TT " j- - | j 

(°der ^ ) z. B., auch für das Grab als Wohnplatz des Toten oder in der häufigen Ver¬ 

bindung „Gau der Maat“ als Bezeichnung für die thebanische Nekropole (s. u. S. 45). Eindeutig 
für die Auffassung von | ^ als Name der Stadt spricht der Wechsel mit „Stadt“, eine andere, 
unten zu besprechende Bezeichnung Thebens (z.B. „im Westen von WS6.t“ = „im Westen der 
Stadt“, Nwt), sowie das gelegentliche Vorkommen von Ausdrücken wie „deine Stadt' WSs.t “ 1(J , 
„die Stadt WSs .t des Amun, die Herrin jedes Ortes“ 11 , „WSs.t, deine geheime Stadt“ 12 , „die Stadt 
WSs.t war in Freude“ 13 . Dazu kommen die zahlreichen Stellen, wo WSs. t in Parallele mit ’Ip. t-lswi 
einerseits und mit Memphis und Heliopolis andererseits erscheint. Der König ist „groß an präch¬ 
tigen Taten in WSs.t nht, einer der , lp.t-lswt festlich gestaltet“ 14 . Das Königspaar heißt: „Die 
Herren von WSä.t nht, mit herrlichem Thton in ’Ip. t-iswt“ „Drei sind alle Götter: Amun, Re, 
Ptah. Ihre Städte auf Erden bleiben in Ewigkeit: WSs.t , Heliopolis, Memphis ewiglich“ 16 . Es heißt 
vom König: „Er läßt Bis. t in Freude sein, Heliopolis und Memphis in Jubel“ 17 . Zusammen werden 
genannt die „Neunheiten von WSä.t, Heliopolis und Memphis“ 18 . 


Außer diesem vom Gau übernommenen Namen führte die Stadt noch eine andere Bezeichnung, 
die gleichfalls seit dem MR zu belegen ist 19 . Man nannte sie ® 1 ^ „die südliche Stadt“, mit der 

£ 7 \ WMA ^ 

späten Variante ^ ^ ^ 20 . Die mir bekannten Beispiele aus dem MR sind folgende: ,...j|(j 






„. . . nach der 



1 Champollion, Not. descr. II, 63, ramess. Karnak Zettel 484, 974, 1092. 2 also in der gleichen Form wie 

WSs.t-hft-hr-nbs, Urk. IV 312, vgl. u. S. 48f. 3 Wreszinski, OLZ 1910. Taf. 2/4 Z. 16. 4 Sethe, 3, 95. 

5 Karnak Zettel 974, 1092, Legrain. Ann. Serv. 15 S. 276, Litanei des siegreichen Theben. 6 Luxor Zettel 255, 

Alexandersanktuar. 7 LD III 221 g. 8 Piehl, Inscr.'-hierogl. 1, 154,0. 9 von Chons gesagt, Sethe 3, 45,’ 

Herihor. 10 zu Amun, Sethe, 3, 99, Herihor. 11 Glossar Golenischeff. 12 Pap. Harris I, 3, 4. 13 Daressy, 


M6m. Miss. VIII S. 386, Luxor, Haremheb. Vgl. auch Kemi IX Taf. 31, fig 69: <rr> , 
Stele im Grab Osorkons II. 14 Medinet Habu Zette] 1061, Ramses III. 


^ (i © 33HE q ^ 

I A o © I © 

— Zettel 419, Ramses IV. 


15 Theb. Temp. Inschr. 13 a. 16 Pap. Leiden 350 IV, 21/22. 17 Sethe 2, 12. Ramses III. 18 Sethe 22, 31 ff. 

Karnak, Ramses IV, 19 Nicht erst seit dem NR, wie Sethe, Amun § 3, sagt. 20 Theb. Temp. Inschr. 33 b. 


Name der Stadt 


9 


lüdlichen Stadt, als ich diesen herrlichen Gott sah. Meine Stadt ist es, in der ich geboren 


^ aa/vwn „w'rw der südlichen Stadt, im nördlichen w'r.t“ 2 

AAAAM TU „Gauschreiber der südlichen Stadt“ 4 . 
p | ^ i ^ „Richter, Untervorsteher der Schreiber der südlichen Stadt“ 5 . Es scheint 

sich also kein sicheres Beispiel vor der 13. Dyn. zu finden. Dann könnte der Name als Gegenstück 
zu der damals zeitweilig bei Memphis-Dahschur befindlichen Residenz geschaffen sein und viel¬ 
leicht auf eine ähnliche verwaltungsmäßige Zweiteilung des Landes hindeuten, wie sie im NR 
Purchgeführt wurde 6 . Sehr häufig, und zwar ebenfalls seit dem MR, wird die kürzere Form Nwt ge¬ 
braucht, die durchaus als Eigenname gilt, wie Stellen aus späterer Zeit deutlich zeigen: 

© ” in se * ner Stadt “ 7 oder © „Landen 

in der Stadt Nwt“ s . 


„Landen 


Der Begriff Nwt hat seit dem AR eine ganz bestimmte Bedeutung, die hier etwas ausführlicher 
gesprochen werden muß. Im Vezirtitel begegnet die Amtsbezeichnung ® „Vorsteher der 

Stadt“ seit der 3. Dyn . 9 und ist wohl als „Vorsteher der Residenz“ zu deuten. Das kann sich seit 
dem MR natürlich auch auf Theben beziehen, solange Theben eben Residenz war. Deutlich so, 

wenn der Titel c AA/*AAA 9 y Stadt Vorsteher, Vezir der südlichen Stadt“ 10 formuliert wird. 

© l | Q| X 

Seit dem MR scheint Nwt „Residenz“ in einem aus der politischen Entwicklung verständ¬ 
lichen weiteren Sinne gebraucht worden zu sein, nämlich als. Bezeichnung der Gauhauptstädte. 

So ist wohl die Stelle im Grab des Thothotep in Bersche 11 zu verstehen: „ich gelangte zu 

| , wo ™ als die wie ein Eigenname gebrauchte Bezeichnung der Gauhauptstadt, Q fl 

als geographische Bezeichnung „Ortschaft“ zu deuten ist. Das Zusammentreffen von nwt und 
dmj ist das gleiche, wie in den oben genannten Bezeichnungen Thebens in der Spätzeit 12 . Aus 


1 Kairo, Journal d'Entree, 51911, Sebekhotep IV. Abschrift von Prof. Kees. 

2 Mariette, Catal. d'Abyd. 847 = Kairo 20378. 3 Pap. Boulaq 18, 29, 4. 4 Mariette, Catal. d'Abyd. 911 — 

Kairo 20557. 5 Louvre C 43. 6 Vgl. Kees, ÄZ 70 S. 90. 7 Inscr. hist, de Pinodjem, oben 10. 8 Adoption 

der Nitokris, Legrain, ÄZ 35 S. 17 Z. 11. 9 Weil, Vezire, passim. Murray, Index of Names and Titles. vgl. auch 

Kees, NGWG 1940, NF. BD. IV 2, S. 42. 10 Beispiele bei Weil, a.a. 0. S. 121/22. 11 LD II 134a = 

INewberry, El Bershe I, Tafel 14,9. 12 In der „Lehre für Merikare“ (Pap. Petersburg 1116 A, 98 

~ Borchardt, Allerhand Kleinigkeiten, Bl. 15) kommt die Bezeichnung ^ (] | AAAAAA ® ^iSvar.c^|(] 

s @ ; 1 - 

I o 1 1 j | vor * von Scharff, Sitz. Bayer. Akad. 1936, 8 S. 20 als „volkreiche Stadt“ übersetzt. — Legrain, 

Rec. Trav. 26 S. 84 ff. zieht aus diesen und anderen Stellen den Schluß, daß £$ ^ bzw. ® i V auch den Gau 


^ I -4 


bezeichnet habe. Dem steht aber entgegen, daß das Wort nach dem Zeichen, mit dem es geschrieben wird, ursprünglich 
bestimmt nicht diese Bedeutung gehabt hat, außerdem, daß in vielen Titeln ausschließlich ® ^ anscheinend gerade des¬ 
halb verwendet wird, um den Amtssitz oder Amtsbereich der betreffenden Beamten eindeutig zu bezeichnen, wie es mit 
dem undeutlicheren WSs.t nicht möglich war. 

TJAe XVI: Otto 


2 



Stadt Theben 


dieser Bedeutung von nwt ist auch der Titel A/ ^ AA aaaaaa ® zu verstehen, der seit dem MR sowohl 

für Männer wie für Frauen vorkommt. Auf Theben zu beziehen ist er vielleicht auf Stelen der 
11. Dyn. 1 und 12. Dyn. 2 und im Pap. Boulaq XVIII 3 ; ebenso wird er im NR verwendet 4 . Ob 
also im einzelnen Fall mit nwt Theben gemeint ist, läßt sich nur aus dem Zusammenhang entneh¬ 
men, wenn der Zusatz rsj .t fehlt. Der eigentlichen Bedeutung nach kann auch jede andere Gau¬ 


hauptstadt gemeint sein. Seit dem NR findet sich die Bezeichnung 


,,Stadt des Amun“ 5 , 


die hebräisch im AT als fcfa 6 oder einfach als ( =nwt ) 7 bekannt ist. Assyrisch wird nwt als 

Ni’i wiedergegeben 8 , koptisch vielleicht als uh 9 oder mg 10 - 

Betrachtet man die Stellen, an denen nwt oder nwt rsj.t gebraucht wird, abgesehen von der 
appelativischen Verwendung in nwt ’lmn, so zeigt sich eindeutig, daß dies die amtliche, admini¬ 
strative Bezeichnung der Stadt ist. Sie begegnet seit dem MR in Verwaltungstiteln, und zwar in 
festen Verbindungen, in denen niemals WSs.t o.ä. gebraucht wird, sofern es sich um staatliche 
Ämter handelt; die entsprechende Bezeichnung für die Tempelangestellten ist 5 1'p.t-iswt. So be¬ 
gegnet im MR mehrfach ® „Großer w'rw der Stadt“ 11 , „Untervorsteher der Schreiber 

\ —ü AA/'AAA ^ I _ 

der Südstadt“ 12 , „Gauschreiber der Südstadt“ 13 . Im NR ist es vor allem der Titel ^ ^ ^ ^ oder 
aa/waa ^ „Bürgermeister der Stadt“ (bzw. der Südstadt) 14 , der diesen Gebrauch des Namens 

zeigt, er begegnet von der 18. Dyn. bis zur 26. Dyn. Ähnlich steht es mit den Titeln „Hausvor¬ 
steher ( mr 2 r ) in der Südstadt 15 “, „Ackervorsteher in der Südstadt“ 16 , „Intendant (mr pr wr) 
des Herrn der beiden Länder in der Südstadt“ 17 usw/Der Grund für die Einheitlichkeit der Termi¬ 
nologie gerade in diesem Zusammenhang hegt zweifehos in der Eindeutigkeit des terminus nwt 
,"Stadt“. Es kam hier darauf an, den Wirkungskreis der Beamten klar zu bezeichnen, was mit dem 
Namen WSs.t in seiner stets unsicheren Bedeutung nicht möglich war. 

Wie die Stadt unter ihrem Namen WSs.t oder WSs.t riht seit der 18. Dyn. personifiziert und 
vergöttlicht wird, so geschieht das gleiche, wenn auch erst in der Spätzeit, unter dem Namen 
Nwt. Und zwar wird die Personifikation wegen der Namensähnlichkeit der Göttin Nut gleich¬ 
gesetzt, die ihrerseits in Theben als Form der im kleinen Tempel neben dem Chonstempel verehrten 

1 Sammlung Golenischeff, ÄZ 12, S. 36. 2 Toulouse, Palanque, Rec. Trav. 25 S. 134. 3 Singular: 39, 14, 

6 ^ aaaaaa © 'S Plural: 27,12 •$- TT S ö ® S . 4 für Männer: Gardiner, ÄZ43,43, Kahun. Harem- 

1® ^ 1111 l^JriMioiiii 

hebdekret A Z. 35. Vatican, ohne Nummer, Spz.. Für Frauen: Pap. Abbott4,1. Pap. Turin, Wörterbuch Zettel466. 5 Sethe, 
Amun § 1. Daher auch „Amun in der Nw.t rsj.t“, Cerny, Repertoire onomastique de Deir el Medineh S. 6 . 6 Nah. 3, 8 . 

7 Ez. 30, 14/16. Jer. 46, 25. 8 Ranke, Keilschriftliches Material, S. 31. 52. 9 Crum, Short Coptic texts, Nr. 216,18. 

10 Erman, ÄZ 21, S. 103. Griffith, ÄZ 38 S. 87. vgl. auch Gardiner, Anc. Eg. Onomastica II S. 24* ff. 11 Mariette, Catal. 
d’Abyd. 854. 960. Pap. Boulaq 18, 26, 3/5; 37, 14. Ähnlich Kairo 20378 = Mariette, a.a.O. 847. vgl. Kees, ÄZ 70 S.89ff. 

12 Louvre C 43. Lieblein, Name ns Wörterbuch Nr. 526. 13 Mariette, a. a. O. 911. vgl. Pap. Abbott 6 , 11: 

PI L|© *' ' W ' AAA ^ j- Da S e ß en bedeutet NN | waaa ^ ^ Champollion, Not. döscr. I, 844, ramess. 

wohl,, Gauschreiber NN selig, aus Theben“. 14 LD Text III 238, Grab ,,f“. Grab 96 A, Virey, Rec. Trav. 20 S. 

212. 215. Urk. IV 63. Pap. Abb. 5, 13. 20, 21. LD Text III 248, Grab „cc“, 26. Dyn. Die einzige mir bekannte Aus¬ 
nahme: , WAM *1 bei Montemhet, Kairo 42 239. 15 ; Grab 89 Zettel 1724. Ähnlich Grab 65 Zettel 620. 

-— D Tffff 

16 Scheil, Mdm. Miss. V S. 544, Grab 130. 


17 Grab 183 Zettel 1311. 


Name der Stadt 


11 


flppferdgöttin Ipet, der Mutter des Osiris, galt. Sie wird dort 'dargestellt mit dem Zeichen @ auf 
dem Kopf und dabei „große Nut, die die Götter gebar“ genannt 1 , also ebenso wie die Götter- 
jnutter Nut. Diese heißt deshalb auch „Mutter der Götter in ihrem Namen Niot (0), die die 
Sterne gebiert als Hnm.t-wr.t“ 2 . Ebendort nennt man ihren Sohn „Osiris in Theben, geboren 

von der Nwt (® )“,den seine Mutter groß zog im „Zeugungshaus“ ( 1 £ ) 3 - Indenptole- 

anäischen Bauten von Der el Bahri findet sich diese Personifikation in der Form; 
gestellt, wobei mit den Sternen die Bewohner der Stadt (= nwt = Himmel) gemeint 

sind; die ^ ^ P >.Lebenden, die in ihr sind“ heißen sie, da sie sich in ihr wie -)<-)<.* 
die Sterne im Leib der Nut befinden. Die Beischrift dazu lautet 


^ I 11^ 


SrJÄjl ^ 1/^ „Rede der Bürger; Nut, Mutter der Städte, Nut-Ipet, Herrin der Wiederlebenden 
Sterne)“ 4 . Gegenüber befindet sich die Darstellung der WSs.t in der Form: * J, * 5 mit der Bei- 


Schrift: 


„Rede der Thebaner. 


Auch in der griechisch-römischen Zeit sind die Bezeichungen für die Stadt mehrere. Der uns 
geläufigste Name „Theben“ . (©Tjßou, Thebae) geht wohl auf ägyptisch DSm.t, den Namen für 
Medinet Habu — Der el Medine zurück 6 . Häufiger, namentlich in amtlichen Schriftstücken, ist 
in der Ptolemäerzeit die Bezeichnung Aibc, TzoXiq, entsprechend dem ägyptischen Nwt ’lmn, oft 
mit dem Zusatz yj geyaXT) zum Unterschied von anderen Orten dieses Namens. Und zwar wird nur 
die Stadt auf dem Ostufer so genannt; die Siedlungen im Westen werden unter dem Namen 
Ta Megvcovsta zusammengefaßt 7 . Strabo (17, 815) sagt: ou OTjßai xaXelToa Sk vüv Aio^ tzoXlc;. In römi¬ 
scher Zeit heißt sie, wie auch die anderen Gauhauptstädte, M^TpoiroXt.«;-. 


Die geographische Ausdehnung der Begriffe WSs.t oder Nwt ist im einzelnen schwankend. 
Luxor gehörte anfänglich zweifellos dazu. Im Grab des Nb-wnnf (Nr. 157) heißt es, daß nach dem 
Üpetfest in Luxor.der König stromab reiste von der Südstadt 8 , worunter sinngemäß Luxor ver¬ 
standen werden muß. Ebenso sagt Ramses III. auf seiner Stele in Luxor 9 : „Er suchte Treffliches, 
um es in WSs.t nht für seinen Vater zu tun“, worauf die Beschreibung seines Tempels in Luxor 
folgt. Das Westufer von Theben wird anscheinend niemals einfach als WSs.t oder Nwt be¬ 
zeichnet, sondern stets als „Westen von WSs.t, bzw. Nwt“ 10 . Auch werden die Begriffe WSs .t 

bzw. Nwt, und R © (als Name von Theben-West, s. u. S. 48f) bisweilen in einen 

^ i t 


1 Sethe, 5, 70. 2 Sethe 6, 21. 3 Name des Ipet-Tempels, s. u. S. 33. LD IV 29a.. 4 Naville, Der el Bahari V, 150. 

5 Naville, a. a. O. 149. 6 Sethe, Amun § 103. Oie Frage ist kritisch behandelt (außer DSm.t kommt ’/p.i in 

Frage) von Gardiner, Anc. Eg. Onomastica II S. 25* ff. 7 vgl. Pap. Turin 11 Z. 15ff. — Wilcken, UPZ II Nr. 189: 
. . . oIjucuv Suo, [iia; [Av Iv Ato; tioXsi xrji pLsyocXr]t, Ixspa; B’ev xot; Mep-vovsiou;. 8 Sethe, ÄZ 44 Taf. 1. 9 Daressy, 

Rec. Trav. 16 S. 55/6 Z. 7. 10*im einzelnen s. u. S. 44 ff. Eine scheinbare Ausnahme findet sich im Totenbuch d. 

fcamare, Naville, Pap. für. de la 21. Dyn. I. Taf. I (Hinw. Dr. Schott), wo über den Kühen, die den Sarg ziehen, der 

Wunsch nach <—-> Zi . Ifz yS O I (1 . V\ P’ ! „e. schönen Begräbnis von A. in Th,“ steht. Man kann 

—H ■ fl 0 1 /WW v* G <Ä7 

die Stellen dadurch erklären, daß man „A. in Th.“ als einen Ausdruck auffäßt, wie es bisweilen vorkommt, z.B. Sethe 
20,53. LD Text III 207 b. v 

. ' r • - ' ' ■ * ’ " ‘ ’2* 



.Stadt- Theben 


gewissen Gegensatz gestellt. So Urk. IV 64: ,,Ioh erreichte das Alter in der Südstadt, das lm3h _ . 
in Rjt.t-hr-nb.6“ oder Urk. IV 83, wo von den Äckern von WBs.t und den Feldern von Hft.t-hr- 
nb.ä die Rede ist. Doch handelt es sich hierbei wohl nur um rhetorische Gegenüberstellungen. Aus 
den Akten des Pap. Abbott wissen wir, daß die beiden Ufer in der Ramessidenzeit verwaltungs¬ 
mäßig getrennt waren. Dem „Bürgermeister der Stadt“ (hStj-' n nwt) untersteht die Ostseite 

q ^ b während Theben West ein „Bürgermeister des Westens 

der Stadt“ (hHj J n imntt nwt) 2 verwaltet. Doch handelt es sich hier sicher nur um eine verwaltungs- 
r mäßige Zweiteilung, die nicht zuletzt in der verschiedenartigen Struktur und Organisation der 
Bevölkerung der beiden Stadtteile begründet sein wird: Auf dem Ostufer der Sitz der Regierung 
und Landes Verwaltung nebst dem Reichstempel als Kern, auf der Westseite dagegen die Ge¬ 
dächtnistempel mit den Scharen der hier beschäftigten Priester, Beamten und Arbeiter, vor 
allem die ausgedehnte Nekropole, deren Organisation und Überwachung eine eigene und am 
Ort befindliche Verwaltungszentrale notwendig machte. Natürlich bleiben beide Teile trotzdem 
durch vieles gemeinsame verbunden. Ein entscheidender Einschnitt liegt zu Beginn der 26. Dyn. 
Der Westen wird mindestens teilweise von Theben getrennt (s. u. S. 54f.). Es besteht die Möglichkeit, 
daß bereits damals der alte thcbanische Gau als Einheit aufhörte zu existieren. Die in der Ptole¬ 
mäerzeit vollzogene Teilung in den Pathyrites und Perithebas scheint damals sehon angebahnt 
worden zu sein. Wir hätten dann zu dieser Zeit einen thebanischen Restgaü, dessen Ausdehnung 
auf dem Westufer unsicher ist. Der Perithebas der Ptolemäerzeit umfaßte jedenfalls als Kern die 
Stadt Theben auf dem Ostufer 3 . ■ _>■ 

Ihre Ausdehnung scheint sich auch liier gegenüber der älteren Zeit wesentlich geändert zu haben, 
Die Zerstörung durch Kambyses hat wohl ihre Größe endgültig vernichtet und das ehemals ge¬ 
schlossen besiedelte und verwaltete Gebiet in kleinere Ortschaften und Siedlungen zersplittert. 
Das läßt sich besonders an der Südgrenze der Stadt zeigen. Diese muß nämlich etwa beim Mut¬ 
tempel vonlscheru verlaufen sein. Denn ein Haus, das nördlich vonDromos der jjieyiar/) Dea "Hpa, 
der zum Nil führt, und südlich vom Dromos des Ipettempels (to Ayjfx/jTpiov) lag, gehörte zum Süd¬ 
westquartier der Stadt 4 . Nach Pap. dem. Berlin 3113 (141 v. Chr.) wird ein Haus westlich vom 
Vorhof des Chons-in-Theben-N/r-Afp zum Südquartier von Theben gerechnet. Lag also hier schon 
das Südviertel der Stadt, so muß sie sich im ganzen weiter nach Norden ausgedehnt haben, als es 
die erhaltenen Tempelruinen vermuten lassen. Luxor ist zwar bis in die Kaiserzeit von Theben v 
aus verwaltet worden, scheint aber nach diesem Tatbestand durch unbewohntes Gebiet von der 
eigentlichen Stadt getrennt gewesen zu sein. Cornelius Gallus nennt in seiner Siegesinsclirift 
Ophieum (= Luxor) als eine besondere Ortschaft neben Diospolis Megas. Aus dem 2. Jhd. nach 
Chr.ist ein TrpdxTcop äpyupixvjc; Notou xalÄlßou xal bekannt 6 . Noch später gehörte Luxor zum 

hermonthitischen Gau 6 . Doch blieb der Name „Theben“ als landschaftliche Bezeichnung auch für 

— . xK . * • ' ^ 

" J * . 4% V - , ’ \ * . 

1 Pap. Abbott 6, 10. 2 Pap. Abbott 5, 19. 3 PSI IX, 1016. 129 v. Chr. Z. 22: Der Agoranomos des Perithebas 
sitzt in Aioo/ioXi; rj Der Vorsteher der Bank Iv ÄioajtdXei T?ji [jisYaXrit heißt Trapezites des Perithebas, vgl. 

Archiv für Pap. forsch. II S. 518. Pap. Amherst 36 (um 135 y. Chr.) werden sich Pathyrites und Groß-Diospolis direkt 
gegenübergestellt. 4 Wilcken, UPZ II Nr. 161, 27/5. Nr. 162, Col. I, 28/9. 5 Wilcken, Ostraca Nr. 609. 

6 jHArill nuouoc IITHOAIC Gpncone. Cruin-Steindorff, Kopt. Rechtsurkunden 86, 3. vgl. ebenda70, 3: AUip 
nAPApjCIAC 6pU(JUU06U)Ü KAI TpiCUN KACTpÖ. V * ' 


■v An 1 


/ 


) 







- Ausdehnung s 13 

die Gegenden bestehen, die nicht mein- zur Stadt und zum Gau gehörten. Das zeigt der Titel eines 
} Ortsschrcibers der Häuser von Theben im Gau von Pathyris“ 1 . 

Über die Ausdehnung der Stadt besitzen wir einige Zahlenangaben antiker Autoren. Diodor 
gibt ihren Umkreis (TtepißoXoü mit 140 Stadien (ungefähr 14 km) an. Das würde etwa das Gebiet 
von Karnak und Luxor auf dem Ostufer und die Ruinen von Gurna bis Med inet Habu auf dem 
Westufer begrenzen. Nach Strabo betrug ihre Länge 80 Stadien (= ungefähr 12 km nach der 
besonderen Länge des Stadion bei Strabo). Sie bedeckte also ein Gebiet, das wir auch nach ägyp¬ 
tischen Quellen als thebanisches Stadtgebiet erkennen 2 . Nach dem, was oben über die Ausdehnung 
der Stadt seit der Ptolemäerzeit festgestellt wurde, können sich diese Zahlen aber nicht auf das 
wirkliche damalige Stadtgebiet beziehen, sondern entweder auf das der alten Stadt pder auf die 
Ausdehnung der noch gebräuchlichen Landschaftsbezcichnung „Theben“. - 

Zusammcngefaßt scheint die Entwicklung'der Stadt kurz die zu sein, daß die zwischen AR und 
MR neu entstandene Residenz der lokalen Dynasten, deren älteste Zeugnisse die Gräber der Fürsten 
bei Drall abu’lnega und Der el Bahri, sowie einzelne Bauteile in Karnak sind, zunächst den Namen 
des Gaues erhielt. Um Verwechslungen zwischen Gau und Stadt zu vermeiden, wird bald (seit der 
13. Dyn.?) vor allem in amtlichen Benennungen (Titeln usw.) die Bezeichnung Nwt oder Nwt 
rsj.t üblich. Allmählich dehnt sich die wachsende Großstadt mit ihren Vororten und Feldmarken 
immer weiter aus und bedeckt ein Gebiet, das auf dem Ostufer beiderseits über Karnak und Luxor 
hinausreiclit, auf dem Westufer sich etwa von Gurna bis Molqatta erstreekt. Dadurch gehen zahl¬ 
reiche topographische Einzelnamen in dem Oberbegriff „Stadt Theben“ auf, die bisweilen als Na¬ 
men ihrer Teile gebraucht werden, bisweilen aber auch als gleichwertige Bezeichnungen mitein¬ 
ander wechseln können. So nennt sich z.B. NSj-'p-Nfr-h". „Richtig sehweigendin T'FijM, aufrechten 
Herzens in ’ip• t-i&wt, ruhigen Blutes im Pr-*Imn, mit vollkommener Rede in Nwt“ 3 , zweifellos 
ohne damit verschiedene Orte seiner Tätigkeit angeben zu wollen. In der 26. Dyn. löst sich der 
Gesamtkomplex wieder mehr oder weniger in seine Teile auf, zersplittert in einzelne Ortschaften. 
Verwaltungsmäßig wird das alte Stadtgebiet nur zum Teil wieder zusammengefaßt, einzelne Teile 
auf beiden Ufern werden zum neuen pathyritischen Gau geschlagen. Doch findet sich der Name 
„Theben“ noch bisweilen für das alte Stadtgebiet angewendet, auch dort, wo die zeitgenössischen 
amtliche Grenzziehung eine andere geworden ist. In diesen Fällen hat der Name „Theben“ nur noeh 
den Wert eines historischen Landschaftsnamens. Ein anschauliches Bild vom Zustand der Stadt 
zu seiner Zeit entwirft Strabo (17, 815) mit den Worten: at Gvjßca ..-.. vuvl xwjr/jSov ouvoixetrai, 
[iipoc; (liv te ev T'ß ’Apaßla ev *?j7tep */) toXu;, pipog te xal ev Tfl Trepeta otcou to Me(j.vdvLov. / 

-i ' f ' , * " . k ' 

* V 

-l ■ Li . ' » v ' - ’ 

Ehe wir zur Besprechung der einzelnen Stadtteile und ihrer Baulichkeiten übergehen, ist es 
erforderlich, eine bestimmte Art von Quellen dafür, nämlich die Zusammenstellungen von Tempel- 
namen der alten Ägypter selbst, im Zusammenhang zu besprechen. Solche Listen, zu verschiedenen 
Zwecken und in verschiedenem Umfang hergestellt, sind aus verschiedenen Zeiten erhalten. 
Aus der 18. Dyn. sind zunächst drei Zusammenstellungen von besonderer Wichtigkeit: Im Grabe 


1 Pap. dem. Berlin 3080. 133 v. Chr. 
Zettel 519. Zeit des Herihor. 


2 Angaben und Berechnungen nach Legrain, Rec. Trav. 27 S. 183 ff. 3 Grab 68 











14 


Stadt Theben 


cles Enene J wird das Abwiegen des Weihrauches für 9 thebanische Tempel dargestellt, ebenso im 
Grab des Puyemre 2 für 15 Tempel, „die der Amundomäne unterstellt sind“. Im Grab des Reeli- 
mire 3 werden 16 Götter auf gezählt, an deren Opfer der Tote Anteil haben will, davon 9 Formen 
des Amun in verschiedenen Tempeln und 7 andere in Theben eingeführte Götter. 

I. Enene: 1. der S roße Amuntempel. 2. L, ^ Muttempel. 3. 

^ [^T] Chonstem l )eL 4 - £ | [J "] P^htempel. 5. |||||||||- Nach Sethes Ergän " 

zung Hathortempel. Wahrscheinlich hat aber der Monthtempel dagestanden, wie Davies ergänzt, 

su 6 ffl D] (2 f 1 VI Luxortempel. 7. “ fi P © Gedächtnistempel der Ahmes-Nofretere. 

L ' Q L ä I J . ~^ 111 ■ . ' 1 . «s. n ö' 

8. j| Pyramidentempel des Königs Mentuhotep in Der el Bahri. 9. ^ | i| ^ ® 

Ein Tempelbau in oder bei Der el Bahri. , N , ,. ’ 

-- II. Puyemre (ramess. restauriert): 1. (j L |~' 4 er 8 ro ^ e Amuntempel. 2. (j I 

Ursprünglich wohl der Muttempel. 3. ® Chonstempel. 4. | Ur- 

sprünglich wohl der Monthtempel. 5. (| |g| ^J| Ptahtompel ? 6-8. (| “ f ? © H “ ^ 

‘ V‘. - gQ | » , , ^ / ' r , r, , 

^ ® (| S cOjS© Tempelbauten um Der el Bahn. 9. ^ ^ © Gecläclitnistempel 

Thutmosis III. 10. Gedächtnistempel Thutmosis I. 11. '~ 1 Q o [©] Gedächtnistempel 

Thutmosis II. ? 12. [Im© Gedächtnistempel der Ahmes Nofretere. 13. j] 111 © Lyra- 

^ /wvvv\ C-i | | | 

midentempel des Königs Mentuhotep. 14. Q y ^ J ^ f) Ein Heiligtum in Der 

el Bahri? 15. (]^o ^ C y = |(] ^ © Wahrscheinlich Luxor. 

III. Rechmire: 1. [(] ™ ^ ^1 o ll hl der gl ’° ße Amuntempel. 2. zerstört. 

3_4 fl fv M ^ und ^ Tempel in Der el Bahri. 5. zerstört. 6. [fl ‘~^ 1 ° U Q L ~r > Ge- 

dächtnistempel Thutmosis III. . 7. (| ‘^j ^5 ^ Gedächtnistempel Thutmosis I. 8. [fj 

jj [o1 Gedächtnistempel der Ahmes-Nofretere. 9. (jTempel der 

Hatscliepsut und Thutmosis III. in Medinet Habu. Als fremde Götter werden genannt: Atum,der 
Herr von Heliopolis, Maat, die Tochter des Re, Osiris, Herr von Abydos, Thot, Herr der Igr.t , 
Upuaut, Herr von Siut, Anubis, Herr von BS-krr.t, und Ptah-Sokaris, Herr von 
Diese drei Listen sind ausführlich von Davies 4 besprochen worden, auf dessen Untersuchung 
sich die hier angeführten Identifikationen der Tempel stützen. Nur an zwei Stellen möchte ich von 
seinen Erklärungen abweichen. In der Liste des Enene liest er wohl mit Recht an o. Stelle „Tempel 
des Month“ statt wie Sethe „Tempel der Hatlior“. In ihm wie in dem bei Puyemre genannten 
Monthtempel möchte er aber (a. a. 0. I S. 94) den Tempel des Gottes in Medamud sehen. Dagegen 
glaube ich eher, daß es sich um den Monthtempel von Karnak (Karte 2 Nr. 2) handelt, (s. u. S. 37f.). 


1 Urk. IV 71. 2 Davies, Puyemre I, Taf. 40. 3 Urk. IV 11G8/69. 4 Davies, a. a. 0. II S. 78 ff. 



Tempellisten 15 

Außerdem möchte ich entgegen Davies Ausführungen glauben, daß es sich bei den 7 nicht theba- 
nischen Göttern in der Liste des Rechmire um Kultstätten dieser Götter auf thebanischem Boden 
handelt. Der Wunsch, an ihrem Opfer teilzunehmen, setzt das eigentlich voraus. Außerdem 
wissen wir ja, daß in der 18. Dyn. die großen Götter des Landes in Theben verehrt worden sind, 
sei es als Gastgötter (wie Anubis in Der el Bahri) oder*in eigenen Tempeln (wie der Tempel des 
.Ptah südlich seiner Mauer“ nördlich vom Reichstempel und der Maattempel seit Amenophis III). 

Zu diesen drei Listen kommt die Aufzählung der Stätten, deren Bauten Senmut vorsteht: 

(j □ j Jyj $ der Reichstempel, ^ Ö ^ Hermonthis, Q (jj ™ ^T\ \ l “~ l dei Tem P el der l8 - E yn. 

von Der el Bahri, |\^(| ™ © Muttempel vonlscheru, (] ^<2 1]™^ ^ der Luxortempel 1 . 

Schließlich sind im Tempel Thutmosis III. hinter dem Reichstempel (Karte 2 Nr. 9) zwei Dar¬ 
stellungen erhalten, wie der König je 10 verschiedenen Formen des thebanisclien Amun opfert 2 . 
Die beiden Aufzählungen entsprechen sich nicht völlig und enthalten für unsere Untersuchungen 

nur eine wichtige Tatsache, die Nennung des Amun czzi [| „in seiner ip.t“, wodurch, wie 

auch durch die Nennung des ijj.t Hj.t bei Senmut, die Existenz eines Tempels der 18. Dyn. in 
Luxor vor Amenopliis III. belegt wird. ' l 1 A ' ‘ . 

Der Inhaber der Statue Kairo 42 122, DdjB', ist beauftragt, die Denkmäler in Karnak (’lp.t- 
iswt) und im westlichen Theben wiederherzustellen. Er zählt dann als Stätten seiner Wirksamkeit 

auf: ^ den Festtempel Thutmosis III., '~~ 1 f| Q den Gedächtnistempel der Ahmes-No- 

_7j ÖOÖ AAAAAA JJ 1 _ ) 

fretere, jj ^ den Pyramidentempel Mentuhoteps, W cO] «nd ^ cr=] zwei Tempel in Der el 

Bahri, Gedächtnistempel Thutmosis III. Es begegnet also als einziger Tempel auf dem 

Ostufer der Festtempel Thutmosis III. (Karte 3 Nr. 2). Da er vorher ’l'p.t-ihot als Arbeitsstätte 
genannt hat, ist zu folgern, daß dieser Begriff den Festtempel mit einschloß, wie auch in der oben 
angeführten Liste des Senmut das ganze Tempelgebiet von Karnak ohne den Muttempel von 
Ischeru als 3 Ip . t-Uwt zusammengefaßt wird. ■ ;>• 

Aus der 19. Dyn. liegt eine unvollständig erhaltene Liste im Grab des Nb-wnnf 3 und die große 
Amunlitanei Ramses II. in Luxor 4 vor. Bei ersterer ist nur ein Teil der Tempel im Westen er¬ 


halten: Amun in 




, in 


^ und 


Amun ^ ^ IJ x T1° t ’ als ° dei Tem P el der A h mcs 'Hofretere, drei Bauten von Der el Bahri 

und eine auch sonst zu dieser Zeit genannte Statue „Amun, der die Bitten erhört im Westen von 
Theben“. Die große Amunlitanei nennt unter ihren 82 Formen des Gottes folgende thebanische: 
1. Amonre, Herr der Throne der beiden Länder vor ’lp.t-iswt. 2. Amun in (hrj ib) lFis.f. 3. Amun, 
der Urzeitliche der beiden Länder, 4. Amun, Herr der . . . von Theben, 5. Amun, der die beiden 

Länder in Theben befestigt, 6. Amun, der seine Stadt liebt, 7. Amun in [A~i ( Eei 

_ _ _ '• ' ‘ / % 

, ; > • , y/ V • . ,, . , - ' 

1 Urk. IV 409. 2 LD III 36 c/d. A. Varille, Ann. Serv. 50 S. 137 ff. 3 Grab 157 Zettel 1170. . 4 Daressy, 

Rec. Trav. 32 S. 62 ff. ' ’ - '• . < . • ' , ' 1 " ’ \ö ; • / 


\\\? -v ‘ • 












IG 


Stadt Theben 


Bahri), 8. in l ~" ] t ~ l einem Sanktuar in Karnak, s. u. S. 21, 9. in 

1 vwwsöOÖ 


clem Festtempel 


Thutmosis III., 10. Aimm-Month in (hrj ib) WSs . t, 11. die Barke wts-nfno.f des Gottes. Die sehr 
konfuse Anordnung und die offensichtliche Unvollständigkeit iu der Nennung thebanischer Kult¬ 
stätten macht die Liste für unsere Fragen wertlos. 

Eine z.T. zerstörte, z.T. unvollständige Liste des Baumeisters {vir-kB. t) in Karnak Ramose 1 

nennt die Titel eines „Baumeisters des Amun in—«—<|>0^ (unbekannt), in/jj (wohl vm-vmiv, 

^^ . 

das oben genannte Sanktuar in Karnak) und in i A H ^ /WWVi (1 1=1 ( e i n Schatzhaus in Karnak)“. 

I JL_[ I ■ /WSAAA 

Sehr ausführlich ist die Zusammenstellung einer Opferliste im Grab das 9 Imj-6b3 2 . Für unsere 
Untersuchung sind darunter wichtig: 1. Amonre, Herr der Throne der beiden Länder, für den 

Reichstempel. 2. Amonre in „Goldhaus“. Der Ausdruck yr-nb ist zu unbestimmt, um 

A , | o o o 

ihn mit Sicherheit zu lokalisieren. Er kann auf Grab- und Tempelräume angewendet werden 3 . 
Hier ist vielleicht eine Schatzkammer des Reichstempels gemeint, die wohl einen Amun als Schutz¬ 
heiligen gehabt haben kann, wie in der vorhergehenden Liste der „Amun des Schatzhauses des 

Amun“. 3. Amun eine Kombination aus _^ wahrscheinlich einem 

Namen des Chonstempels und dem Namen des Festtempels Thutmosis III. 4. (j /wvwj [j 

^ ll© wahrscheinlich verschrieben aus,, Amaunet in Up. 5. ^ Amun von Hnm.t-'nh 

ursprünglich der Name des Gedächtnistempels Thutmosis I., der dann auf die Gegend von Me- 
dinet Habu — Der el Medine übergeht. Es folgen nun weiter Tempel im Westen: 0. (j J ^ ^ 

der Mentuliotep-Teinpel von Der el Bahri. 7. Amun in j^O ^ vielleicht eine Kultstätte, die 


mit dem Grab Amenophis I. zusammenhängt. 8. Amun in 


„dem Magazin“, unbekannt. 


9. Amun in ^ ^fjj, wohl verschrieben für Hrj-hr-’Imn , eine Bezeichnung, die mit der Gegend um 
Der el Bahri verknüpft ist. 10. Amun in Gedächtnistempel der Alimes-Nofretere. 11. bis 

13. Amun in drei Tempel in Der el Bahri. 14. Amun in 

X _ Q 

m qqq ^ . Vielleicht ist pr hn gemeint, das im Namen des Barkenheiligtums der Hat- 

schepsut vor dem Muttempel begegnet; dann ginge hier die Aufzählung wieder auf die Ostseite 
über. i : „ , 

Der Hohepriester Mn-hfr-R (21. Dyn.) hat in einer Inschrift die Tempel in Theben zusammen¬ 
gestellt, die er revidiert hat 4 . Es sind folgende: Tempel (pr) desAmonrasonter (Reichstempel), 
des Amenapet (Luxortempel), der Mut, des Chons, des Ptah, südlich seiner Mauer in Theben, 
des Month, Herrn von Theben, der Maat (s. o. dife Liste des Rechmire u. u. S.37f.). 

Der Wert dieser Zusammenstellungen ist für die hier behandelten Fragen recht verschieden. 
Am wichtigsten sind die drei Listen der 18. Dyn., des Enene, Puyemre und Rechmire, namentlich 
für die Namen der Gedächtnistempel der Könige. Alle anderen dagegen, selbst die namenreiche 


1 20. Dyn. Grab 166. Brugsch, Thesaurus S. 1142. 2 Grab 65. LD III 236a. 3 so z.B. in den Grahräuberakten. 

Peet, Tomb robberies S. 114. 4 Legrain, Ree. Tray. 22 S. 53. 


Tempcllisten 


17 


des *Ivij-sb3, wählen anscheinend willkürlich eine Anzahl von Namen aus. So fehlt in dieser z.B. 
der Totentempel Thutmosis IV., der nach Pap. Amherst noch bestand (s. u. S. 67), ebenso der 
D£r-s.t genannte Tempel der Hatschepsut und Thutmosis III. in Medinet Habu, der sonst bis in 
die Ptolemäerzeit genannt wird (s. u. S. 71f.) usw. Andererseits bringen Aufstellungen wie die des 
Senmut, DdjS, Mn-hpr-R, eben nur die Namen der Tempel, an denen damals gearbeitet wurde, 
bzw. die gerade inspiziert worden sind. Man kann also aus dem Fehlen eines Tempels in einer 
solchen Zusammenstellung nicht ohne weiteres schließen, daß er zu der Zeit nicht mehr bestanden 
habe. Dagegen ist das Auftreten eines Tempels in ihnen oft das einzige Zeugnis für seine Existenz, 
wenn archäologische Ergebnisse nicht vorliegen. 


Abschnitt A 


y n Theben-Ost ; . 

Das Emporkommen der jungen Stadt Theben wird mit der Verlegung der Residenz der Könige 
der 11. Dyn. von Hermonthis nach der Stätte, der ihre Gräber gegenüberlagen, begonnen haben; 
und das wird im engsten Zusammenhang mit dem Emporkommen des großen Heiligtums in Karnak 
und des darin verehrten Gottes Amun gestanden haben. Sein Kult und sein Tempel wird auf den 
Denkmälern der 11. Dyn. verschiedentlich schon erwähnt 1 , aber sein eigentliches Hervortreten 
ans geschichtliche Licht ist doch erst in dem Namen des Königs Amenemhet I. erfolgt, dessen Sohn 
Sesostris I. der älteste im Tempel noch nachweisbare Bauherr ist (s. u. S. 21). Bereits in der 

11. Dyn. taucht auch der Ausdruck 1 1 (J zum ersten Male auf: Ein Prophetenvorsteher dieser 

Zeit sagt: „Ich versorgte das Haus des Amun in den Jahren der Not“ 2 . Es scheint hiernach, daß 
bereits zu dieser Zeit unter pr *Imn nicht eigentlich der Tempel des Gottes zu verstehen ist, sondern 
das ganze dem Tempel gehörige Gebiet, Angestellte, Güter, Grundbesitz, Herden, Nebentempel, 
usw., daß er also richtiger mit „Amundomäne“ zu übersetzen ist. Diesen Sinn hat der Ausdruck 
dann regelmäßig im NR, wo es von den meisten thebanischen Tempeln, besonders auch von den 

Gedächtnistempeln im Westen, heißt, daß sie 1 (j „in der Amundomäne“ liegen, d. h. 

wirtschaftlich dem Amuntempel angeschlossen sind 3 . Nur ganz ausnahmsweise hat der Ausdruck 
einen anderen Sinn. So in der oben S. 13 zitierten Inschrift des Näj-'p-nfY-hr, wo er als Synonym zu 
„Stadt Theben“ gebraucht wird. In der Liste der Tempel, die der Hohepriester Mn-hyr-R inspi¬ 
ziert hat (s. o. S. 16), bezeichnet L ~ —1 (j J jjj ‘"j sicher den Karnaktempel. Schließlich ist der 
Ausdruck vielleicht ebenso aufzufassen in Pap. B. M. 100 52, 15, 10, wo als Arbeitsstätte eines 
Schreibers jj ° ^y 11 tj j^v „die Stätte des Thot im Amuntempel“ genannt 


1 Pr-’Imn, Petrie, Qurneh Taf. 10 oben Z. 2. Geehrt bei „Amun, dem Herrn der Throne der beiden Länder“ ist der 
Nomareh Antef-'i, dem Sesostris I. eine Statue in Karnak setzte, Legrain, Catal.gdn. 42005. Auf der Stele des Königs 
J Vfy'nh, Kairo 20512, wird ebenfalls schon Amun genannt, vgl. Sethe, Amun §54. Naos Kairo (Roeder, Cat. g<5n.) 
70040. Bilder vom Talfest im Tempel der XI. Dynastie, Deir el Bahri I Taf. 13 B,D. 14 C,G. III Taf. 13,7. t 

2 Petrie, a. a. O. Taf. 10. 3 vgl. Schaedel, Listen des großen Pap. Harris, S. 20 Anm. 5. 

UAexvi: Otto ' ' 1 ; ’ ' ' . ' '> 3 













/ 


18 Theben-Ost 

ist, worin Peet 1 wohl mit Recht das Urkundenarchiv des Tempels sieht. In der Regel hat aber der 
terminus pr ’lmn keine topographische, sondern verwaltungstechnische Bedeutung. 

Als Eigennamen führte der Tempel des Ainun die Bezeichnung (] ^ jj jjJ , unter Thutmosis IV. 
in Konosso als dmj „Ortschaft“ bezeichnet 2 , genauer (| Q jj jj jj 3 > mit vielen Schrift¬ 

varianten, später auch j geschrieben 4 . Seit dem MR findet sich das Determinativ $ 6 . 
Seit der 20. Dyn. vereinzelt, später gewöhnlieh wird der Name q jj ^ © oder (| 0 q jj jjj $ geschrie¬ 
ben mit dem Zeichen Q, das dem Namen des Tempels von Luxor eignet. Die Varianten der älteren 

^rTiini © 8 und die Worts P ieie - dur ° h die 

dieser Name erklärt werden soll - (| i| jjj © „die die beiden 

Länder zählt in ihrem Namen ’lp.t-i&wt vor dir“ 10 oder [| (| D Q ~|/| ^jj ^ |lc,„die' 

erschienen ist gezählt auf ihrem Sitz“ 11 — zeigen, daß der Name in Wahrheit vielmehr eine Form 
des Stammes Ip „zählen“ enthält. Die feminine Bildungsform setzt dabei ein h.t „Tempel“ als 
Ergänzung voraus, also: „der Tempel, der die Stätten zählt“, wie auch die Namen der meisten 
Gedächtnistempel mit dem Wort h.t und einem Partizipium gebildet sind 12 . •' > 

Der Herr des Tempels ist (] ^ === ^ (j jj jj jj ® „Amonre, Herr der ■ 

Throne der beiden Länder, der in ’lp.t-ttwt residiert“, wie er seit dem MR mit seiner vollen Titu¬ 
latur unendlich oft genannt wird 13 . Neben ihm steht die Amaunet, deren Beziehungen zum Tempel 
oft durch die Worte „Amaunet in (hrj ib) ’lp.t-iswt“ ausgedrückt werden 14 . Sie wird mit Amun 
zusammen auch im Festtempel Thutmosis III. verehrt und heißt deshalb auf ihrer von Tutanch- 
amun errichteten Statue „Amaunet in (hrj ib) 3h-innw “ 1 * Theben selbst wird in den Thebanisehen 
.Tempelinschriften 111, 2 ,, 3 Ip.t-iswt der Amaunet“ genannt. Jedoch heißt die Göttin in. W. nie¬ 
mals „Herrin von *Ip.t-i£wt“ o. ä., wodurch ihr Verhältnis zum Tempel lockerer und vielleicht 
auch sekundär erscheint gegenüber dem des Amun. Welche Gottheiten sonst im Reichstempel mit 
verehrt worden sind, ist nicht immer leicht zu sehen. Die Schwierigkeit liegt in der Dehnbarkeit 
des Ausdruckes ’lp.t-iswt, der bald im engeren Sinn den Reiehstempel bezeichnen kann, bald als 
Synonym für W3 &. t gebraucht wird. Sicher war es die Kultstätte der „großen Neunheit von Kar¬ 
nak“ ^ ■{]“ ° lj ^ jj 11 16 °der ^ ^ jj jjj © 17 , die gastweise auch im Muttempel von 

: '• -• v • \ *.■>. . :■ ■ c 

: * . i -• 

I Peet, Tornb robberies S. 168. 2 de Morgan, Catal. des Monum. I S. 66 . 3 Sliarpe II, 58. Brugscli, 

Geographie Nr. 784/5. Gauthier, Ann. Serv. 31 S. 191. 4 Legrain, Ree. Trav. 23 S. 69, römisch. 6 Chevrier, 

Ann. Serv. 30 Taf. 2, Sesostris I. Pillet, Ann. Serv. 24 S. 67/8, Amenemhet III, 6 Lange-Schäfer, Catal. gdn. 20429. 

7 Chevrier, a. a. 0. .30 Taf. 2 . 8 Sliarpe II 53. 9 Ürk. IV 86 . 10 Bouriant, Rec. Trav. 9 S. 98, 18. Dyn. 

II Pap. Leiden 350, II, 14/15. 12 s. u. S. 106 f. vgl. Sethe, Amun § 16 ff. 13 Pillet, Ann. Serv. 24 S. 67/8. 

14 Urk. IV 1014. LD Text III 59, 158 (Thutmosis III.). Gayet, Louxor, Taf. 19, 46. Piehl, Inscr. hidr. 1108 (Thut- 

mosis IV.). Wahrscheinlich ist in der Opferliste des \Imj-Sb3, LD III 236a, (j AAAAAA ,u lese, ‘ 9taM 

Legrain, Catal. gen. 42189. 42221. 15 Legrain, Musde dgyptien II S. 5‘ff. 16 Piehl, Inscr. hier. I 152/3, 

Ramses III. Sethe 19, 7, Sethos I. LD III 246c, 20/21. Dyn. 17 Urk. IV 86 . Luxor Zettel 249. 


> 


■ A 


Reiehstempel 


19 


Ischeru verehrt wurde ©^ ^ ^ ^ (j © h Sie besteht aus dem thebanisehen Gaugott 

Month, der heliopofitanischen Neunheit, Horns, Hathor, Suchos, ’lwnj.t und Tnn.t 2 . Man hat 
liier die Neunheit aus Heliopolis einfach übernommen und ihr Month als Führer vorangestellt, 
während Amun und Amaunet außerhalb bleiben. Horus stammt wohl ebenfalls aus Heliopolis oder 
ist als Harsomtus mit Hathor aus Dendera gekommen* Daß diese selbst, die in Der el Bahn und 
Pathyris eine so wichtige Rolle spielte und anscheinend für die Könige der 11. Dyn. eine besondere 
Bedeutung besaß (s.u. S.ölf.), ihr eingegliedert ist, versteht sich von selbst. Suchos stammt aus 
’lw-m-itrw und ist auch in Luxor verehrt worden (s. u. S. 101). In Theben besaß er eine eigene 

Kultstätte namens ( ( ( ^ 11 ( ( ( (?), der en Lage unbekannt ist 3 . Mit Amun zusammen 

wird er auch in dem Orte $, wahrscheinlich in Theben-West, verehrt (s. u. 

S. 59). Schließlich hat man noch die hermonthitischen Göttinnen ’lwnj . t und Tnn. t zur „Neunheit“ 
hinzugenommen, so daß in ihr die wichtigsten Lokalgötter des thebanisehen Gaues beisammen 
waren. Bemerkenswert ist aber das Felden der alten Lokalgötter Mut und Chons. Sie bildeten mit 
Amun zusammen die tliebauische Triade. Ob beide wenigstens als Gastgötter überhaupt im 
Reichstempel mitverehrt worden sind, ist nicht ganz klar. Mut hatte wenigstens durch den Palast 
von Karnak, die dogmatische Geburtsstätte der Könige, dessen „Herrin“ sie heißt, Beziehungen 
zum Tempel (s. u. S. 25). Wenn dagegen Chons-in-Theben-JV/ 1 '-?# „Herr von ’Ip.t-Miot 4 , in 
( m s oder hrj ib Q ) ’lp.t-ttwt“ heißt, so kanii damit durchaus der im Chonstempel südwestlieh vom 
Reichstempel verehrte Gott gemeint sein, da sich dieser Tempel im Inneren des als ’lp.t-iswt im 
weiteren Sinne bezeichneten Gebietes befand. Allerdings kann man es andererseits als wahr¬ 
scheinlich ansehen, daß der Lokalgott, der als Kind des Amun galt, in dessen Haupttempel 
Gastrecht genoß. Ebenso zweideutig ist die Bezeichnung des Ptah als „Herr von WSs.t, in (hrj ib) 
’lp.t-i&wt “ 7 und des Osiris von Koptos als „in (hrj ib) 'lp .t-iswt “ 8 . Dagegen sind die folgenden 
Götter wohl sicher als Gastgötter des Reichstempels anzusehen: Min heißt öfters hrj ib’Ip .t-ihot 9 , 
ebenso Sokaris 10 . Ckons-Thot führt die Bezeichnung „in (m) oder Herr von ’lp.t-iäwt“ 11 undThot, 
Herr von Hermopolis, heißt „der residiert (hntj) in ’lp.t-ihvt 12 . 

Die Ausdehnung des Begriffes ’lp .t-üwt ist verschieden. In älterer Zeit scheint er nur den in 
seinen ältesten Resten bis ins MR zurückreichenden Kern der ganzen Anlage mit den Erweiterun¬ 


gen und Neubauten der 18. Dyn. begriffen zu haben. Denn das von Thutmosis III. im Ostteil des 
Tempels errichtete Gebäude, der sogenannte Festtempel, führte einen besonderen Namen: ^ |~~o j n 
MW ' A |j ^ puu, <^|J| „Tempel des Amun (namens) Mn-hpr-R' ist herrlich an Denk¬ 

mälern“ 13 und das große von Sethos I. und Ramses II. erbaute Hypostyl von Karnak soll zwar 
auf dem „sehr heiligen Boden von ’lp.t-iäwt“ 14 errichtet sein,aber es hat gleichfalls einen eigenen 


1 Petrie, Qurneh Taf. 32, 18. Dyn. 7 2 Zusammenstellungen: Brugscli, Thesaurus S. 727ff. Andere: Gayet, Louxor 

Taf. 35. LD Text III 67. LD III 74a. 3 Kuentz, Bull. Inst. Fran$. 28 S. 154ff. 4 LD III 18, 18. Dyn. 6 Luxor 

Zettel 463, Sethos I.' 6 LD III 248 b, 20/21. Dyn. 7 Theb. Temp. Inschr. 188 b. 8 LD Text III 39, im 

ptolemäisclien Tempel des Osiris östlich vom Reichstempel, Porter-Moss II, S. 8, Nr. H. 9 Sethe 3,83. 10 Quibell, 

Ramesseum Taf. 23. spätes NR. 11 Darcssey, Rec. Trav. 16 S. 52, Ramses II. Sethe 19, 62. 12 Champollion, 

Not. descr. II82, Ramses II. 13 Marictte, Karnak Taf. 32c, Karte 3 Nr. 2. 14 Champollion, a. a. O. S. 77. 




o 










20 


Theben-Ost 


’ ■' Viv. 


V.. " 

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Namen: ^ [J ^SetliosJ t= y" ] (j „Der Tempel: Trefflich ist Sethos (bzw; Ramses) 

im Hause des Amun“ 1 . Es soll vor (m hft hr) 3 Ip.t-i&wt* oder vor (m hft hr) seinem (Arnims) Tempel 3 
gelegen sein. Das Terrain der Anlage gehörte zum Vorhof (wbS) des Tempels, wie es in der Dedi- 
kation heißt: „Er (der König) erleuchtete seinen (des Gottes) Vorhof mit vielen großen schönen 
Denkmälern“ 4 . Auch von dem Tempel, den Ramses III. in der Südhälfte des großen Hofes vor 
diesem Hypostyl erbaute, heißt es, daß er „auf göttlichem Boden vor (r hft hr) 3 Ip .t-i&wt “errichtet ; 
sei 6 . Der Lateranobelisk, der als einzelner Obeliskim Osten stand, ist aufgestellt worden im Hofe des \ 
Tempels „in der Nähe (r hSw) von 3 Ip .t-iswt 3 “ oder „am oberen Tor (ibB hrj) von Ip . t-iswt “ 7 , nach¬ 
dem er gelegen hatte 35 Jahre „südlich von ’lp.t-iäwt“ 6 . Andererseits wird 3 Ip.t-iswt aber auch in 
weiterem Sinne gebraucht und scheint dann mindestens die innerhalb der Umwallung gelegenen 
Heiligtümer desPtah und Chons eingeschlossen zu haben. Herilior hat Amun „in ’lp.t-isivt“ Denk¬ 
mäler gemacht, stellt im Chonstempel ö . Chons selbst heißt mehrfach „Herr von 3 Ip. t- Uwt 10 oder „in 
(hrj-ibyip.t-i&wt“ 11 , Thot ebenfalls „in ( hrjib) 3 Ip. t-iswt “ 12 . In einer Anrufung der thebanischen Neun - 
heit werden genannt,,Amonrasonter in WBs.t, Mut-Bastct in 3 I8no und Chons-Thot in ’ Ip. t-i$wt 13<i 
Wie hier wird der Tempel der Mut in ’Uno auch auf einer Statue des Senmut, die eine Aufzählung / - 
der ihm als „Leiter aller Arbeiten des Königs“ unterstellten Tempel enthält, neben ’lp.t-Uiot 
erwähnt, gehörte also nicht zu dem so bezeichneten Gebiet 14 . Dagegen werden aber die Bauten 
Amenophis IV., die ja ebenfalls außerhalb des umwallten Bezirkes lagen (Karte 2 Nr. 5), mit zu 
3 Ip. t-iswt gerechnet 15 . Der Name wird eben bald in engerer, bald in weiterer Bedeutung gebraucht, 
vorwiegend in religiösen und priesterlichen Inschriften und kann sogar bisweilen gleichbedeutend 
mit WBs.t stehen. So wenn das Königspaar „die Herren von WBs.t nht , mit herrlichem Sitz in 
’Ip -1 -iswt“ heißt 18 und an anderer Stelle die gleichen Epitheta mit Vertauschung der Ortsnamen 
führt 17 . In den thebanischen Tempelinschriften 111,2 wird die Stadt Theben selbst , 3 Ip .t-iswt 
der Amaunet“ genannt. Vom König heißt es: „Er macht Denkmäler in 3 Ip.t-iswt und gestaltet 
Theben festlich wie den Horizont des Himmels“ 18 und ein Beamter nennt sich: „Richtig schwei¬ 
gend in WBs.t, aufrechten Herzens in 3 Ip. t-iswt, mit kühlem Blut im Haus des Amun, mit voll¬ 
kommener Rede in Nwt“ i9 . Selten ist dieser erweiterte Gebrauch von 3 Ip.t-iswt in Titeln, vielleicht 
bei PB-hkB -inn, wenn er sich einmal „Vorsteher der Arbeiten in WBs.t“ 20 , dann „Vorsteher der 
Arbeiten in 3 Ip .t-iswt“ ^ nennt, falls nicht zwei verschiedene Ämter mit verschiedenem Wirkungs¬ 
bereich gemeint sind. In Priestertiteln ist 3 Ip.t-iSwt die übliche Angabe des Amtsbereiches, wie es 
in Verwaltungstiteln die Bezeichnung nwt rsj.t war. Im MR ist ein Prophetenuntervorsteher.des 
Amun in 3 Ip.t-iswt beschäftigt 22 . Der Zusatz „in 3 Ip .t-i&wt“ findet sich häufig bei den Titeln der 
Amunpropheten, ebenso bei dem Ehrennamen der Spätzeit „Augen des Königs in 3 Ip .t-Mwt“ 23 

- v' • \ r '. . 1 ' . , . * ' 

1 Sethe 19,7. 19, 64. 2 Champollion, a.a.O. II S. 67/8. Sethe 19, 18. 3 Sethe 19, 17. 19,19. 4 Sethe 19, 6. 

5 Champollion, Not. dßscr. II 14. Karte 2 Nr. 12. 6 Urk. IV 584. 7 Marucchi, Gli obelischi egiziani S. 35. Das 

„obere Tor“ ist also der Ostausgang, das spätere Osttor Ramses II, E. Barguet, Ann. Serv. 50, 269 f. 

8 Marucchi, a.a. 0. S. 23/24. > 9 Sethe 3, 54. 10 Sethe 19, 62. LD III 18. 11 LD III 248 b. 12 Theb. 

Temp. Inschr. 188 b. 13 Daressy, Rec. Trav. 16S. 42, Luxor. Ramses II. 14 Urk. IV 409. 16 LD III 1 lOi. 

8 . u. S. 30. 16 Theb. Temp. Inschr. 13a. 17 ebenda 25a." 18 Sethe 20, 52, Ramses III. 19 Grab 68 

Zettel 519, Herilior. 20 Grab 343, Amenophis II. LD Text III 280. 21 Champollion, Not. d6scr. I 849. 

22 Mariette, Catal. d’Abyd. 1340. 23 Borchardt, Catal. g6n. 559. Legrain, Catal. g6n..42225 u. ö. 


V. 





Reichstempel 


un d dem thebanischen Amunpriestertitel 1 „Türöffner des Himmels in 3 lp.t-Uiot“ 2 , sowie in den 
Titeln der. Gottesweiber „Gottesweib des Amun in 3 Ip .t-iswt“ 3 und „Gotteshand in 3 Ip ,t-i$wt“*. 

Pie ältesten erhaltenen Bauteile des Tempels stammen aus der 12. Dyn. aus der Regierungszeit 
Sesostris I. (Säulen, Arehitrave) 5 . Erhalten ist auch noch ein Relief des Königs in situ, das aber 
wahrscheinlich nicht zum Tempel des MR im engeren Sinn, sondern eher zu einem Nebengebäude 
gehörte 6 . Der weitaus wichtigste Bau des Königs ist der neuerdings aus dem 3. Pylon zutage 
gekommene Peripteraltempel, der anscheinend anläßlich des ersten Sedfestes errichtet worden 

ist 7 . Sein Name war ^ „Festthron des Horus-Nebti“, wie er noch in den 

Inschriften der Hatschepsut vorkommt 8 . Seine Lage war wohl irgendwo zwischen den späteren 
Pylonen 3 und 7 9 , an dem Platz, der in der 18. Dyn. als w&h.t hbj.t „Festhof“ bezeichnet zu werden 
pflegt und auf dem anscheinend mehrere Sanktuare dieser Dynastie aufgestellt waren, die 
Amenophis III. in' seinen Pylon als Füllwerk verbaute (s. u. S. 29). Der Peripteraltempel 


Sesostris I. soll liegen in 


„Heiligtum des Hpr-kB-R', hoch in bezug auf die 


für seinen Vater Amun . . . ein 


1 Q(| 


int i nmii^ 

MAAM 

VVSAAAA w -i OOÖ 


Gottesschrein (namens): Amun dauert durch 




Udjat-Augen“ (d. h. wohl: Hoch über dessen Tor die Udjat-Augen angebracht sind. Diese Inter¬ 
pretation verdanke ich Herrn Dr. Schott.). Hierin hat man demnach wohl den Namen der ge¬ 
samten Tempelanlage des Königs zu sehen. Weiterhin findet sich auf diesem Tempel der Name 

' * ' m . , ^ i ■ —■ - -——-— v r 

eines anderen Baues des Königs, wohl eines Speichers: O |j| { ] jj ^ III - ”^ aus c ^ es 

IIpr-IcB-R' (namens): »Stätten der Speisen“. Teilweise haben die Bauten dieser Zeit bis in die 
späte Ramessidenzeit bestanden und sind von dem Hohenpriester Amenophis (unter Ramses IX.) 
ausgebessert worden 10 . Schon unter Sesostris I. war der Tempelbezirk von einer mit Reliefs und 
Inschriften bedeckten Mauer umgeben, die aus viel späterer Zeit in Pap. Berlin 3056 Rs. VIII, 4ff. 11 

genannt wird: ^ fl J“ j] (o g [j] (I -"fl “ £ ” Die Mauer ; ** 

im Hause des Amun“. Auf ihr waren Amun und Thot dargestellt. Aus dem MR sind schließlich noch 
Altäre und Statuen erhalten 12 , sowie ein Statuen- oder Barkensockel Amenemhets III. und IV. 13 . 

Die Blütezeit des Reichstempels setzt mit der 18. Dyn. ein. Jeder König bemüht sich, durch 
Neu- und Umbauten das Werk seiner Vorgänger an Pracht und Größe zu übertreffen. Amenophis I. 
errichtete eine alabasterne Barkenkäpelle, von der Blöcke aus den Fundamenten des 3. Pylon zutage 
gekommen sind 14 . Die Dedikationsinschrift nennt den Namen: „Er machte es als sein Denkmal 


1 vgl. Brugsch, Dict. geogr. S. 1361, 2 Borchardt, Catal. gdn. 689, 717. Legrain, Cat. g 6 n. 42225. 3 Sethe 4, 119, 

Pinodjem. 4 Sethe 18, 98/100, Ameneritis. 5 Chevrier, Ann. Serv. 5. S. 29. ib. 27 S. 150. Taf. 6 , ib. 29 S. 135ff. 31 
S. 92. Porter- Moss II41. 6 Mariette, Karnak Taf. 14. Evers, Staat aus dem Stein Taf. 18. Karte 3 Nr. 6 . 7 Chevrier, 

Ann. Serv. 28 S. 126 if. Taf. 1, 3, 4. ib. 29. S. 136. ib. 30 S. 165, Taf. 2. ib. 31. S. 92. ib. 32. Taf. 4. 8 Chevrier, Archiv 

für ägypt. Archäologie, 1. Heft 8/9, S. 183ff. 9 Zur Baugeschichte des Tempels des MR siehe v. Bissing, Ägypt. 

Kunstgeschichte II (Erläuterungen) S. 110ff. 10 Mariette, Karnak Taf. 40. 11 Hieratische Papyri Berlin II, Taf. 33. 

12 Legrain, Ann. Serv. 5 S. 27ff. Mariette, a.a. 0. Taf. 8 , 9, 10. 13 Pillet, Ann. Serv. 24 S. 65ff. 14 Pillet, Ann. 

Serv. 22 S. 238. 23 S. 113. 24 S. 56. Die Alabasterkapelle des Enene ist wieder aufgebaut; Chevrier, Ann. Serv. 47 
S. 165 Taf. 24/25. ib. 49 S. 10 Taf. 24/25. • - x ... y .... 1 -V • ' " 


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Theben-Ost 



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die Denkmäler, ans Alabaster“. Tliutmosis III. baute es neu und taufte es auf seinen eigenen Namen 

/* /o. ni 111mi ihhil 

um: ^ J | -^ j ö ,, Mn-h'pr-U' dauert durch die Denkmäler“ (die er dem Gott errichtet) J . 

Vielleicht stand es ursprünglich auf dem Gelände des 7. Pylon, sodaß Tliutmosis III. es bei 
dessen Errichtung abreißen ließ. Der neue Bau Tliutmosis’ ist vielleicht identisch mit dem Bau des 
Königs, dessen Reste sich hinter Pylon 7 befinden 2 . Zu diesem Bau Amenophis I. gehörte vielleicht 

die Türe jl^ ^ „(Amenophis ist es) der die Zufriedenheit (seil, des Anilin) erhöht“, 

dessen Reste unter diesem Heiligtum Tliutmosis III. verbaut gefunden worden sind 3 . Ein 
Schrein dieses Namens (wohl noch der Amenophis I.y wird als Stationsheiligtum der Amunbarke 
in einer Darstellung der Prozession des Gottes auf dem Sanktuar der Hatscliepsut abgebildet 4 . 
Als Amunkultstätte begegnet mn-mnw in der bekannten Amunlitanei Ramses II. in Luxor 6 , 

sowie in dem Titel eines Ramose in der Schreibung [I ^ 6 . . . , - 

• ^ • & W Üööo - . ■ * , 

Von Tliutmosis I. ist hauptsächlich der Säulen- (ursprünglich Pfeiler-) Saal zwischen Pylon 4 
und 5 zu nennen, von Hatscliepsut als j|j ^^ ^ [Io „herrliche Pfeilerhalle“ 7 oder |(j(j 

o „herrliche Säulenhalle“ 8 bezeichnet. Seine beiden Flügel hießen L „die beiden 


Hälften“ 9 , oder man spricht auch von der ° „nördlichen Säulenhalle“ 10 oder 

- , V \ | l[_|C> O , Q |QÜ 

„dem nördlichen Gang“ 11 und der J(| || i _^ J ^ Y »südlichen Säulenhalle“ 12 . Das Tor des davor 

gelegenen 'Pylon 4 hieß: »Uas große heilige Tor (namens): 

Amun ist mächtig an Ansehen“ 13 , wie es auch noch in einer am Pylon befindlichen Inschrift der 
Ramessidenzeit und des Königs Schabaka genannt ist 14 . Eine Abbildung von ihm findet sich in 

Grab 75 J5 . Das Tor des 5. Pylon führte den Namen: (] 1=50 ^ „Amun ist groß an An- 

sehen“ 16 . Nicht bekannt ist die Lage eines Tores des Königs namens (j 
„Amun ist mächtig an Ruhm“ 17 . 

Aus der Zeit der Hatschepsut und der Tliutmosis III. kennen wir nicht nur die Namen zahl¬ 
reicher Bauteile (Tore, Kapellen, Statuen), sei es in inschriftlichen Erwähnungen, sei es durch 
archäologische Funde, sondern wir besitzen auch umfangreichere Bautexte, die über die Einrich¬ 
tungen des Reichstempels mehr aussagen, als es der archäologische Befund ermöglicht. Als Charak¬ 
teristikum der Inschriften, besonders der Königin, verdienen die stilistischen Eigentümlich¬ 
keiten hervorgehoben zu werden, originelle Wendungen, sehr kühne Vergleiche, die die Pracht¬ 
liebe und zugleich den Eigenwillen der Herrscherin deutlich spürbar betonen. Ihre Obelisken, 

•—-—;- .yV-; . .v , > '7 

1 Urlc. IV 183. 2 Karte 3 Nr. 24. 3 Urk. IV 43. %■ 4 Lacau, Ann. Serv. 26 S. 131. 5 Daressy, Rec. 

Trav. 32 S. 62ff. Nr. 39. 6 Grab 166. 20. Dyn. Brugscli, Thesaurus S. 1142. 7 LD III 24 d/w = Urk. IV 365. 

Karte 3 Nr. 18. ’lwnj t heißt auch die Pfeilerhalle' des Königs hinter Pylon 5,Urk. IV 92. 8 Urk. IV 374. An : , 

scheinend besteht kein sachlicher Unterschied zwischen iwnj.l und widj.t, Borchardt, Baugeschichte S. 14. 9 Urk. IV 

158. 10 Urk. IV 157. 11 Urk. IV 839. 842. 12 Borchardt, Baugeschichte, Anhang, S. 44 Z. 2. 13 Urk. 

IV 842, Karte 3 Nr. 19. 14 Champollion, Not. d^scr. II130. 15 Davies, Tomb of two officials, Taf. 12. S. 14 

(Tliutmosis IV). IG LD III22. Borchardt, a,a, 0, S, 8. Karte 3 Nr. 15. 17 Urk, IV, 56 vor den Obelisken 

genannt, . ' ' '• ' \ ‘ • , - . 


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Reichstem pel 


clie ß ie in der Pfeilerhalle Thutmosis I. zwischen Pylon 4 und 5 zu seiner Ehrung 1 errichtet, soll 
Inan sehen „vom Ufer das Flusses; ihr Leuchten überflutet die beiden Länder. Die Sonne erstrahlt 
z\yiscl ien ihnen, wie wenn sie im Horizont des Himmels erscheint 2 . Noch die Nachwelt soll sie 
bestaunen; aber man soll sich hüten zu fragen: „Weswegen tat man dies, einen Berg aus Gold - 
Z u bilden? Was soll das bedeuten?“ 3 . - 

Das wichtigste Denkmal, das wir von der Königin besitzen, ist das in einzelnen Blöcken im 
3 Pylon gefundene Heiligtum, dessen Inschriften eine große Zahl von Bauten, darunter die Stations¬ 
heiligtümer des Luxor- und des Talfestes, nennen. Leider sind bisher nur Bruchstücke des auf¬ 
schlußreichen Baues veröffentlicht. Der Bau selbst, der die anderen dort gefundenen Sanktuare 
an Größe bei weitem übertrifft, könnte das Allerheiligste selbst gewesen sein. Wir hätten dann 

in ihm den jj ° ^ ,\großen Sitz“ zu sehen, den Platz, auf dem die Amunbarke im Allerheilig- ' 

sten ruhte. Daß es sich bei dem s. t wr. t tatsächlich um den Barkenplatz im Allerheiligsten handelt, 
zeigen die Darstellungen: Während nämlich bei den einfachen Stationsheiligtümern die Barke 
mit dem Sanktuar, in dem sie ruht,*abgebildet wird und vor dem Sanktuar geopfert wird 4 , fällt 
bei dem £.t lor.t das Sanktuar weg, man opfert direkt vor der Barke 6 , also im Inneren des 

(größeren) Allerheiligsten. Als Granitsanktuar begegnet der s.t wr .t als ^ jjj bezeichnet auf der 
Northamptonstele 6 . Thutmosis III. riß diesen Bau ab und baute ihn neu 7 . Vielleicht ist er identisch 
mit dem Urk. IV 476 genannten h.t ntr:. (ö JU]1^ »Kamare ist göttlich durch Denk¬ 
mäler“, der mit demselben Namen auch als Bau Thutmosis.III. vorkommt 8 und als iwnn „Gottes¬ 
wohnung“ bezeichnet wird 9 . Ursprünglich lag dieses Allerheiligste vielleicht unmittelbar hinter 
Pylon 5. Thutmosis III. hätte es dann wegen Einbau von Pylon 6 und der Annalensäle abgerissen 
und weiter rückwärts verlegt. Späterhin hat Philip]) Arrhidäus den Bau unter Verwendung dei 
Thutmosisblöcke erneuert 10 . << • >./ * * , - - . .. . 

Die vom Hatschepsutbau gefundenen Blöcke sind nun besonders wichtig, weil auf ihnen eine 
ganze Reihe der Tempelbauten der Königin genannt ist. Zunächst ist eine leider nicht vollständig 

veröffentlichte Darstellung einer Prozession der Amunbarke erhalten. Die erste Station 

führte den Namen: (] ^ ^ JJL „ Amun VOn der Treppe vor dem 

Sie hat wohl beim Muttempel gelegen. Neben diesem wird der Name genannt in einer Aufzählung 
von Tempelnamen auf demselben Gebäude 12 . Außerdem ist ja vor dem Muttempel ein Peiipteial- 
tempel der Hatschepsut und Thutmosis III. gefunden worden, auf dessen Grundsteinbeigaben 

. \ Vr • 1 ’S.’ *».».'.) i. 

[j ^ /l „Amun auf seiner Treppe“ genannt wird 13 . Die Bezeichnung pr hn kehrt vielleicht 

* /WWA c -- * ' / y ' t . ) 


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in der Schreibung cru f0 


als Kultort des Amun in Grab 65 wieder 14 . Darauf wird 


1 Urk. IV 358. 2 ebenda 362. 3 ebenda 364/5. 4 Legrain-Naville, L’aile nord ... Annales du Musee 

Guimet 30, 1 Taf. 14. 5 Pillefc, Ann. Serv. 23 Taf. 4. 24 Taf. 3. G Urk. IV 427. 7 ebenda 622. 8 Gauthier, 

Dict. geogr. VI S. 148. 9 Urk. IV 166. 10 Legrain, Bull. Inst. Fran§. 13 S. 13 ff. Urk. II 9. 11 Legrain- 

Naville, L’aile nord ... Ann. Mus. Guimet 30, 1 Taf. 14 A. Urk. IV 379. 12 Gauthier, a. a. O. VI S. 148, Nr. 7. 

13 Ricke, Ann. Serv. 37 S. 71 ff. Karte 2 Nr. 19. 14 LD III 230a, Pr-hn war vielleicht der Name des neuerdings 

freigelegten Tempels „Lepsius 10“, der diesem Sanktuar gegenüber lag, Karte 2 Nr. 23. Ricke. Ann. Serv. 38 S. 357ff. 




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Theben-Ost 


die Barke aus diesem Heiligtum herausgetragen 1 . Der Aufenthalt in der zweiten Station ist nicht 
erhalten oder veröffentlicht. Ihr Name wird aber in der Darstellung des Zuges von der zweiten zur 

dritten Station angegeben: ^ „Kamare ist fest an Denkmälern 

im Hause des Amun“ 2 . Schließlich ist wieder das Opfer vor der Barke in der dritten Station 
namens _jjlj Q ^ ^ ^ „Kamare, die sich mit der Schönheit des Amun vereinigt“ er¬ 

halten. Die andere oben genannte Aufzählung der Bauten, die die Personifikationen der Tempel 
in Prozession auf führt, von demselben Gebäude nennt folgende Namen: 

(o J U J () ^37 (2 „Haus der Kamare, 'geliebt von Amun, dem Herrn vom 

Luxor“. Damit ist'sicher ein Luxortempel gemeint. • .* •, 


„Haus der Kamare (namens): Amun ist heilig auf seiner 


2 - , (o Ju]f]f I »Haus c ^ er Kamare (namens): Amun ist heilig auf seiner 

Treppe“. Dieser Bau ist jedenfalls nicht identisch mit dem oben genannten ähnlichen Namens 
beim Muttempel; er wird vielmehr, wie auch der folgende, in der Nähe des Luxortempels, vielleicht 
als Stationsheiligtum beim Luxorfest, zu suchen sein. 

3 - „Haus der Kamare, die die Schönheit des Amun empfängt“. 

^ ---—- f, # / •- * ' 

V ' ! :- ”~ i -—i— *... i * ' * i 

0 —^J^aaaaaa „Amun von ’lp.t-ihot “, der große Reichstempel. 

5 -1 (o l I »Haus der Kamare (namens): Amun ist der Allerheiligste“ 3 . 

Name des Tempels der 18. Dyn. in Der et Bahn. . ' ’ _. . J \\y .. S 

6. (q JlOM = I „Haus der Kamare (namens): Amun ist es, der (im) Horizont 

erscheint“. Ein Tempel in Der el Balm (s. u. S. 61) ; 

7 ^ I „Haus der Kamare, geliebt von Mut, der Herrin von 


’lsrw“, ein Bau in 


„Haus der Kamare, geliebt von Mut, der Herrin von 


sii ■ ■ l 


a (° f)f) „Haus der Kamare, geliebt von Amun vor dein 

' ■ —---, y »*• i' s ■ - ' ’ ■ 

W hri‘> wohl das oben genannte Heiligtum vor den\ Muttempel (Karte 2, 23). 


v * < 


Der Vater eines Amunpropheten der Spätzeit führt unter anderen thebanischen Priester titeln den Titel ».Prophet des 

Amun im pr-hn“ | ^ jj z=z C J =D (H (| () ^ jj. Statue BM o. Nr. nach WB-Zettel Brit. Mus. Nr. 412ff.. 

1 Pillet, Ann. Serv. 24 Taf. 3. 2 Gauthier, a. a. 0. VI S. 147/8. 3 Der Block mit den Namen von Karnalt und' : 

Der el Bahri abgebildet bei Chevrier, Ann. Serv. 27 Taf, 6. - v , ' 


Reiohstempel 


9 LjJ Q l ~~ ) ^ | X-/ I „Haus der Kamare (namens): Amun ist heilig in dem 

Adyton“. Vielleicht ist der Bau zwischen dem vorher genannten Sanktuar und dem Reichstempel 

zu suchen. Sein Name erinnert an das ® |J ^ „heilige Adyton“, den „Lieblingsplatz des 

Amun“, ebenfalls ein Sanktuar der Königin 1 . '' 

Aus derselben Aufzählung stammen wohl auch die Blöcke mit den Namen der Gedächtnistempel 
Thutmosis I., lmm.t c nh t und Thutmosis III., link . t 'nh 2 . Die Erwähnung des letzteren ist beson¬ 
ders auffällig; er muß also noch vor der Alleinregierung des Königs im wesentlichen vollendet ge¬ 
wesen sein. Was wir sonst an Namen von Toren usw. aus der Zeit der Hatschepsut kennen, wird 
wohl meist auf ihre Bauten im zentralen Teil des Reichstempels, um das Allerheiligste herum, zu 

beziehen sein. So die Tore <>«=> [j[| „Groß an Denkmälern (ist Kamare)“ 3 , (j ^ J . (| [| ^ 
„Ansehen des Amun“ 4 , ^ ^ ^ (] ^ jj jjj © „Hoch an Ruhm in ’lp.t- 

liiot“ 5 , ferner ein sbh.t 6 )10 ^ ® „Kamare*ist es, die die Lüge ent- 


liiot“ 5 , ferner ein sbh. t 6 (j3 [_J J jl jj ? jj ? _ „Kamare* ist es, die die Lüge ent¬ 
fernt“, ein goldenes Libationsgefäß ^0 „Kamare ist es, 

die das Herz des Imenrenef kühlt“ 7 und zwei Obelisken oder Flaggenmasten ^ { jjj JJ p [1 ^ ^ 

„Kamare ist es, die die beiden Länder führt“ 8 , sowie eine Statue (Uot) 9 . 

In den Inschriften dieser Zeit taucht zum erstenmal der Palast in Karnak auf, die eigent¬ 
liche Regierungsstätte, in dem auch, wie spätere Texte sagen, die Könige geboren und aufgezogen 
sein sollen. Dieser Palast lag am Nilufer nahe beim heutigen Karnaktempel, mit der Front zum 

Fluß. Es. heißt in einer Inschrift auf den Blöcken einer Kapelle der Hatschepsut 10 : Amun .landet 

1 : 

von Luxor kommend auf dem Nil fahrend „am westlichen Außentor des Palastes der Halle Nn- 
wB.j-rf, der am Ufer des Stromes ist“ 

T /wwv ' f* 1 ~~ T Var.: a^aaa ’ JU ‘ (| „Ich werde mich nicht von 

ihm entfernen“. Dort empfängt ihn die Königin zum Gang in den Tempel von Karnak / J | 

0 ) . Hatschepsut erscheint als Königin im' „Heiligtum ihres Palastes“ 11 und faßt dort ihre Ent- 

Schlüsse 12 . Amenophis II. führte den Beinamen: „Heiliges Ebenbild des Herrn der Götter, der das 
Königtum des Re [empfängt ?] imPalast von ’Ip. t-Mwt “ 13 . Späterhin nennt sich der König „Sohn das 
Amun, geboren von der Wr.t-hkSw imPalast von ’ljp.t-iäwt“ 14 oder er soll dort von Mut geboren 15 
und der Wr.t-likBio aufgezogen sein 16 , die hier als verschiedene Göttinnen erscheinen. Mut wird 


1 Urk. IV 167. 2 Gauthier,' a.a. 0. S. 146. 148. 3 Urk. IV 852. Porter-Moss II S. 26, Nr. 99. ' 4 Urk. 

IV, 426. 5 ebenda 424. 6 ebenda438. sbh.t ist vielleicht eine Art Schranke, s. u. S. 29. 7 ebenda 438. 

8 ebenda. 9 ebenda 378. \ 10 Ich verdanke die Kenntnis dieser Inschrift einer brieflichen Mitteilung 

von Prof. Kees. -11 ebenda 349. , 12 ebenda 364. vgl. Legrain, Catal. gen. 42220f., Z. 5, wo die Ein¬ 

setzung eines Mannes als Amunprophet durch den König im Palast von ’lp.t-iswt geschieht. 22. Dyn. 13 Lefebvre, 
Ann. Serv. 24 S. 143. 14 Sethe 3, 62, Herihor. 15 Ramses III's temple. Orient. Inst. Publ. 35, Taf. 110. 88. 

16 ebenda 110. ■ : y ^ - *■ .. r / 

UAe XVI: Otto '• ' • .*' < " 1 • , v i 4 









26 


Theben-Ost 


auch als Ernährerin des Königs genannt 1 . Deshalb führen sowohl Mut 2 wie die Wr.t-hkfro 3 den 
Titel ° „Herrin des Palastes“ oder? öS- 0 Herrscherin des Palastes“ 4 . Ganz 

wie in Heliopolis befindet sich auch in Mp • t-iswt der heilige ’Isd-Banm, auf dessen Blätter die 
Annalen und Jubiläen der Könige geschrieben werden 5 . 

Unter Thutmosis III. werden im Inneren des Reichstempels große bauliche Veränderungen vor¬ 
genommen. Von dem Neubau des Granitsanktuars war schon oben die Rede. Dies geschah wohl im 
Zusammenhang mit dem Einbau der Annalensäle, dem auch die Pfeilerhalle Thutmosis I. hinter 
Pylon 5 zum Opfer fiel. An ihre Stelle baute der König den 6. Pylon, dessen Tor den Namen 

„Thutmosis III. geliebt von (1 ( “~ ) Jj) - M Anilin groß an Ansehen“ führte 6 . In dem 

- f f ^ 1 /WA/WA i i t □ ^ 

dahinter gelegenen Hof öffnen sich nach Norden und Süden zwei Türen zu den Säulenhallen, 
die erstere namens: f© D öl555 ® [1 „ Mn-hpr-B' bleibt in der Gunst vor Amun“ 7 , 

V V*vyl AA/VW. A A A * VMM 

die zweite: 0 l ~~ 1 \ „Amun ist herrlich an Ruhm“ 8 . An der Nordwand der nördlichen 


ite: ( 


Hallen befindet sich eine Anzahl von Räumen, deren zweiter als „Schatzhaus“ für Salben 


fr- 


»J diente 9 . Unter den entsprechenden Räumen in der südlichen Halle 


bewahrte eine ein Kultbild des vergöttlichten Amenophis I. auf. Auf beiden Türpfosten 
dieses Raumes wird (o U] ^ 0 “ ? $ ? i = I) “ T ■• Amen0 P llis I - 

das Abbild im Haus des Amun“ genannt 10 . Die Inschriften, in der Dicke der Türlaibung angebracht, 
sind offensichtlich später eingemeisselt 11 . Eine gleichnamige Statue des Königs (Abbild des Amun) 
treffen wir im westlichen Theben wieder (s. u. S. 58). Vielleicht wurde in dieser Kapelle das Bild 
auf bewahrt, das zu einer Prozession (beim Talfest?) nach der Gräberstadt getragen wurde. In der 
großen Bauinschrift des Montemhet 12 wird unter den zahlreichen wiederhergestellten Statuen 

auoh —( e ^U] /C==> genannt; damit kann, wohl dasselbe Bild des Königs 

gemeint sein. Doch ist das Wort ibib hier offensichtlich in seiner engeren Bedeutung „Statue“ ge¬ 
braucht 13 . — An der Ostwand der südlichen Halle befindet sieh eine große Scheintür namens: 

(O tiaah J ^ L | _J (| „Denkmal des Mnh-pr-R , der ... ist im Hause des Amun“ 14 . 
In diesem Baukomplex des Königs sind noch die Namen von zwei weiteren Toren bekannt. Das 
Tor an der Süd westecke des Sanktuars hieß (j 1=1 ^ „Amun von der Mut geboren“ 15 

und das nördlich vom Sanktuar in die Annalensäle Zugang gebende: 0 l ~~ 1 Jj) „Amun 

ist groß an Maeht“ 16 .-■ ‘ < .. - , .. . 

’* t 1 - - a i 

Durch den Bau des 6. Pylon wurde, wie gesagt, der Pfeilersaal Thutmosis I. zerstört. In der da- 

dureh zwischen Pylon 5 und 6 entstandenen breiten Halle wurde durch Einbauten ein schmaler 

__ - ' 

*ä>- ' ' V * ' - » - *' 

1 LD Text III 53. 2 Medinet Habu Zettel 754. 3 Medinet Habu Zettel 644. Sethe 3, 113. 4 Sethe 4, 26. 

5 Legrain, Rec. Trav. 22 S. 132. 22. Dyn. 6 Urk. IV 849. Karte 3, Nr. 11. 7 ebenda 850. Karte 3 Nr. 8 . 

8 ebenda 850. Karte 3 Nr. 9. 9 ebenda 853. Karte 3 Nr. 10. 10 LD III 4 a. Borchardt, Baugeschichte S. 22. 

11 Freundliche Mitteilung von Mr. Allen. 12 Wreszinski, OLZ 1910 Taf. 2/4. Z. 20. 13 so auch Pap. 

Harris I 9, 4. 11, 1 u. ö. vgl. Legrain, Rec. Trav. 27 S. 180ff. 14 Urk. IV 852. Das Zeichen nach dem Königsnamen 
ist unsicher; wie mir Herr Dr. Schott mitteilte, der die Inschrift kollationiert hat, ist es nicht 'pr. Karte 3 Nr. 5. 
15 Mariette, Karnak Taf. 38 a 9. Karte 3 Nr. 7. 16 Urk. IV 626. Karte 3 Nr. 4. 


Reichste mpd 


27 


Durchgang namens ^ J fj | „Mn-hpr-B' ist groß an Beliebtheit im 

Hause des Amun“ geschaffen 1 . Die Durchgänge zwischen diesen Einbauten und Pylon 6 in die 
beiden Flügel der breiten Halle hießen nach Norden J f| '~~ i 11 f Q ” ^ n ~l b V r '^\ 

empfängt die Gunst des Amun“, nach Süden ^ O fl $j\ ^ 

„Mn-fypr-R-ni-hSt, Amun liebt es, wenn er kommt“ 2 . Die Pfeilerhalle Thutmosis I. zwischen 
Pylon 4 und 5 hat der König in eine zweireihige Säulenhalle umgewandelt 3 und die darin stehenden 
Obelisken der Hatschepsut durch Ummauerung den Blicken von innen entzogen. Der so entstan¬ 
dene schmale Durchgang erhielt denselben Namen wie Pylon 4, „Amun ist mächtig an Ansehen“ 
(Mmn Shm §fj . /) 4 , sollte also als zugehörig zu dem Pylon gelten. Der Durchgang zwischen dem 

Obeliskenumbau und Pylon 5 nach dem nördlichen Flügel der Säulenhalle hieß: ^ 

■ Jj [j|| „ Mn-hpr-B' ist groß an Opfer“ 5 . Im Süden des Tempels baute der König an der 

Prozessionsstraße zum Muttempel den’ 7. Pylon mit dem Tor namens: (| ( ~ UJ ' ® Q n ^> | , , 

„Amonre ist groß an Glanz“ 6 ; vielleicht mußte diesem Bau der mn-vmw genannte Schrein Arnen- 
opliis I. weichen und Thutmosis III. ersetzte ihn durch sein gleichnamiges Gebäude hinter Pylon 7 7 . 
Nicht sicher lokalisieren lassen sich noch zwei Tore des Königs und mehrere Statuen. Über das 

Tor J ^ Jj V ‘^ J |[j '~~ i ' | ’J „Mn-hpr-B ', seine Schönheit hat das Amunhaus 

festlich gemacht“ 8 ist garnichts weiter bekannt. Ein anderes Tor, (j l “~ 1 || 1 

„Amun, groß an Kraft, geehrt von den Untertanen“ °, ist vielleicht identisch mit dem Tor 

Ode $$ sfl „Der von den Untertanen Geehrte“ 10 , wo die „Große knb. t“ in der Verhandlung 

Oii iii 

gegen die Grabräuber tagt; es lag dann „nördlich vom Hof des Amuntempels“. An Statuen des 
Königs, twt genannt, kennen wir eine namens „ Mn-hpr-B' jj der seine Stätte findet.. n , 

eine andere: i 111 ^ 2 _ a £ ^ /WYAAA A fl 2 j) Hl® „Mn-hpr-B', der dem Amun frische 

Pflanzen spendet in *Ip . t-iswt“ 12 , eine dritte wird in einer InschriftThutmosisIV. genannt 13 , schlie߬ 
lich eine mit Namen: ^11 ^ I. ° c ^ er die Bitten erhört“, die in Grab 7 5 

abgebildet ist 14 . Der Name, der sich auch für einen Bau RamsesII. (s. u. S. 34) und eine Statue 
des Gottes Amun in Theben-West (s. u. S. 77) findet, ist für die Bedeutung der Statuen aufschlu߬ 
reich. Sie besitzen demnach göttliche Kraft und können die Bitten der Gläubigen erhören. Aus 
demselben Gedankengang heraus bedeuten auch die Statuen von hohen Beamten, die im Tempel 

1 ebenda 845. Karte 3 Nr. 14. ' 2 ebenda 849. Karte 3 Nr. 12, 13. 3 ebenda 839ff. 4 Borchardt, Bau- 

gcschichte S. 10. Karte 3 Nr. 16. 5 Urk. IV 844. Karte 3 Nr. 17. 6 ebenda 851. Karte 3 Nr. 23. 7 Karte 3 

Nr. 24. s. o. S. 21. 8 ebenda 618. Wohl so zu ergänzen. 9 ebenda 169. 10 Pap. Abbott 7, 1/2. 11 Legrain, 

Ann. Serv. 7 S. 184. 12 Urk. IV 885. 13 Mariette, Karnak Taf. 33. Eine andere Statue in Grab 75 abgebildet. 

Davies, Tomb of two officials Taf. 12. . 14 Urk. IV 1212. Der Eigenname ist zerstört. Davies, a.a. 0. S. 13 ergänzt: 

,,Amun, der. .Doch ist das wenig wahrscheinlich, da es sich um eine Königsstatue handelt. Man kann nur zwischen 
Thutmosis III. und IV. schwanken. , \ X ' ; 


K - ' V 


,Y 






28 •••' > Theben-Ost • . ' 

aufgestellt werden, mehr als Ehrungen oder Denkmäler. Auch ihnen wohnt überirdische Kraft 
inne und gemäß des hohen Ranges des lebenden Menschen haben sie jetzt die Aufgabe, die Bitten 
der Menschen vor dem Gott zu wiederholen. So sagt der berühmte Amenophis, Sohn des Hapu, 
auf seiner Statue in Karnak: „Kommt zu mir; ich berichte eure Bitten. Ich bin der Herold (• lohvi ) 
dieses Gottes. Amenophis III. hat mich eingesetzt, um die Rede der beiden Länder zu melden“ J . 
Ähnlich spricht der Rekrutenschreiber Men: „Ich lasse eine Bitten emporsteigen“ 2 . 

Schließlich ist als wichtiger Bankomplex Thutmosis III. der anläßlich seines Regierungsjubi¬ 
läums gebaute Festtempel im Ostteil des Reichstempels zu erwähnen, mit vollständigem Namen 

cq |-1 waw r\ .inuu. i sn fTl i l mll ‘i v 

I I o U ( O M 1 „Tempel des Annui (namens): }) Mn-lypr-R' ist 

I I_□ ^ 1 V- ööö , 

trefflich an Denkmälern“ 3 , abgekürzt meist crzi genannt. Mehrfach führt er auch 

die architektonische Bezeichnung „Mittelsaal“ H [][] , 1111 ^ 4 ^|1 4 

oder WuW (| | die sich wörtlich genommen wohl nur auf den Säulensaal bezieht. 

Wie zwei verschiedene Namen kommen die beiden Bezeichnungen im Titel eines Priesters vor: 
„Web-Priester, der Eintritt hat in die hrj.t-ib des Amun und der Eintritt hat in 3h-mnw, in der 
ersten Pliyle“ 7 . Doch ist das ganze wohl als ein Titel aufzufassen und die beiden Bezeichnungen 


stehen pleonastisch für denselben Tempel. Öfters wird der Bau als 


„Palast“ das Amun 


Hl 


jjr, V 

■Al ^ ^ , 


bezeichnet, z.B. in der Weiheinsckrift des Pflanzensaales 8 und auf'zwei Opfertafeln, die der König 
, in den Tempel stiftete®. Obwohl der Bau den Eigennamen 3h-mnw führte, gehörte er zu dem als 
’IpMäwt bezeichneten Gebiet. Auf den msprüngHch anscheinend hier befindlichen Statuen des 
Tutanchamun heißen Amun und Amaunet „in (hrj ib ) 3h-mnw in (m) ’l'pd-ifaut“ 10 und von dem 
in diesen Tempel eintretenden König heißt es: „Sich niederlassen in (m) 3 lp.t-Uwt im (m) Tempel 
Thutmosis III. i/i-wm«;“ 11 . Eine besondere Rolle spielte der Tempel in der Spätzeit anscheinend 

bei der Priestereinführung 12 . Dabei wird ein sonst unbekannter Ort genannt, der als „heiliger 

Palast der mächtigen Seele (?), Wohnung des Widders (oder der Seele? b3 )'der den Himmel durch¬ 
fährt“ beschrieben wird 13 . Schließlich ist zum Festtempel noch zu erwähnen, daß über den Kam¬ 
mern am südlichen Korridor, deren erste dem Kult der verstorbenen Könige geweiht war, sich der 

Name: ^ ^ 111 j~ j" j" „Großer Palast von Millionen von Jahren“ befindet 14 . 

Wie sich eindeutig auch bei den Gedäehtnisteinpeln auf' dem Westufer zeigt, eignet der Name 
„Haus von Millionen von Jahren“ speziell den dem Gedächtnis einzelner oder mehrerer Könige 
geweihten Tempeln, die aber anscheinend mit dem am Grab vollzogenen Totenkult nichts zu tun 
haben 15 , ln Karnak begegnet der terminus „Haus von Millionen von Jahren“ noch einmal für das 

1 Legrain, Ann. Serv. 14 S. 18 ff, 2 Benson-Gourlay, Temple of Mut. S. 331f. cf. Helck, Militärführer (Unter¬ 

suchungen 14) S. 12f. vgl. E. Otto, Orientalia 17 (1948) S. 448 ff. 3 Mariette, Karnak Taf. 32 c. Karte 3 Nr. 2. Urk. 
IV 745, 14. 855ff. 776, 15. 865, 15. 4 LD Text III 31. 5 Champollion, Not. döscr. II 160. 6 LD Text III 256. 

7 Legrain, Catal. gen. 42189. Legrain. Bull. Inst. Fran$. 13 S. 41. 8 Urk. IV 776. 9 Ahm. Kamal, Catal. 

gen. 23085. 23089. 10 Legrain, Mus<5e ögypt. II S. 5ff. 11 LD IV 4a = Text III 32, Alexander I.- 12 Inschrift 

der 22. Dyn. im Festtempel. Daressy, Ree. Trav. 35 S. 130/1. vgl. Legrain. Cat. g<5n. 42189c. 43 vgl. Legrain, Rull. 

Inst. Fran§. 13 S. 23. 14 Urk. IV 607. Karte 3 Nr. 2 a. 15 Vgl. Schaedel, Listen des großen Pap. Harris S. 22/3 

eine Anzahl Gedächtnistempel mit diesem Namen, die z.T. an ganz anderen Orten lagen, als das Grab des Königs, dem 
sie geweiht waren. , V« - , '* , • - ' ■•«>,« • ■ } * v 




Reichstempel , 29 

Dreikapellenheiligtum Sethos II. im Vorhof des Reichstempels (Karte 3 Nr. 22). Es muß also 
irgendwie mit dem Kult des verstorbenen Königs Zusammenhängen. 

Die Bautätigkeit der Nachfolger Thutmosis III. in Karnak, Amenophis II. und Thutmosis IV., 
kann nicht groß gewesen sein. Erstem- vollendete den Uinbau des Säulensaales Thutmosis I. 
zwischen Pylon 4 und 5 1 . Weiterhin sind von ihm Reste‘eines Alabasterschreines aus den Funda¬ 
menten des 3. Pylon zutage gekommen 2 . Ein sonst unbekannter Bau von ihm wird auf einer 

„Tempel des 'S-hpnv-R' in Theben“, ebenso 

. 

auf der Stele eines Web-Priesters 4 . Es muß sich um einen Bau auf dem Ostufer handeln, da das 
thebanische Westufer m. W. niemals einfach als W3ä.t t sondern stets als „Westen von TViLf“ 
bezeichnet wird (s. o. S. 11). Vielleicht handelt es sich um den zerstörten Tempel zwischen Pylon 9 
und 10 5 . Auch Thutmosis IV. hat einen Alabasterschrein begonnen, aber nicht vollendet, der eben¬ 
falls in Pylon 3 verbaut wurde 6 . Weiterhin kennen wir von ihm den Namen einer Statue (twt): 

3 £ ./] ' * 1 ,, Mn-Jiprw-R * ist es, der die 9 Bogenvölker abwehrt“ 7 . 

Grundlegend hat sich dann das Aussehen des Reichstempels durch den Bau des dritten Pylon 
durch Amenophis III. geändert. Auf dem bis dahin freien Platz mögen die Heiligtümer Sesostris I., 
Amenophis I. und II. und Thutmosis IV. gestanden haben, die vom Muttempel kommende Pro¬ 
zessionsstraße bei ihrer Einmündung in den Reichstempel umsäumend. Die c er offene Platz ist an- 
scheinend als wsh.t hbj.t „Festhof“ bezeichnet worden. Außer den Sanktuaren werden hier auch 
Tempelstatuen von Königen und Privatleuten gestanden haben. Ans Medamud kennen wir ein 
inschriftliches Zeugnis für eine solche Aufstellung (s. u. S. 83). Auch Opferständer und andere 
kostbare Geräte werden liier aufgestellt 8 und das Vermessen der 'ntjw aus Punt findet unter Hat- 
schepsut hier statt 9 . Amenophis III. nun machte dieses Gelände frei, riß die Sanktuare ab (das 
Sanktuar Amenophis I. war wahrscheinlich schon beim Bau der 7. Pylon verschwunden, s. o. S. 21) 
und benutzte ihre Bauteile zur Füllung seines Pylon, der nun den Tempel nach Westen monumental 
abschloß. Über ihn berichtet die Stele des Königs, die im Gedächtnistempel des Menephtha in Theben - 
West gefunden ist 10 . Der Name wird zwar nicht genannt, doch ist der Text von Wichtigkeit, da er die 
einzelnen Bauglieder benennt. Das ganze Bauwerk heißt „das sehr große Tor“ {&b3 'i wi ) und liegt 
„vor (hft hr) Amonre, dem Herrn der Throne der beiden Länder“. Mit den ib]i . t, die vor ihm 
(hft hr.f) gelegen sein sollen, kann nur der kioskartige Vorbau gemeint sein, zu dessen Seiten je 
eine Stele aufgestellt gewesen ist. Außerdem wird noch der Turm des Pylon ( bhn.t ) und die Flaggen¬ 
masten ( in.tot ) genannt. Auf einem Block, der in späteren Umbauten des Tempels Amenophis II. 

zwischen Pylon 9 und 10 verbaut worden ist, wird der Name eines anderen Gebäudes des Königs, 

-' • - - •*' v-i- : - 1 - v 'V . 

eines Speicherbaus, genannt: ” s P eichei - des m - 

ni3' .t-R' tjt-R' (namens) : Amun ist reich an Speisen“ 11 . _ - , 


1 Texte bei Borcliardt, Baugeschichte S. 42 ff. 2 Pillefc, Ann. Serv. 24 S. 57 ff. Taf. 1. 3 Borchardt, Cat. gön. 645. 

4 Berlin 19777, Bert Inschr. II S. 393. 6 Karte 2 Nr. 15. 6 Pillet, a.a. O. S. 59/60, Taf. 2. 7 Mariette, Karnak 

' Taf. 33. 8 Urk. IV 429. 437. 9 ebenda 340. 10 Z. 21/23. Petrie, Six Theban temples Taf. 11/12. Spiegelberg, 

Rec. Trav. 22 S. 40fb’ 11 LD Text III 51. . ..... v V. 










30 


Theben-Ost 


Auch Amenophis IV. hat vor seiner Übersiedlung nach Amarna in Karnak, wenn auch an¬ 
scheinend nicht am Reichstempel selbst, gebaut. Seine Bauten lagen außerhalb der großen 
Umwallung J , doch wurde auch dieses Gebiet noch als ’lp . t-iswt bezeichnet, wenn die Inschrift einer 
Stele des Königs in Silsile auf diese Arbeiten zu beziehen ist: . Sandstein brechen, um den 

großen bnbn- Stein zu bauen für Re-Harachtein seinem Namen Schu, der Aton ist, in ’Ip .t-läivt“ 2 . 

Der Name des Tempels lautete |j ^ also wie der der Stadt, die der König in Nubien 

bei Kawa gründete 3 . Aton ist Jirj ib des Tempels 4 oder hjr ib h . t-bnbn in Gm-p3-’ Itn 5 . Anscheinend 
handelte es sich dabei um eine ausgedehnte und reich dotierte Stiftung. Meist treten zum Namen des 

Tempels noch die Worte /- (j ^ „in der Atoii-Domäne“ 6 ; das klingt nach Rivalität gegen die 

sonst üblichen Worte: „in der Amuiidomäne“. ' . " . * 

Aus der Rainessidenzeit sind besonders noeh zwei Bankomplexe zu nennen: die hypostyle 
Halle und der Tempel Ramses III. Die erstere von Sethos I. und Ramses II. erbaut, führte 

den Namen: Q ^ ^ ^ (Sethos)) L ^ [] „Der Tempel (namens:) Trefflich ist Sethos 


im Haus des Amun“ 7 , denselben wie der Gedächtnistempel des Königs in Gurna (s. u. S. 55). 
Von der Lage des Baues war schon oben (S. 20) die Rede. Sein südliches Tor hieß: 

, .Ramses -Meiamun ^ “ k T I Zi “ an Denkmälern im Haus des 

•i_ ? ^ 

Amun“ 8 , sein nördliches: „ Ramses-Mei amun ^ | trefflich im Haus des 

Ämun“ 0 . Der Pylon 2, der die Halle nach Westen abschließt, ist mit seinen 8 Flaggenmasten in 
Grab 16 abgebildet 10 . , v 

Der Tempel Ramses III. im Vorhof des Reichstempels gelegen (r hft hr n ’Ip.tMiot) 11 , wird in 
1 den Dedikationsinschriften nicht namentlich genannt. Auch der Pap. Harris I 5, 4f. spricht nur 
von dem „Tempel des Ramses in der Amundomäne“, der vorn im Vorhof des Amun (hft hr n wb3) 
liegen soll 12 . Doch scheint es sein Name zu sein, der im Namen des großen Pylon vor dem Tempel 


vor kommt: ^ Q) fj) $ } ffl] «« ^ j 


„Das Haus (namens): Ramses, Herrscher 


von Heliopolis, der eine Stätte im Haus des Amun findet“ 13 , zumal sich die Worte gm &,tm pr *Imn 
recht häufig in den Inschriften dieses Tempels als Epitheta des Königs finden 14 . Außerdem ist der 

Name eines Tempels des Königs aus dem Festkalender von Medinet Habn bekannt: L ‘| —1 Qjjjj*j J1 
^ I J| 1 »»Das Haus (namens): Ramses, Herrscher von Heliopolis, der Theben festlich 

gestaltet“ 15 , den man des Namens wegen wohl in Theben wird suchen müssen. Der Beiname des 

Königs 6hb W3ä . t kommt ebenfalls bisweilen in den Inschriften des Karnaktempels vor 16 . Vielleicht 

_ ^ _ , « . ' ‘ . ' / 

1 Chevrier, Ann. Serv. 20 S. 121 ff., 27 S. 143 ff. Karte 2 Nr. 5. 2 LD III 110 i, vgl. Legrain, Ann. Serv. 3 S. 262 ff. 

3 ICirwan, JEA 22 S. 199f, I Breasted, ÄZ 40 S. 107. Grab 55. 5 Fakhry, Ann. Serv. 35 S. 42 ff. Nr. 1. 6 Breasted, 

a.a. O. Fakhry, a.a. 0. Nr. 2, 6, 7. 7 Sethe 19, 7. 19, 64. Varr. auch mit dem Namen Ramses. 8 Champollion, Not. 

descr. II 121. Karte 3 Nr. 21. 9 Abschrift von Dr. Schott, Karte 3 Nr. 20. 10 Wreszinski, Atlas I Taf. 113. 114. 

11 Ramses IIPs teinple. Or. Inst. Pübl. 25, Taf. 76. 12 Schaedel, a. a. 0. S. 23f. 13 Ramses IIFs temple, Taf. 8. 

14 ebenda Taf. 16,5.42 D.45 A, G.51C. 15 Medinet Habu III, Or. Inst. Publ. 23, Taf. 140 S. 119. ebenda Z. 120 wird ein 

" V r • f* X 

Tempel ^ £j '■ w ~' P ^ _jj ^ ^ genannt. Ob er mit dem vorigen identisch ist, scheint wegen des anderen 

Königsnamens zweifelhaft. 16 Ramses III's temple, Or. Inst. Publ. 25, Taf. 16, 10. 42 D. 


Reichstemptd, Chonstempcl 


31 


ist er auf den Tempel des Königs beim Muttempel zu beziehen, wo aber wegen des trümmefhaften 
Zustandes kein Name erhalten ist (s. u. S. 40). ' . 

Vor Besprechung der einzelnen Tempel, die den großen Amuntempel umgeben, sei noch die Um¬ 
wallung des Bezirkes erwähnt, über die wir eine leider recht zerstörte Stele des Hohenpriesters 
Mn-hpv-R' (21. Dyn.) besitzen 1 . In seinem 48. Jahr wurde der Bau einer „sehr großen Mauer“ 
($btj '3 wr) nördlich von ’lp.t-Uwt begonnen, die an dem „südlichen (13dB des Amun“ begann und 
am „nördlichen Schatzhaus“ endete, topographische Bezeichnungen, deren Bedeutung uns leider 
unbekannt ist. ' , > ' - '. ' . 

Der thebanische Lokalgott Chons, der zum Sohn des Amun geworden ist, besitzt südwestlich 
vom großen Anmntempel in der Südwestecke des umwallten Bezirkes seine Kultstätte (Karte 2 
Nr. 16). Über die Lage eines Tempels des MR, dessen Vorhandensein der Titel „Tempelschreiber 
des Chons“ eines Mannes namens Neferhotep beweist 2 , ist nichts bekannt. Der hier verehrte Gott 

führte den vollen Namen „Chons-in-Theben-A T /r-/<ip“, oft mit dem Zusatz „Horus, 

Herr der Freude“ 3 . Die Bezeichnung „Chons-in-Theben“ ist bereits im MR belegt 4 , während der 
zweite Name „ Nfr-htp “ erst im NR aufzutauchen seheint. Es wäre möglich, daß hinter ihm ein 
vergöttlichter Mensch steckt (wie hinter dem Tliot-£T»i in Qasr el Aguz), da Nfr-Jitp bekanntlich 
ein Personenname ist, der in der 13. Dyn. besonders häufig auftritt. 

Der älteste bekannte Name des Tempels lautete vermutlich ^ cz^J vollständiger yj Q 

„Amuu erhebt die Diademe“ 6 . Über den von Thutmosis III. errichteten Bau berichtet Mn-hpr-R '- 
snb : „Ich sali, wie mein Herr errichtete (s'h') . . . das Gebäude des Mn-hpr-R ': (| ^ . . . 

aus einem Stein auf jeder Seite“, also eine Zella der Form l \ 6 . Mn-hpr-R'-6nb selbst führt den 
Titel „Leiter der Arbeiten in ’lmn wts 1/w “ 7 . Es ist merkwürdig, daß nur Amun als Empfänger und 
Herr des Baues genannt wird 8 . Vielleicht darf als Parallele herangezogen werden, daß auch Pinod- 

■V i . . 

jem den großen Pylon des Tempels dem Amonre, Herrn der Throne der beiden Länder, weiht 0 ; 
allerdings nennt er in einer anderen Inschrift daselbst auch Chons als Empfänger 10 . Eindeutig mit 
dem Chonstempel in Verbindung gebracht begegnet der Name wts 1/w seit der 20./21. Dyn. in den 
Widmungsinschriften Ramses IX.: „Er machte es als sein Denkmal für seinen Vater Chons-in- 
Theben-A T /r-/dp, indem er ihm wts-tiw von neuem machte“ 11 und dieselben Worte gebrauchtauch 
Herihor 12 ; beide Inschriften befinden sich im Hypostyl des Tempels. In der 22. Dyn. führt Chons 

öfters den Namen „Chons von wts-l/w ^ ® pj^ 13 . Merkwürdigerweise unterscheidet Montem- 

het in seiner großen Inschrift in Karnak 14 zwei Formen des Gottes, wenn er sagt: „loh erneuerte die 
Barke des Chons-in-Tlieben-A 7 /r-/dp und des Chons von wts-l/w , der beiden Götter f~ ® 1 

c * - % \ WAAM 1 

J ^ \ fl 113 aus D°hl llsw ” Ha Chons als Mondgott seit dem NR dem Thot 

1 Legrain, Egypt. Exploration Soeiety, Archaeologieal Report 1906/7. S. 21/22. 

2 Stele aus Karnak, Legrain, Ree. Trav. 23 S. 60/61. 3 LD Text III 60 und sehr oft. 

4 Lange-Schäfer, Cat. gön. 20240. vgl. Sethe, Amun § 49. 5 Urk. IV 927. 928. 6 ebenda 932. ,-a 

7 ebenda 927. 928. 932. 8 So auch auf dem Lateranobelisk: „Der König. . . der Amun befriedigt in wts-h'w “, 

Eric. IV 585 und in Luxor: „Amonre in wts-I/w“, Gayet, Louxor Taf. 61, 168. 9 LD Text III 56. 10 LD III 

248 i. 249 c—e. 11 Champollion, Not. descr. II 234. 12 de Rougö, Inscr. 204. 13 Legrain, Cat. gön. 42189 

c 8.42211.- ^ 11 Wreszinski, OLZ 1910, Taf. 2/4, Z. 14. 


v v ^' 


V 











Thebeu-Ösfc 


gleichgesetzt und als Sohn des Amun in den Ürgötterkreis hineingezogen worden war 1 , wird dieser 
Name seines Tempels in Karnak auch auf den Thottempel von Medinet Habu übertragen, für den 
sich die Benennung ,, wts-h'w des Thot“ findet 2 . 

Einfach als Pr Hnho bezeichnet begegnet der Tempel in den Listen der 18. Dyn. (s. o. S. 14f) 
und häufig später 3 . Ähnlich heißt es unter Ramses III. „das Haus deines (des Amun) Sohnes 
Chons-in-Theben“ 4 . , • ' , . 

Ob der Tempelname @ ^ ® crn „Die prächtig wird“ mit dem Chonstempel zu ver¬ 

binden ist, ist nicht sicher. Er begegnet hier in einer Inschrift des Herilior 6 in der Verbindung: 
„Amonre, Herr der Throne der beiden Länder, in (hrj ib) iws-Blß“. Weiterhin erwähnt ’lmj-sbB in 
einer Liste der Amunbilder 6 einen „Amenopliis . . ., dem Seine Majestät dient in iw&-3h§“ und 

ein seiner Liste der Amunformen einen „Amonre von J\ “ 7 . Schließlich begegnet der 

Titel „Prophet des Amenapet von iws-Blß “ 8 . - • / 

y i,| fl «j Q r\ | ' 

Im Tempel findet sich unter Herilior der Name: ] \ ^ ^ ^ l| | „Her Tempel: 

■ i m i*it i rn ri 1 1 t r iri rr r r T TTTnT ni ri m mnm » mm 

Hie Siedlung Theben in der Amundomäne“ 0 und der Amun darin: „Amonre, der sich mit der 
Ewigkeit vereinigt, in (hrj ib) ^ rr=L [J AVWAAA “ 10 . Ob er den Chonstempel oder einen mit ihm 
zusammenhängenden, jetzt unbekannten Baukomplex bezeichnet, ist fraglich. Hie Schreibung 
mit der Umwallung erinnert an die von Hjt-hr-nbs in der 18. Byn. (s.‘ u. S. 49). Sonst begegnet der 
Ausdruck Grg-WBs.t m. W. nur als Bezeichnung der Stadt Theben selbst, bzw. ihrer Göttin. In 
der oben zitierten Inschrift desMontemliet (Zeile 16) wird sie genannt: „Hie einzige Herrin, Gi'g- 
WBö.t, WB§.tnht , die Herrin der Stärke“ und im Titel eines Beamten der 19. Byn.: „Vorsteher des 
kgl. Harims von Memphis und Vorsteher des kgl. Harims von Grg-W3£ .t“ 11 . 


Has große Portal Euergetes 1. 12 führt auf dem westlichen Flügel den Namen: ^ j ^ 

* .? , 1 ...Nr 1 . 

x^ / - [ß] xS=n „[Amun ist] groß an Ansehen, der Herr der Furcht, dessen Macht 


sich des Lügners bemächtigt“ 13 , auf dem östlichen: ' —| o (5 f ^ ^ 

„[Amun ist] gewaltig an Schrecken,, groß anFlamme, der sich des Verleumders (o. ä.) bemächtigt“ 14 . 

Has ganze Tor wird genannt: |] ^ Jj [q! | ^ p q ^ @ ^ UH _ Q „Has herrliche Tor, das Theben 

für die große Sonnenbarke erleuchtet“ 16 . ^ . 

Her Platz, auf dem der Tempel stand, hieß J| Jl ^ 16 , auch (] 17 oder J J 18 oder sin- 

gulär J J 10 genannt.und soll aus dem Nun auf getaucht sein: „Hein (des Chons) Haus, dein 


1 Sethe, Amun § 49. 117 f. 2 Sethe 17, 23. 3 tJhampollion, Not. descr. II 223. 226. LDIII 243a, b. u. ö. 

4 Pap. Harris I 7, 13. 6 Sethe 3, 69. 6 Grab 65 Zettel 619. 7 Vermischung von iws-3hä und Bh-tnnw. 

LD III 236a. s. o. S. 16. 8 Legrain, Bull. Inst. Fran§. 12 S. 112, 9 Sethe 3, 51. Hof. Westseite, 2. Reg/ 

Mitt. Dr. Schott. 10 ebenda. 11 Schiaparelli, Catalogo generale Florenz, I, Nr. 1605. . 12 Bab el 

Amara, Karte 2 Nr. 17. 13 Theb. Temp. Inschr. 109. 14 ebenda 110. 15 ebenda 143 = Mariette, Karnak 

Taf. 47 a. 10 Sethe 3,62. 3,57. 3,82 u. ö. 17 ebenda 3,92. 4,3. 4,24. 18 ebenda 3, 88. LD III 244a/b. 

10 LD III 237 c. v; > - ' \ ' ... ' * * ‘ A '. • 


\ . r, 

l * 4;. • 




s , 


lag das 


Chonstempel, Ipettempel 38 

großer Horizont auf dem Rücken deiner Bnn.t , die aus dem Nun aufgetaucht ist“ 1 , gehört also 
zu den an mehreren Orten bekannten Urhügeln 2 . In den Inschriften wird der Name meist wie ein 
einfacher Tempelname behandelt und auch mit ctzd determiniert 3 . Personifiziert wird er als Frau 
mit einer blumengeschmückten Kapelle auf dem Kopf (wohl das Abbild des Heiligtums) dargestellt, 
die den Namen „Hatlior, in (hrj ib) Bnn.t“* oder „Herrin der Bnn.t“ 6 führt. 

An der westlichen Seite des Chonstempels, cr~z i ® I 6 oder <=> 1) ^ 7 lag das 

<■ ' | I N AMAAA ■ ' 1 A/WW> 

Heiligtum der 5 Lp. t-wr. t. Ha der Name in älterer Zeit (j 8 oder ^ 9 ge- . 

schrieben wird, bisweilen auch später noch so 10 und die Göttin auf dem Kopf das Zeichen 11 oder 
<3 12 trägt, kann es nicht zweifelhaft sein, daß sie eine Personifikation der Kultstätte des Amun, der 

(j 0 (3 (Luxor), sein soll, zumal in der Entstehungslegende ihres Heiligtums deutlich auf Luxor 
Bezug genommen wird. Andererseits scheint sie mit der Nilpferdgöttin Ipjj, die Pyr. 381 als Mutter 
des Königs genannt wird, zusammengebracht worden zu sein. Sie gilt zugleich als Mutter des 
Osiris und als wesenseins mit Nut und heißt deshalb: „Ipet-weret, Nut, die die Götter gebar“ 13 . 

Her Tempel wird meist genannt: l— j (j ^ ,,Haus der großen Ipet“ 14 oder auch (2 ctzd „die 

große Ipet“ 15 . Hie Legende erzählt, daß Nut schwanger nach ’lp.t-räj.t (Luxor) gekommen 
sei und den Amun bat, dort nieder kommen zu dürfen. Sie gebar das @ Jj ^ JJ 

^^71 Jj P Q „geheime Licht vor der großen Ipet unter einem Abi-Baum“ 16 . Nach einer 
Variante kam die „große Ipet“ schwanger zu einem Abs-Baum in ’lp.t-rsj.t (Luxor) und bat den 
Imenrenef, niederkommen zu dürfen. Hann begab sie sich zum „Haus der großen Ipet“ und gebar 

dort Osiris 17 . Also auch hier wird der Zusammenhang mit Luxor betont. Her Tempel heißt aus diesem 

< . ✓ . - 

Grunde „Zeugungshaus“ des Osiris 18 oder „sein ^ J jl ^ Geburtshaus“ 10 . Osiris ist 

König in der „Großen Ipet“ und herrscht in seinem „Geburtshaus“ 20 . Hort soll er aber auch ein¬ 
balsamiert worden sein: JJ-o /- f| J - i 21 ; daher heißt der Tempel auch 

„Aufbahrungshaus“ des Osiris 22 und er selbst x^ 0 „der auf seiner Bahre 

vor seinem Geburtshaus“ 23 ; danach ist er in Medinet Habu bestattet worden 24 . Ebenso heißt es von 
Amun, daß er entstanden sei in der „Großen Ipet / - und im h.t-iott bal¬ 
samiert sei ^ - J| J3 1 -J 25 ' 

1 Theb. Temp. Inschr. 53f. = LD IV 10. 2 Sethe, Amun § 50. 253. 3 Sethe 4, 22. Ramses III. 

4 Champollion, Monuments IV 306, Meneplitha. Sethe 3, 88, Ramses XII. 3, 82, Herilior. LD IV 13e. 14e. 

5 Sethe 3, 57. 6 Karte 2, 18. LD IV 29 b. 7 Sethe 4, 13. 8 Champollion, Not. descr. II 64, Ramses III. 

9 ebenda II 72, Ramses IV. 10 ebenda II 27. 11 ebenda II 64, 72. Roclimonteix, Bibi. 6gyptol. 3 Taf. 4, 19. 


12 LD Text III 68. '* 13 Sethe 5, 76. 44 Theb. Temp. Inschr. 88b. 103b. Sethe 5, 101. Var.: 


nno 




LD IV 36d. 


45 Sethe 6, 12. 6, 23. 5, 97. Var: (2 CI LD IV 29b. Piehl, Inscr. hidr. I 183a. 


16 Sethe 6, 32/3. 17 Legrain, Rec. Trav. 23 S. 68. 18 Sethe 5, 73. 5, 76. Legrain, a. a. 0. S. 163/4. 166/7. 

19 Sethe 5, 73. Theb. Temp. Inschr. 74 h. 20 Theb. Temp. Inschr. 24 b. 103 b. 21 Theb. Temp. Inschr. 72g. 92 h. 
22 ebenda 24e. 23 ebenda 72h. 24 ebenda 72d. 25 Sethe 5, 97. 


UAe XVI; Otto 


V T i *’ ' 


- 









34 


Theben-Ost 


Besondere Namen haben die rechts und links auf den Vorraum sich öffnenden Räume 1 II . Auf 


den Arohitravinschriften über den Türen heißt der südliche: J| ^ „Stätte der Macht“ 

und ist Isis und Horus geweiht 2 , der nördliche: Ip^iÜ ~ ” Stark an Denkmälern“ (wohl 
ein Königsname zu ergänzen), dem Osiris geweiht 3 . 

Nördlich vom Reichstempel liegt der von ThutmosisIII. nach einem älteren Bau 4 gegründete 
,Tempel des Ptah: 1 § ^7M] £ ©Zkl dfl ml ZMF,- 


„Tempel des Ptah, südlich seiner Mauer in Theben, der sich befindet in der Nachbar¬ 


schaft seines Vaters Amonre, des Herrn der Throne der beiden Länder“ 5 oder nur 


„ □ 


rOi „Ptah vom 


$ f »> Tem P el cles Btah, des Herrn von Theben“ genannt e , mit ihm zusammen wurde dort 
Hathor verehrt; er heißt deshalb auch: ^ £) ffl 1 @ »Tempel der Hathor, des Ober¬ 

hauptes von Theben“». Schon in der 18. Dyn. befinden sich deshalb Priesterämter bei beiden 
Gottheiten mehrfach in den Händen derselben Personen: „Web-Priester des Amun, des großen 
Gottes, des Ptah und der Hathor, des Oberhauptes von Theben“ oder „Prophet des Ptah und 
Prophet der Hathor in Theben“». Eine Statue Thutmosis III., die er selbst in den Tempel stiftete, 

führte den Namen: (q ^ ^ Q ^ „Mn-hpr-K ist groß an Opfern“». 

Eine besondere Form des Ptah hieß: „Ptah vom 

heiligen Winkel (?)... der aus dem Horizont hervorgeht“»». Wahrscheinlich handelt es sich um 
ein irgendwo aufgestelltes Bild des Gottes. 

i ' ' “ t > V 

Zwischen der Ostseite des Pesttempels Thutmosis III. und dem späteren Osttor Nektanebos II. 
(Bab el Melacha. Karte 2 Nr. 7) liegt ein kleiner Awuntempel Ramses II. (Karte 2 Nr. 8). Erhalten 

ist der Name eines Tores: (o f jjj § g $ '„Wir-m? .t-K Stp-n-R' ist groß an 

Beliebtheit wie Re“»». Spiegelberg» 2 bezieht auf diesen Bau ein Heiligtum des Königs, von dem 
Bekenclions auf seiner Statue in München>» sagt: „Ich machte ihm (dem König) °] JJ (| $ =» [|j 

b Ö ^ JA I x S§) ‘ -'S? 7 ‘ ‘ ^ l-1 den sh-nir (namens): Rainses-Meia- 

mun, der die Bitten erhört am oberen Tor des Hauses des Anurn“ 14 . Das „obere Tor“ begegnete 

I Porter-Moss II S. 86, Nr. VIII und IX. 2 Rochmonteix, a. a. 0. S. 247 ff. 3 ebenda 268ff. 

4 Urk. IV 879. 765. Karte 2 Nr. 10. 5 Urk. IV 765. 6 Pap. Abbott 5, 22. 7 Tlieb. Temp. lnschr. 189. 

8 Mein. Miss. V S. 589, Grab 139. siehe auch die Liste im Ptahteinpel, Legrain, Ann. Serv. 3 S. 100. 

9 Urk. IV 769. 10 LD III 220f. - Damit hat nichts 7^ | ^ Q ® LD III 258 a Z. 10 zu tun, das auch 

nicht, wie Brugsch, Dict. gdogr. S. 818, annimmt, die Bubastidenhalle bezeichnet. 7’i k'h.t ist zu dieser Zeit ein fester 
Begriff der Verwaltung, der etwa dem griechischen voentspricht, vgl. Kees, ÄZ 72 S. 46ff. 

II Champollion, Not. döscr. II 258. Karte 3 Nr. 1. 12 ÄZ 65 S. 123/4. ' 13 Brugsch, Thesaurus S. 1241. 

14 Sicher nicht, wie Spiegelberg vorschlägt, „Ramses-Meiamun, dessen Bitten erhört werden“. Den gleichen Namen 
führt eine Statue des Königs in Horbet, Röder, ÄZ 71 S. 62, Hildesheim 403, ebenso eine Statue Thutmosis III, s. o. S. 27. 


Karnak: Kleinere Tempel 


35 


oben (S. 20) als Ort, bei dem der Latcranobelisk gestanden hat, im Osten des Amuntempels. 
An (len 1 von Bekeiichons gebauten Tempel sucht Spiegelberg das in Pap. Bologna 1094 1 ange- 

«enc „Große Tor des Bcki“, indem er in 

Beki“ wohl mit Recht eine Kurzform des Namens Bekenchons vermutet. 

Wahrscheinlich zum Reichstempel gehörte ein *“^ ® g Q Q „Haus des Re vom 

Dach des Amunteinpels“, wohl ein auf dem Dach befindliches Heiligtum, wie es sich öfters findet. 
Es begegnet besonders häufig im Titel von Monthpriestern 2 , im Titel eines Tempelschreibers 3 
und bei Rindervorstehern 4 in der Spätzeit. Die früheste mir bekannte Erwähnung stammt aus 
der späten Ramessidenzeit 5 . Nach der Felderliste von Edfu 6 ist eine Stiftung für „das Fest des 
6. Monatstages vor Re vom Dache des Ainnntempels“ in der Feldmark von Hermonthis gelegen. 
Osorkon machte Stiftungen für den „Altar des Re vom Dache des Amunteinpels“ 7 . 

Die Bedeutung, namentlich die wirtschaftliche, des Heiligtums scheint nach Ausweis der ge¬ 
nannten Titel wesentlich größer gewesen zu sein, als die bescheidenen baulichen Reste vermuten 
lassen. Es ist mir nicht unwahrscheinlich, daß wir hier das Zentrum des seit dem NR in Theben 

nachweisbaren Sonnenkultes vor uns haben. Der Titel des Hohenpriesters von Heliopolis, 

begegnet auf thebanischem Boden seit dieser Zeit in zwei verschiedenen Formen: !ü^ ****** ® 

f ^ 8 »Größter der Schauenden des Re in Theben“ und cz ö . „Größter der 

Schauenden in Hermonthis (’lwnw sm')“, wobei die erstere Form die früher zu belegende ist. 
Von vornherein ist anzunehmen, daß beide Formen des Titels ein und dasselbe Amt bezeichnen, 
nicht etwa zwei Ämter in verschiedenen Städten; und man kann sich nur fragen, ob Theben (Kar¬ 
nak) oder Hermonthis gemeint ist. Für letzteres spräche die Tatsache, daß wir die hermontliiti¬ 
schen Kulte in einer eindeutig solarisierten Form kennen (s. u. S. 91 f.) Doch zeigen neuere Un-, 
tersuchungen der betreffenden Titel 10 ganz eindeutig, daß dieses Hohepriesteramt nach Karnak 

Dagegen ist es möglich, daß in dem Namen des Tempels ein Gottesname (Amun) ausgelassen ist, also: „Amun, der die 
Bitten erhört“, zumal der Gott gerade in diesem Tempel öfters diesen Beinamen führt, Ann. Serv. 50, 274. Theb. 
Temp. lnschr. 161 b. 165 b. 

1 = Gardiner, Late egyptian iniscell. S. 10. 2 Gauthier, Cercueils anthrop. I Nr. 41044, 41064 u.ö. 

3 Legrain, Cat. g6n. 42211. 

4 Legrain, Cat. gön. 42215. 42232. Borchardt, Cat. g6n. 884. Statue Berlin 17272, 22. Dyn. = Aeg. lnschr. Berlin 2 
S. 73. Priestertitel der Spätzeit zu diesem Heiligtum bei Spiegelberg, Rec. trav. 35 S. 38; ferner ein Brauer des Tempels 
Pap. Mayer A 12, 25. Lieblein, Dict. des noms 2544 Nr. 151 (21. Dyn.), Sark. aus Derel Bahri. 5 Pap. B. M. 10052,11,1. 

6 Brugsch, Thesaurus S. 539 Z. 16. Eine Var. der Tempelbezeichnung: „Haus des Re-Harachte vom Dach des Amun¬ 
tempels“ findet sich Moret, Sarcophages de l'öpoche bubastide. Cat. g6n. Nr. 41002. 7 LD III 258 a. b. Z. 1 

8 Mit vielen Var.: Bekenchons: Lefebvrei Grands pretres § 22; Paser: Grab 106, Zettel 1273; Neb-wenenef: Grab 157, 
Zettel 1159; Roi: LDIII 237c, Lefebvre, a.a.O. §23; TSj-nfr: LD Text III 240; Ramses-nacht: Lefebvre, a.a.O. §28; 
Amenhotep: ebenda § 30; Hör: Legrain, Cat. g6n. 42227, 23. Dyn. 

9 Turin 3070, spät; Guide to the 3. and 4. egyptian roorns* S. 85, 26. Dyn.; Borchardt, Cat. gen. 884; Kairo WB 59 = 

Journ. d'entrie 36 975, wohl ptol. ' . 

10 Kees, Orientalia 18 (1949) S. 417ff.; also abweichend von seiner älteren Auffassung in ÄZ53,81ff. und Kultur¬ 
geschichte S. 243. > ; , • v r , - ^ 

\ t ‘ 7 , , ' , 5* 

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. ’ ' . . . . ' .... 

/ ‘ - . • < • . 












36 


Theben-Ost 


gehört; denn ihre Träger verbinden es häufig mit klärlieh thebanischen Priestertiteln, wie auch 
7,. B. ein nach Theben gehöriger Hohepriester des Ptah seinen Titel formuliert als fl 

NN 1 . Daraus ergibt sich eine — nicht ungewöhnliche — topo¬ 
graphische Undeutlichkeit der Ortsbezeichnung ’lwnw Sm r , deren Gründe sich vielleicht zeigen 
lassen: Auf dem Boden des thebanischen Gaues war Hermonthis die Stadt, deren Götterkreise 
früher und vollständiger von heliopolitanischen Vorstellungen durchtränkt waren. Die junge 
Hauptstadt konnte daran nicht vorbeisehen, sondern mußte geradezu zur Abrundung ihres eigenen 
Götterbereiches auch den solaren Bereich von Hermonthis auf sich übertragen, so daß sie also 
gleichsam die fast jedem Ortsgöttersystem notwendige Angleichung an die lieliopolitaniscke 
Götterwelt nicht direkt von dort, sondern auf dem Umweg über Hermonthis vollzog, dabei zu¬ 
gleich den vielleicht letzten Eigenwert der älteren Gauhauptstadt sich selbst zumessend. Dabei 

,, - s 

mag es kein Zufall sein, daß diese Übernahme gerade in der Zeit vor Amenophis IV. propagiert 
wurde. Nicht zufällig begegnet der Titel,, Größter der Schauenden in h .t-6r“ bei Auen, dem Schwager 
Amenophis III., der auch den Titel,,Sem-Priester vom oberägyptischen Heliopolis“ führt, also beide 
thebanischen Priesterämter dem „oberägyptischen Heliopolis“ zuschreibt. Von den bevorzugten 
Anspielungen auf den Sonnengott unter diesem König, die sich in seinen Bauten in Theben-West 
finden, wird später (S. 69) zu reden sein. Auch die Angabe aiif dem südlichen Memnonskoloß, daß 
die Statue aus dem unterägyptisehen zum ob er ägyptischen Heliopolis gebracht sei 2 , fällt in den , 
Kreis dieser Betrachtung: Sie belegt erneut die Ungenauigkiet des Ausdrucks ’lwnw Sin' (das Ge¬ 
biet der Bauten Amenophis III. in Theben-West hat damals bestimmt nicht zum liermonthitischen 
Gebiet gehört) und bestätigt zugleich die zeitgeschichtlich bedingte Vorliebe für eine Terminologie, 
die an die berühmten Namen der "alten Sonnenstadt anklingt. Mit der Übernahme des Priester¬ 
titels aus Heliopolis geht die des Tempelnamens ^ „Fürstenhalle“ zusammen. Wir finden ihn 
im thebanischen Gau in folgenden Verbindungen: Der oben genannte Anen ist zugleich „Größter ' 
der Schauenden in der Fürstenhalle“, Sem-Priester von ’lwnw Sm' und zweiter Amunprophet 3 . 
Ferner begegnet ein Priestertitel „hrj-SHB in der Fürstenhalle“ 4 . Der Hohepriester Amenliotep 
nennt sich: „Mit reinen Armen beim Weihrauehspenden dem Amun in der Fürstenhalle“ 5 . Weiter¬ 
hin wird der Name von Ramses III. genannt in der Verbindung: „Ich lasse dein Haus dauern in 
Karnak wie die Fürstenhalle in ’hvnw Sin '“ 6 und im Chon Stempel von Karnak 7 , wo es in der De- 
dikationsinschrift heißt: „Herihor machte es als sein Denkmal dem Chons-in-Theben-Neferliotep- 
Thot in ’lwnw Sin', indem er ihm die Fürstenhalle von neuem baute“. Bei dem letzten Beispiel 
bezieht sich der Ausdruck ’honw Sin' offensichtlich auf den Südteil der Weststadt und den dort 
verehrten Tliot (s. u. S. 75). ' / , ' ‘ , V • v • ; i . 




1 Daressy, Cones fun6r. Nr. 208. vgl. auch Urk. IV 1214, wo sich Amenophis-si-a „Augen des Königs in ’Iwnw-§m ut 

nennt an Stelle des üblichen „in Karnak“. Ferner Urk. IV 530: „Ich wurde nach ^ ^ || ^ gebracht“ u.zw.im 

Amt als Oberschatzmeister, der doch zweifellos sich bei der Zentralregierung in Theben-Stadt befand. 

2 Varille, Ann. Serv. 33, 85 f. 

’ • , . ' , v 

3 Statue in Turin, Maspero, Rec. trav. 3, S. 126. , . . -- . .• v 

4 Sethe 7, 56, Zt. Ramses IX. 5 LD III 237 e.. N s 

6 Sethe 20,43. 7 Sethe 3,63. ^ ^ ; ' • ' ' . v 



Karnak: Kleinere Tempel 


37 


Trotzdem gibt es genug Fälle, in denen man zweifeln kann, ob der Ortsname ’lwmt) Sin' in diesem 
propagandistisch erweiterten Sinn gebraucht ist oder nicht. So wenn es von einem Bauwerk Amen¬ 


ophis IV. heißt: 


=181 


^ Qo 


^ „Sein (des Re) Haus in ’lwnw sin', der erste 


große (seil. Tempel) des Re“ oder (J ~~~ | ^ »der Horizont des Aton in 

’honw Sin“ 1 . Der König hat zwar auch einen Atontempel in Karnak errichtet (s. o.), aber das 
schließt natürlich eine Bautätigkeit in Hermonthis nicht aus. Die Inschriften stammen von einem 
Pyramidion als Obeliskenspitze aus Molqatta, also dem Südende der thebanischen Weststadt. 
Zweifelhaft bleibt es ferner, ob die Nennung von ’lwnw sin' als Krönungsstadt der Könige des NR 
auf Hermonthis oder Karnak zu beziehen ist (s. u. S. 88). , - 

Schließlich ist innerhalb der großen Umwallung noch der Bau des Taharka zwischen dem Reichs¬ 
tempel und dem heiligen See gelegen zu nennen, der als | J] (j (j ( _ 3 _ 7 „Festhof“ bezeichnet 
wird 2 . , - . < ^ - v . • ‘ V 1 ' 

Wohl in Karnak zu suchen ist ein sonst unbekannter Tempel der Königin Tj-'B, der Gemahlin 
Amenophis II. und Mutter Thutmosis IV., der noch unter Ramses V. bestand (Pap. Wilbour 

Recto Text A col. 25, 15, Gardiner, The Pap. Wilbour II S. 132), genannt | — . 1' * ’ ’ 

V,. 

I ST ^ \o. , ■' . *■* . ' - ' > • '■ ~ 

Außerhalb der Umwallung liegt im Osten südlich von den Bauten Amenophis IV. ein kleiner 

Tempel des Chons, der den Beinamen: |l ( ( ( erzz ^ ^ »der Pläne-Macher in Theben 

führt (Karte 2 Nr. 6). Die Reste des Tempels stammen zwar aus der Spätzeit, doch begegnet der Name 
des hier verehrten Gottes anscheinend schon unter Ramses II. in Luxor als [ 

Chons, der Pläne-Macher, Thot, der Richter“ 3 . Montemhet hat sein Kult¬ 
bild neu errichtet zusammen mit dem des ® 1 ~<3 n Chons -wnnh i . Der Gott ist vor allem 

durch die Bentresehstele bekannt, die ihn in einer merkwürdigen Abhängigkeit vom Chons-in- 
Theben-Neferhotep zeigt, gleichsam als dessen Gefolgsmann. Er wird als Gastgott auch in dessen 
Tempel verehrt 5 , wie auch der Chons -wnnh 6 . Sein Name ist griechisch als Xeommyif; in dem 
Personennamen Yleizyzc'Kiaiyjq erhalten 7 . 

Der nördliche Tempelbezirk wird nach Norden durch ein großes Sandsteintor (Bab el Abd, 
Karte 2 Nr. 1) abgeschlossen, das von Ptolemaeus III. Euergetes erbaut und von Ptolemaeus IV. 

Philopator beschriftet worden ist. Sein Name lautete: ,,[Month (?) ist] der große, 

heilige Herr“ 8 . Der dahinter gelegene Tempel des Month (Karte 2 Nr. 2) geht in die 18. Dyn. 

■__J_ ' » , • ' , 

1 Legrain, Rec. Trav. 23 S. 62. • /’ 2 Drioton, Ann. Serv. 29 S. 2. Karte 2 Nr. 13. 

3 v. Bissing, Acta orienfcalia 8 S. 160. Abbott Dockets A 10. Pap. Mayer A 12, 16. 

4 Wreszinski, OLZ 1910 Taf. 2/4 Z. 15. Chons-m-JK?s J, Chons -pB-ir-Shrw nnd Chons-werden nebeneinander 
angerufen Louvre E 13106. Majordomus Achamenru, M. Lichtheim, J. N. E. S. 1948. VII. S. 763 ff. Also in derselben Zeit. 

5 hrj ib bnn.t. Tlieb. Temp. Inschr. 62b. 6 ebenda 67c. 7 Spiegelberg, ÄZ 58 S. 156/7. 

8 Varille, Karnak I, Fouilles de l’inst. frang. XIX, 1943, S. 3. Champollion, Not. ddscr. II'S. 270. vgl. LD 
Text III 2 . , / ' ' ' - - X \‘V ‘ * ; " . ' 






38 


Theben-Ost 


zurück 1 (s. o. S. 14). Wahrscheinlich ist in den Grabräuberakten dieser Tempel mit dem ^Tempel 
des Month“ gemeint 3 , der vom „Tempel des Month, Herrn von Hermonthis“ 3 und dem des 


Herrn von Tod 4 unterschieden wird. In den Inschriften wird er als f ^ „Tempel 

des Month, des Herrn von Theben“ 5 erwähnt. Sein Eigenname war ^ ögjj] 

„Neb-maat-Re, Erbe des Re, erscheint mit der Wahrheit“ 6 ; unter diesem Namen wirderauch 
auf der Stele des Königs aus Theben-West mit der Aufzählung seiner Bauten erwähnt 7 . Zu den 
hier verehrten Göttern gehörte in ptolemäischer Zeit offenbar auch der heilige Stier des Month aus 
Hermonthis 8 . Montemhet nennt in seiner Inschrift die Anlage eines heiligen Sees und die Er- 
neuerungsbauten am Tempel selbst (Wreszinski OLZ 1910, Z. 15/16). 

An der Südseite des Tempels, also an seiner Rückwand, befindet sich der kleine Tempel der Maat, 
der ebenfalls bis in die 18. Dyn. zurückgeht: Ein Priester der Maat namens Merimaat ist bereits 
aus dieser Zeit bekannt 9 und im Grabe des Rechmire wird unter den Göttern, an deren Opfern 
er teil haben will, auch die „Maat, Tochter des Re“ genannt 10 . In der 20. Dyn. ist der Tempel 

anscheinend Gerichtsort: Untersuchungen gegen Grabräuber werden hier geführt 11 . Als L ^ 

erscheint er unter den Tempeln, die der Hohepriester Mencheperre der 21. Dyn. revidieren ließ 12 . 

Ein kleiner, an der Nordwestecke des Baues gelegener Raum, trug den Namen r| ° Ü Jl ® 

& II n □ O 

„Stätte des ersten Festes“ 13 . - . ' ~ "K . ' 


□ O 


Östlich neben dem Monthtempel und parallel zu diesem befand sich ein kleiner Tempel des 


Hor-p-Re, das Geburtshaus (Mamisi, 


) des Götterkindes, wohl aus der Spätzeit 14 . 


Der kleine, westlich vom Bezirk des Monthtempels gelegene Tempel des Osiris. ^° ^ ^ 

„der das Leben gibt“ ist von Taharka erbaut, geht aber auf eine Gründung der 18. Dyn. zurück 16 . 
Prophet dieses Gottes war der Intendant (mr pr w) des Gottesweibes Amenirdais, Harwa 16 . 


Wie es alle Ortsgötter in Ägj^pten mehr oder weniger früh getan haben, ist auch der zu einem 
solchen gewordene Amun Familienverbindungen mit seiner Nachbarschaft eingegangen. Im 

Süden seines Tempels lag etwa 1 km entfernt ein Ort (j ° a © mit einem Teich in 

Hufeisenform 17 , bei dem die Geiergöttiu Moo0 „Mut, die Große, Herrin vonlscheru“ verehrt 


I Bauinschrift Amenophis III., Varille, a. a. 0. S. 11 ff., Taf. 16ff. Nanie des Tempels schon auf einem Block Amen- 
ophis II, Varille, a. a. 0. S. 14 fig. 12. 2 Pap. Mayer A 9, 1. 3 ebenda 8 , 3. . 4 ebenda 10, 8 . 

5 Legrain, Rec. trav. 22 S. 53. 6 Varille, a. a. 0. Taf. 20 . , ’ - 

7 Lacau, Steles du Nouvel Empire, Cat. gen. Nr. 34025 Z. 23ff. 8 Ptolem. Relief. Varille, a.a.O. Taf. 56. 

9 ebenda Taf. 65. 10 Urk. IV 1168/69. s. o. S. 14. - 

11 Giornale di Necropoli 17 A recto 6 , 6 . Pap. B.M. 10068 recto 1, 9. Pap. B.M. 10053 recto 1, 5. Peet, Tomb robberies 
S. 72ff. 12 Legrain, Rec. Trav. 22 S. 53. 13 Bouriant, Rec. trav. 13 S. 173 = Varille, a.a.O. S. 24/25. 

14 Varille, a.a.O. S. 29ff. s. u. S. 91. 15 Karte 2 Nr. 4.’ Legrain, Ann. Serv. 4 S. 181 ff. v 

16 Statue Berlin 8163. Louvre A84. Gunn-Engelbach, Bull. Inst. Fran$. 30 S. 803. 

fl i ~k\ —i «WM , ■ 

17 U_ J&as/***** spätere Schreibungen auch mit | z. B. Sethe 6 , 102. Karte 2 Nr. 21. 

I AAAAAA ‘ 


\ • 


Krone“: 


Karnak: Kleinere Tempel, Muttempol 39 

wurde. Ihr Name bedeutet wohl einfach „Geier“ und sie wird nach Art der tiergestaltigen Gott¬ 
heiten menschlich mit dem Balg eines Geiers auf dem Haupte und der Doppelkrone dargestellt. 
Die Göttin galt als eine Erscheinungsform der Löwengöttin Sachmet, oder, wie sie in Theben ge¬ 
nannt wird, der Wr . t-likBw , der Verkörperung der Uräusschlange an der Stirn des Königs und seiner 
Erzieherin im Palast von y Ip.t-i6wt (s. o. S. 25). Daher «die große Menge von Sachmetstatuen in 
ihrem Tempel. 

Der Tempel geht in die 18. Dyn. zurück, wird auch in den Tempellisten dieser Zeit öfters genannt 
(s. o. S. 14f.). Eine Abbildung von ihm findet sich in der Ramessidenzeit in Grab 2 J . Sein Name 

ist meist nur „Tempel der Mut“ 2 . Wohl auf die Architektur des Tempels beziehen sich die 

Beiworte der Göttin: ^ „die unter ihren Flaggenmasten“ 3 und S S S »»Herrin 

cler Säulen“ 4 , wenn damit nicht zwei ihrer Statuen gemeint sind. In ihrer Gestalt als Sachmet- 
Wr.t-hkBw wird sie auch der Nechbet und Uadjet, den beiden Kronengöttinnen, gleichgesetzt. 

Deshalb finden sich für den Tempel oder für Teile die Namen: und ^ ^ ^ „Haus 

der Nechbet (bzw. Uadjet), das Auges (seil, des Re)“ 6 . „Auge des Re“ heißt sie auch sonst öfters 6 . 
Im selben Sinn bezeichnet man den Tempel als „Haus der ob er ägyptischen (bzw. unterägyptischen) 

Krone“* f/fl ^ 6 < = > n 17 , 1/ ^ 8 . Als Gemahlin des Urgottas Amun soll sie das 

Licht geboren haben: ß g o J 9 > anc ^ 1 als Mutter des Re 10 , der Sonne 11 

oder des Chons, des dritten Gliedes der thebanischen Triade 12 . Über die Entstehung des Sees er¬ 
zählt die Legende: „Sie nähertesich Theben, dem Auge des Re, schwanger mit der Pupille des leben¬ 
den Auges d.h. dem Götterkind, dem Sohn des Sonnengotes). Da kam zu ihr ihr 

Vater der Nun, der Urzeitliche der beiden Länder. Er löschte die Flamme ihrer Majestät und machte 
ihr ein Wasser auf allen ihren Seiten. Sie empfing befriedigt ihr Haus, Ischeru ^ ^ 0 J ’ 

das große, das sie umgibt, gegraben von . . .“ 13 . Und an anderer Stelle: „Re giub ihr Ischeiu 
/(j t - s==l XXI ° \ um sie herum“ 14 . Damit soll die merkwürdige Form des Sees erklärt werden und da- 
mit hängt sicher auch die oben erwähnte Schreibung mit dem Determinativ zusammen. 

Der westlich vom See gelegene Tempel Rainses III (Karte 2 Nr. 22) wird im Pap. Hanis I 
5,7/9 genannt mit den Worten: „Wiederum machte ich deine Denkmäler in WB&.t nht treff¬ 
lich, eine Stätte deiner Herzensruhe neben deiner Tochter, das Haus des W£r-mB .t-R Meiamun 

V . . v W T ^ > s 

, 1 \ 

1 Freundliche Mitteilung von Dr. J. J.Clere. vgl. Cerny, Repertoire onomastique de Deir el Medineli, t.I, p.25. Clöre, 

Une representation du temple de Mout a Karnak...» B. I. Fr. A. O. in Vorbereitung. . 

2 Theb. Temp. Inschr. lc. Sethe 6,76 bia. 3 Sethe 7, 92. . " - ' 

4 Cliampollion, Not. d£scr. II 82. Sethe 19, 45, 66. 

6 Sethe 6,73. 6 Theb. Temp. Inschr. 7 b. Sethe 5, 99. - , . 

7 Sethe 6,84. -8 Sethe 6,85. . • , v . ' ' ' • . . 

9 Bouriant, Rec. Trav. 13 S. 165. 10 Sethe 5, 99. * ‘ 

11 «». Theb. Temp. Inschr. 1 c. 182c. 12 Theb. Temp. Inschr. 64i. 

13Sethe6,71. 14 ebenda6,72. ■ • ' 


Licht geboren haben: ^ ^ 










40 


Th eben-Ost 


in der Amundomäne“ 1 . Sein Name war vielleicht „Ramses III. macht Theben festlich“ (s o J 
S. 30). • ' , V1 

’ Der unmittelbar an diesem gelegene Bau, außerhalb der Umwallung des Muttempels (Lepsitis 
Tempel 16 = Porter-Moss D) geht in die 18. Dyn. zurück (Hatschepsut-Thutmosis III.); doch 
haben bisher Grundsteinbeigaben noch nicht den Gründer oder den Gott, dem der Bau geweiht 
war, namhaft gemacht 2 . 

Ehe wir Karnak verlassen, sei noch der Name einer Sachmetkultstätte erwähnt, der sich auf 
einer der Sachmetstatuen aus dem Muttempel findet, ™ © „Die Stätte des Antlitzes 

Anilins , die sich wohl irgendwo in oder bei Karnak befunden haben muß 8 . 

2^ km südlich von Karnak liegt das große Heiligtum des Amun, das von dem heutigen Dorf 
Luxor den Namen hat 4 . Offiziell wird es genannt (j £ <2 (Var. Q 5 )^ „Südliches Up.r, in den , 

Inschriften des Tempels auch als „schönes“ 6 , oder „herrliches“ 7 oder „heiliges“« 3 Ip , t bezeichnet, 
manchmal auch nur Up>, seltener als & a &Zu diesem pluralischenNamen paßt die Bezeich¬ 
nung in der Tempelliste des Puyemre 11 als /| ^ ^ ^ (j □ @ „die Heiligtümer von 3 Ip.t“, 
die klingt, als habe vor dem großen Tempel Amenophis III. eine Anzahl kleinerer Heiligtümer hier ' , 
gelegen. Im Pap. Amherst 3, 3 findet sich auch der Name 1 - 1 (j [| □ ^ „Tempel des 

Amun von Ip.t“ (Amenapet). Diese Bezeichnung verrät sich schon durch ihre Epitheta, aber 
auch durch die Verbindung mit dem auf Amun bezüglichen Suffix als appellativisch. Es ist das ' 
„Schloß“ des Amun von Karnak, das er alljährlich in seiner Form als Amenapet „Amun von i ■ 1 
Luxor aufsucht 12 . Dies ist der Tempel, dessen Personifikation als „die große Ipet“ in Karnak 
veiehrt wird, als die Göttermutter und Gefährtin des Amenapet, des „Stieres seiner Mutter“. 

In der gleichen Form, menschengestaltig mit % auf dem Kopf, treffen wir sie auch in diesem 
Tempel dargestellt 13 . 

Für die Kulte des Tempels ist es wissenswert, daß der Kult des Suchos von Imjotr auch 
hierher übertragen wird. Auf einem Reliefbruohstück wird ein „Suchos in (m) ’lp.i-rsj.t“ 
genannt 14 .. - \ - v. .; . • . . : < 

Wie bei so vielen thebanischen Heiligtümern läßt sich auch bei diesem ein Bau des MR nur aus 
undeutlichen Spuren erschließen. Zwei ’Architravblöcke mit dem Namen Sebekhoteps II., sowie 
einige Säulen trommeln, die später wieder verbaut wurden, haben sich gefunden 15 . In clen Bau- 
lnschnften Amenophis III. wird bisweilen auf einen älteren Bau verwiesen, z.B. wenn er sagt, 


I Schaedel, Listen des großen Pap. Harris S. 26f. 2 Ann. Serv. 38, 357ff.; 39, 607f. 

3 Gauthier, Ann. Serv. 19 S. 188. ^ 4 In der Litanei des Horus und Seth Z. 20 (Varille, B. I. Fr. A. 0. 41 1942 

sol ' - ' ’ ’ 

S. 28) wird es genannt: l|£j|f (§} I)“' „südlicher Hsrbn oberhalb Thebens, der Stadt des 

Amun“. 5 Urk. IV 897. 6 Gayet, Louxor S. 10, 3. 7 Luxor Zettel 422. M6m. Miss. VIII S. 383. 

8 Luxor Zettel 404. 9 Gayet, a. a. 0. S. 12,1. 10 Sethe 18, 89. Thutmosis III. 

II Davies, Puycmre I Taf. 40. s. o. S. 14. 12 vgl. Sethe, Amun § 26. 111 ff. 

13 LP IV 5a, Alexandersanktuar. 14 Fakhiy, Ann. Serv, 34 S. 91. 16 Borchardt, ÄZ 34 S. 122/3. 


/ 



x 

daß er das, was aus Ziegeln war, aus Stein gebaut habe 1 oder daß er den Bau „von neuem“ Jpp 

errichtet habe 2 . Das Vorhandensein eines älteren Tempels zeigt auch die Nennung von 

’ip.t-rSj.t in der Tempelliste des Enene 3 und die Erwähnung von „seiner (des Amun) 3 Ip.t“ 
unter Thutmosis III. 4 . Über die Lage eines älteren Tempels ist nichts sicheres bekannt. Möglicher- 
weise ist er dort zu suchen, wo später Ramses II. das kleine Dreikapellenlieiligtum in seinem 
Säulenhof errichtete 5 . . , . .. • „ 

Der Hauptteil des erhaltenen Tempels geht auf Amenophis III. zurück: „Er machte es als ein 
Denkmal für seinen Vater Amonre, indem er ihm ein heiliges Adyton (hm spsj) machte“ 6 oder 
„Er errichtete (£7i r ) Up. t von neuem“ 7 . In den Dedikationsinschriften wird der Tempel bald 
„Südliche 3 Ip.t“ 8 , bald nur 3 Ip.t genannt 9 . Der Zusatz „südlich“ zeigt wohl, daß man das Wort 
ip.t „Schloß“ bereits mit dem gleich oder ähnlich klingenden ip.t im Namen von Karnak ’lp.t- 
ttwt zusammenbrachte und es als „Südliche 3 Ip.t“ von diesem unterscheiden wollte. In den 
Dedikationsinschriften am Sockel 10 heißt er: „Die heilige 3 Ip.t, sein großer Sitz von Anfang an“. 
Seine Tore sind aus Zedernholz, mit Gold verziert und mit Erz beschlagen, der Name des Gottes 
darauf mit Edelsteinen und Gold eingelegt. Der Boden ist aus Silber und der Sand darunter Weih¬ 
rauch; letzteres bezieht sich wohl auf eine Zeremonie der Tempelgründung, bei der der Boden 
durch Ausstreuen von Weihrauch gereinigt wird. Der Bau wird auf der im Menephtha-Tempel 

in Theben-West gefundenen Stele des Königs beschrieben 11 . Danach gehörte ein . r—i 


in Theben-West gefundenen Stele des Königs beschrieben 11 . Danach gehörte ein I cm 

(Lusthaus?) dazu, gelegen vor (hft hr) 3 Ip . t-rsj,t. Es soll sein „eine Stätte des Wohlgefallens für 
meinen Vater an seinem schönen Fest. Ich errichtete einen Palast in ihm .... Es ist bewachsen 
mit allerlei schönen Blumen. Der Nun ist in seinem Teich zu jeder Zeit“. Vom Bau Amenophis III. 

ist der Name einer Tür bekannt 12 : ^ ^ J (J ° (j ,,Es erscheint die Schönheit seines 
Vaters Amun“. . • , v- : • . ' < , - ■ . . ' ’ - 

TW O-I’aRa mvirplitm + o Wnf Unrnoo, TT ^ fl f[\ “ ^ /ti fl D ^ 8 /T) 8 A /-- 1=7=1 


Der große vorgebaute Hof Ramses II. heißt: [J 0 ^ C=== ' 

„Der Tempel des Ramses Meiamiui, der sich mit der Ewigkeit vereinigt, in der Äraundomäne“ 
und liegt vor (m hft hr) der südlichen Ipet 13 , trägt also denselben Namen wie ein Tor im Gedächtnis¬ 
tempel des Königs und wie der Tempel Ramses III. in Medinet Habu. Der Hof als solcher wird 
„sein (des Tempels) Hof (wih.t) vor seiner (des Gottes) Ipet“ genannt 14 . Zu den Bauten des Königs 
gehört auch das kleine Dreikapellenheiligtum im Säulenhof, das — wie gesagt — vielleicht über dem 
alten Tempel des MR errichtet ist 15 ,und der thebanischen Triade geweiht war. Es heißt von ihm: 
„Er machte ihm einen herrlichen Tempel als mn-kb für sein göttliches Bild“, vielleicht für das auf 
der Barke stehende Bild des Gottes 16 . Zu demselben Zweck ist auch ein ebenso genannter Raum im 

'--- - > ’ V;- ‘ - •! ;• 

1 Gayet, a.a. 0. S. 10,1. 2 ebenda S. 3.13. 29 u. ö. 3 Urk. IV 71. 4 LD III 36 d. 

6 v. Bissing, Acta orientalia 8 S. 129f. i 16 S. 199. 6 Gayet, a. a. O. S. 10. 

7 ebenda S. 3. 13. 29. 8 ebenda S. 4. 7. 10. 9 ebenda S. 12. 19. 20. 10 Moret, Studies presented to 

Griffith S. 119 ff. 11 Petrie, Six Theban temples Taf. 11/12. Spiegelberg, Rec. Trav. 20 S. 40 ff. S. 10—16. 

12 Porter-Moss II S. 98. Gayet, a. a. 0. Salle B. Taf. 57, Nr. 44. 

13 Legrain, Bull, Inst. Fran§. 13 S. 60 = v. Bissing, Acta orientalia 8 S. 156. 14 Luxor Zettel 532. 

15 v. Bissing, a.a.0. 8 S. 129ff. 16 S. 192ff. . 

16 ebenda 8 S. 147. 16 S. 200.. - - * > ! ' . V ' 

, UAo XVI: Otto v ■ ' • . > ... 6 


'N • • . 


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.V ' l- 


I • 














Thebon-Ost 


Gurnatempel Sethos I. gebaut (s. u. S. 55). In derselben Inschrift wird dieser Bau bezeichnet als 
„herrlicher Palast des Herrn der Götter, die schöne ewige Ruhestätte ( mshn.t ), deren schöner 
Name, der bleiben und dauern möge, Tempel des Ramses Meiamun, der sich mit der Ewigkeit ver¬ 
einigt CIS- ’ K O K3 £ ' führte a ^ s0 anscheinend denselben Namen wie die gesamte 
Anlage des Königs. Dagegen heißt es in einer anderen Inseln!ft ebenda 1 : „das herrliche mn-kb im 
Tempel hnm.t-nhh “ und die hier verehrte Mut wird genannt: „Mut, die Große, die Herrin von 
Iseheru; Uadjet-lTr. t-hk-ho auf ihrem großen Sitz, der im Tempel des Ramses Meiamun (namens) 

Hnm . t-nhli ist“ 2 . Das Östliche und westliche Tor des Hofes Ramses II hieß: f © Jj 1 

^<0^3 jjj „der König Ramses II., den die Untertanen verehren“ 3 , ähnlich also wie ein Tor 
Thutmosis III. in Karnak (s. o. S. 27). ~~ K r • - c • , 

Für einen Tempel Ramses III. in Luxor besitzen wir nur inschriftliche Zeugnisse. Im Pap. 
Harris I 5, 6/7 wird erwähnt: „Ich machte dir Up. t-rsj.t festlich mit meinen großen Denkmälern, 

-w . ’ v ^ - * ' 

Ich baute dir in ihm ein Haus . . . den Tempel |] |] j* ||J ^ jj ^ Q ^ ^ r ~ U4 ~’ 

Ramses, Herrscher von Heliopolis, der sich mit der Freude vereinigt in 
’l'p.t-iiwt“*. Weiterhin wird er dagegen genannt: jj ^ .... Q \ /p 

L j J (J haaaaa (J LJo „Der Tempel Ramses III., der sich mit der Freude vereinigt im Haus des 

Amenapet“ 6 . Über den Tempel berichtet außerdem eine Stele, die im Hof Ramses II. später 
verbaut wurde, ursprünglich aber vor dem Tempel Ramses III. stand. Danach baute der König 
einen Tempel *,in ’lp.t-rsjt, westlich seines herrlichen Vaters Amonre vor seiner Ipet" 6 , also 
zwischen dem Luxortempel und dem Ufer des Nils gelegen. , * \ 

Eine merkwürdige Bezeichnung des Luxortempels findet sich einmal in der Ramessidenzeit 

als Q£ AAAAAA ^ Y „Tempel des Südens“ auf einem Türpfeiler (Turin 9503) aus dem Grab 214 

in Der el Medine 7 . Der Name kann nur auf den Luxortempel bezogen werden: in der Opferformel 
werden die thebanischen Gottheiten abgerufen: Chons-in-Theben-Nefcr-hotep, Amonre von Kar¬ 
nak, Amonre ... in (hrj ib) dem „Tempel des Südens“ und Mut von Iseheru. 


Aus der griechisch-römischen Zeit sind verhältnismäßig wenig Ortsnamen bekannt, die sich mit 
Sicherheit in Theben-Ost lokalisieren lassen, ganz im Gegensatz zum Westen. Es hängt dies offen¬ 
bar mit der Art der Besiedlung zusammen. Im Osten bestand noch die alte einheitliche Stadt¬ 
siedlung, während der Westen zu dieser Zeit in zahlreiche kleine Dörfer, Siedlungen, Domänen zer¬ 
splittert war. Deshalb finden wir die einzelnen Teile der Stadt meist nur nach den Himinelsrich- 

V / 

tiuigen bezeichnet 8 . Von den wirklichen Ortsnamen lassen sich die einen als Weiterbildungen 
von ägyptischen Namen alter Kultstätten erkläret}, während die anderen rein griechischen Ur¬ 
sprungs sind. v . ~ 


1 Legrain, a. a. 0. S. 60 = v. Bissing, a.a. 0. 8 S. 156. 2 Daressy, Rec. Trav. 16 S. 53. 

3 Abschrift von Dr. Schott. 4 vgl. Schaedel, a.a. 0. S. 24ff. 5 Pap. Harris I 12, 3. 

6 Daressy, Rec. Trav. 16 S. 55/6. 7 Bruyere, Der el Medine, Fouilles de l'inst. franQ. 5, 2 S. 49. 

8 vgl. Wilcken, Ostraca I S. 712f. 




1 ’A^ovietov Aiö<; tioXsok; 1 . In einem Berliner Papyrus des Jahres 54 Ptolemäus Euergetes 2 
wird das „Ammonieion im Südquartier von Theben“ genannt. Wenn es sich dabei um das Gebiet 
des großen Amuntempels handelt, so würde das gut mit der Benennung der Gegend um den Ipet- 
tempel als'„Südwestquartier“ übereinstimmen und einen weiteren Beweis für die Ausdehnung 
der damaligen Stadt nach Norden erbringen 3 . \ " ' 

2. Necpimov 4 . Wohl eine aus dem ägyptischen Nfr-litp = griechisch Necpom]«; abgeleitete Bezeich¬ 
nung für den Chonstempel von Karnak. ' ■ 

3. Tmonenaschur. Pap. dem. Berlin 3116 IV, 9 == Iseheru. Im griechischen Pap. Casati 10, 6 

entspricht (fehlerhaft?) Tp.oxveaou<;. . 

4. TVopis Pap. Turin VIII, 13 = UPZ II Nr. 196. Pap. Casati 13, 3. / . ' 

5. T-mw-n-’Imn „Insel des Animi“ 5 , in der Verbindung „Kanal der Insel des Amun, welcher 
T-come genannt wird“. Der Kanal liegt westlich vom Chonstempel von Karnak, zwischen diesem 
und dem Nil. Vermutlich ist dieselbe „Insel des Amun“ als njj.ouvE(j.ouvi<; Pap. Cas. 1, 9; 21, 9; 

34, 1 genannt. Ob die aus der 20. Dyn. bekannte „Insel des Amenapet“ (j ^ 

^ (j 0 damit identisch ist, läßt sich nicht sagen 6 . Ihre Lage ist offensichtlich ebenfalls 

in der Nähe des Chonstempels gewesen; das würde mit der der „Insel des Amun“ übereinstimmen 7 . 
Schließlich kommt auf der Statue des Minmose aus Medamüd 8 in einer Aufzählung der Tempel, 
an denen er gearbeitet hat, eine „Insel des Amun“ vor, die aber nach dem Zusammenhang im Delta 
zu suchen ist. . , '' - 

6. Ko/XaH, eigentlich „Uferkies“. Die Ortschaft lag wohl am Flußufer und gehörte zur Apaßfaxou 
ÜaGupLTOu 9 , muß also südlich der Stadt gelegen haben 10 . 

7. XapaH, „Befestigung“ wird häufig in römischer Zeit auf Ostraca aus Karnak genannt 11 . Es hat 
wohl in der Nähe des heutigen Karnak gelegen und gehörte unmittelbar zur MvjxpoTtoXu;. Seme 
Steuererheber, ziehen die Kopfsteuer des koXu;- Quartieres ein 12 , wie andererseits seine Bewohner 
an den Staatsspeicher der Metropole abliefern (6v]ciaupo<; jAvjTpoTCoXeax;) 13 . Trotzdem ist der Name 

nicht, wie Wilcken a.a.O. vorschlug, der Prototyp des heutigen „Karnak“. Dieses geht vielmehr 

r > / * y_ \ 

auf arabisch ziu’lick, ursprünglich die Bezeichnung eines Schlosses bei Nadjaf (Meso¬ 

potamien), die auf andere palastartige Bauten übertragen wurde, hier auf die Tempelbauten von 
Karnak 14 . . ^ : . /. 

T _1. , - ‘ ^ ... Y. 

I Pap. Turin 8, 12 = Wilcken, UPZ II Nr. 196. 2 Brugsch, Lettre h Ms. de Rougd, S. 11. 

3 s. o. S. 12. vgl. ferner Pap. Turin 8, 42. Pap. Grenfell I, 21. 4 Wilcken, Ostraca I S. 715. Nr. 1166. 

5 Pap. dein. Berlin 3113, 141 v. Clir. 6 Pap. Leopold II. 4, 6. 3, 13 = Pap. Amlierst 3, 3. Pap. B. M. 10052, 10, 

4. Pap. B. M. 10054 rccto 1, 6. 7 vgl. Capart-Gardiner-van de Walle,' JEA 22 S. 181/82, wo der Ausdruck aber 

wohl zu unbestimmt aufgefaßt ist: ,,.. . a name of the cultivable lands round Karnak or between Karnak and Luxor“. 

8 Fouilles de l'inst. franj. 4, 2, M4damoud, Inscr. 355 Z. 22. Zeit Thutmosis III. Diese „Insel des Amun“ von Gardincr 
gleichgesetzt mit Sambehedet-Tell el-Balamun, JEA 30, S. 41 ff. r ^ \ 

9 Pap. London 401 verso 10 (Kenyon II S. 14). 10 Pap. Turin 8 Z. 46 = Wilcken, UPZ II Nr. 196. 

II Wilcken, Jahrbuch des Vereins von Altertumsfreunden im Rheinland, 86, 1888, S. 246. 

12 Meyer, Griechische Texte aus Ägypten S. 144. 13 PSI III 275/6. Meyer, a.a.O. S. 200. 

14 Ich verdanke diese Ableitung des Namens Herrn Dr. A. Badawi. vgl. Ibn Jacut (ed. Wüstenfeld) II S. 490ff. Enzy¬ 
klopädie des Islam II S. 1001. ‘ ~ ,, . 


6 * 














* s 


44 . Theben-West 

8 . Luxor: Der ägyptische Name das Tempels, l<p.t, lebt weiter in dem koptischen Ortsnamen 

Arie oder ahn 1 , zu dem oft merkwürdigerweise der maskuline Artikel tritt: ruvrie, nAim. So’heißt 
der Ort z. B. in den koptischen Skalen, wo arabisch oder entspricht 2 . Davon 

zu trennen ist der Ort Papa, der in den Itineraria Antonini 159, 4 zwischen Contra Coptos und 
Hermunthis, also auf dem Westufer gelegen, genannt wird und in der Atßuyjxoü Ko 7 txfxou lag 3 . Die 
gräzisierte Form von Ane abgeleitet lautet T G<pi, ’Ltyietov 4 . Damit ist wohl identisch Ofyu;, Owpiov 6 , 
wo sich eine TrapegßoX?) befand °. In der Siegasinschrift des Cornelius Gallus wird Ophieum (’0<piY]ov) 
als besonderer Ort neben Diospolis Megas aufgeführt. Wie bei mehreren alten Städten befanden 
sich auch hier in römischer Zeit Kastelle; bei Luxor waren es deren drei und daher stammt die 
Bezeichnung xp(a xdcxpa, die wie ein Eigenname gebraucht wird. Wahrscheinlich bezieht sich hier¬ 
auf die oben genannte TrapegßoXv) von O 091 ?. Koptisch ist auch die Bezeichnung riKACTp[on] Arm 
bekannt 7 ; die arabische Benennung ist eine einfache Übersetzung dazu. So findet sich in 

2 Handschriften der koptisch-arabischen Skalen 8 die Gleichsetzung der Orte: oiiboii — ruf* 
KACTpou noAic KAOTepon — 1 („die drei Labyrinthe (?) von Luxor“). 

Über die Stadt Luxor sagt Ibn Jacut 9 : „Sie besitzt Kastelle, deshalb wird sie 'Luxor’ (yl&l) ge¬ 
nannt“ 10 . - ' ' • : > • ■" ' • . ' • \ s : 

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9. ’AXaßdoxpuv 7 : 6 X 1 ? Berliner Griechische Urkiuiden, Nr'1222, 55 ( 2 . Jhd. v. Clir.) als Ort im 

Perithebas genannt. Bei Ptolemäus IV 5, 29 begegnet ein Ort gleichen Namens bei Tehne-Akoris. 

10. XpuooTroXi? 11 , liegt ev AioaxoXei xfl (i.£ydX'fl und zwar 6 v x« v.xb Xißo? pipei xoo xet/ou? xoü ’AttoX- 

Xomeiou. Ob mit dem Apollonieion der Tempel des Chons gemeint ist, der dem Horus (= Apollon) 
gleichgesetzt war? Allerdings gilt der thebaniselie Chons als Sohn des Amun (= Zeus) den 
Griechen als Form des Herakles 12 . > ' 

11. Ato)pu^ OtXtovo?. Anscheinend gab es zwei Kanäle dieses Namens. Im Pap. Paris 66 13 wird 
Z. 41/42 ein Kanal erwähnt, dessen Mündung sich im Pathyrites befindet, ein anderer soll in der 
Polis, also sicher Theben-Ost, gelaufen sein (Z. 47). 


Abschnitt B / 

Theben-West 

Auf dem Westufer ziehen sich am Rande des Fruchtlandes die Gedächtuistempel der Könige 
der 11 ., der 18. bis 20. Dyn. sowie die der Amunpriester und -j)riesterinnen späterer Zeiten hin, 
umgeben von den Nekropolen ihrer Hofleute, Beamten, Offiziere usw. Sie sind der eigentliche 
Kern und Ursprung der Besiedlung des thebanischen Westens in historischer Zeit. Der Kult in 


1 Crum-Steindorff, Kopfe. Reclitsurk. 81, 4, 61. 86 , 3. BICU 35, 2. 2 Amelineau, Geographie S. 555 IT. 

3 vgl. Pap. Casati 10, 7. 4 Wilcken, Osfcraca Nr. 609. 688 . ' 5 ebenda 901. 1259. 

6 Jedenfalls hat OC 191 ? nichts mit Tou<piov *= el Tod zu tun, wie Wilcken, a. a. 0.1 S. 711 vorschlägt. 

7 Crum-Steindorff, a. a. 0. 81,4. 8 Bibi. Nat. 53 und Ms. Lord Crawford. Amölineau, Geographie S. 573. 576. 

9 ed. Wüstenfeld, I S. 338. 10 vgl. Maspero-Wiet, Materiaux... S. 23. 

11 KenyonHI S. 2. 192 oder 168 v. Chr. 12 vgl. UPZII S. 92/3. . , ’V • ■ 

13 = Wilcken, UPZII Nr. 157. vgl. ders. Ostraca I S. 180. ' ^ 




Gesamtbezeichnungen 45 

ihnen galt in erster Linie dem Gott Amun und sie dienten ihm als Stationen auf seiner Festfahrt 
zuin Westen. Zu den Gedächtnistempeln kommen die der Lokalgötter, die sich bisweilen, wie in 
Der el Bahri oder Medinet Häbu, mit dem Kult der Königstempel verbinden. Eine Frage, auf die 
hier nicht eingegangen werden kann, ist die, in welcher Form die verstorbenen Könige in ihren 
Tempeln Kult erhielten, ob und wieweit man in diesem Zusammenhang von „Totenkult“ zu 
sprechen berechtigt ist. Es steht jedenfalls fest, daß auch hier als Hauptgott stets Amun genannt 
wird, daß andererseits die Könige von ihren Tempeln aus an seiner Festfahrt teilzunehmen wün¬ 
schen, daß die Tempel nach ihnen genannt werden und daß zahlreiche Priestertitel auf ihr en Kult 
Bezug nehmen (s. Anhang III). Dazu siedelten sich auf dem thebanischen Westufer die beim Kult 
beschäftigten Priester und die zum Tempel- und Gräberbau verwendeten Arbeiter in der Nähe ihrer 
Arbeitsstätten an; es entstanden Siedlungen, Dörfer. Das Flachland wurde natürlich zum Acker¬ 
bau benutzt, wie die Gegenüberstellung der Äcker im Osten mit den Feldern im Westen zeigt 1 . 

Die Bezeichnungen für das Westufer sind nach der Art der Quellen (religiöse Texte, Ortsangaben, 
Titel) verschieden. Zu den zu allen Zeiten gebräuchlichsten gehört natürlich der Name „Westen 

von Theben“ auch „der große Westen“ » der schöne Westen 

von Theben“ oc ^ er »der westliche Bezirk von Theben“ ^ m j 5 genannt. So 

besonders in Titeln und zur Angabe der Lage von Gräbern. Für „Westen“ steht auch häufig 
e statt des Namens W3&.t findet sich in diesen Verbindungen auch ebenso oft Nwt : -|j- 
® 7 , 5? ® 8 , & ® (seil. d. Amun) 9 . Seltener ist der Ausdruck 00 'f Wüste von 

Theben“ 10 . Es ist hier zu betonen, daß es m. W. keine Stelle gibt, wo das Westufer einfach als WSs.t 
bezeichnet wird, abgesehen von Fällen natürlich, wo unter WSi.t die Stadt Theben in ihrer Ge¬ 
samtheit begriffen ist (Titel usw.). In allen eigentlichen topogra| 3 hischen Bezeichnungen aber wird 
das westliche Ufer ausschließlich mit einem besonderen Namen belegt, ein eindeutiges Zeichen 
dafür, daß der Kein der Stadt und ihr Ursprung auf dem Ostufer zu suchen ist. Andere Bezeich¬ 
nungen für das Westufer hängen mehr oder weniger mit religiösen, bzw. funerären Begriffen zu. 
sammeln. So erklären sich aus der im Westen verbreiteten Verehrung der Maat und des Göttinnen¬ 
paares „die beiden Wahrheiten“ heim Totengerieht die Bezeichnungen (oder eigentlich Epitheta) 

^ AA/VW , ° „Bezirkseiner Maat“ n , TpP . . ß „das Land der beiden Wahrheiten“ 12 , 

o I _ei 1/J& I v r 


AA/VW , ^ „Bezirk seiner Maat“ n , j ^ ß „das Land der beiden Wahrheiten“ 12 , 

/www ß | „der Bezirk der beiden Wahrheiten“ 13 , öder \ o ! 

„das Land der Gerechtfertigten“ 14 , und zwar begegnen diese Ausdrücke vorwiegend dort, wo vom 
Begräbnis die Rede ist. In religiösen Texten wird auch die Bezeichnung 0 }> Westgebirge“ 

_ k . ■ ' •' ■ , 

■ " \ . ' 

1 Urk. IV 83. 2 Urk. IV 905. Champollion, Not. d 6 scr. 1,^ 527, Grab 200. Möm. Miss. VIII 273, 4. 

3 M 6 m. Miss. I S. 131, Grab 57. Grab 54 Zettel. 4 Grab 54 Zettel 566. 5 Grab 68 Zettel 537. 

0 Virey, Rec. Trav. 20 S. 215, 18. Dyn. Grab 65 Zettel 675. 7 Virey, Rec. Trav. 20 S. 215. 

8 Champollion, a.a. 0.1 S. 848. Grab 200. Pap. Abb. 4, 13 u. ö. 9 Legrain, Cat. gen. 42122. 

10 Gauthier, Cerc. anthrop. I, 238. 11 Mein. Miss. I S. 131, Grab 57. Ähnlich Der elMedine Grab 1: Cerny, 

Repertoire onainastique de Der el Mädineli S.5. 6 12 Grab 106 Zettel 1229. Dümichen, hist. Inschr. II, 43 b. 

13 Quibell, Ramesseum, Taf. 10. 14 Grab 181, Davies, Tomb of two Sculptors Taf. 22. LD Text III 300, Grab 299. 


* ■* 1 ' 

-i: 










46 


Theben-West 


gebraucht. Das ist der Ort des Sonnenunterganges („das große Westgebirge von Theben “) 1 und 
der Aufenthaltsort des urzeitlichen Amonrasonter 8 . Dort opfert auch Chons-Schu dem Amun und 
der Achtheit 3 , es steht also als Synonym zu Medinet Habu. Der Tempel Ramses III. in Medinet 
Habu ist eine Stätte der Herzensruhe für Amun „im Gebiet des Westberges“ (Ar mr.t n mSnw) A , 
Natürlich werden die Ausdrücke, die ganz allgemein die Nekropolengegenden bezeichnen, auch 

für den thebanischen Westen gebraucht, darunter besonders häufig ■¥■ _ „Lebensland“. 
Dort soll das Grab liegen 5 ; der Tempel der 18. Dyn. von Der el Bahri ist in der Nachbarschaft 

v y Q /WWW 

(m s'h) von -¥> gegründet 6 ; ebenso liegt der Tempel von Medinet Habu auf dem Berge 

Ci I ^ 

von Nb . i-nh j j-j | 0 ^37 }' ^ 7 oder „auf göttlichem Boden neben Nb.t- nh“ ^ | /> 

WI-HSTf ^ Im Pap..Harris I 3, 4 wird Nb.t-nh auch für das Königs- 


■'nh £ 


gräbertal verwendet. Auch der Ausdruck 


begegnet als Bezeichnung der thebanisehen 


Nekropole, so mehrere Male im Grabe des ’lmj-sbl (Nr. 65). Ramses IX. machte Denkmäler für 


seinen Erzeuger . . . im Westland neben der Mitte der mäk.t J in der Nekropole 

( Igr.t ) 9 . Die Meresger wird „in ( hrj-ib )“ |t) 10 und Amonrasonter, der Urzeitliche, „vor ( hntj )“ 


11 genannt. 


Alle diese Ausdrücke bezeichnen das gesamte westliche Gebiet; sie lassen sich nicht als Namen 
eines bestimmten Teiles der Nekropole erklären. Wird aber z.B. die Lage der Gräber in den Bergen 

i 

von Drall abu’ lnega bis Abd el Gurna genauer angegeben, so geschieht das entweder durch An¬ 
gabe der Nachbarschaft einer bestimmten Kultstätte oder durch Bezeichnung der betreffenden 
Gegend. Das Grab des Amenhotep si s (Scheich abd el Gurna Nr. 75) liegt „im Westen von Theben 


in der 


in der Nachbarschaft der Herrin von Dendera“ |1 Cq) ^ <ww || ^ J ia , d.h. in der 
Nähe ihres Tempels von Der el Bahri. Oder die Lage des auf el Khokha befindlichen Grabes der 
zwei Graveme (Nr. 181) wird bestimmt durch die „Nachbarschaft derHathor, Herrin von Därw“ 


(flfl ^ /www L ^~ l 13 . Ein anderer Orientierungspunkt war die Kult¬ 

stätte der Ahmes-Nofretere. Das Grab desRamose (Drah abu’ lnega Nr. 166) soll in der „Nach¬ 
barschaft des Gottesweibes“ ^ Vl ** ^ e ß eu > e b ens0 das des TBj in Abdel Gurna 15 . 

Wenn es sich dabei um den Gedächtnistempel der Königin westlich vom Sethostempel (s. u. S. 57) 
handelt, wäre freilich die Angabe, daß sich ein Grab in Abd el Gurna in der Nachbarschaft davon 
befindet, reichlich ungenau. Verschiedenartig sind die Bezeichnungen der westlichen Berge, Drah 
abu’ lnega und Abd el Gurna. Das Grab des Vezirs User (Nr. 61 oder 131) in Abd el Gurna soll 


„auf dem 


fl o ^ 4/ 


liegen“ 16 . „Berg von Bim “ (Gesteinsbezeichnung) kommt nach 


1 Dümiclien, Hist. Inschr. II 44f. Menephtha. Sethe 4, 15, römisch. 2 Grab 05 Zettel 612. 

3 Sethe 4, 19, römisch. 4 LD III 213b. 5 hr imnt.t n nb.l-'nh. Mein. Miss. V Taf. 5. Grab 50. 

6 Naville, Deir el Baliari V Taf. 134. 144. 7-Medinet Habu Zettel 500. 8 ebenda Zettel 961/2. 

9 LD III 235. 10 Grab 65 Zettel 616. 11 ebenda Zettel 612. 12 Urk. IV 1215.. 13 Davies, Tomb of 

twosculptorsTaf. 5. 14 Piehl, Inscr. hiör. I 90k. 15 Grab 23 Zettel 1562. 10 Urk. IV 1048. 



Einzelbezeichnungen , 47 

Wörterbuch I 471 sonst für das Wadi Hamamat vor 1 . Sethe 2 zitiert den Grabstein Louvre C 44 
(ungefähr 11 . Dyn.) eines Mannes namens JJ ^ der sich wünscht, „daß ei’ begraben werde in dem 

Wüstengebirge des bhnw -Berges ^ ^ J in seinem Grab des Totenreiches“. 

I 

Ra die Herkunft des Steines unbekannt ist, läßt sich nicht sagen, ob mit dem Namen die Gegend 
des Hamamat oder, wie es nach der oben zitierten Stelle des NR möglich wäre, das westliche 
Theben gemeint ist. Userhat B 3 will begraben werden auf dem „Berge des Ortes der Seligen“ 

*= V J \ ® tl! • Häufiger ist die Bezeichnung dhn . t „Bergvorsprung“. So heißt es im 

Grab des Propheten Vorstehers des Amun Amenhotep D 4 : „Sein Sohn erhielt seinen Namen am 

Leben , rn S TT auf der Bergspitze des Westens von Theben“ und im Grab des Ramose 

u r b w * __ 


(Nr. 166) wird Hathor als Nekropolengöttin genannt: ^ ^ ^ ^ ^ ^ ^ 

„Hatkor, das Oberhaupt von Theben, die i Imntt-Hft-hr-nb&, die große Bergspitze“ 6 . Besonders 
enge Beziehungen verbinden dhn.t mit Der el Medine und der dort verehrten Schlangengöttin 
Meresger . 6 Auf einem Relief finden wir diese Göttin, dargestellt als Schlange mit Menschenkopf 
mit Federkrone, angebetet unter dem Namen: „Die Bergspitze des Westens, die Herrin des Himmels, 
Herrscherin der beiden Länder“, also als Personifikation des Berglandes 7 . Auf einer anderen Stele 
aus Der el Medine 8 heißt die Göttin: „Meresger, Herrin des Himmels, Herrscherin der beiden 
Länder, ihr schöner Name ist: Westliche Bergspitze“. Vielleicht bezeichnete der Name im engeren 
Sinne die heute el Qurn genannte Felsspitze hinter Der el Medine. Daneben kommen freilich auch 
Stellen vor, in denen er fast gleichbedeutend mit „Nekropole“ gebraucht wird, wie z.B. Pap. 
Anastasi IV Taf. IV Z. 4: „Mögest du 110 Jahre auf Erden verbringen, mögest du zur Ruhe gehen 
bei der Bergspitze, deren Herrin im Westen von Theben ist“. 

Eine seltene und merkwürdige Bezeichnung, die anscheinend den westlichen Bergen eignete, 
ist: Cr£i ^ ö „Die Berge des Kampfplatzes 9 der beiden Länder“ 10 . Der Name 

kommt nur in der Formel vor: „Herausgehen auf Erden um die Sonne zu sehen, betreten (? wbS) 
die Berge des Kampfplatzes der beiden Länder“. Der Name klingt, falls die Übersetzung richtig 
ist, wie eine Anspielung auf historische oder mythologische Vorgänge 11 . 

Der dem Karnaktempel unmittelbar gegenüberliegende Abschnitt- des westlichen Ufers trug 
den Namen ^ Jj — 1 >>Vorhof“ von Karnak. Wir kennen diesen Ausdruck als Bezeichnung 

des innerhalb des abgeschlossenen Tempelbezirkes gelegenen Landes (etwa Tegevoü* In diesem 
Sinn wird das Wort z.B. öfters im Pap. Harris 1 12 gebraucht. Die Grundbedeutung wird ungefähr 

1 Varille, Bull. Insfc. Frang. 34 S. 93 ff. 2 Bau- und Denkmalsteine S. 44. 3 Grab 47 in el Khokha, Zettel 1295. 

4 Grab 58 in Scheck abd el Gurna, Zettel 695. 5 Piehl, Inscr. hier. I 99 k. 6 Bruyöre, Mert Seger ä Deir el 

Medinch, Mein. inst, frang. 58, besonders S. 2021T. 7 Bruyere, Fouilles de l’inst. frang. 7, 2. S. 83, fig. 38. 

8 Turin 102. Lanzone, Dizionario di Mitologia Taf. 125. vgl. Erman, Sitz, preuß. Akad. 1911 S. 1098 ff. 

9 Wörterbuch I 217. 10 Davies, Tomb of Kenamun (Nr. 93) Taf. 65. Grab 96 A Zettel 1866. Grab 99 Zettel 983. 


1001. Urk. IV, 490 (Grab 83), alles 18. Dyn. 

IM ¥ CI ‘ s 12 5 ’ U ‘ 45 ' 3 ‘ VielIcicl 


11 Grab 53 Zettel 877, hat als. Variante: ^ j ^ 


12 5, 11. 45, 3. Vielleicht auch Pap. Leiden I 369 = Spiegelberg, Correspondances .. . S. 26. 


> J . 
















48 


Theben -West 


„offenes Land“ sein (vgl. wbS „öffnen“) im Gegensatz zum eigentlichen Tempelbau’ Daher kann man 


in weiterem Sinn in Theben das vor dem Karnaktempel gelegene Stück Westufer als „Vorhof“ 
bezeichnen, zumal verwaltungstechnisch auch dieses Gebiet zur Amundomäne gehörte. Dieser 
Gebrauch des Wortse wbS wird dadurch bewiesen, daß sich Sethosl. nennt: „der die Arbeit aus¬ 


führt in seinem Haus von Millionen' im Vorhof von Karnak 



Damit muß der Gurnateiüpel gemeint sein; nicht nur weil sich die Inschrift dort befindet, sondern 
vor allem deshalb, weil der Tempel „Haus von Millionen“ (seil. Jahren) genannt wird, eine Bezeich¬ 
nung, die allen auf dem Westufer gelegenen Gedächtnistempeln eignet. Im Zusammenhang mit 
dem Talfest und der Einsetzung eines Gottesweibes wird der „große Vorhof des Arnun“ genannt 
auf einem Block aus Der el Bachit, offenbar eine Stätte bezeichnend, die Amun beim Talfest be¬ 
sucht und an der die Einsetzung des Gottesweibes vollzogen wird (LD Text III S. 101, ramess.). 
Im allgemeinen Sinne scheint das Wort wbi nun auch in der Bezeichnung der Kultstättc Amen- 
ophis I. als „Haus (pr) des Amenophis des Vorhofes“ vorzuliegen. Aus Pap. Abbott 3, 8 wissen wir, 
daß diese Kultstätte südlich der Pyramide Antefs I. lag, deren Platz von Winlock 2 nördlich vom 
Gurnatempel vermutlich bestimmt ist. Also muß man die Kultstätte des Amenophis beim Gurna- 
tempel, vielleicht etwas südöstlich davon suchen, d.h. eben in dem Gebiet, das als „Vorhof“ von 
Karnak bezeichnet wurde. Der im Pap. Abbott gebrauchte Ausdruck pr zeigt, daß es sich minde. 
stens um eine Kapelle, nicht nur um eine Kultstatue handelt. In der 19. Dyn. treffen wir einen 

„Propheten des Amenophis vom Vorhof“ ^ (j ^ JJ 3 , in dessen Grab 

(Nr. 19) der Pylon dieses Heiligtums abgebildet ist 4 und die Statue des Heiligtums, die den Barken 
der thebaniseken Götter beim Talfest entgegengetragen wird 6 . Der Titel begegnet noch bis in die 
Spätzeit (s. u. Anhang III). ' ’ ' u 

Die Benennung einer Gegend nach ihrer Lage zum Haupttcmpel von Karnak liegt auch in dem 
seit der 18.Dyn. häufig gebrauchten Ausdruck Hft.t-hr-nb.s vor. Die in dieser Zeit vorwiegende 

Orthographie zeigt, daß es sich entweder um einen neutralen Ausdruck („Das, was 

seinem Herrn gegenüber liegt“) handelt oder um eine einem femininen Substantiv angeschlossene 
adjektivische Apposition. Als solche fernin. Substantiva begegnen: „WSs.t, das seinem Herrn 
gegenüber liegt“ 6 , „der Westen, der seinem Herrn gegenüber liegt“ 7 , „dieWüste (smj. t), die ihrem 
Herrn gegenüber liegt“ 8 . Eine saitische Variante 0 zeigt mit den Worten „gegenüber dem Herrn 
von Theben“ (hft hr n nb TFiLi), daß mit dem „Herrn“Amun vonKarnak gemeint ist, dem gegen¬ 
über sich das Gebiet befinden soll. Der Ausdruck hft hr entspricht allgemein etwa den Präpositio¬ 
nen „vor“, „vorn daran“, „gegenüber“. Der Karnaktempel Ramses III. befindet sich hft hr von 
’Ip. t-Uwt 10 ] das große Tor des Chonstempels ist errichtet hft hr von der Bnn .t 1 11 ; der Tempel Ram¬ 
ses II. in Luxor liegt hft kr von ’Ip . t-rsj J 12 . Auf welches Gebiet erstreckt sich nun die Bezeichnung 


1 Guma Zettel 53. 2 AJSL October 1915. 3 Spiegelberg, Zwei Beiträge S. 3. 

4 Hölscher, Excavations at ancient Tliebcs, Or.Inst. Comm. 15 S. 8. = Foucart, Tombeau d’Amonmos, PI. XI(M6m. 
Publ. p. 1. Membres de Pinst. fran?. 57, 4). 6 Foucart, a. a. 0. Taf. VI. 6 Urk. IV 1160. 

7 Häufig in der 19./20. Dyn.: Piehl, Inscr. hier. I, 99k. Grab 106 Zettel 1216. Grab 157 Zettel 1128. 

8 Grab 106 Zettel 162. 1266. 9 Champollion, Not. descr. I S. 512. 10 Medinet Habu Zettel 544. 

11 Theb. Temp. Inschr. 109, 2. 12 Luxor Zettel 579. 596. 


Einzel bezeich nungen 


J{ft-hr-nbs' i . In der l 8 .Dyn. scheint zunächst ein ummauertes, am Ufer liegendes Stück gemeint zu 

ui/uifWVWWVini nu-uiA mnu .» n i mu 

sein, wie die Schreibungen zeigen: [ ^ j \ j ^ ^ K dessen Ufer mit Stein cibge- 


clämmt sind ^ ^ ||||) • D j e dabejstehende Göttin heißt WSs.t-Hft-kr-nbs , 

trägt auf dem Kopf das Zeichen des Gaues, in den Händen Pfeil und Bogen. Es scheint sich um 
eine gemauerte Quaianlage zu handeln, die man eher auf dem Ostufer (vor dem Karnaktempel) 
als im Westen sucht 3 . Dafür spricht, daß Rechinire von einer Reise nach WSs .t-IIft-hr-nbs zu- 
ückkehrt 4 . Ähnlich ist die Bedeutung in der Pianchi-Inschrift 5 , wo es heißt, „Wenn ihr gelangt 
nach ! VSs,t Hft-hrn ’lp.t-iswt . . .“. Fast wie ein Synonym für Karnak steht der Ausdruck auf 
dem Denkstein Thutmosis III., der die Bauten des Königs in Karnak auf zählt 6 . Doch finden sich 
bereits zur selben Zeit Stellen, aus denen hervorgeht, daß sich diese Bezeichnung auch auf das 
Westufer erstreckte, z.B. wenn die Äcker von WSs.t den Feldern von Hft-hr-nbs gegenübergestellt 
werden 7 oder wenn es heißt: „Ich erreichte das Alter in der Südstadt, das imSh in Hft-hr-nbs 11 8 . 
Eindeutig auf den Westen bezogen ist der Ausdruck natürlich da, wo er in Verbindung mit imnt.t 
oder smj . t auf tritt; beide Verbindungen dienen oft zur Bezeichnung der Lage eines Grabes: „im 
Westen (bzw. der Wüste) Hft-hr-nbs “®. Die Bezeichnung wird schließlich auf das ganze westliche 
Gebiet ausgedehnt und als allgemeiner Ausdruck für Westen gebraucht: „Seine (des Toten) Seele 
gehe aus, wie es ihm beliebt, um die Sonne zu sehen in Hft-hr-nbs , wenn sie zur Ruhe geht 10 . 
Auch für Medinet Habu, die Kultstätte der acht Urgötter, wird der Name gebraucht. Man sagt von 
ihnen: „Die acht Urgötter gehen zur Ruhe ... in Hft-hr-nbä , ihrem Lieblingsort, ihrer richtigen 
Stätte“ 11 ; von Chons heißt es: „Er überschreitet den Fluß nach Ilft-hr-nM, um die Wahrheit der 
Iim-Stf- Schlange darzubringen“ 12 und „er fährt nach dem westlichen Theben, nach Ilft-hr-nbs 13 

mit Opfergaben für Amun. Schließlich entspricht im Pap. Rhind k||_ ^ P fx/x/1 c ^ em Namen 

Anne als Bezeichnung der Nekropole 14 . Die Ausdehnung eines topographischen Begriffes von einem 
kleinen Gebiet auf den ganzen thebanischen Westen treffen wir mehrfach auch bei Namen, die ur- 
spriinglich nur einen einzelnen Tempel bezeichnen; diese Ausdrücke sind unten bei dem beti eff enden 
Tempel besprochen. • <■ > - 

Eine weitere Bezeichnung für einen Teil der thebanischen Weststadt liegt in dem Ausdruck 

. i • . . , % 

° „Stätte der Wahrheit“ vor, der seit der späten 18. Dyn. vorwiegend in den Gräbern von 

Der el Medine begegnet, wo sich die Wohnungen uud Grabstätten der Nekropolenarbeiter befanden. \ 
Die zahlreichen niederen Priester- und Beamtentitel, die s.t-niS' . t als Arbeitsstätte nennen, lassen 
zunächst vermuten, daß es sich um ein besonderes Heiligtum oder um eine besondere Arbeitsstätte 
handelt; aber andere Stellen zeigen wieder, daß doch diese ganze Gegend einschließlich dei Ne¬ 
kropole gemeint sein muß. So wenn es beim Begräbnis heißt: „DieOchsen ziehen mich, die Großen 


1 Urk. IV 312. 2 ebenda 611. 3 vgl. Winlock, JEA 10 S. 224 f. 4 Urk. IV 1160. 5 Urk. III 8. 7 

6 Urk. IV 834. 7 ebenda 83. 8 ebenda 64. 9 Grab 106 Zettel 1266. Grab 23 Zettel 1580. 

10 Grab 65 Zettel 676/ 11 Theb. Temp. Inschr. 35 c. 12 ebenda 69 b. 13 ebenda 91h. 

14 Pap. Rhind I 6h 10 = I 6d 9; II 7 h 6 = II 7 d 7. Zu Hjt.t-hr-nU cf. Gardiner. Pap Wilbour II S. 27 

Anm. 2. < > \ 

^ , * •' •* v ^ - 

UAe XVI: O tto 7 

















50 


Theben -West 


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sind vor mir, um zu ruhen in der ^. t-m¥. f “ 1 oder wenn es über dem Leichenzug heißt: „In Frieden, 
in Frieden zur Stätte der Wahrheit“ 2 . Damit stimmt überein, daß sich nach dem Recto der Gold- 
minenkarte in Turin die „Stätte der Wahrheit“ neben dem Tempel RamsesII. befindet 3 . Die 
Arbeitersiedlung von Der el Medine, die zur „Stätte der Wahrheit“ gehörte, geht bis in die 18. Dyn. 

zurück, in die Zeit Thutmosis I. 4 . Der ältere Name scheint jj 00 „die große Stätte“ gewesen 

zu sein. In der 18. Dyn. begegnen in den Gräbern Handwerker, die die gewöhnlichen Handwerker¬ 
titel mit diesem Zusatz tragen, z.B. „ArbeitsVorsteher an der großen Stätte“ usw. 5 . Doch kommt 
bereits unter Amenopliis IV. ein „Maler des Amun an der Stätte der Wahrheit“ vor 6 . Etwa 

gleichzeitig begegnet auch der Titel ^ ^ -J ^ „Sdm-'$ an der Stätte der Wahrheit " 7 

In der späteren Ramessidenzeit ist hier der am dichtesten besiedelte Teil der thebanischen West- 
stadt, wie das Häuserverzeichnis von Pap. B. M. 10068 verso zeigt: Von 182 Häusern im ganzen 

liegen hier 155 8 . Einmalig ist hier der Name : ^ @ ^ (j @ ^ © 9 - „Settle¬ 

ment of Maiunehes“, der anscheinend diese Siedlung von Der el Medine bezeichnet. 

Zu den Personifikationen, die im westlichen Theben verehrt werden, gehört auch die Hft-hr-nbi, 
meist als ^ ^ bezeichnet 10 . Als Göttin des Westens wird sie zusammen mit 

.." Hathor und Anubis 11 oder mit Osiris 12 angebetet. An anderer Stelle wird sie mit der Hathör des 
Westens direkt gleichgesetzt, die nun „Hathor, Herrin der Nekropole, ’Imntt-Hft-hr-nbä“ heißt 13 
oder „Hathor, Oberhaupt von Theben, ’lmntt-Hft-hr-nbs, die Große Bergspitze, die umfängt, 
die im Gebiet der Verstorbenen ( ksjw ) sind“ 14 . Wie Hathor hier besonders in der Gestalt der aus 
dem Berge tretenden Kuh verehrt wird, so findet sich diese nun auch als „Hathor, Herrin der 
Nekropole, *lmntt-Hft-hr-nb& u bezeichnet 15 . - • 

' ) .. ■' • V 

Außer diesen Personifikationen finden wir im westlichen Theben noch zahlreiche andere Gott¬ 
heiten verehrt, darunter selbstverständlich die mit Tod und Begräbnis verknüpften Götter wie 
Osiris, Anubis, Sokaris usw. Dazu kommen die eigentlichen Lokalgottheiten der Gegend: Die 
Schlangengöttin Meresger bei Der el Medine, die Ifwi-it/-Schlange in Medinet Habu, die Erd- 
schöpfersclilange, Gottheiten, deren Ursprung wohl in den primitiven Vorstellungen des Volkes 
in den Nekropolengegenden zu suchen ist und die erst sekundär in den Kreis der UrgÖtter einbe- 

( r ^ 

zogen worden sind. Auch die Fruchtbarkeitsgöttin Renenutet erscheint hier als Göttin der Nekro¬ 
pole. Sie heißt: „Renenutet, die Herrin (oder klie ist in 5 ) der Nekropole “ 10 oder „Renenutet, die im 


1 Grab 68 Zettel 537. 2 Grab 4 Zettel 1781. 3 Peet, Tomb robberles S. 10. 

4 Ziegel mit dem Stempel Thutmosis I. bei Bruyöre, Fouilles de l’inst. frang. 10, 1 S. 81. 
ö Zeit Amenopliis HI. Bruyöre, a. a. 0. 3, 3 S. 194. Nach Cerny, Bull. Inst. Frang. 27 S. 161 Zeit Amenopliis II. 

6 Bruyere, a.a. 0. 3, 3 S. 193. .* 

7 Bruyere, a. a. O. 10, 1 S. 82, Ende der 18. Dyn. Zum Wesen und zur Organisation dieser Arbeiter vgl. Cerny, Bull. 
Inst. Frang. 27 S. 159 ff. Clöre, ebenda 28 S. 173 ff. Kees, Kulturgeschichte S. 168. Jetzt zusammenfassende Veröffent¬ 
lichung: Cerny, Repertoire onomastique de Deir el Mödineh. — Doc. de fouilles XII Kairo 1949. 

8 vgl. Pect, Tomb robberies S. 83/4. 1 9 Pap. B. M. 10068 verso 2, 3. '• > 

10 Grab 157 Zettel 1128. Grab 23 Zettel 1538/9. 11 Grab 157 Zettel 1128. 12 Grab 23 Zettel 1534. 

13 LD III 199 h. 14 Piehl, Inscr. hier. 199k. 15 Grab 157 Zettel 1136. 

16 Urk. IV 1015. M6m. Miss. V S. 592 (Grab 74).' 

. . ' ' . ' ' ■ ■' -■ ’■ '' 


2 Grab 4 Zettel 1781. 



Lokal kulto 


51 


ß dsr ist, die sehr Heilige der Nekropole, die Herrscherin der Stadt der Ewigkeit“ 1 . Als Schlange 
wird sie zusammen mit ihrer Artgenossin Meresger in Der el Medine angebetet 2 . Zu dieser zu¬ 
nächst etwas befremdlichen Rolle mag ihre Gestalt als Schlange und Verwandtschaft mit den 

4 * . 

Schlangengottheiten des thebanischen Westens beigetragen haben, sowie die Tatsache, daß sie 
Öfters in den Opfergebeten als Spenderin der Nahrung angerufen wird 3 . Auffällig ist das Zurück¬ 
treten des eigentlichen thebanischen Gaugottes Month; ihm begegnen wir nur spät und ziemlich 
selten (im einzelnen s.,u.). Natürlich hat auch Amun selbst in allen Tempeln des Westens Kult 
erhalten. Dazu kommt der Kult der verstorbenen Könige, der oft noch sehr lange nach ihrem Tod 
gepflegt wurde. Ihnen schließt sich in der Spätzeit (wohl seit der 21.Dyn.) der des Amenopliis, 
Sohnes des Hapu, und des aus Memphis übertragenen Imhotep an. Darüber soll unten bei Betrach¬ 
tung der einzelnen Kultstätten gehandelt werden; hier soll nur zusammenhängend auf die Bedeu¬ 
tung zweier Göttinnen eingegangen werden, die mit der Entwicklung der thebanischen Nekropole 
engstens verknüpft sind: Hathor und Maat. ' ■ v . k 

Zu welcher Zeit der Kult der Hathor in Theben eingeführt worden ist, ist nicht ganz sicher. 
Zu den ältesten Zeugnissen dürfte der Titel „Prophet der Hatlior, Herrin vonDendera“ gehören 4 , 
den die Frau des Gaufürsten *Ihj in dessen Grab (Nr. 186) trägt; seine Datierung ist freilich nicht 
ganz sicher 5 . Jedenfalls hängt ihr erstes Auftreten eng mit der Geschichte der 11.Dyn. und damit 
der des thebanischen Gaues zusammen. Mentuhotep III. nennt sich auf einem Relief in Gebelen 
in der Kartusche „Sohn der Hathor, Herrin von Dendera“ 6 . Daß sie die Herrin von Dendera ist, 
wird immer wieder betont. Die in der Tempelanlage Mentuhoteps von Der el Baliri beerdigten 
Prinzessinnen bekleiden mehrfach das Amt einer Prophetin der Herrin von Dendera 7 . Noch im 
NR führt sie oft genug diesen Titel 8 . Aus Dendera hat sie auch ihren Solm Somtus mitgebracht. 
Ein oberster Vorlesepriester im Tempel Mentuhoteps ist zugleich Prophet des Harsomtus 9 und im 
NR heißt er: „Somtus, Sohn der Hathor, Oberhauptes von Dendera, in (hrj ib) Dsr-dsno“ 10 . Nach¬ 
dem ihr Kult einmal nach Theben übertragen war und sie im Mentuhoteptempel verehrt wurde 11 , 

f \ ' 

erhält sie von hier aus den ausgesprochenen Charakter einer Nekropolengöttin. Vielleicht knüpft 
sie zudem in Der el Bahri an einen älteren volkstümlichen Kuh-Kult an (s. u. S. 61). Bereits im 
MR taucht die Bezeichnung auf, die wir in der Folgezeit in allen Teilen des westlichen Theben 

lesen: Q ^ „Hathor, Oberhaupt der Wüste“ 12 . So heißt sie z.B. „Hathor, Herrin vonDen¬ 

dera, Oberhaupt der westlichen Wüste“ 13 , „Oberhaupt der westlichen Wüste, Herrin des Himmels, 
Herrscherin des tS d£r“ 14 , „Herrscherin des Gaues der Gerechtfertigten“ 15 . Dazu trägt sie häufig 
das Zeichen für „Westen“ auf dem Kopf 16 . Auf diese Weise wird sie bald nrt der 9 Imnit und Hft- 

I Grab 82 Zettel 881. 2 Bruyere, Fouilles de Pinst. frang. 2, 2 S. 49. • ' 

3 Davies, Tomb of two offlcials (Grab 90) Taf. 30. ders. Tomb of Kcnamun (Grab 93) Taf. 64. Grab 82 Zettel 881. 

4 Newberry, Ann. Serv. 4 S. 98. ^ ^ 

5 Brunner, Felsgräber S. 55, setzt es in die späteste 6. Dyn. v. Bissing, Ägypt. Kunstgeschichten (Erläuterungen) S. 78 

in die frühe Herakleopolitenzeit. 6 Capart, L’art egypt. II 140. ■ ' 

7 Naville, 11 th Dyn. temple II Taf. 13. 18. - 8 ebenda III Taf. 11A. 31, 1. 

9 Mariette, Catal. d’Abyd. 605. MR. 10 Naville, Der cl Bakari IV Taf. 98. - . 

II ders. 11 th Dyn. temple II Taf. 6D. 12 Lange-Schäfer, Cat. gön. 20430a. Stele aus Gurna. 

13 Champollion, Not. descr. I 530. 18. Dyn. , 14 Virey, Rcc. Trav. 21 S. 132, Grab 96 B. 

15 LD Text III 300, Grab 299, 20. Dyn. 16 Th. M. Davis, Tomb of Harmhabi Taf. 32. LD Text III 222. 


















Theben -West 


hr-nbs gleichgesetzt, bald als besondere Westgöttin von ihnen geschieden. Aus ihrer Gestalt als 
Kuh und ihrem erst in Theben geformten Charakter einer Nekropolengöttin entstand ihr Bild 
als das einer aus dem Berge tretenden Kuh, das im Tempel der 18. Dyn. von Der el Bahri zum ersten 
Male groß in Erscheinung tritt und von da aus in den Bildern der Gräber, auf Weihereliefs und in 
Papyri weite Verbreitung gefunden hat 1 . Ihr Name „Hathor, Herrin des Westens von Djeme“ 

( Ht-hr nb.t Imnt.t n DBm.t) kehrt griechisch noch wieder in den Namen ’A^upvouegovTsaep,« 2 . 

Die andere in der thebanischen Nekropole an erster Stelle verehrte Göttin ist Maat. Ihre Rolle, 
die sie im Totengericht spielte, ließ sie besonders geeignet erscheinen, die Anbetung und Verehrung 
der Lebenden und Toten der westlichen Gräberstadt zu empfangen. Vor allem in der religiös stark 
bewegten Ramessidenzeit, aus der die wohl am unmittelbarsten empfundenen und undogmatisch¬ 
sten Gebete und Anrufungen der gesamten religiösen Literatur Ägyptens erhalten sind, gilt sie 
als Schutzheilige schlechthin der hier beschäftigten Bevölkerung. Das Zentrum ihres Kultes bildet 
die Gegend um Der el Medine, der Ort, an dem sich die Arbeiterstadt und -nekropole der 18. bis 

20. Dyn. befand. Die Gegend wurde als j „Stätte der Wahrheit“ bezeichnet (s. o. S. 50).. 

Als Totengöttin führte sie die Namen: „Herrscherin der Unterwelt“ ( igr.t ) 3 , „Herrin des Westens 
in der Unterwelt“ 4 , „Herrscherin des Westens“ 5 . Theologisch gilt sie als Tochter des Re 6 ; als 
solche wird sie auch sein Auge genannt 7 . Ebenso heißt sie auch Tochter des Amun 8 . Häufig ist 

• 1 , i 

in Der el Medine und auch sonst der Name „die sich mit Amun vereinigt“ ö (j 9 . Da 
Hathor ebenfalls „Auge des Re“ genannt wurde 10 lind in Theben ja gleichfalls Göttin des Westens 

war, wurden beide auch als Maat-Hathor einander gleichgesetzt: ^ ^ ^ ^ ^ t . i ^ 


^ V) IJwJ V) A ^ I 1 (W) IO 
„Maat-Hathor, die Herrscherin des Westens . . . die große Herrin 

in Djeme 11 “. 

Wie auf der Ostseite Thebens das größte Fest das von ’lf.t war, so im Westen das von (j 
„Wüstental“ 12 . Als größte tliebanische Feste werden beide nebeneinander genannt: „Ich machte 
dir die jährlichen Zeremonien des Festes von Ipet, des Festes von ’ln.t gleichermaßen“ 13 . Es hat 
dem Monat Payni den Namen gegeben 14 und bestand ebenfalls aus einer Landprozession und 
einer Nilfahrt, die aber das westliche Theben zum Ziel hatte, die ausgedehnte Totenstadt mit den < 
Gedächtnistenipeln; Von diesem Fest reden auch die griechischen Quellen, sowohl die Schrift¬ 
steller (Diodor I 97, 9) als die griechischen Urkunden aus Theben, als der Siaßaou; tou p.eyioTou 

ikou "Ajrjxwvoi;. Die ägyptischen Texte nennen es auch Fest von ’ >^ es wes tlichen 


1 genannt: „Hathor, Herrin cler Nekropole, die Imentet-H/Wir-w&s“, Grab 157 Zettel 1136. „Hathor, Herrin von 
Dsr.t “. Grab 23 Zettel 1531. „Hathor, Oberhaupt Yon Thebeiv, VAJ-Kuh, Gottesmutter, Herrin des Himmels“, Naville, 
Der el Baliari IV Taf. 96. „Hathor-Tnf./, Oberhaupt aller Götter“, ebenda 105. 

2 PSI IX 1016= Spiegelberg, Demotica, Sitz, bayer. Akad. 1928, 2. Kees, Art. Thebae bei Pauly-Wissowa Sp. 1562. 

3 Grab 106 Zettel, 1217. 4 Champollion, Not. descr. I 568, Grab 65. 5 LD Text III 187, Medinet Habu. 

v 6 Grab 47 Zettel 1295. Gurna Zettel 77. 7 Quibell, Ramcsseum Taf. 10, 4. 8 Amunritual 21, 5. 

9 Sethe 3, 70. Theb. Temp. Insclir. 13 e. 66c u. Ö. 10 Pielil, Inscr. hi6r, I 167, 168. 11 ebenda 163. 

12 Vgl. S. Schott, Altägypt. Festdaten, Abh. Mainz. Akad. 1950, 10 S. 69 ff. 

13 Medinet Habu Zettel 999. , 14 vgl. Bouriant, Rec. Trav. 13 S. 166 zwischen 1. Pachons und Epiphi genannt. 


Feste, Verwaltung 


53 


n V V“| WWV» »WWVA a ^ 

Wifetentate“ 1 oder jf ^ „des Westens“», ^ ^ o f o ”“ ine Fatet zum 

Westen“ 3 oder „Amuns Fahrt zum Westen“ 4 . Mit diesem Wüstental ist der Felskessel von Der 
el Bahri gemeint, der in der 12, Dyn. als ^ c=d (q ^ 37 |]| »Wüstental des Nb-h'p.t-R'“' 6 be¬ 
zeichnet wird. Fragmente von Darstellungen der Amunfafhrt zur Hathor von Der el Bahri in die¬ 
sem Tempel aus der 11. Dyn. machen das sicher 6 . Auch in der 18.Dyn. nennen zahlreiche Texte 

das Fest in Verbindung mit Der el Bahri: Es heißt -' „Fest von Dsrrdsrw“ 7 oder 

von cLb ^ Dsr-Bh.t 8 , das auch als Ziel einer Ruderfahrt der Amunbarke 9 in Parallele mit dem 
Luxorfest genannt wird 10 . Dsr-Bh.t, von ThutmosisIII. gegründet, gehörte höchstwahrscheinlich 
zum Tempel von Der el Bahri (s. u. S. 61). Man nennt es zu dieser Zeit auch: f {| I | 

J ' WWV> „Seine (Amuns) jährliche Fahrt an seinem schönen Fest von Därw“ 11 

oder QHj k— Ö &J/ <=> ^ G J LJ J »Sein Fest von Dsr-därw am Denkmal der Karnare“ 12 . 

Aus den Inschriften der Gedächtnistempel geht hervor, daß der Festzug alle diese Tempel berührte 
und daß der Barke die Statuen der Könige folgten. Deshalb erbaute Sethosl. eine Barke, „um seine 
Schönheit zu erheben, wenn er dem Herrn der Götter folgt bei seinem Fest des Tales“ 13 . Auch der 
Privatmann wünscht sich: „Ziehen in Frieden seitens des NN im Gefolge dieses herrlichen Gottes 
Amun, wenn er aus Karnak kommt, um zu ruhen in Hnk.t-'nh“ (d.h. im Gedächtnistempel Thut- 
mosis III.) 14 . Und Nebamun (Grab 90) sagt: „Möge ich meinem Gott, der in meiner Stadt ist, 
folgen nach D§rw zum westlichen Horizont“ 15 . ■■}.. • \ 

Daß der thebanische Westen verwaltungsmäßig zum Osten gehörte, darüber kann bis in die 

f * ' 

Ramessidenzeit kein Zweifel bestehen. Als Beamte sind dort tätig: * 1^ jj“ „WüstenVor¬ 
steher im Westen Thebens“ 10 und die ^ (| (| "j ^ ^ ^ jj* ® ^ „Obersten der Mad- 

joi im Westen der Stadt“ 17 . Eine verwaltungsmäßige Trennung findet erst in der Ramessidenzeit 

.. r.., 1$ T>.'i_ /loci WT Qof DllO rl DP 


statt mit der Einfügung eines „Bürgermeisters des Westens der Stadt* 

(s. o. S. 12). Ob, wie Peet meint, Theben-West in eine südliche und eine nördliche Hälfte geteilt 
war, scheint mir sehr ungewiss 18 . Die einzige Andeutung dafür, die ich kenne, findet sich im Grab 
des Nebamun (Nr. 90) 19 , wo anscheinend zugleich zwei „Oberste der Madjoi“ amtieren 20 und wo 
eine südliche und eine nördliche Hälfte der Weststadt genannt werden, wobei es sich freilich um 


I Grab 56 Zettel 550, Amenophis II. 2 Grab 98 Zettel 1107, Amenophis II. 3 Urk. IV 1008. 

4 Spiegelberg, Rec. Trav. 20 S. 41 Z. 9. Stele Amenophis III. 5 Naville, 11 th Dyn. temple I Taf. 24. 

6 ebenda I Taf. 13B, D. 14 C, G, III Taf. 13, 7. , 7 Piehl, Inscr. hier. 1110. 8 Urk. IV 929. - , 

9 Urk. IV 935. 10 ebenda 897. 11 Bouriant, Rec. Trav. 11 S. 158, Grab. 76. 12 Urk. IV 310. 

13 LD III 131 e. 14 Virey, Rec. Trav. 22 S. 84, Grab 96 B. 15 Urk. IV 150. 

16 mit vielen Varianten, Champollion, Not. descr. I, 527. Mein. Miss. VIII, 273, 4. 

17 Davies, Tomb of two officials Taf. 21. Dekret für Amenophis, Sohn des Hapu, Z. 16. 

18 Peet, Tomb robberies S. 14. 19 Davies, Tomb of two officials Taf. 21. 

20 Davies, a. a. 0. S. 36 Anm. 5. Zwei hrj mdij auch Pap. B. M. 10068 verso 3, 20. 7, 7. (Häuserverzeichnis), doch haben 
heide anscheinend ihre Häuer in der Gegend von Der el Medine. 
















54 .' 


Theben-West 


eine rein rhetorische Aufzählung zu handeln scheint. Nach dem Pap. Abbott, cler ja am ehesten 
etwas davon erkennen lassen müßte, hatten zwar mehrere ,,Oberste der Madjoi“ in Theben-West 
Dienst (z,B. Pap. Abb. 4, 5), von einer Zweiteilung ist aber nichts zu spüren. Vielmehr gehörte der 
Westen zu dieser Zeit ungeteilt zur Stadt Theben, der gegenüber er rein verwaltungsmäßig eine 
gewisse Selbständigkeit besaß. Der Sitz der Verwaltung der Weststadt befand sich beim Tempel 
von Medinet Habu 1 , wie auch in der Ptolemäerzeit hier in Djeme die Hauptsiedlung gewesen zu 
sein scheint. ’ ' . J. 

Die Gienzen des Bezirkes sind nicht mit voller Sicherheit zu ziehen. Nördlich wird Drall abu 
Jnegaund Gurna etwa den Abschluß bilden. Im Süden gehörte Der esch-Schelwit zweifellos schon zum 
heimonthitischen Gebiet (s. u. S. 92). Ebenso zweifellos aber der Birket Habu (Bauten Amen- 
ophisIII.) zu 'Hieben-Stadt. Auch daß sich in den Kulten von Medinet Habu sehr starke liermon- 
thitische Einflüsse geltend machen (s. u. S. 74), ..kann die Zugehörigkeit zu Hermonthis nicht 
beweisen 2 . Die thebaniseke Weststadt hatte kultlich und organisatorisch so enge Beziehungen zur 
Oststadt, daß ein Grund für die Abtrennung und Einverleibung nach Hermonthis schlechterdings 
nicht einzusehen ist. Daß freilich die topographischen termini nicht an eine feste Grenze gebunden 
sind, zeigen mehrere Beispiele. Ein zweifellos nach Hermonthis gehöriger Buchispriester wünscht 
sich ein schönes Begräbnis „im Westen von Theben“ 3 . Isis heißt in Der esch-Schelwit: „Herrin 
von Djeme 4 . Hier greifen Bezeichnungen des westlichen Theben auf ein Gebiet über, das nicht 
mehr eigentlich dazu gehört; doch stammen beide Beispiele aus einer Zeit, als die thebanische 
Totenstadt verwaltungsmäßig schon von Theben-Ost getrennt war und sich damit die topographi¬ 
sche Terminologie noch mehr auflockerte. Als Gegenbeispiel seien die Worte auf dem einen Memnons- 
koloß genannt: „Gebracht aus dem nördlichen Heliopolis zum südlichen Heliopolis“ (= Hennon- 
tliis) 6 . Hier gab natürlich die Gegenüberstellung das nördlichen mit dem südlichen Heliopolis 
Anlaß zu der Benennung. Ebenso liegt wohl nicht mehr als eine Ungenauigkeit im Ausdruck 
vor, wenn sich ein sdm- s in Der cl Medine (Grab 211 ) „Herr eines Grabes in Hermonthis“ 

nennt 6 . •. * .< \ v " .... . ’■* - 

> x , - \ - 

Anders wird cs in der Spätzeit. Teile von Theben-West gehörten anscheinend seit der 26. Dyn. 
zu Hermonthis; Landbesitz des Amun ist gelegen „. . . in the field of Ermont in the field of Tmet- 
pebölc“ 7 . Der Name Tmetpebek begegnet mit Varianten öfters als Bezeichnung eines Gebietes bei 
Medinet Habu (s. u. S. 80). Ob damals bereits das ganze Gaugebiet aufgeteilt war, wie in der Pto¬ 
lemäerzeit, ist nicht sicher. Anscheinend bleibt seitdem Theben-West von der Stadt'getrennt uud 
wird in der Ptolemäerzeit ganz oder zum Teil zum neuen patliyritischen Gau geschlagen. Im 
2 . Jlid. hatten dieMemnoneia (= Theben-West) eine gemeinsame Agoranomie mit der xa.ro ronapyiee 
too ÜaO-uptTOu 8 , gehörten also nicht zu dieser. Ihre Zugehörigkeit zum pathyrischen Gau wird aber 
eindeutig erwiesen durch Pap. B. M. 10 463°, wo die „Häuser des Westens der Stadt im Gau von 
Pathyris“ genannt werden. Trotzdem wird die in dieser Urkunde genannte Abgabe nach AloaTtoAu; 

1 Pap. B. M. 10068. Pect, Tomb robberies S. 84. 

2 Für die ptolemäischen und römischen Tempel Kasr ei Aguz, Medinet Habu und Der el Medine liegen die Dinge anders; 

damals gehörte dieses Gebiet zu Hermonthis. 3 Myers-Fairman, JEA 17 S. 227, Taf. 55. 

4 LD Text III 193. 5 vgl. Varille, Ann. Scrv. 33 S. 8611. G Varille, a.a. 0. Weitere Beispiele.s. u. S. 92. 

■ ^ Turin 246, Psammetich I. = Griffith, Ryland Pap. III S. 143. und Reich, Juristische Papyri S. 7. 

8 .Wilcken, UPZ II Nr. 181. Pap. Nechutes, ICol. II, 5. 9 210 v. Chr, Griffith, PSBA 23 S. 294ff, 

- r v' ’ ”• •• , . • ' r ' 1 - '' H 


.Verwaltung. Sethostempel 


‘ p.ey ^'0 gezagt- Her Text zeigt übrigens deutlich, daß der Ausdruck „Westen der Stadt“ eine rein 
geographische Bezeichnung geworden ist. Im Pap. B. M. 10230 1 wird genannt: „Djeme im 
Westen des Gaues von Pathyris“. Die Felderliste von Edfu nennt als Teil dieses Gaues die n| |( ^ 

^ © 2 in griechischen Texten ist häufig die Bezeichnung zu finden: ja Mepvoveta t% Aißw/js tou 

n«ÜupL°u 3 . Abgaben und Strafgelder der Memnoneia-Bewohner gehen meist nach Hermonthis 4 . 

Dem steht gegenüber, daß im Antigraphum Greyanum 5 ein Ort ©uvaßouvoov ev Tfl Aißufl tou ITe- 
pjß-'qßac ev tou; Megvoveiou; genannt wird. Weiterhin werden Pap. Turin 8 I, 18 6 die Kepageia, die 
sicher auf dem Westufer lagen (s. u. S.79), zum Perithebas gezählt. Dieser merkwürdige Tat¬ 
bestand scheint die Annahme einer Teilung der Memnoneia in eine zum Pathyrites und eine zu 
Perithebas gehörige Hälfte nahe zu legen; damit wären zwar die Widersprüche und Schwierigkeiten 
der Quellen z.T. gelöst 7 , aber es bleibt zu fragen, warum man das in jeder Beziehung zusammen¬ 
gehörige Gebiet geteilt hat und an welchen Punkt eine Grenze gelaufen sein kann. Noch in der 
Kaiserzeit werden die Memnoneia als Teil der Hermonthites, der den Pathyrites ablöst, genannt 8 
und noch aus koptischen Texten kennen wir den Ausdruck: Niiue mniouoc epuoiiT 9 . 

Die Besprechung der einzelnen Kultstätten des thebanisehen Westens geschieht am besten in 
ihrer geographischen Reihenfolge von Norden nach Süden, wie sie sich am Rande des Frucht-, 
Landes oder weiter zurückliegend in den Bergen aneinander gereiht hinziehen. Der nördlichste — 
von den geringen Resten des Antefcemetery. abgesehen - ist der Gedächtnistempel Setkos I. bei 

Gnrna (Karte 4 Nr. 3). Sein Name ist vollständig: ^ Q ^ 0ctkosj ^ ^ f)_ 

„Der Tempel: Trefflich ist Sethos im Haus des Amun“ 10 . Als königlicher Gedächtnistempel führt 
er auch die Bezeichnung: ^ 1 1 1 fff ”^ ails von ^ 1 ^ 10nei1 Jahren 11 oder mu 

£ ^ ^ „Sein (des Königs) Haus von Millionen“ ia . Zahlreich sind die Bezeichnungen, die 

ihn zum Tempel des Amun und besonders zu seiner Ruhestätte am Talfest stempeln: ^ ^ 0 L J 
^ n (| (j | „Ersoheinungshof“ 13 , jj (j []^ ^ ^ 1111© „Erscheinungs- 

stätte des Herrn der Götter, um die Schönheit von Theben zu sehen 

Adyton der Nemiheit, Ruhestätte des Herrn der Götter an seinem schönen Fest des Tales“ 16 , 

115 E $ I 1 — ^ 4 ® — V fl ^ ^ ” Herrliches mn * b des Herra 


„Herrliches mrikb des Herrn 


1177 v. Chr. Reich, a,a. 0. S. 78/9. 2 Brugech, Thesaurus S. 538 Z. 5. 

3 PSI IX 1016, 129 v. Chr. 1018, 110 v. Chr. 1021, 109 v. Chr. . >• > 

4 Theban Ostraca S. .72, 154 oder 143 v. Chr. Pap. dem. Berlin 3090, 140 v. Chr. Pap. dem. Berlin 3118, 117/8 v. Chr. 
Pap. Amhersb 31 (112 v. Chr.) werden die Finanzbeamten des Pathyrites zum Eintreiben von Zahlungen in die Toparchien 
geschickt und kommen dabei auch nach den Memnoneia. 5 Wilcken, UPZ II Nr. 175a. 146 v. Clu. 

G ebenda Nr. 196. 119 v. Chr. 7 ebenda S. 174. 209/ 8 Kenyon III, 258. 6. Jhd. n. Chr. 

9 Crum-Steindorff, Kopt. Rechtsurk. 1, 14. 13, 8/9. 36, 3 usw. 10 Gurna Zettel 75. U LD III 132a, 

12 LD III 152 a, 13 seil, des Amun. LD III 132b. 14 LD III 152c. . 15 ebenda 132a. 










Theben-West 


der Götter, wenn er sein schönes Fest des Tales feiert“ 1 . Für die Prozessionsbarke des Gottes 

baute der König einen Raum genannt mnkb, jj cr^] [1 „mnkb 

. \ . 
für seine Barke“ 2 . Die eigene Barke des Königs in diesem Tempel hieß: jl ^ n ^ 

Baike des Herrn der beiden Länder, l\in-M3 f .t-R', des Herrn der Diademe, Sethos, geliebt von 
Ptah, in seinem ewigen Haus von Millionen von Jahren“ 3 . Die Lage des Tempels wird häufig 
nach seinem Verhältnis zum Karnaktempel angegeben: Gegenüber (m hft kr) von ’ip. t-isw.t 4 , 
gegenüber von deinem (des Annm) großen Haus 6 , von deinen Häusern 0 , gegenüber von seinem 
Vater Amonre 7 . Diese Ausdrücke knüpfen offensichtlich an die oben besprochene Bezeichnung 
Hft-hr-nbs für das Karnak gegenüber gelegene Land an. Auf die Bedeutung der Angabe, daß der 
Tempel ,,im Vorhof von Karnak“ läge, war schon oben (S. 48) eingegangen. Häufig begegnet 

der Zusatz „im Westen von Theben“ oder f-J-^ f £ », auch in der änigmatischen 


Schreibung 


10 . Unter den Göttern, die hier verehrt werden, nimmt Amun natürlich die 


eiste Stelle ein, sowohl Amonre, Herr der Throne der beiden Länder 11 , wie Amun-Kamephis 12 , 
beide als hvj-ib. Dasselbe Verhältnis zum Tempel haben die Götter von Heliopolis 13 , die Götter 
des Osiriskreises, Osiris von Busiris 14 , Nephthys 15 , Anubis von Siut 16 , Upuaut 17 , schließlich natürlich 
die in Theben verehrten Götter Chons-in-Theben-Neferhotep 18 , Ptah von Theben 19 undThot 20 . 
Daneben nimmt der Kult der verstorbenen Könige besonderen Raum ein: Sie d.li. ihre Statuen 
nahmen auch an demTalfest teil; es heißt hier darüber: „Die Fahrt des Gottes in seiner eigenen 
Barke an seinem Talfest, um zu ruhen in seinem Tempel an der Spitze der Könige“ 21 . RamsesII 
baute in diesem Tempel eine Kultkammer für seinen Großvater Ramses I: „Er machte es als sein 
Denkmal für den Vater seines Vaters, Mn-phtj-R', selig“ 23 , ebenso auch für Sethos, den Erbauer 
des Tempels 2 “. Von Siptah ist eine Stele erhalten, auf der er Ainonrasonter, der Ahmes-Nofretere, 
der Schutzheiligen der thebanischen Nekropole, sowie seinen Vorfahren Sethos I. und Ramses II. 
opfert 24 . ' . ' - ' . 

Neben dem Sethos-Tempel biegt der Weg zum Biban el Moluk ab, ägyptisch ^ 1 ^(j |1 

eg, auf dem die Sonne zur Ruhe geht * genannt 25 . Die Ebene, die er durchschneidet, ehe er in 
die Beige eintritt, ist wahrscheinlich das von Ostraca bekannte „große Feld“ J|J| [| ^ < w --- a6 ) 

das auch im Giornale della Necropoli (17 B recto 7, 5; 9, 6) als Ort genannt wird, von dem aus sich 
die Untersuchungskommission zum Königsgräbertal begibt. Der Name des Tales selbst ist aus dem 
Pap. Abbott bekannt. Vollständig heißt es: crzi ~ 4 fl XX 


-^ ^ ^ jgi | 1 " _ ^ I j 

. 7 dm . I ’ ■ • V 

V ■ - _ % ♦ ' t , J 

1 Legrain, Bull. Inst. Frang. 13 S. 63. 2 ebenda S. 4. 3 LD III 132 a. 4 ebenda 132 b. 5 Gurna Zettel 45. 


6 Gurna Zettel 45. 7 ebenda Zettel 52. 8 ebenda Zettel 40, 52, 66, 157. 9 LD III132 a, g. 152f. 

10 Gurna Zettel 61. ; 11 ebenda Zettel 46. 12 ebenda Z. 84. 13 ebenda Z. 50 14 ebenda Z. 57. 

15 Zettel 55. 16 Zettel 58. 17 Zettel 71. ^ 18 Zettel 51. 19 Zettel 74. 20 Zettel 75. 

21 LD III 152a Z. 15. 22 Petrie, Qurneli Taf. 43. 23 LD Text III 90/91. 24 Petrie, a.a. O. Taf, 45. 

25 Karte 4 Nr. 2. Spiegclberg, Zwei Beiträge S. 9, 26 Cerny, ÄZ 72 S. 113. v 1 N . 


Sethostempel, Biban el Moluk, Kultstätten Amenophisl. 


57 


j" j” j” Jjj (__] ^ | fl ^ ^ ^ „die ß roße h e iüg e Nekropole von Millionen Jahren 

des Pharao im Westen von Theben“ (Pap. Abb.l, 8; 6, 15/16), doch wird meist nur die kürzere 
Form ,,<h e große heilige Nekropole“ gebraucht (ib. 6, 6). Ein stufenförmiger Aufstieg im Königs¬ 
gräbertal begegnet ägyptisch als ” die ' 8Chöne Treppe derWest ' 

göttin“ 1 . * .. ' \ . 

Der westlich vom Gurnatempel gelegene Tempel (Karte 4 Nr. 5) gehörte der Königin Ahmes- 
Nofretere, der Mutter Amenophis I. Der Name ist l ~" J fj ^ oder o 1L ’“~ l p 3 . Zu ergänzen 

' '< AAAAAA Jln (WvW un 

ist der Name eines Gottes, wohlAmuu: „Amun dauert an der Kultstätte“. Der feminine Artikel 
bezieht sich auf des weggelassene Substantiv h.t „Haus“. Die Bezeichnung „Haus von Millionen 
Jahren“, die sonst die Gedächtnistempel kennzeichnet, findet sich hier nicht, was wohl an. der 
UnVollständigkeit des Materials liegt. Dies ist der Hauptkultort d.er Königin als Göttin der Nekro¬ 
pole. Sie wird angerufen als (^<=> (j < ^ > [jj]^ „Nofretere von wn-L £“ 3 , so auch in der 

Ht'p-äj-nswt -Formel mit Mut, Herrin des Himmels, zusammen 4 . Als „Gottesweib des Amonre und 
große königliche Gemahlin“ begegnet sie mit Angabe dieser Kultstätte bis in die späte Ramessiden- 
zeit 5 . Natürlich wird in dem Teinpel auch Amun verehrt. Ra' 6 ist erster Prophet das Amun in 
(m) mn-s . t ; Sennmt führt den Titel „Ackervorsteher des Amun in vm-s.t“ 7 ; mehrfach werden in 
Opfergebeten die Speisen, „die auf den Tisch des Amun von mn-&.t kommen“, erwähnt 8 . In der 

Liste thebanischer Tempel des Puyemre (s. o. S. 14) kommt ein „Ka-Haus“ der Ahmes- 

Nofretere vor, der von dem Tempel mn-S.t geschieden wird; über seine Lage ist nichts bekannt. 
Davies 9 meint, es handele sich um eine besondere Kapelle in mn-s . t . : 

Auf einer Stele wahrscheinlich der 19. Dyn. aus dem Tempel der Königin 10 wird der (I n 

□ ^ [|l J(j <=> Jj „Amun vom Ausschau-Platz der Alimes-Nofretere“ genannt. Der 

Ausdruck s.t-ptr muß ein vielleicht auf dem Dach befindliches Heiligtum bezeichnen, wie wir 
auch in Karnak einen „Re vom Dache des Amuntempels“ kennen gelernt haben (s. o. S. 35). Zur 

Verbindung s.t-ptr kenne ich keine genaue Parallele; sie erinnert an das ^ j; n I P- -> f 
(Hs. des MR zu Totenbuch 68 = Coff. texts III S. 214/15), das die Stelle des Grabes bezeichnet, 
an der der Tote es verlassen will, um zum Himmel aufzusteigen. 


Schwieriger ist das Problem der Kultstätten Amenophis I. Obwohl er im Nofretere-Tempel 
abgebildet ist 11 , läßt sich nach den Inschriften keine Beziehung zum Tempel erkennen. Bei dem 
südlich von diesem Tempel gelegenen Bau 12 könnte es sich dagegen nach den Reliefs 13 um den Ge¬ 
dächtnistempel des Königs handeln, dessen Name aber nicht bekannt ist. Zu ihm gehören vielleicht 
die „Hausvorsteher (mr ipr) des Hauses Amenophis I. im Westen Thebens“ (s. u. Anhang III). 

jfe -' - a , : • • ' 

1 Spiegelberg, a. a. O. S. 9. 2 Northampton, Tlieban Necropolis S. 7. 3 ebenda Taf. 3. ,/ 4 Daressy, Rec. 

Trav. 20 S. 75. ' - 5 LD III 236a, Ramses IX. . 6 Grab 72 Zettel 764. 7 Legrain, Cat. gen. 42114. 

8 Northampton, a.a. O. Taf. 3. Berlin 3426. Berl. Inschr. II S. 88. 9 Puyemre II S. 80. 

10 Northampton, a. a. 0. S. 7/8. Text bei Spiegelberg, ÄZ 45 S. 87. 11 Northampton, a. a. O. S. 7 fig. 5. 

12 Spiegelberg, Zwei Beiträge. Carter, JEA 3 S. 147 ff. 13 Sethe, GGA 1902 S 29. Winlock, JEA 4 S. 11. ^ , 

UAe XVI: Otto , . , . , ‘ 8 















58 


Theben-West 


Daneben kennen wir ein „Haus cles Amenophis vom Vorhof“, das, wie oben (S. 48) ansgeführt, 
südlich bis süd-östlich vom Gurnatempel Sethos I. gelegen haben wird. Dieser Amenophis wird 
auch'mit Alimes-Nofretere von mn-6.t zusammen angerufen 1 , ohne daß daraus etwas über die 
Lage des Heiligtums geschlossen werden könnte. ^ 

Ein anderes Heiligtum des Königs 

„Das Haus des Amenophis vom Garten “ 2 muß in der Nähe des mutmaßlichen Gedächtnistempels 
gelegen haben. Im Pap. Abbott wird seine Lage südlich vom Grab des Königs angegeben, das 
Carter in dieser Richtung (etwas westlich von der nördlichen Verlängerung der Tempelachse) 
gefunden hat 3 . Obwohl daher der Lagebezeichnung nach das „ Gartenheiligtum“ mit dem gefundenen 
Tempelbau beim Nofretere-Tempel identisch sein könnte, ist die Gleichsetzung doch wohl abzu¬ 
lehnen, weil der Name „Haus des Amenophis vom Garten“ unmöglich den offiziellen Gedächtnis¬ 
tempel bezeichnet haben kann, ,um den es sich eben doch den Reliefs nach zu handeln scheint. 
Man hat es aber in der Nähe dieses Tempels zu suchen. .. ■>' 

Nur einmal wird in der Opferformel ein „Amenophis /VvW\*L ys > \\ n envalmt ’ zusammen 
mit Chons 4 . Hier wie bei den folgenden haben wir es wohl nur mit Kultstatuen zu tun, die in einem 
Tempel oder auch an anderen Orten aufgestellt waren. Das Wort idr.t begegnet m. W. nur noch 
einmal auf einer Stele Haremhebs in Memphis 6 . Es handelt sich hier um die Stele, die aufgestel.lt 

wurde „vor (hft hr) dieser idr.t [j ° “• Danach muß es wohl irgendeine Bezeichnung 

AAJWVA 

für ein Heiligtum enthalten. „Amenophis von der idr.t “ wurde vielleicht eine Statue genannt, die 
in einem der Tempel des westlichen Theben aufgestellt war. 

Wieder Um eine Statue handelt es sich wohl bei dem „Amenophis von der Stadt“ oder „dem 
Herrn der Stadt“: LJ J ^ (j (Der el Medine Grab 2 ), LJ J / ' 

Amenoiihis vorwiegend in den Gräbern von Der el Medine erscheint, ist wohl eine Kultstatue 
darin zu sehen, die dort aufgestellt war, und die Bezeichnung dmj auf Der el Medine zu beziehen, 
dessen „Herr“ der König genannt wird 7 . ' . ' y . 

Andere Statuen, die von ihm genannt werden, lassen sich nicht lokalisieren. Häufig begegnet 
ein „Amenophis ^ ‘^ P “ genauer ^ ^ aa/wva (j 8 . Die Bedeutung des Wortes tbib wird etwa 

„Abbild“ gewesen sein. Wahrscheinlich handelt es sich um die Statue des Königs,' die in einem 
Raum des Thutmosisbaus in Karnak aufbewahrt wurde (s. o. S. 26) und die gelegentlich das west¬ 
liche Theben besuchte. Ihre Beziehungen zum Westen gehen aus der Inschrift der Statue eines 
Bekenchons in Berlin 0 hervor: „Er (der Gott) möge meinen Namen dauern lassen wie den der Ge¬ 
ehrten neben seinem leiblichen Sohn, dem Herrn der beiden Länder, Amenophis, dem Abbild des 
Amun“, sowie daraus, daß er überaus häufig in den Gräbern von Der el Medine abgebildet wird; z.B. 

1 Maspero, Ree. Trav. 3 S. 110, Turiner Stabuengruppe des Peinelisi. 2 Pap. Abb. 2, 3/4. 

3 Carter, JEA 3 S. 147ff. 4 Daressy, Rec. Tray. 20 S 75. '5 Pebrie, Memphis I Taf. 6 Z. 9. 

6 LD III 2 c. 7 vgl. Cerny, Bull. Inst. FratiQ. 27 S. 159 ff. Ders. Repertoire onomastique, S. 34. Hier wird dieser 
Amenophis als Dsr-k3-R' p3 dmj neben „Amenhotep p3 ib" und Ahmes-Nofretere genannt. 

8 Berlin 2082, Berl. Inschr. II S. 79. Legrain Cat. gen. 42183. 19. Dyn. 9 Berlin 2082. 


■ \ 




. < .7 


Kultstätten Amenophis I. 


j s t der Inhaber des Grabes 14 „Web-Priester des Amenophis, des Abbildes des Amun“. Vielleicht 
handelt es sich bei der Schreibung \ö-> oder r p-\ um denselben Namen 1 , ebenso vielleicht 

hei dem im Pap. Bologna 1094 genannten (] “ ^ ^ O Ü Ol J 2 - 

Eine andere Statue hieß LlQ ift'T’EE Var,: 

(] „Amenophis, der auf dem Wasser des Amun fährt“ (“?), d.li. der dem Amun er- 

O haaaaa I ■ * 

geben ist (vgl. Wörterbuch III S. 374, 9) 3 . Mit Alimes-Nofretere zusammen wird einmal folgender 
Amenophis angebetet: (()“ =4= 5] V “' : ’ 0) ” 

J „Amenophis: Das Land ist schön, solange er groß ist“ (?) 4 . 

Eine weitere Kultstätte des Königs hat schließlich in dem Ort (ff[) 0 \\ & gelegen. Der Name 

ist vielleicht mit den! Wort hntj „Vorhalle“ (Wörterbuch III 307) identisch und trägt deshalb 
stets den Artikel. Von der allgemeinen Bezeichnung könnte es dann zum Eigennamen einer bestimm¬ 
ten Örtlichkeit geworden sein. Auf einem Türsturz des British Museum (Nr. 153) wird der: „Herr 

der beiden Länder, D&r-kS-R', Herr der Diademe, Amenophis von fWl o \\ [©]" ei wälint °' 
Häufiger begegnet Amun dort; für einen Orakelspruch wird „Amun von pB hntj “ angernfen 6 . In 
den Gräbern von Der el Medine kommt mehrfach der Titel „Sängerin des Amun von pB hntj“ vor 7 , 

einmal auch der Eigenname ^ \\ e * ner Statue in Turin wird in der Opferformel 

Suchos-Re und Amonrasonter in (hrj ib) pB hntj angerufen 9 . In der Inschrift des Montemhet am 
Muttempel von Karnak (Z. 21) wird „die Große von q n ‘ g enaiin ^> deren Bild Montem¬ 

het herstellte; wahrscheinlich ist Mut damit gemeint. Sie wird unmittelbar nach Chons inMedinet 
Habu genannt. Dies und die häufige Erwähnung des Namens in den Gräbern von Der el Medine 
führt dazu, den Ort im thebanisclien Westen, vielleicht in seinem südlichen Teil zu suchen. 

Das Grab Amenophis I., nördlich vom Nofretere-Tempel gelegen, trug den Namen ö 

„Horizont der Ewigkeit“ 10 . Wahrscheinlich ist mit der in der Liste thebanischer Tempel des Imj- 
sbB (s. o; S. 16) aiifgeführten Amunkultstätte | O ^ ebenfalls das Grab des Königs gemeint, 
jedenfalls aber eine besondere Kultstätte. Wo der Ausdruck dagegen sonst begegnet, ist er all¬ 
gemein als „Nekropole“ oder „Westen“ zu verstehen. So wird Pap. Harris I 3, 6 die Neunheit 
genannt, die mit Amun zusammen im „Horizont der Ewigkeit“ ruht. Das bedeutet doch wohl nur: 
die mit Amun zusammen im westlichen Theben Kult erhielt. Bestimmt diese allgemeine Bedeutung 
hat der Ausdruck in Titeln wie „Schreiber im Horizont der Ewigkeit“, der nicht einen Schreiber 
an einer Kultstätte Bh.t-nhh bezeichnet, sondern einfach einen Nekropolenschreiber; denn der 

—-- ;,y 7 V : ■ •, - ' - . 

1 Cerny, a.a. 0. S. 167/8. H. Jacobsohn, Dogmatische Stellung d. Kgs. (Aeg. Forsch. 8), S. 19 liest Sbu) oder 3b.wj 
>,Bild, Statue“, cf. Wb. 18. Cerny. Repertoire onomastique de Deir el Medineh S. 15. 34. 

2 Linke, Correspondenzen aus der Zeit der Ramessiden Taf. 10 = Gardiner, Late egyptian Miscell. S. 10. Anders auf¬ 
gefaßt bei Jacobsohn. a. a. 0. 3 LD Text III 282, Grab 135. 4 Champollion, Monuments II 153, 4. ramess. Grab „u“. 

6 Cerny, a.a. 0. S. 170. 6 Pap. B. M. 10335 recto 1. Blackmann, JEA 11 S. 250. 

7 Bruyere, Fouilles de l’inst. frang. 7, 2 S. 33. 8, 3 S. 41. 67. 8 Bruyöre, a. a. 0. 1, 1 S. 35 ff. 

9 Brugsch, Dict. geogr. 1281. 10 Pap. Abb. 2,2. > : 












60 


Theben -West 


Titel wird bei einem Mann im Wechsel mit „Schreiber an der Stätte der Wahrheit“ und „Schreiber 
der Nekropole (Är)“ gebraucht, ebenso wie der Titel „RekrutenVorsteher in 3h.t-nhh “ mit „Re¬ 
krutenvorsteher an der Stätte der Wahrheit“ und „in der Nekropole“ {fr dt) wechselt 1 . Wahr¬ 
scheinlich ist der Ausdruck „Horizont der Ewigkeit“, der ja auch einen Palast oder Tempel be- 

4’ J - . 

zeichnen kann, nur bisweilen als gehobene Bezeichnung des Grabes Amenophis I. gebraucht, nicht 
als eigentlicher Name. >' 

Auf den Tempel der Ahmes-Nofretere folgt dann der Tempelkomplex im Talkessel von Der el 
Baliri. Die älteste erhaltene monumentale Anlage hier besteht aus der Pyramide und dem Toten¬ 
tempel des Königs Mentuhotep Nb-hf .t-R '. Ihr Name ist im MR (o^ ” DiePy - 

ramide (namens): Nb-hf . t-R' ist trefflich an Sitzen“ 2 . Er begegnet noch häufig im NR mit Wegfall 
des Wortes Pyramide, V 37 |J| ^ 3 * meist au °h ohne den Königsnamen als jj ^ 

oder © jjjyj© 5 . Während im MR anscheinend nur Re 6 und Hathor, Herrin von Dendera 7 

dort verehrt wurden, erscheint im NR selbstverständlich Amun als „Amun in (m) 3h-§t“ 8 oder 
„Amonrasonter, der residiert (hntj) in Bli-st “ 9 . Hathor heißt bald „Herrin von 3h-&t “ 1(1 , bald hrj ib 11 
oder m 1 *. Auch der vergöttlichte König Mentuhotep wird genannt 13 . 

Für die Bauten der 18. Dyn. sind uns mehrere Namen erhalten, die sich nicht alle mit Sicherheit 
mit den archäologisch bekannten Bauten identifizieren lassen. Fest steht zunächst, daß der 

große Terrassentempel den Namen Dsr-dsrw führte, vollständig: ^ | ^ j 0 ^ ^ j fff 

(| e=1 III jj ^ ^ ^ | „der große Tempel von Millionen von 

Jahren, der Tempel (namens): Amun ist der Allerheiligste... an seiner (des Amun) trefflichen Stätte 
der Urzeit“ 14 ; er ist also der offizielle Gedächtnistempel. Der Zusatz „an der trefflichen Stätte“, der 
sich häufig findet 15 , enthält zweifellos eine Anspielung auf den Namen des Mentuhotep-Tempels. 
Gebräuchlich ist im allgemeinen die Namensform 1 Imn-där-d&rw 16 oder nur D&r-dsrto auch mit n 
determiniert 17 . Der Name erstreckt sich sicher auf den gesamten Bau, auch den Taltempel, auf 

dessen Grundsteindepositum die Königin genannt wird: o J fo 

„(lie gute Göttin Karnare, geliebt von Amun,' der in Dsr-d&rw residiert“ 18 . Wie liier heißt Amun oft 
hntj D&r-d&rw 19 , seltener m Dsr-dsrw 20 . Hathor ist ebenfalls hntj Dsr-(Urw 21 oder hrjib 22 , ebenso ihr 
Sohn Somtus 23 . Anubis heißt hrj ib des Tempels 24 oder auch hntj 26 . Von der Ptolemäerzeit an erfährt 


1 1 Maspero, Ree. Trav. 2 S. 105. ähnlich Bruyere, a. a. 0. 8, 3 S. 110. 

•2 Karte 4 Nr. 8. Mariette, Catal. d’Abyd. 605. 3 Naville,' 11 th Dyn. temple I Taf. 26 B. 

4 ebenda Taf. 25E. Urk. IV 451. 5 Urk. IV 71. 6 Naville, a.a.O. II Taf. 6B. 7 ebenda Taf. 6D. 

8 Urk. IV 451. 9 Naville, a. a, O. III Taf. 9D. Borchardt, Cat. gen. 973. 

10 Naville, a. a. O. III Taf. 8F. 11 ebenda I Taf. 25 E. 12 ebenda III Taf. 7, 3 = B. M. Stelae V, 19. 

13 Naville, a.a.O. III Taf. 9F. 14 Karte4 Nr. 6. Naville, Der el Bahari V Taf. 134. • 

15 Naville, a. ä. 0. I Taf. 22, 24. Urk. IV 298. 16 Naville, a, a. 0. IV Taf. 90. 

17 Det. auch ©, Dayies, Puyemre I Taf. 40. 18 Carnavon-Carter, Five years explorations S. 40. . _ - 

19 Naville, a. a. 0. I Taf. 19. II Taf. 28. Urk. IV 381. 20 Urk. IV 1168. LD III 236a. Luxor Zettel 551. 

21 Urk. IV 381, 432. ‘ 22 Naville, a.a. 0. IV Taf. 94 u. ö. . '■ 23 ebenda 98.. 24 ebenda I Taf. 10. II Taf. 44, 

Anubisschrein. 25 ebenda II Taf. 44. Urk. IV 299. 


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Der el Bahri 


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der Kult des Tempels eine wichtige Veränderung. Jetzt werden Amenophis, Sohn des Hapu, und 
Imuthes, aus Memphis eingeführt, hier als Heilgötter verehrt. Sie heißen ^ »d© 1 ’ 

Arzt“ 1 . Zu ihnen tritt die griechische ‘TyieiÄ luid der Tempel, dient jetzt als Sanatorium, wie die 
griechischen Inschriften (bis etwa 200 n. Chr.) zeigen 2 ; auf diese Tätigkeit bezieht sich auch der 

Beiname des Imuthes: | f f© „der den Bittenden erhört im Westen von Theben“ 3 . 

Andererseits wird ihr Kult in den der acht Urgötter hineingezogen: Die Feste des Imuthes werden 
mit den ihren zusammen gefeiert und Chons bringt ihm die Opferspeisen, „wenn er täglich zum 
Westberg fährt“, wie er es für die Urgötter von Medinet Habu tut 4 . 

Die gleiche Form der Namensbildung wie Amun dsr dsrw weist ein anderer Bau auf einem 
Grundsteindepositum Thutmosis III. auf: (j ^ ^ „Amun ist heilig am Horizont“ 5 . Er wird 

auch auf Ostraca aus dem Mentuhotep-Bau genannt 6 . In den Tempellisten erschient er stets neben 
Der el Bahn 7 , einmal zwischen Sh-st und Där-dsrw 8 . Es ist eine Kultstätte des Amun und ein Ziel 
seiner Fahrt nach Westen 9 ; außerdem wird Hathor dort verehrt als „Hathor, Herrin des West¬ 
beiges in {hrj ib) dsr 3h.t 10 . Vielleicht bezeichnet der Name das Gebäude, zu dem die von Thut¬ 
mosis III. neben dem Hatschepsut-Tempel erbaute Hathorkuh-Kapelle gehörte, die in einer In¬ 
schrift des Königs als „Tempel der Hathor, des Oberhauptes von Theben, in {hrj ib) Dsr-dMo “ 
bezeichnet wird 11 . Die Kapelle scheint auf Bauten der früheren 18. Dyn. zurückzugehen. Am Auf¬ 
weg des Mentuhotep-Tempels bis hinauf zur Hathorkapelle haben sich Skarabäen mit den Namen 
AhmosisL, der Ahmes-Nofretere und der anderen Könige der 18. Dyn. bis Amenophis III. ge¬ 
funden 12 . Vielleicht befand sich an dieser Stelle ein altes Volksheiligtum einer Kuhgöttin, an das 
der in der 11. Dyn. eingeführte Hathorkult anknüpfen konnte 13 . Es scheint, als nähme sowohl der 
Tempel der 11. Dyn. wie der der 18. Dyn. auf dieses Heiligtum Rücksicht, indem sich beide an die 
südliche, bzw. nördliche Seite des Talkessels anlehnen. Für denMentuliotep-Tempel wäre doch die 
Mitte der gegebene Ort gewesen. Die Bauten, die älter sind als die Pyramidenanlage des Königs 
(die Prinzessinnengräber und ein trapezförmiger Hof 14 ), geben darüber keinen Aufschluß. 

Ein Teil des Tempels trug den Namen „[Amun] erscheint im Horizont“. Das Grund- 

steindepositum nennt den „Amun vor Dsr-d&rw i n h'-3h ,t“ 15 . Er wird „der große Sitz des Amun, 
sein Horizont im Westen“ genannt 16 . In den Tempellisten erscheint er nur bei Puyemre (s. o. S. 14). 
Davies 17 setzt ihn mit der mittleren Terrasse des großen Tempels gleich. 

Eine Bezeichnung für den gesamten Talkessel findet sich im MR einmal auf einer Stele Seso- 
stris III.: „Tal des Nb-hf .t-R'“ 1 *. Von der 18. Dyn. an begegnet sehr häufig 


1 Naville, a.a. 6. V Taf. 149. 150. 2 Milne, JEA 1 S. 96. 3 Naville, a.a. 0. V Taf! 149. 

4 ebenda 149. Noch bis in die Ptolemäerzeit sind auch im Tempel Statuen aufgestellt worden, Borchardt, 
1230, 3. 5 Urk. IV 884. 6 Metr. Mus. Art, Eg. Exp. Dez. 1923, S. 36 f. 

7 z.B. Urk. IV 1168. LD III 236a. 8 Legrain, Cat. g6n. 42122. 9 Urk. IV 929. 935. y ' 

10 Naville, 11 th Dyn. temple III Taf. 8 F, NR. 11 Urk. IV 301. Karte 4 Nr. 7. 

12 Metr. Mus. Art, Eg. Exp. Dez. 1923, S. 28. 38. 13 Naville, a.a.O. I S. 63ff. 

14 vgl. v. Bissing, Ägyptische Kunstgeschichte II (Erl.) S. 79f. 15 Urk. IV 381. vgl. Spiegelberg, Rec. Trav. 

16 Urk. IV 422/3. 17 Davies, Puyemre II S. 83. 18 Naville, 11 th Dyn. temple I Taf.,24. 


Cat. gen. 


22 S.123. 
















62 


Theben-West 


der Name Dino oder Dsv.t, der — am offensichtlichsten dort, wo er mit r^vi determiniert wird - 
den ganzen Bezirk von Der el Bahri umfaßte. Entstanden ist er vielleicht aus einer Verkürzung von 

AAAAAA pa 

Dsr-dino oder Dir-Sh.t. Stellen Avie Pap. Abbott 3, 14, avo die Pyramide Mentuhoteps ^ 
° , die in Dir . t ist" erwähnt oder der Amuntempel, „welcher ist in n ® “ b genannt werden, 

zeigen diese Bedeutung des Ausdrucks ganz deutlich. Anran heißt hritj Dir.t 1 2 , Hathor hrj Ib Dir.t 3 , 
einmal auch „Hathor £= fo j in dem Dsno des Nb-hpA-R“*, Verbindungen, die auch 

mit dem Namen Dir-dino begegnen. Dagegen kommt häufig vor: „Hathor, Herrin (nb.t) von 
D&rw“ 6 , nicht „Herrin von Där-dsrw“. Manchmal erscheint sie in dieser Form getrennt A r on „Hathor, 
* Oberhaupt von Theben" 6 , dann aber auch in.der Kompositform als „Hathor, Herrin von Dsno, 
Mut in Ischeru, Meresger in Msk.t, die große Kuh, die die Sonne gebar" 7 . In den Listen das 
Nbwnnf und 3 Imj-sb3 wird Dsno als besondere Ammikultstätte neben Dir-dsno und Dsr-3h . t auf¬ 
geführt (s. o. S. 15f). Im Grab das 3 hnj-ib3 3 * Avird sogar noch eine Unterscheidung zAvischen „nörd¬ 
lichem und südlichem Dsno “ gemacht; der Gott H3 sagt zum Toten: „Ich lasse sich freuen über 

dich den V=^ ^ und dich lieben den V‘- Offensichtlich sind damit der 

Mentuhotep-Tempel und der Tempel der 18. Dyn. gemeint. Es ist dies eine einmalige Ableitung, 
die aus der Bezeichnung des gesamten Gebäudekomplexes als Divio verständlich ist. 

Als eine andere Bezeichnung der gesamten Anlage von Der el Bahri ist Avohl auch der Name 
Hrj-hr- hnn „Mein Gesicht ist auf Arnim gerichtet" anzusehen. Er enthält, ähnlich Avie Hft-hr- 
nbi , eine Bezugnahme auf den Reichstempel von Karnak, nur ist es hier der königliche Bauherr, 
der sich gegenüber dem Amuntempel befindet, nicht Avie bei jenem die Gegend. Zum erste Male 

begegnet der Ausdruck in der Tempelliste desEnene 3 in der Schreibung (j © hinter dem 

Mentuhotep-Tempel. Im Grabe des Amenemheb 10 begegnet ein „erster Prophet des Amun in 
^ In der Liste des Puyemre (s. o. S. 14) Avird |1“ ?***© vor Amun von Dir- 
dir io genannt, bei 3 Imj-ib3 nicht mit Der el Bahri zusammen in der defektiven Schreibung 
^ . Als einzige Amunkultstätte Avird es in der Opferliste auf einer Leidener Stele genannt 11 . 

Davies 12 erAvähnt zAvei späte Stelen im FitzAvilliam Museum Cambridge, auf denen die Nofretere 
von ^ 0 (Var. 1p (1 ) angebetet Avird. Davies meint, der Name habe ursprünglich dem 

Bau Amenopliis I. und der Nofretere unter der unteren Terrasse des späteren Tempels geeignet, 

dann die untere Terrasse selbst bezeichnet. Dafür spricht, daß es sich nach den Listen um eine 

besondere Amunkultstätte gehandelt hat. Doch muß der Name sich dann über das ganze Tempel- 

* < . 

gebiet, vielleicht sogar über den nördlichen Teil der thebanischen Nekropole ausgedehnt haben; 


1 Ostracon des Hohenpriesters Hapuseneb, Mfcr. Mus. Art. Eg. Exp. Dez. 1924, S. 20. 

2 Grab 82 Zettel 880. 3 LD Text III 256, Grab 65. Naville, a.a. 0. III Taf. 8 C. " . ' ■* 

4 Legrain, Cat. g6n. 42122. 5 Naville, a.a.O. I Taf. 25E. III Taf. 7, 8. Grab 157 Zettel 1128 Medinet Habu 

Zettel 600. 6 Legrain, Ann. Serv. 15 S. 276/7. Litanei des siegreichen Theben. 

7 Grab 65 Zettel616. 8 ebenda Zettel650. 9 Urk. IV 71. vgl. Naville, a.a.O. I S. 11. 

10 Urk. IV 916. H Leiden VI Taf. 10. Nr. 15. 12 Davies, Puyemrc II S. 83. 





Der el Bahri 


denn im Glossar Golenischeff Avird nach Medamud und Theben ^ ö © genannt 1 . 


Das wäre kaum der Fall, Avenn es sich nur um einen, Avenn auch bedeutenden Tempel handelte. 
Außerdem reicht der Amtsbereich das Nbwnnf als Hoherpriester des Onuris von This und der 
Hathor von Dendera nördlich bis Thinis, südlich bis Hrj-hr-hnn 2 , Avorin man ebenfalls eher die N 
Bezeichnung einer Gegend als eines einzelnen Tempels sehen möchte. Eine Variante liegt vielleicht 
in Hrj-hr-mno vor, das m.W. nur im Grab 181 begegnet in den Titeln „Oberster der Arbeiter in 

TfcP 3 und „Wächter ... in Was für eine Art Gebäudeunter mrw zu ver- 


P 3 und „Wächter ... in 


stehen ist, ist unbekannt. Davies (a.a.O. S. 5) vermutet, es läge derselbe Name Avie Hrj-hr- 3 hnn 
vor, nur sei im Beginn des Kampfes gegen Amun der Gottesjname durch die Bezeichnung des Ge- 
bäudes ersetzt Avorden. 

Vom Tempel der 18. Dyn. kennen Avir die Namen einer ganzen Reihe von Toren (s. Karte 4a 
Nr. 1-9): /; ' . i - « * ' V . 


/ 

v V. 


( ö „Amun ist heilig an Denkmälern", Tor zur oberen Terrasse 1 

-•MWAM ööö ^ v 


2 f]T 1 fl „Amun ist mit ihrem (der Königin) Denkmal zufrieden“, Tor zum 

H._1 öööl . 


Sanktuar 6 - 


3. (o cf~b ^ I „Haus der Kamare: Amun findet den Horizont", Adel leicht 


der Name des Sanktuars 7 . 


4. (] „Amun nimmt das Denkmal in Empfang", Tor der WestAvand des 

I W*W« A ^-«- -0 ÖÖÖ y 


Sanktuars 8 . 


5. ^^ ^—jj ,/i ?-hpr-h3-R Avird der NordAvind von Amun gegeben,“ 

Tor in den südlichen Räumen der obersten Terrasse, die Thutmosis I. gcAveilit sind 9 . 

6 . {^LJ^i f) t=J ' ® „*3-hpr-k3-R empfängt den Lebenshauch vor Amun" 

Avie Nr. 5 10 . , " V: > : ' * . x ■ . 


7 . „Kamare bringt Speisen im Tempel der Hathor dar", 

. ' • ' ; ; . , ’' i . '' ' 


Tor zum Hathorschrein 11 . 


© »Kamare vereinigt sich mit der Schönheit der Hathor, des 
Oberhauptes von Theben“, hinteres Tor zum Hathorschrein 13 . v 1 . . , i ' ' 


1 Die Schwierigkeiten einer Definition des Begriffes bei Gardiner, Anc. Eg. Onomasb. II S. 27. 

2 Sethe ÄZ 44 S. 31. • 3 Davies, Tomb of two Sculptors Taf. 17. 4 ebenda Taf. 5 

5 Naville, Der el Bahari V Taf. 120. Ein Satz Grundsteinbeigaben (im Handel) nennt Thutmosis III. „geliebt von 
Amun in (m) d&r-mnw" oder „geliebt von Amun dsr-mnw“. A. Badawy. Ann. Serv. 47, S. 145. Ob hierzu gehörig? 

6 Naville, a. a. 0. Taf. 137. 7 ebenda Taf. 139. 8 Metr. Mus. Art. Eg. Exp. März 1932. S. 13. 

9 Naville, a.a.O. V S. 6. 10 Sethe, Hatschepsut Problem S. 48. 11 Naville, a.a.O. IV Taf. 95= Urk. IV302. 

12 Naville, a. a. O. IV Taf. 103 = Urk. IV 302. 



















Theben-West . 


9 . LJ J [f |] ^ ^ .»K^iiare vermehrt die Beliebtheit im Tempel der Hat- 

hör“, vierte (?) Haupttür des Hathorschreines 1 . Nicht bekannt ist die Lage eines Tores: „[Kamare] 
bringt die Wahrheit dar“ 2 , sowie einer Kapelle (sh ntr) namens c ^ | „Horizont des Gottes“ 3 , 
die aber nach dem Zusammenhang beide im Westen, also wohl in Der el Bahri, gelegen haben. 

Ein Bau der Königin führte den Namen jj o ,,Festung Thebens“, vollständig jj 0 (o J LjJ. 

Sandsteinstücke mit diesem Namen sind im Reichstempel gefunden worden 4 , andere aber in Der 
el Bahri 6 , sodaß sich nicht sicher sagen läßt, ob es sich um einen Bau auf dem Ost- oder West¬ 
ufer handelt. Wo sich ein Bauwerk, das als „Festung“ bezeichnet wurde, befunden haben 
könnte, darüber lassen sich nur Vermutungen anstellen. Man kann an eine befestigte Polizeistation 

in der Nekropole denken. Aus der Ramessidenzeit ist 8 CT ^ ^5^ Cd 

„die Festung der Nekropole“ bekannt 6 . Diese Festung wird auch auf einem ramessidischen. 
Graffito oberhalb von Der el Bahri genannt, wo ihre Reste anscheinend noch sichtbar sind 7 . 
Eine andere Deutungsmöglichkeit ist die, in inb.t eine Verbalform zu sehen, ein feminines Partizip, 
bezogen auf Hatschepsut, also: „ICamare, die Theben mit Mauern umgibt“. Dann könnte es sich 
um Maueraulagen der Königin sowohl auf dem West- wie auf dem Ostufer handeln, entsprechend 
den Fundorten der Inschriften. , > . ' v - ’ . • ! > . v ' J , 

; . . J, • : v' ■ s \ V . JLJ 

Über dem Aufweg zum Menthuhoteptempel an seinem unteren Ende lag ein ramessidischer 
Tempel (Karte IV Nr. 9), dessen Gruudsteinbeigaben die Namen Rarnses IV., V. und VI. 

■ „ ' . ‘ S * ■ - - ' J ’ - - * \ • ' • 

nennen 8 .' ^ - • -*•' ___ 

Ein Tempel Rarnses IV. kommt in Priestertiteln der 22 . Dyn. vor: ^ ^ O fPJCW 

„Sem-Priester des Hauses des HkB-mS' .t-R', geliebt von Amun“ 9 . Ob er mit diesem Bau zu identi¬ 
fizieren ist, bleibt unsicher, ebenso ob der knj des Tempels Rarnses IV. hier zu suchen ist, der 
im Pap. B. M. 10 052, 4 Z. 26'27 erwähnt wird (zum Ausdruck knj vgl. u. S. 68 Anm. 5). Im Pap. 
Wilbonr 10 wird der Totentempel Rarnses V. neben dem Rarnses IV. genannt; beide haben selb¬ 
ständig Landbesitz. Wenn also mit dem Tempel Rarnses V. der über dem Aufweg nach Der el 
Bahri gelegene gemeint ist, müßte man den Tempel Rarnses IV. wohl davon trennen lind viel¬ 
leicht im Süden von Theben West suchen, wo sich unmittelbar nördlich vom Tempel des 
Amenopliis, des Sohnes des Hapu, Reste eines kleinen Tempels Rarnses IV. gefunden haben 
(Karte IV Nr. 21 , s. u. S. 70). ' 

1 Urk. IV 302. 2 Urk. IV 422 3 ebenda 421. 4 ebenda 313. vgl. Legrain, Rec. Trav. 23 S. 64. Zum 

Wort inb.t Ygl. Edgerton, INES X, S. 139. 

5 B. M. Sfcelae V Taf. 26, Nr. 52885,‘ebenda 52884 die Var.: Q “ Q fi<£> ^ \ ^ Ö 

6 Pleyte-Rossi, Pap. Turin Taf. 42, 8 . = Gardiner, Ramesside Administration Documents, S. 53, 8 . Ostr. ICairo 

J. 51515= Cerny, Catal. gen. 25504. 

7 Spiegelberg, Zwei Beiträge S. 9/10, Text XIV. ^ - v ’ ' C > , 

8 Lansing, Bull. Metr. Mus. Nov. 1935, Egypt. Expedition S. 6 ff. Andere Grundsteinbeigaben mit dem Namen Rain- 

ses IV. fanden sich wenig nördlich davon über dem Aufweg zum Tempel der 18. Dyn., Carnavon-Carter, Five years 
explorations S. 9, 48. PI. 30. 40. Beide Fundgruppen gehören wohl dem gleichen Tempelbau ah. 

9 Legrain, Cat. gdn. 42 225i; 42 226f. 10 Gardiner, The Papyrus Wilbour II S. 132/133. 


V\ / 


Der el Bahri, Tempel Thutmosis III., Setlios II., Amenopliis II. 


Südlich von Der el Bahri folgt dann als nächster Gedächtnistempel der Thutmosis III. (Karte 4 

Nr. 10), dessen Namen Q ^ ^ [ f ] © “ [ fl? ] „Sein Tempel in Theben-West 

■ -L_ • . i 

(namens): Der Tempel des Mn-hpr-R' , der mit Leben beschenkt ist“ das Grundsteindepositum 1 

> , * _ O O 

nennt. Gewöhnlich wird auch hier mit Wegfall des Königsnamens die Form a ^ | ® _ 2 oder 


2 oder 


a 7T 1J 3 gebraiicht. Als Gedächtnistempel wird er „Haus von Millionen Jahren, Hnk.t-'nh “ 

otn . • r 

genannt 4 . Amun heißt m 5 oder hrj ib G Hnk.t-'nh, ebenso Hathor 7 . Den Kult des verstorbenen 
Königs bezeugen die Worte: ^J, L Q cCjj!. „der königliche Ka des Mn-hpr-R', der 

in Hnk.t-'nli residiert“ 8 . Bei der Prozession des Talfestes berührt Amun auch diesen Tempel, wofür 
der König besondere Feststiftungen machte 0 . Er muß zu seiner Zeit außerordentliche Bedeutung 
gehabt haben. Das zeigen nicht nur die zahlreichen Titel von Priestern und Beamten (s. Anhang III), 
sondern vor allem seine Erwähnung mit dem Namen des Königs bereits unter Hatschepsut (s. o. 
S. 25). Der Tote wünscht sich, zu folgen „diesem herrlichen Gott, Amun, dem Herrn der Throne 
der beiden Länder, wenn er aus Hp.t-lswt kommt, um in Hnk.t-'nh zu ruhen“ 10 . Als Feststation 
wird der Tempel auch „sein (des Gottes) geliebter Tempel im westlichen Horizont des Himmels“ 
genannt 11 . Er scheint gegenüber den anderen Tempeln nicht allzu lange bestanden zu haben. In der 
Tempelliste der Statue Kairo 42122 (19. Dyn.?) wird er noch aufgeführt, nicht mehr aber bei 
’lmj-äbB, der doch offensichtlich möglichst zahlreiche Tempel zusammenstellt. Ein mit dem 
Tempelnamen gestempelter Ziegel 12 und ein Türsturz mit dem Namen Thutmosis III . 13 sind im 
Bezirk des Ramesseum gefunden worden. Aus der Ramessidenzeit ist ein 'Erscheinungsfest’ des 
Königs vor dem Pylon des Tempels dargestellt, dessen engere Bedeutung unklar bleibt 14 . 

Der archäologisch nicht .bekannte Tempel Setlios II. wird auf einer Weinkruginschrift aus dem 

Gedächtnistempel des Siptah (Karte 4 Nr. 11) als (J (J ^ ^ J CT (j „Haus der 

Seti Menephtha in der Amundomäne“ erwähnt. In derselben Inschrift wird seine Lage angegeben: 
■> in ^ Tt J der ¥ M des Atuni“’ 5 , was sich aber wohl auf das Weingut und 


” v — • •—“ . 5 . ö 

nicht auf den Tempel bezieht. , • ' • ’ , . ^ . 

Der unmittelbar nördlich vom Ramesseum gelegene Gedächtnistempel Amenophis II. (Karte 4 
Nr. 12 ) wird selten genannt. Das Brett des Modells eines Ziegelformers, wahrscheinlich vom 
Grundsteindepositum, in der Sammlung Petrie trägt die Inschrift vom Strickspannen beim Tempel- 

bau und den Namen: ^^ | ^ ”^ >er Tempel des ' 3-hprw-R', der das Leben 

empfängt“ 16 . Ähnlich heißt er auf einer Alabaster vase des Louvre (E 5331): „Sein (des Königs) Haus 

_ j i p 1 - * 

1 Urk. IV 885. vgh Fakhry, Ann. Serv. 37 S. 27 ff. 2 Davies, Tomb of Menkheperresoneb Taf. 24. 

3 Urlt. IV 955. Grab 47 Zettel 1296. 4 Urk. IV 1020. 5 M 6 m. Miss. V S. 318. 

6 Spiegelberg, Rec. Trav. 19 S. 88. auch als Min-Amun, Weigall, Ann.-Serv. 7 S. 130. , 

7 Grab 72 Zettel 761. 8 Urk. IV 1019. 9 ebenda 741. 10 Virey, Rec. Trav. 22 S. 84, Grab 96. 

11 Piehl, Inscr. liier. I 138. 12 LD Text III 139. ' 13 Quibell, Ramesseum Taf. 13. ^ 

14 Foucart, Tombeau d’Amonmos, pl. XIII. (= Möm. p. p. les Membr. de l’inst. frang. 57, 4). 

15 Spiegelberg, ÄZ 58 S. 27. 16 Spiegelberg, Rec. Trav. 19 S. 88 . Die Reste des Tempels, 6 . Petrie/ Six temples 

at Thcbes S. 4 ff. '• ' v- ' •• .\ ' •' '> . ■ * ’• .< 


UAgXVI: Otto 










66 


Theben-West 


im Westen J |J| jj n“ 1 . In den Listen der thebanischen Tempel kommt er überhaupt 

nicht vor. Bruyere 2 bezieht den Namen Ssp-'nh auf den bei Medinet Habu gelegenen Gedächtnis¬ 
tempel Tliutmosis II. (Karte 4 Nr. 23). A • - - 

Ohne Eigennamen kommt der Tempel Amenophis II. auf einer Statue des Königs vor (aus 
Theben-West, allerdings südlich des Ramesseum gefunden), Kairo 645 (Borcliardt); der König 
heißt „geliebt von Amonre im (hrj-ib) Hause (h.t) des '3-hprw-R' in Theben“, und dieselbe Bezeich¬ 
nung begegnet auf der Berliner Stele 19 777 (= Berl. Äg. Insch. II S. 393) eines Webpriesters dieses 
Tempels. Zweifelhaft ist, ob der Name dieses Königs gemeint ist im Pap. B. M. 10054 recto 3, 3, 

wo die „Angestellten“' faid.t von ^ j] n ^ ^ ^ genannt werden (vgl. 

Gardiner, The Pap. Wilbour II S. 136). ( - ' '• 


Es folgt nun das Ramesseum, der Gedächtnistempel Ramses II. (Karte 4 Nr. 13). Sein vollstän¬ 
diger Name ist: n '».der Tempel Ramses II., der sieh mit Theben 

1_I AAAAAA II 'avvw |" 

vereinigt in der Amundomäne“ 3 oder „der Tempel Ramses II. in der Amundomäne im westlichen 
Theben““ 1 , auch ohne die Zusätze „im westlichen Theben“ 6 und „in der Amundoiuäne“ 6 . Als 
Totentempel wird er genannt: „Haus von Millionen Jahren neben dem Lebensland (nb.i-'nk)“ 7 . 
In der Dedikation führt er die Bezeichnungen „Stätte der Zufriedenheit“ 8 , „Ruhestätte des Herrn 


der Götter bei seinem schönen Pest des Tales“ 9 . Eine merkwürdige Bezeichnung für die Lage des 
Tempels findet sich auf einer Weinkruginschrift aus dem Grab 217 10 , nämlich: „Das Haus von 

.. 4 \ . . 

Millionen von Jahren des Königs Wär-mS* . t-R' Stp-n-R' in der Amundomäne, , ^ 

oo | QQ | 


n 


i das nördlich von der Burg der Syrer ist“. Es fragt sich, 


was mit der „Burg der Syrer“ gemeint sein kann. Davies 11 übersetzt „Pylon der Syrer“ und denkt 
an den Pylon des Ramesseum, auf dem Syrerkämpfe dargestellt sind, oder an einen Vorläufer 
des Pylon von Medinet Habu. Doch ist nach Wörterbuch I 471 das Wort „Pylon“ ein Femininum 
bhn.t. Ich möchte eher glauben, daß eine Siedlung syrischer Kriegsgefangener gemeint ist, wie 


solche in Theben-West mehrfach bezeugt sind (s. u. S. 67/69). * , * 

An der Spitze der hier verehrten Götter steht natürlich wieder Aniun als „Amun in (hrj ib) 
Hnm.t-WBi . i“ 12 , auch in der Form Min-Amonre 13 , bisweilen auch nur „Amun von (n) Hnm.t - 
W3s.t ‘ t14 . Die Gastgötter, die hrj ib Hnm . t-W36,t heißen, sind überaus zahlreich: Atum von Helio- 
polis 15 , Geb 16 , Schu Sohn des Re 17 , Re-Harachte 18 , Mut 10 , Ptah 20 , Sokaris 21 , also hauptsächlich die 


heliopolitanischen und niemphitischen Gottheiten, für die auch zwei ausführliche Opferlisten auf- 


/ 


1 Spiegelberg, a. a. 0. 16 S. 30. 2 Bruybre, Fouilles de l’inst. franj. 4, 3 S. 9. 

3 Champollion, Not. descr. I 892/3. zum Tempel vgl. Gardiner, Pap. Wilbour II S. 135. 4 LD Text III 250. 

5 Champollion, a.a. 0. I 519. LD Text III 249. 6 Grab 6 Zettel 1760. 

7 Champollion, Not. descr. I 904. ähnlich Borcliardt, Cat. g6n. 604. 8 LD Text III 133. 9 ebenda 134. 

10 Davies, Two ramesside tombs Taf. 19, 1. 11 Davies, a.a. O. S. 40 Anm. 1. v , 

12 Medinet Habu Zettel 709. Champollion, Not. descr. I 517. 13 Champollion, a. a. 0. 887. 

14 Grab 31 Davios-Gardiner, Seyen private tombs at Kurnah, S. 11 Anm. 2. i ' 

15 Champollion, a.a.0. I 581. 16 ebenda 881. 17 ebenda 891. 

18 ebenda 891. 19 ebenda 591. 20 ebenda 890.884. 21 ebenda 892/3. y ' „ 



Tempel Amenophis III., Tliutmosis II., Ramses II., Menephtha - 67 

gezeichnet sind 1 . Aus Pap. B. M. 10053 verso kennen wir verschiedene Götterschreine und 
Kapellen dieses Tempels, darunter vor allem einen Schrein „die beiden Toi;e des Himmels“ 2 , einen 
Schrein des Nefertum 3 , eine Kapelle der Götterneunheit 4 und einen Schrein der Mut 5 . Zn den 
einzelnen Bauteilen des Tempels ist schließlich noch bemerkenswert, daß sich der Palast des Kö¬ 
nigs» der sich an der südlichen Seite das ersten Hofas «befindet, inschriftlich erwähnt wird als 

-H-K1E3S „Sein (des Königs) Palast, der in dem Tempel ist“ 6 , ferner daß einas 

so! 

der Tore heißt: „Ramses II. tx 5 8 8 der sich mit der Ewigkeit vereinigt“ 7 , also ebenso wie der 


der Tore heißt: „Ramses II. ^ der sich mit der Ewigkeit vereinigt“ 7 , also ebenso wie der 
Tempel des Königs in Luxor und der Ramses III. in Medinet Habu. In einer Inschrift in der hypo- 
stylen Halle wird auch hier ein ^ genanntes Bauwerk erwähnt 8 , vermutlich wie in 

Gurna ein Barkenheiligtum. 1 . - 

Vom Tempel Tliutmosis IV. (Karte 4 Nr. 15) ist sehr wenig bekannt. Aus der gleichen Zeit be¬ 


gegnet der Titel 


osc 


Oa rrt ! 


.Schiffs vorsteh er des Amun 


vom Tempel des Herrn der beiden Länder Mn-hprw-R f<<9 und im Pap. Amherst 3, 4 wird ein 


J krij des Königs Mn-hprw-R'“ 


Mann genannt, der zum ^ (j @ n /WAV. l % (O 1 krij des Königs Mn-hprw-R'“ 

WVSAA I 1 AAAAAA 1 J V. Avyw V^/ * 

gehört 10 . Bei ihm befanden sich Siedlungen von Kriegsgefangenen Syrern und Nubiern, wie wir es 
bei anderen Tempeln auch kennen (s. u. S. 69) 11 . - , i ‘ - , . . ' 


Der südlich von diesem gelegene Gedächtnistempel des Menephtha (Karte 4 Nr. 18) ist durch die In- 

t ~ ^ / " 

Schrift der Statue eines Schreibers aus Der el Baliri 12 bekannt, die ihn nennt: iWWV Ö 1 ~~ * 

'* wäw l‘ 

v ’ ___!_v 

(= ~ fl ^ 7’ T f ^ 1 ”d as ^ aUS cles Meiainun in der Amundomäne in Theben-West“, 

/ sowie durch den Titel eines „Obersten der Opfertischschreiber im Haus von Millionen Jahren 
des Königs Menephtha in der Amundomäne in Theben-West“ 13 . $in Sohn des Hohenpriesters 

Romö-Roy, namens Ipui, hekleidete in diesem Tempel das Amt eines Sem-Priesters: 1 ^ 

\ ^ (Kairo 42 188); Var. ^ (Kairo 42 189). Ohne Angabe des 

Namens erscheint er auf einer Statue seines Vaters als |1 J ^ r*j ^ jj 1 q (Kairo 42 185c). 

Mit den Bauten Amenophis III. begeben wir uns in den südlichen Teil der thebanischen Nekro¬ 
pole, der manche noch ungelöste Fragen enthält. Archäologisch sind von AmenopliisTII. zwei 
Baukomplexe bekannt: Der hinter den Memnonskolossen (Karte 4 Nr. 20) gelegene Totentempel 
und der sogenannte Palast westlich vom Birket Habu (Karte 4 Nr. 29). Über die Bautätigkeit 


1 ebenda 905/6. 2 Pap. B. M. 10053 verso 3, 18. vgl. Peefc, Tomb robberies S. 121. 3 ebenda 4, 11. 

4 ebenda 4, 12. 5 ebenda 4, 14. 6 LD III 159c. 7 Champollion, Not. döser. I 597. Porter-Moss II 

S. 150, 45/46. 8 LD Text III 133. 9 mit Varr. LD Text III 264. Grab „kk“. 10 s. auch LD Text III 272, 

Grab 77. 11 Petrie, Six temples at Thebes, Taf. I Nr. 7 u. 8. Borcliardt, ÄZ 36 S. 84. 12 Naville, 11 th Dyn. 

tomple III Taf. 10A. 13 Louvre A 68. Bruyöre, Fouilles de l’inst. franjj. 14 S. 56. r , - t 














68 


Theben -West 


-> . ■- •.>. \ 


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"li. . ' 


des Königs geben zwei ausführliche Inschriften Auskunft: Die Stele hinter den Memnonslcolossen 1 
und die Stele aus dem Gedächtnistempel 2 , beide ohne Datum. 

Auf M werden zwei Bauwerke Z. 1 ff. und Z. 11 ff. beschrieben; welcher davon der Gedächtnis - 
tempel ist, läßt sich nicht mit Sicherheit sagen. In Z. 22 in der Rede der Neunheit an Amonre wird 
er genannt. Es heißt dort: „Er (der König) ließ uns ruhen in dem Palast in seinem [Haus] von Mil¬ 
lionen von Jahren“. Wohl auf ihn sind die Titel „Arbeitsschreiber des Hauses Amenophis III. 
in Theben-West“ 3 und „Oberarbeiter des Hauses Amenophis III. in Theben-West“ 4 zu be¬ 
ziehen. Auch bei diesem Tempei wird ein Gebäude ^ (je ß erwähnt. Zum Tempel Ameno- 

phis III. ist noch zu bemerken, daß sich anscheinend in ihm ein Sokarisheiligtum befand. 
In der Ramessidenzeit finden sich ziemlich häufig Priester,, die zugleich am Tempel Amenophis III. 
und dem des Sokaris beschäftigt sind 6 . Der König selbst heißt „Bleibend an Gunst im Haus 
des Sokaris“ 7 und nennt sich auf der Gürtelschnalle des nördlichen Memnonskolosses in der 
Kartusche „Geliebt von Sokaris“ 8 . Die Kolossalstatuen selbst führen (auf der nördlichen Statue) 

den Namen: ^ ^7 Mt | „ Nb-m . t-R' ist der Herrscher der Herrscher“ 9 , ebenso wie eine 

andere Statue des Königs, die in Hermonthis gefunden worden ist, aber wohl aus dem Tempel 
in Theben-West stammt 10 . ^ 

Der Bau am Birket Habu hat mehrere Gebäude verschiedener Bestimmung umfaßt und verschie¬ 
denen Alters. Vom Sedfestpalast sind mehrere Ziegel gefunden, die den Namen geben: „Nb-m3' . t-R T 

im Haus der Freude“ 11 , 12 . ail f Ostraca fand sich dort auch das Datum des 

zweiten Sedfestes 13 . , , . 

. 1 ■ t • ~ - // 

.1 LD III 72. Hier abgekürzt: M. 

2 Petrie, Six temples at Thebes Taf. 11/12. Spiegelberg, Ree. Trav. 20 S. 40ff. Hier abgekürzt: T. Karte der Palast¬ 
anlage und Inschriften bei Hayes, INES 10 S. 35 ff. /- 

3 Berlin 8744, Berl. Inschr. II S. 299. 

• ' - r- <? 

4 B. M. Stelae VII, 9. Ungenaue Abschrift: Naville, lltli Dyn. teniple III Taf. 8 D a. 

5 Pap. B. M. 10053 recto 2, 10. Der Terminus knjw begegnet vor allem in Priester titeln, u. zw. auf thebanischem Boden 

bei diesem Tempel, bei dem oben genannten Thutmosis IV. und beim Tempel Ramses* III., s. S. 64. 67. 74. WB V S. 51/2 
unterscheidet ein Wort knjw „Tragsessel“, das seit MR belegt ist, von diesem gleichlautenden knjw „als Bezeichnung von 
Örtlichkeiten, die zu den Totentempeln verschiedener Könige gehören“. Zunächst leuchtet Gardiners Erklärung (JEA 22 
S. 177) ein, daß beide Wörter identisch sind und einen tragbaren Schrein bezeichnen; eine solche Auslegung würde die 
bekannten Priestertitel durchaus erklären. Doch kommt im Pap. Turin 1896 und 2006, 3, 4 = Gardiner, Ramesside 
Administration Documents S. 38, 9 ein „Haus (namens) knjw des Königs Usimare-Meiamun“ als Begriff der Verwaltung 
vor, ebenso im Pap. Amiens Rs. 0, x -f- 1, — Gardiner, a. a. O. S. 13, 7 das möglicherweise in Karnak gelegen hat; 
übrigens begegnet der Terminus auch außerhalb Thebens. Zu diesen Stellen s. Gardiner, JEA 27, S. 29/30. 56. 69. s. a. 
Habachi, Ann. Serv. 47, 272ff. ein ,,Großer( f i) des knjw des Königs Psusenes, des großen Gottes“, offenbar im Nordost- 
Delta gelegen. j • ' ? ’ . 1 

” _ 6 Varille, Ann. Serv. 34 S. 11. 7 Varille, a. a. O. 36 S. 208. 212/13. 8 LD Text III142. 

9 Karte4 Nr. 20. Varille, a. a.O. 33 S. 86ff. 34 S. 9ff. " 

10 Daressy, Rec. Trav. 19 S. 14. Spiegelberg, Rec. Trav. 20 S.49.' Zu weiteren Statuen des Königs mit dem gleichen 
Namen s. Varille, a. a. 0. 34 S. 13 ff. 

11 Bull. Metr. Mus. Oct. 1912 S. 186. Nach Mitt. Prof. Schott fanden sich Bauziegel mit diesem Namen auch in Höl¬ 
schers Grabungen in Medineb Habu. 12 LD Text III 185. 13 Bull. Metr. Mus. ebenda. 


Bauten Amenophis III. 


69 


jijin anderer überlieferter Name eines Baues des Königs lautet: *y Yej^o#', 

auch ausgeschrieben (j "jj ^ »Haus des Nb-m3'.t-R' (namens): Aton ist es, der leuchtet 2 , 

ein Name, der schon stark auf die kommende Amarnazeit hinweist. Zweifellos steht dieser Bau im 
Zusammenhang mit dem im Jahre 11 für die Königin Tejg angelegten Lustsee, dessen Barke den 
gleichen Namen führt. Freilich läßt sich nicht genauer bestimmen, wo das Gebäude und der See 

gelegen haben. Die auf dem „See-Skarabäus“ enthaltene Ortsangabe ^ pj ^ 

^ © f== jr => i)hi ihrem (der Königin) Ort D'rwhS“ hilft nicht weiter, da dieser Name sonst völlig 

unbekannt ist. Positiv läßt sich über das Gebäude sagen, daß es kein Tempel war, sondern ein 
Palast; es ist ein „Wächter der Schlafkammer von itn-thn “ bekannt 3 und mehrere Haremsdamen 

(hkr.t nsiot) von itn-thn: ^^ ®jO 1 1 4 - Damit möchte man die beim Sedfest¬ 

palast gefundenen Gemächer der Haremsdamen in Verbindung bringen 5 . Nach der Bezeichnung 

nwt „Stadt“, die der Name itn-thn führt, ist es nicht imwahrscheinlich, daß wir hier den Namen der 

gesamten Anlage Amenophis III. haben, zu der der oben erwähnte Sedfestpalast sowie der unten 
beschriebene Gebäudekomplex gehörten und die sich vom Totentempel bis zum Birket Habu hin¬ 
zog. Dieses Gebiet war ja damals eine mit Mauern versehene geschlossene Stadtsiedlung 6 . Der im 
Jahr 11 angelegte See mag mit dem heutigen Birket Habu in Zusammenhang stehen; doch kann 
er nicht einfach mit ihm identisch sein, da dieser den See um ein Mehrfaches an Größe iibeitiifft 7 . 
Eine Stele mit den Stiftungen Rainses II. erwähnt leider in zerstörtem Zusammenhang das Gebiet 

t /» ' ’ 

^ j von ^ (j amva Ganz zu trennen von diesem itn-thn ist abei ein W eingut 

gleichen Namens, das schon unter Amenophis II. bestand und im westlichen Delta (am „westlichen 

Fluß“) lag 9 . .... ■ ’ ' •'* . ‘ ; - 

Leider wird auf den beiden Stelen ein Gebäude namens itn-thn nicht genannt. Auf T wird Z. 2 ff. 
ein Bau beschrieben, der „herrlicher Tempel im Westen von Theben, eine Festung (mnw) der 

Ewigkeit“ genannt ist. In Z. 9 wird der Name gegeben: (j ° ^>> c ^ er Aniun 

in Empfang nimmt und seine Schönheit erhebt“ 10 . I 11 Z. 6 wird ein See dieses Tempels erwähnt, den 
man natürlich gern mit dem bekannten Lustsee und dem Birket Habu gleichsetzen möchte. Außer¬ 
dem gehörten zu dieser Anlage Niederlassungen syrischer Kriegsgefangener n . Man möchte anneh¬ 
men, daß wir es auch mit einer Gründung am Birket Habu zu tun haben. Wenn sich datierte In¬ 
schriften mit den Namen der Bauten Amenophis III. fänden, gelänge es vielleicht zu zeigen, in 


I LD Text III 252, Grab 107. 2 Legrain, Ann. Serv. 4 S. 138 ff. 3 Wolf, ÄZ 59 S. 111 Anm. 1. 

4 Kanopen ans dem Biban el Harim. Legrain, Ann. Serv. 4 S. 138 ff. - 

5 Borchardt,* Mitt. Deutsch. Or. Ges. 57 S. 25. 6 Hölscher, Medinet Habu, Morgenland Heft 24. S. 37 ff. 

7 Steindorff, ÄZ 39 S. 64. 8 in Luxor gekauft. Ahm. Kamal, Ann. Serv. 10 S. 153. 

9 Ahm. Kamal, a.a. O. 10 S. 117. Die Aufschrift (mit Varr) soll sich auf gebrannten Ziegeln finden, die beim Sphinx- 

tempel in Gise gefunden worden sind. Ob es sich nicht vielmehr um Weinkrugverschlüsse handelt? Ein solcher ist aus 
Amarna bekannt: Petrie, Teil el Amarna Taf. 21 Nr. 24. s > ,. .’ - ' 

10 Wie Varille,' Ann. Serv. 34 S. 13 Anm. 3, möchte ich hierin den Namen des Tempels sehen, nicht den der vorher 
erwähnten Pylone, zumal unmittelbar folgt: „eine Ruhestätte des Herrn der Götter an seinem Fest des Tales“. 

II Z. 7f. s. o. S. 66. 






Theben-West 


•i.k . 

\ . , 


welchem Verhältnis diese Bauten zueinander stehen, wieweit die Namen verschiedenen Erwei¬ 
terungen einer Anlage eigneten. 

Nach dem vorliegenden Material möchte ich zusammenfassend folgende Entwicklung annehmen: 
Im Jahre 11 wurde der See nebst einem Palast namens Un -ihn angelegt. Zu einem unbestimmten 
Datum ein Tempel namens ss V . t ’lmn wts. t nfrw . / mit anderen Gebäuden (Gefangenensiedlung) zu-' 
sammen in der Nachbarschaft des Sees errichtet. Dieser Tempel war das Zentrum des dortigen 
Amunkultes; er diente dem Gott als Station beim Talfest. Es besteht aber auch die Möglichkeit, 
daß dieser Bau mit dem Gedächtnistempel hinter den Memnonskolossen identisch ist, obwohl in 
dem gut erhaltenen Text (Stele T. Z.2ft\) die Bezeichnung „Haus von Millionen Jahren“ nicht 
vorkommt. Am 1. und 2. Sedfest baute der König in der Nähe des Birket Habu die Festtempel. 
Als Name dieser gesamten Anlage vom Gedächtnistempel bis zürn Birket Habu dient in späterer 
Zeit der Name des ersten Baues: itn-tlm 1 . Für die innerpolitischen Verhältnisse Ägyptens ist die 
Anlage einer vollständigen Palaststadt hier im Süden der thebanischen Nekropole äußerst auf¬ 
schlußreich. Der König bricht dadurch schroff mit der Tradition, nach der sich der königliche 
Palast m Karnak befand. Vielleicht bestimmten ihn zu dieser Handlung schon jetzt auftretende 
Spannungen mit der Amunpriesterschaft, eine Vermutung, die durch den beziehungsreichen Namen 
„Aton ist es, der leuchtet“ wohl gastiitzt wird. 

Innerhalb dieser Stadtsiedlung lag auch der Totentempel des berühmten Amenophis, Sohnes des 
Hapu, dessen Größe die Bedeutung des Mannes am besten hervorhebt 2 . Wahrscheinlich in der 
21. Dyn. ist der Tempel vergrößert worden, so daß der nördlich benachbarte Tempel RamsesIV. zum 
leil überbaut wurde, zugleich wurde das- Stiftungsdekret erneuert 3 (s. o. S. 64). Es ist dies wohl 
die Zeit, in der die Verehrung des Mannes als eines Heiligen ihren Anfang nahm. 

Unmittelbar nördlich vom großen Tempel von Medinet Habu befindet sich der Gedächtnistempel 


des Eje (Karte 4 Nr. 25). Er trug den Namen 


iiiin ^ 

— ööö 


„[Amun] ist bleibend an Denkmälern“, 


also den gleichen wie ein Schrein der 18. Dyn. in Karnak (s. o. S. 21). Er ist bekannt aus dem 
Titel des Nachtmin „Arbeitervorsteher im Tempel des Hpr-hprw-R' ’lr-m?. t (namens) Mn-mnw an 

1 . mmm S(IÄEliab 0 ^)=JnW- : ” 

bereits von Tutanchamun begonnen, von dem ein Prophet dieses Tempels bekannt ist 5 * . Später 
hat ihn Haremheb usurpiert imd erweitert 8 . Als Tempel dieses Königs wird er genannt im Titel 
eines „HausVorstehers im Haus (pr) des Haremheb in der Amundomäne“ 7 . 


* ", 
> V V * ‘ 


1 Legram, Ann. Serv. 4 S. 149 bezieht den Namen auf den Atontempel in Karnak; er übersieht dabei, daß wir es ein¬ 

wandfrei mit Bauten Amenophis III. zu tun haben. 2 Kaite 4 Nr. 22. 

«3 Robichon-Varille, Revue d’Egyptologie III S. 99 ff. diess. Le temple du scribe royal Amenhptep fils de Hapou = 

Fouilles de l’inst. fran 9 . XI. 4 Louvre C55. Brugsch, Thesaurus S. 1462= Hermann, Stelen S. 53*. 

5 Naville, 11 th Dyn. temple III Taf. 8E. 6 vgl. Or. Inst.'comm. 18 S. 106ff. 

7 Grab255. Champollion, Not. d&scr.I 544. Var.: Champollion, Monuments II Taf. 178, 4. Deshalb möchte man auch 

das „Haus des Haremheb in der Amundomäne" des Pap. Wilbour, Rectö Text A, col 32, 42 auf diesen Tempel beziehen. 

.Es wird mitten unter den Tempeln des thebanischen Westens genannt. Gardiner, The Pap. Wilbour II, S. 136 möchte 

wegen der Bezeichnung pr (nicht h.t) an den Bau des Königs in Karnak bei Pylon 9 denken. Als h.t des Haremheb 

erwähnt im Pap. Nevill (spätramess.), Barns, JEA 35, 69ff, Ferner Ostracon Berlin 10633 (Hierat. Pap, III 1911 

Taf. 36) vgl. Edgerton, INES X, S, 137, ' - , 

- ' J ♦ \ T . > ^ 


•• v 


' Medinet Habu ■ 71 

Als ältester Tempel, der in das Gebiet von Medinet Habu gehört, ist wahrscheinlich der Ge- 

dächtnistempel Thutmosisl. anzusehen. Sein Name ist ^ Q ^ _ 1 oder O | [_j Ö ö ^ ^ j 

Haus des e 3-hfr-k3-Tt ', das sich mit dem Leben vereinigt“ 2 . Archäologisch ist er nicht bekannt. 
Erhalten ist nur ein Türflügel von ihm, der sich jetzt im MetropolitanMuseum befindet 3 . Doch muß 
er meines Erachtens aus Gründen, die unten erörtert werden, in dieser Gegend gelegen haben. In 
der 18. Dyn. und später wird Amun dort vereint als „Amun des '3-hpr-k3-R' in Hnm.t-nh “ 4 . 
In den Tempellisten wird er als Kultstätte dieses Gottes bis in die späte Ramessiclenzeit erwähnt 
(s. o. S. 16). Daß es sich um den Totentempel des Königs handelt, ist nicht sicher; doch mag das 
Fehlen der Bezeichnung „Haus von Millionen Jahren“ an der Dürftigkeit des Materials liegen. 
Jedenfalls ist aber dort noch zur Ramessidenzeit der Ka des Königs verehrt worden. Userhat 
(Grab 51) ist „erster Prophet des Ka Thutmosis I.“ und nennt sich auch einmal „erster Prophet 
im Tempel Hnm. t-'nh “ 5 . Ob der Name Hnm.t-nh auf einen Bau des MR zurückgeht, scheint mir 
sehr zweifelhaft 8 . In der Spätzeit ist er eine Bezeichnung der Stätte, an der dieUrgötter veiehit 
werden, nicht mehr nur dieses Tempels, sondern der ganzen Gegend um Medinet Habu und Der el 
Medine. Theben selbst heißt - (1(1 ä ( s8 »Hnm. t-'nh der Urgötter“ 7 ; sie sollen zur Ruhe 

gehen in ihrer Unterwelt in Djem e-Hnm. t-'nh». Besonders eng verbindet sich der Name mit ihrem 
Kult in Der el Medine. Es heißt dort von ihnen: „Die Achtheit verehrt Re in Hnm.t-nh in Djeme“ 9 * 
und zu Hathor wird dort gesagt: „Heil dir, Hathor... mit heiligem Sitz {Mr s. t) in Hnm. t-'nh 
oder sie heißt auch „die"große Heilige in Hnm. t-'nh , die Herrin der Nekropole im Westen von 
Theben“ 11 . Die Stellen lassen sich beliebig vermehren. Dies alles scheint mir die Annahme sehr 
nahe zu legen, daß sich der Tempel Thutmosisl. in dieser Gegend befunden hat; mit ihr verbindet 
ihn auch die Gründung der Arbeitersiedlung von Der el Medine, die auf ihn zurückgeht (s. o. S. 50). 
Die Ausdehnung des Namens in der Spätzeit beruhte vielleicht auch darauf, daß Thutmosis I. als 
erster im Biban el Moluk bestatteter König besonderes Ansehen genoß, obwohl der Kult seiner 
Person bei weitem nicht die Verbreitung erreichte wie der Amenophis I. und der Ahmes-Nofretere. 
Dagegen sucht Winlock 12 den Tempel im Norden, zwischen dem Tempel der Nofretere und Der el 
Bahri, mit der Begründung, daß die Gedächtnistempel der 18. Dyn. sich chronologisch von Nor¬ 
den nach Süden folgen. Wir wissen aber heute, daß aucliThutmosis II. den seinen ganz außerhalb 
der Reihenfolge im Süden dicht bei dem Tempel des Eje anlegte (Karte 4 N. 23). Außerdem scheint 
mir doch das Forti eben des Tempelnamens in den Kulten von Medinet Habu für sehr enge Beziehun¬ 
gen, auch topographischer Alt, zwischen dem Gedächtnistempel Thutmosis I. und den Bauten 
von Medinet Habu zu sprechen. 

Unter diesen stammt die älteste bekannte Anlage von Hatschepsut/Thutmosis III. (Karte 4 
Nr. 27). Der Tempel wird bezeichnet als „großer Tempel an der richtigen Stätte ((] 


I Urk. IV 136. 955. 2 Naville, 11 th Dyn. temple III Taf. 16. 3 Davies, Puyemrc II S. 84. . 

4 Urk. IV 136. 5 Davies, Two Ramesside tombs Taf. 13. 

6 Brugsch, Dieb, geogr. 598 erwähnt den Namen Hnm.t-nh, der auf der Statue eines Amenemhet im Museum von 
Bulaq aus der 12. Dyn. vorkäme. In Borcliardts Statuenkatalog war sie nicht zu finden. 

7 Theb. Temp. Inschr. 113, 1. 8 ebenda 95c. 9 Piehl, Inscr, liier. I 181 y. 10 ebenda 164 <5. 

II ebenda 17012 Winlock, JEA15 S, 65f, > . , - v 


l 








12 


Theben-West 


des Westens“ und Meß „Arnun mit heiligem Site-, I] “ $ jj £ . Die Beziehungen des 
Gottes zum Tempel werden durch hntj 2 oder m* ausgedrückt. Unter Thutmosis III. wird der 
iempel zeitweise 33 „das westliehe Heiligtum“ genannt 1 . Der Plate des Tempels hieß 
„die richtige Stätte des Westens“, der Tempel selbst jj ^ w ^( Vaiv -’•? ..Seine 

. (des Amun) richtige (Var. heilige) Stätte der Urzeit“ 1 . Man vergleiche damit dte Bezeichnung von 
Hft-hr-nbs als „ihre (der Urgötter) richtige Stätte“ 6 . Wichtig für den Tempel der 18. Dyn. ist die - 
Angabe: „Seine Majestät fand ihn, wie er im Begriffe war zu verfallen“ (Urk. IV 882). Danach 
sohemt es doch, als wäre dort schon aus früherer Zeit ein Amunheiligtum vorhanden gewesen, . 
das der König neu aufführte oder renovierte. Vielleicht ist dabei an deii oben genannten Tempel 
Hnm.t-'nh von Thutmosis I. zu denken. Bin Name des Tempels ist nicht bekannt. Doch sind bei 

Hölschers Grabungen in MedinetHabu Bauziegel gefunden, diedenNamen ( e i 3 ^H“2SS(^=§') 

tragen (Mitteilung Prof. Schott). Der Kult des Gottes kann im Kern etwas ähnliches enthalten 
haben wie der später bekannte der Urgötter und unterscheidet sich jedenfalls von dem in den 
Gedächtnistempeln abgchaltenen (s. die oben genannten Epithteta des Tempels). Das Talfest 
wird m seinen Inschriften nicht genannt. In der Spätzeit' werden hier natürlich die Urgötter 
verehrt, wie z.B. die Inschrift des Hakoris zeigt: „Ei- baute seinem Vater Amonre vor seiner ip.t 
. ein großes herrliches Haus, wenn er nach Djeme am Anfang jeder Dekade fährt um zu opfern der 

Seele von Ägypten und den Seelen der Urgötter“’. Von diesem Tempel stammt 

die sehr häufige Bezeichnung: Amonre dir-i. t». Außer ihm wird anfangs auch Upuaut als hrj fb dir- 
sS.f* hier verehrt. In den zahlreichen Restaurierungsinschriften späterer Zeiten wird der eigent¬ 
liche Name des Tempels merkwürdigerweise nicht erwähnt. Doch führt Amun in ihnen meist den 
Beinamen dir-i. t >»; auf der Restaurierungsstele des Taharka heißt es: „Er machte herrlich ( sdir ) den 
herrlichen Site ( i.t dir.t) für »einenHerrn"“. In der Inschrift des Hakoris wird überhaupt Ptali- 
. Teilen als Empfänger des Baues genannt, der ja mit Amun, dem Vater der Urgötter, identisch 
war 12 . Doch heißt die nach dem nördlichen Anbau des Königs führende Tür auf dem rechten 

Pfosteinfl* ja V „Tür des Königs, der Opferspeisen bringt 

seinem Vater Amonre dir-i. t “ 12 , auf dem linken ^ ~ ” Tür 

des Königs, der Libationen bringt für seinen Vater Amonre“ 11 . Uber die Lage des Tempels gibt 
Ramses III. an, daß er sich in “ seines Tempels befände 15 . Anderwärts begegnet der Name 

*-- r \ fl if " * ‘ * 


* Ü1 C * 6n an c ^ em c * er Tempel Ramses III. selbst liegt 16 . 


1 Urk. IV 882. 2 ebenda 881. 3 Grab 72, LD Text III 259. Berlin 2007, Beil. Inschr. II S. 220. 4 Urk. 

IV 880f. 5 ebenda 882/3. G Tlieb. Temp. Insclir. 35 c. 7 Medinet Habu Zettel 1127. vgl. Sethe, Amun § 38. 

8 Medinet Habu Zettel 1095. .1109. Boreliardt, Cat. gln. 661. Spiegelberg, Pap. dem. Cat. gen. 31170. Pielil, Inscr. hier. 
I 99)/. 9 LD Text III 154. 10 ebenda 163. Medinet Habu Zettel 1117. 11 Carter, Ann! Serv 4 S 180 

12 Medinet Habu Zettel 1124. 13 LD III 284i. vgl. den Plan Text III 150 „v“, 14 LD Text III m 

15 ebenda 163, IG LD III213. . “ - - , 


1 


zeichnen, und zwar nicht nur zu Zeiten Ramses III., z. B. in Titeln: 


Medinet Habu . 73 

Neben dem Tempel der 18. Dyn. befindet sich das Grab des „Königs“ Harsiese, 22. Dyn., von 
dessen Kapelle nur ein Block wiederverbaut aufgefunden worden ist 1 . Bekannt ist ferner der Titel 
eines Propheten dieses Tempels 2 . • 

Ramses III. baute seinen Gedächtnistempel (Karte 4 Nr. 26) so dicht neben den Tempel Tliut- 

B ' --- 

niosis III., daß seine Umfassungsmauer diesen mit einschloß. Er nannte ihn O ~j ^ I = I [j 

„Tempel des Wsr-m3' .t-R' Meiamun, der sich mit der Ewigkeit ver¬ 
einigt, in der Amundomäne im Westen Thebens“ 3 , auch ohne den Zusatz „im Westen Thebens“ 4 . 
Abgekürzt wird er nur „Tempel Ramses III. in der Amundomäne“ 5 , „der Tempel Hnm.t-nhh “ 6 
oder überhaupt nur Hnm.t-nhh 7 genannt. Als Totentempel findet sich die übliche Bezeichnung 
„Tempel von Millionen von Jahren im Westen Thebens“ 8 . Aus der Größe und Bedeutung des Tem¬ 
pels für die thebanische Weststadt erklärt sich der Gebrauch, ihn einfach als zu be- 

zeichnen, und zwar nicht nur zu Zeiten Ramses III., z. B. in Titeln: f=3 NN a™™ ^ J ^ 
Pap. B. M. 10053, 1, 18 „Bootsführer N.N. des Tempels“, dem ebenda 3, 17 NN aaaa™ 

entsprieht " oder auoh in 

„Der vom Tempel ist stark“ (d. i. Amun) oder ^ ^ ^ ^ ß „Der vom Tempel ist 
wachsam“. I 11 gleicher Weise wird in Pap. B.M. 10383, 1, 6 die Lage des Hauses des Vezirs an- 

. . " > ' * f , j -V * . , 

^ _ f] O WVM a O |”""1 ^ f a 1 • 1 (C 

gegeben: ^ I ^ JJ ^ „das Haus des Vezirs, das im Tempel ist , 

womit demnach ebenfalls Medinet Habu gemeint ist (vgl. Cerny, JEA 26 >S. 127ff.). Seine Lage 
wird wie oben entweder allgemein „im Westen Thebens“ angegeben, oder „auf dem Berg des West¬ 
landes (m3nw) seines Vaters Amun“ 9 , „auf dem Berge von Nb.t-nh “ oder „neben Nb.t-'nh“ 10 . 
Wichtig ist die Angabe, er liege „in der Nekropole von Theben -Hft-hr-nbS“ 11 oder „gegenüber 
(hr hft hr) von Karnak“ 12 , die zeigt, daß man in dieser Zeit den Begriff „gegenüber von Karnak“ 
bis hierhin ausdehnte. Erwähnt sei noeh, daß Hakoris in seiner Restaurierungsinsehrift den Thut- 
mosis-Tempel irrtümlich als Hnm . t-nhh bezeichnet 13 . Amun heißt hrj ib Hnm. t-nhh 14 ; vom Tempel¬ 
namen ist der seiner Kultstatuc ’Imn-hnm-nhh 16 abgeleitet. Unter diesem Namen erselieint er 
Pap. B. M. 10375 als Führer der Götter des westliehen Theben, wie Amonre, König der Götter, 
als Führer der Götter des Ostteiles der Stadt 16 . Mit diesem Namen wird er sehr oft angerufen 17 . 

•- 1 - ' " ' * : ' \\> t /. . ' . ’ . . i ! * ’ ■ 

1 Excavations ab Medinet Habu I: General plans and views, Taf. 3/4 „Tomb 1“ = Oriental Institut Publicabions XXI 
Abb. in Oriental Institut Communications 15, S. 33 fl. Vgl. Hölscher, Medinet Habu (Morgenland 24, 1933), S. 52ff. 

2 Statue in Kairo, Legrain, Ann. Serv. 6 S. 12G; 7 S. 186. Gauthier, Livre des rois III S. 349. 

3 LD III 213b. MedinetHabu III, Or, Inst. Publ. 23, 148. 181. vgl. Gardiner, Pap. Wilbourll S. 133. Ein Baumeister, 
Amenmose, dieses Tempels durch seine Statue bekannt, A. Hamada, Ann. Serv. 47 S. 15 ff. 

4 LD III 13G. 5 Medinet Habu Zettel 401. 602. 866. 930. 6 Medinet Habu II, Or. Inst. Publ. 9, 103, 12. 

7 Med. Habu Zettel 812. 930. > 8 LD III 213 b. Medinet Habu III, Or. Inst. Publ. 23, 142. u. ö. c 

9 Med. Habu Zettel 437. 10 Or. Inst. Publ. 23 S. 182. ~ H Piehl, Inscr. hier. I 154. 12 ebenda 148 B = 

Med. Habu Zettel 544. 13 Med. Habu Zettel 1124. 14 ebenda 681. 687 u. ö. 15 Pap. Harris I 4, 6. 

16 Spiegelberg, Rechnungen S. 71. - 17 Pap. B.M. 10417 = Blackman, JEA 12 Taf. 38, von Amonre-Haracbte 

und „Amun, Herr der Throne der beiden Länder“ unterschieden. Borchardt, Cat. g6n. 922. / / 

UAe XVI: Otto ' . ‘ ' 10 


(i Der vom Tempel ist 

r öl | ” 


-■ c 
. 


10 









74 


Theben -West 


Hrj ib des Tempels heißen zahlreiche andere Götter: Ptah 1 , Ptah-Sokaris-Osiris 2 , Chons 3 , Suchos 4 , 
Atum, Herr der beiden Länder 5 , Nefertum 6 , Snij.t von Siut 7 . Auch dieser Tempel diente wohl 
einem ähnlichen Kult wie der Thutmosis III., der als Vorläufer des Späteren Urgötterkultes an¬ 
gesehen werden muß. Stellen wie „Ruhestätte ( mshn.t) der Ewigkeit“ 8 , „Ruhestätte ( mShn.t ) 
seiner Neunheit“ 9 , besonders „Grab {m'li . t) seiner Göttemeunheit“ 10 machen das deutlich. 

Wie die anderen Gedächtnistempel diente er außerdem auch dem Amun als Ruhestätte beim 
Talfest. Es heißt darüber: „Es erscheint der König [in] dem Palast seines herrlichen Tempels, 
um seinen Vater an seinem Fest des Tales erscheinen zu lassen“ 11 . Her im Tempelgebiet gelegene 
Palast des Königs wird auch sonst als „sein Palast in seinem Tempel“ erwähnt 12 . Auch für diesen 
Tempel findet sich, wie für einige andere, der terminus knj, und zwar im Titel von Amunpropheten 
der 22. Dyn. als „Großer der knj des Königs Ramses (Var. des Königs 'Herrscher von Helio- 
poiis’)“ 13 . " 

\ % \ .W ' -* 

An Einzelnamen im Tempelbezirk sind noch bekannt das Tor von Pylon 2: 13SJI 

^ amam —^ „Wsr-mS' .t-R' Meiamim, Amun jubelt, wenn er ihn sieht“ 14 und die Tür zum 
Raum 16 15 : c~~~i „Ramses, Herrseher von Heliopolis, vermehrt die Opfer“: An 

Sonderkulten des Tempels sind erwähnenswert der Ramses II., des großen Vorbildes des. Königs, 
und zwar nicht der des verstorbenen Königs schlechthin, sondern ausdrücklich als Filialkult des 
Ramesseum. Seine mit Königsköpfen geschmückte Prozessionsbarke führte den Namen: „Die 
sib/t-Zuh-Barke des Königs Wsr-mS'.t-R' Sif-n-R' von Hnm.t-WSs .t” 16 . Dabei ist auch der Amun 
des Ramesseum dargestellt {’lmn hrj ib Hnm.t-WSs.t). Eine anscheinend hier verehrte Sonder¬ 
form des Ptah hieß ; ^ AAAAAA jl-jk: J| Cq] —rü „Ptah vom großen Tore“. Im Tempel selbst 
wird er „Ptah vom großen Tore im Westen Thebens“ genannt 17 , außerdem ist er dargestellt auf 
dem Berliner Denkstein Nr. 8440 18 aus dem Ende des NR. Ob schließlich der Tempelname |nQ 

„Schatten des Re“, der als Kultort des Re-Haraclite in einer Inschrift rechts über der Tür in der 
Ostseite des Raumes 45 genannt wird 19 , sich auf MedinetHabu bezieht, ist fraglich; links entspricht 
ihm „Atum . . . in Hermonthis“ (’honw Sm '). . •' ' f . '■ 

Im Tempel Ramses III. und ebenso in den zahlreichen Tempelbauten der Spätzeit in dieser 
Gegend, macht sich ein starker Einfluß von Hermonthis und seinen Kulten bemerkbar. Month, 


O fl »iSeele, die erscheint alle 


1 Med. Habu Zettel 173. 2 Or. Inst. Publ. 23, 158. 3 Med. Habu Zettel 185. 4 ebenda Zettel 408. 

5 ebenda 861. 6 Or. Inst. Publ. 23, 160. 7 Med. Ilabu Zettel 819. 8 Or. Inst. Publ. 23, 182, 

9 ebenda 183. 10 ebenda 184. 11 Or. Inst. Publ. 9, 123 b. Damit hängt zusammen die m. W. einmalige 

Bezeichnung: im {hrj ib) Tempel ^ ^ ^0 0 „Seele, die erscheint alle 

’ . \ 

10 Tage”. Pap. Bibi. nat. 198 I Z. x -f- 7/8 =’ Spiegelberg, Correspondances du temps des rois-pretres, S. 65. 

12 Or. Inst. Publ. 9, 124a. 13 Legrain, Cat. gen. 42221. 42222. 42224. S. o. S. 68 und u. S. 117. 

14 Brugsch, Thesaurus S. 1308. 15 Porter-Moss II S. 186. J^quier, Temples ramessides et saites, Taf. 61, 2. 

16 Med. Habu Zettel 705. So werden auf der S. 73 Anm. 3 genannten Statue des Amenmose auch die mitverehrten 
Götter „seine Neunheit“ genannt. Gardiner, The Pap. Wilbour II, S. 16/17 übersetzt den Ausdruck mit „tabernacle“, 
vgl. Nelson, I. N. E. S. I, S. 137 ff. 17 Med. Habu Zettel 571. 18 Berl. Inschr. II S. 199. 19 Med. Habu Zettel 811. 

vgl. Porter-Moss II S. 186. Zum Ausdruck vgl. Breasted. ÄZ 40 S. 112 Anm. 1. Schäfer, ÄZ 55 S. 33. 


/ V 


Medinet Habu, Der el Medine 75 

i 

der Herr von Hermonthis, und Tun .t-R' .t-tSwj, Götter, die sonst in den Tempeln des thebani- 
schen Westens ganz zurücktreten, werden öfters zusammen genannt 1 . Chons heißt hier „Thotin 
(hrj ib) Hermonthis“ 2 und sagt zum König: „Ich gebe deine Beliebtheit vor deinen Vater im Palast 
von Hermonthis“ 3 . Der Tempel selbst wird genannt: „Stätte des Umherwandeins (S.t swtwt) 
für die Götter und Göttinnen von Hermonthis“ 4 . Besonders wichtig sind folgende Stellen: „Er 
(der König) macht die Nekropole (igr . t) festlich für ihren Herrn . . . Month, den Herrn von ’lwnw 
gm'“ 5 , „Er (der Gott) erscheint in ’lwnw Sm', dem Bezirk der Unterwelt“ 6 , „Die Sonne geht unter 
als Atum in der Nähe (m hSw) von ’lwnw sm'“ 7 , der Amenapet von Djeme heißt: „Lebendes Bild 
des Re in ’lwnw Sm'“ 6 . Solche Ausdrücke zeigen nicht nur ein auffälliges Herübernehmen hermon- 

, , V 

thitischer Gottheiten, sondern eine enge Verbindung zwischen Medinet Habu als Totenkultstätte 
(sei es des Königs oder der Urgötter) und dem Kultgebiet der hermonthitischen Gottheiten. 

Seit der 21. Dyn. kommt der Name (] auf 9 , der sich über alle Kult- 


Seit der 21. Dyn. kommt der Name (j auf 9 , der sich über alle Kult¬ 

stätten des südlichen Teils der Nekropole erstreckt. Der Tempel des Thot-Teos 10 , genannt Kasr el 
Aguz, gehört zunächst dazu. Der Gott heißt Öfters „in ( hrj ib) iS .t-JDSm.t“ 11 , desgleichen die Ge¬ 
fährtin des Thot aus Hermopolis, Nhm.t-'wS J 12 , außerdem Maat, die Tochter des Re, die sich mit 
Amun vereinigt, und Hatkor 13 , Osiris 14 , Harsiese 15 , Isis 16 , Nephthys 17 , Mut 18 , dazu die vergöttlichten 
Weisen Imuthes 19 und Amenophis, Sohn desHapu 20 . Auch in diesem Tempel treten die hermonthi¬ 
tischen Beziehungen zutage: Chons heißt: „Chons-in-Theben-Nefer-Hotep, Horus, Herr der Freude, 
Thot in ’lwnw Sm'“ 21 und die Götter von Hermonthis treten ebenfalls hier auf: Month-Re, der Herr 
von Theben, der Stier in ’lwnw Sm', Re-Harachte und Tnn.i-R'.t-t3wj in ’lwnw Sm ' 22 . 

Weiter läßt sich feststellen, daß auch der Tempel von Der el Medine (Karte 4 Nr. 19) zu dem 
als iS.t DSm.t bezeichneten Gebiet gehört. Wir treffen dort wie in Medinet Habu den Kult der 
Urgötter: „Anionre dsr-s.t , der große Niui . in Djeme“ 23 ; Amonre-Kamutef heißt „der große 
Gott in Djeme“ 24 . Osiris-Chontamenti wird „Herr von Djeme“ 25 oder auch moder hrj ib iS . t-DSm . t 26 
genannt. Es kann gar kein Zweifel sein, daß der ptolemäisclie Tempel von Der el Medine zu dem 
als iS.t-BSm.t bezeichneten Gebiet gehörte. 

Häufig wird hier Anionre Q (] (j J „der schöne Geliebte“ 27 oder (j ^ (j (j ^ ^ fyl 
jf) „Amun, der Geliebte, der Gott, der Bildner der Mädchen“ 28 genannt, ein Name, der die Ver- 

0 i i i : ^ < ' . »■ 

bindiuig zum Amun von Luxor deutlich zeigt. Die in dieser Gegend verehrte Maat wird im Tempel 
bisweilen mit der Hathor, der Herrin der westlichen Wüste, gleichgesetzt; sie heißt dann: „Maat- 
Hathor, die Herrin des Westens“ 29 ; doch tritt sie gegenüber der Hathor zurück. Wichtig ist, daß 

1 LD III 181. Med. Habu Zettel 1054. Beides Ramses III. 2 Or. Inst. Publ. 23, 176. 

3 Med. Habu Zettel 622, Ramses III. . 4 ebenda Zettel 1069. 6 Sethe 17, 6. 6 ebenda 17, 9. 

7 ebenda 17, 11. 8 Tlieb. Temp. Inschr. 96b. 9 Schreibungen und Etymologien s. Sethe Amun § 103. 

10 vgl. Sethe, Imhotep S. 9f. Karte 4 Nr. 28. 11 Sethe 17, 21. 17, 22/23. LD Text III187. 12 Sethe 17, 7. 17, 31. 

13 LD Text III 187. 14 Sethe 17, 25. '/ l5 ebenda 17, 42. IG ebenda 17, 29. 17 ebenda 17, 43. ; 

18 ebenda 17, 26. , 19 ebenda 17, 19. 20 LD Text III 186. 21 Sethe 17, 28; 18, 91 (Grab d. Userhet.) 

ferner II. II. Nelson, Medinet Habu III 176 und Turin 113. 

22 Sethe 17, 39. 23 Piehl, Inscr. hiör. I 159«5, 160»/. 24 ebenda 1764. 25 ebenda 182f. 

26 ebenda 1834. 177/<. 27 ebenda 163 v, 173M. 28 ebenda 167f, 178/1. 29 ebenda 163 y. 

. - ' 10* 


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Theben -West 


wir auch in diesem Tempel die Triade von Hermonthis finden: „Month, Herr von ’lwnw sm\ 
Re-Harachte, R' .t-tSwj in ’lwn w sm\ Horpre, der sehr große erste Sohn des Month“ 1 . 

Das Tal der Königinnengräber hinter Der el Medine, mit dem die Besprechung der einzelnen 
Orte in Theben-West in ägyptischer Zeit abschließt, kennen wir aus dem Pap. Abbott. Es heißt 

: hier mit seinem ausführlichen Namen (Abb. 4, 11/12): y o | i —(j (j ^ j AAAAAA 

s “" : 

der Königskinder, Königsgemahlinnen und Königsmütter, die an der Stätte der Schönheit sind“ 
An anderer Stelle (5, 5) wird es als fl„großer Wüstental“ bezeichnet, in dem eine 

i (wwm r w > 

Untersuchung gegen den Angeklagten stattfindet. Daß „Stätte der Schönheit“ der offizielle Name 
des Tales ist, zeigt Abb. 6, 6, wo zwischeii der „großen heiligen Nekropole“, dem Biban el Moluk, 
und der „Stätte der Schönheit“, dem Biban el Harirn, imterschieden wird. Im Pap. Ambras 2, 10 
wird das Verzeichnis der aus diesem Tal gestohlenen Gegenstände erwähnt. Vielleicht ist das Kö¬ 


niginnengräbertal mit dem 


Örtlichkeit 


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X ^ „südlichen Tal“ 2 gemeint, das zusammen mit einer 


„Gebiet des großen Nil“ genannt wird. Hier 


wurde eine besondere Form des Ptah verehrt. Ein Arbeiter aus Der el Medine ist Web-Priester des 
„Ptah von der Stätte der Schönheit“ SsJnJn) 3; eine Darstellung des Gottes findet 
sich auf einem Kalksteinsplitter aus Der el Medine 4 . 

N ' 

Ein sonst unbekannter Tempel der Isis aus der 22. Dyn. führt den Namen ^ jj W/M jj A/WW\ 
0^0 (Legrain, Cat. gen. 42 228i), auch als ] jj ^ (ebenda 42226k) bezeichnet, 

„Tempel der Isis von der Nekropole“; dieser Ausdruck für „Nekropole“ begegnet noch einmal 
auf einer Berliner Stele (Äg. Inschr.Bcrl.il S. 42) und auf einer Stele aus Horbeit in Leipzig 

(vgl. Clere, Kömi XI S. 39). Der Tempel soll auf dem ^ ^ „göttlichen Boden von 

Theben“ gelegen haben. / . 

• \ ^ - „ '• * .. 

Es bleiben noch ein paar kleinere Kultorte und Statuen in Theben-West übrig, die sieh nicht 

genauer lokalisieren lassen. ' * 

„Das Haus von Millionen Jahren des Ka des 

Königs Sebekhotep“ 6 . Der Gedächtnistempel eines Königs der 13. Dyn., der sonst nicht bekannt 
ist. Doch ist das Vorkommen des Ausdrucks „Haus von Millionen Jahren“, der im NR regel¬ 
mäßig die Gedächtnistempel der Könige bezeichnet, bereits zu dieser Zeit bemerkenswert. 

2. Gedächtnistempel Ramses I. Seine Lage ist unbekannt. Er begegnet nur im Titel eines An¬ 
gestellten von ^ (j ^ o ~\\ j jJ) »^ em k n j des Mn-plitj-R '“ 8 . 


1 Sethe 17, 81. 2 Giornale della necropoli 17 B recto 1, 5. 3 LD Text III 296. Bruyöre, Fouilles de l’inst. 8, 3 

S. 132. 4 Bruyere, a. a. 0. 10, 1 S. 38. Untersuchung dieses Heiligtums bei Bruyere, Mert Seger a Der el Medineh, 

Mein. Inst, frang. 58, S. llff. S. 51. 5 Louvre ohne Nr. Abschr. Wörterbuch Nr. 39. = Mariette, Karnak Taf. 8r. 

Statue des Vezirs ’I-mrj-Nfr-kJ-ll'. 13. Dyn. 6 Pap. B. M. 10053 recto 6, 17. ^ . . 


Varia 


77 




^ , • 

2 Jj ^ O jj ^ „Gunst desAmonre“ 1 . Es werden genannt „Sistren und vmj . t von ’lmn-R'- 

j lS t“. Nach der auch sonst zu belegenden Verbindung 2 scheint es sich um einen Tempel der 
18. Dyn. zu handeln. ' , 

4. Tempel in der Liste des Puyemre 3 . Davies 4 schlägt vor, den Namen des Gedächtnis- 

tempelT Thutmosis II. (Karte 4 Nr. 23), der sonst nicht bekannt ist, darin zu sehen. Vielleicht 
beziehen sich auf diesen Tempel die Titel eines hrj-hb und vir pr-$n' des Königs '3-hpr-n-R auf 
den Grabkegeln eines Ndm 5 . - ' - 

5. © Jj u^j [ ~~ D ” Voi ’h°f des Löwenpaares“, genannt auf der Stele des Kn-lir- 

kp$.f y B. M. 278. Es liegt „neben JD6r . t in der Nachbarschaft von Mn-s.t“ also wohl zwischen Der 
el Bahri und dem Tempel der Ahmes-Nofretere 6 . 

6. Im Grab dos Nebamun 7 wird als Amtssitz des „Obersten der Madjoi in Jlieben-West eine 
Stätte (s. i) „ Tmbw an der Stätte: Groß an Macht (b3w)‘ c angegeben, Ortsnamen, die m.W. sonst 

" • , * ' . . i 

nicht wieder begegnen. 1 

7. „Amun ^ ^ | jjj der die Bitten erhört“, eine seit der Ramessidenzeit genannte 

Statue. Im Grab des Nbwnnf 8 mit dem Zusatz „in Theben-West“ 9 . Eine Abbildung dieser Statue 
vor einem Tempeltor findet sieh auf einer Berliner Stele 10 . ' 

8. „Amun -® von der Stadt“ oder von Nwl-nlil" wird auf mehreren 

Stelen genannt, die beim ehemaligen deutschen Haus gefunden sind 11 . Das Heiligtum scheint zu 
den hier gefundenen Heiligtümern zu gehören, da der Gott einmal heißt: „Amun von dei Stadt, 
der große Gott, der Herr dieses Heiligtums“. ( f 

Seit der Ptolemäerzeit sind die topographischen Bezeichnungen für das westliche Theben 
wesentlich andere als in der Pharaonen zeit. Zwar kommen die alten Namen wie Hnm .t-nhh, 
Hft-hr-nbs usw. noch vor, aber nur als hieratische Reliktein religiösen Texten. Die zeitgenössischen 
Ausdrücke, die vor allem in Urkunden und überhaupt in „modernen“ Texten verwendet werden, 
sind andere. Selten ist der Ausdruck „Westen der Stadt“ geworden. Er begegnet noch hiero- 

glyphisch als in der Felderliste von Edfu 12 , demotisch als imntj Nwt 13 oder auch als , 

wrhwNe li&.t Zme „Ländereien der Stadt auf dem Berg von Djeme u . Doch er ist selten. Dei 
gewöhnliche Name für Theben-West ist Djeme, aus 13 . t-D3vi.t entstanden, und zwai fiii den 
gesamten Westen nicht nur für die Gegend um Medinet-Habu und Der el Medine. Wie ei die ältei en 
Ausdrüeke ersetzt, zeigt deutlich der Pap. Rhind. Hier entspricht dem hiei oglypliischen Hft-Jn 
nbs im demotischen Djeme 16 , ebenso dem hieroglypliisehen Hnvi.t-'nh 16 . Von der „Siedlung von 

1 Urk. IV 917. 2 ebenda 935. 3 Davies, Puyemre I Taf. 40. 4 Davies, a.a. 0. II S. 85. 5 Mond-Myers, Temples 

. of Annant Taf. 107, 8/9. 6 vgl. Bruyere, Mert Seger S. 25ff. 7 Davies, Tomb of two offlcials Taf. 26. 8 Grab 157 

Zettel 1170. 9 Oft genannt: Sethe 18, 103. Theb. Temp. Inschr. 161b. 165b. 10 Nr. 23077. Abgebildet bei Erman, 

Religion der Ägypter, 1934, Taf. 5. vgl. Erman, Sitz. Berl. Akad. 1911 S. 1088/9. 11 Erman, a. a. 0. S. 1088/9. 

12 Brugsch, Thesaurus S. 538 Z. 5. 13 Pap. B. M. 10463, 209 v. Chr. Griffith, PSBA 23 S. 294ff. 14 Elkan Adler 

Pap. 31, Reich, JAOS 56, S. 268/9. -. 15 Pap. Rhind I 6 h 10 = I 6 d 9. II 7 h 6 = II 7 d 7. 16 I 5 h 4 = I 5 d 3. 

II 6 h 3 = II 6 d 3. . ■ 










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rjtv. < 


78 ' Theben-West 

Djeme“ erscheint in den demotischen Urkunden deutlich getrennt hs.t Zme ,,Berg von Djeme“ 
als Bezeichnung der unbewohnten Nekropolengegend 1 , außerdem ejn lis.l hrj.t Zm „unterer Berg 
von Djeme“, wohl als Teil des vorigen 2 . Im Griechischen entspricht der Name töc Mep.voveia auch 
t6 Megvovtov (Strabo XVII 816). Der Name geht auf die Gleichsetzung des osirianischen Toten- 
kultes (besonders in Abydos) mit dem Kult des vor Troja getöteten Sohnes der Eos, Memnon, 
zurück. Anscheinend haftet er iii Theben zunächst am Gedächtnistempel Ramses II. (dem 
Memnoneion); später werden die Kolossalstatuen Amenophis III. als „Menmonskolosse“ be¬ 
zeichnet. Schließlich eignet der Name im Plural (eigentlich „die Totentempel“) der ganzen Ge¬ 
gend 3 . In dieser Ausdehnung findet er sich seit der Mitte des 2. Jlid. v. Chr. 4 . Das hieroglyphische 
DBm.t und demotische Zm lebt im Koptischen A’iiue (boh. ciiui) weiter; der Unterschied der 
Konsonanten in den Dialekten zeigt, daß das koptische Wort auf eine ältere Form TBm.t zurück¬ 
geht 5 . Grieclriscli findet sich auch üacr/jgu;, Haae[iiq ü . Diese Form ist wohl aus dem demotischen p 
Zm (für Pr Zm „Tempel von Djeme“) weitergebildet 7 . Im Koptischen ist zu unterscheiden KACTpou 
xi ine (= KACTpon nueiioueiou) und riTOOv ijxiiug „Berg von Djeme“, entsprechend dem demo¬ 
tischen hs . t Zm. Das erstere wird als Name des Dorfes gebraucht (z. B. „Wir alle, die wir zum Kastron 
von Djeme gezählt werden“) 8 ; daher findet sich häufig für den Einzelnen.die Bezeichnung puinuv- 
cxpou ÄMUG 9 , kürzer piiyiiuß 10 . Der Berg von Djeme dient dagegen vor allem als Aufenthaltsort 
koptischer Mönche: riucmojeoc uriTOOv iixiilig 11 oder „der heilige ApaPhoibammon, der oben auf 
dem Berg des Kastron von Djeme wohnt, e?p t \i Tiimoov imKACxpou xiiue 12 . Die Angaben einiger 
zweisprachiger Urkunden (demotisch und griechisch) ermöglichen es, die Lage des oft erwähnten 
Kastron genauer zu bestimmen. „Südwestquartier von Djeme innerhalb der Mauer von Djeme“ 

= t 6 äxö v6tou y.al Xißoc; p.epoq twv Mepvovefojv evtoq toü tel/ou«; 13 . „Südquartier von Djeme innerhalb 
des Walles“ = ev xöji oltzo votou pepei tuv Mepvovetow 14 . „In der Burg von Djeme“ = Ivxoq toü «ppouptou 
tcov Me[xvovsiwv 15 . „Südquartier von Djeme innerhalb des Walles von Djeme“ = to <xno votou p.epo<; 
7 tspl Ta Mejxvoveta 19 . Da die Gleichsetzung von «ppoupiov tcov Mep.voveuov und xacxpov wohl als sicher 
angenommen werden darf und andererseits die „Mauer der Memnoneia“ doch wohl identisch mit , 
der „Burg der Memnoneia“ ist, haben wir die Anlage also im Südwesten, bzw. im Süden der the- 
banisclien Weststadt zu suchen, d.h. in der Gegend von Meclinet Habu und Der el Medine. Vielleicht 
ist der Ursprung dieser offensichtlich befestigten Anlage in den Umfassungsmauern des Tempels 
Ramses III. von Medinet Habu zu sehen. Die Tatsache, daß die Burg häufig erst nach der Römer¬ 
zeit genannt wird (die oben zitierte Stelle ans Pap, Berlin 3104 ist die einzige mir bekannte aus 
der Ptolemäerzeit), ist wohl so zu verstehen, daß damals die von alters bestehende Maueranlage 
ausgebaut wurde und daß mit fortschreitendem Verfall der Gräberstadt dieser Punkt letztlich der 
einzige war, dem verwaltungstechnisch noch einige Bedeutung als geschlossene Ortschaft zukam. 
Er ist in koptischen Urkunden noch häufig genug bis ins 8. Jhd. n. Chr. bezeugt. 





1 Reich, Juristische Pap. S. 60. 2 Reich, a. a. 0. S. 57. ’ 3 vgl.-Kees, Art. Memnon bei Pauly-Wissowa Sp. 650. 

4 z. B. Theban Ostraca S. 72. 5 vgl. Sethe, Amun § 103. 6 Brugsch, Geographie I S. 185. 7 Pap. B. M. 

10079 A, 2./3. Jhd. v. Chr. Reich, a. a. 0. S. 68/9. 8 Stern, ÄZ 22 S. 153. 9 Crum-Stoindorff, Kopt. Rechtsurk. 2, 6. 

4, 7. 5, 4 u. ö. 10 Crum, Coptic Ostraca Ad 17. Var: pLHlJCOpiOIJ IIXIIIIG Crum, Short Coptic texts 59, 3/4. Für 

KACTpOfl findet sich auch (J>pOTpion. 11 Crum-Steindorff, a-, a. O. 35,12. 12 ebenda 81, 9/10. ■ 13 Pap. Berlin 

3079. 150 v, Chr. /. 14 Pap. Berlin 3090/91, 140 v. Chr. 15 Pap. Berlin 3104, 103 v. Chr. Droysen, Kleine Schriften I 

5. 4 und 387. „ IG Pap. Berlin 3105, 100 v. Chr. , 


Ptolcmaorzeit 


70 


Es sind weiterhin eine ganze Reihe von Ortsnamen für den thebanischen Westen bekannt, die 
sich mit mehr oder weniger Genauigkeit topographisch festlegen lassen. 

1. riayi(U<p Diese Ortschaft lag ebenfalls im südlichen Teil der Gegend; dem demotischen.„im 
Südquartier von Djeme“ entspricht griechisch ev üaxige». 1 . £>as Wort klingt wie eine Ableitung 
von ciiui und würde dann dem oben genannten IladegK; genau parallel gebildet sein. Daß von zwei 
dialektisch verschiedenen Namensformen zwei verschiedene griechische Namen abgeleitet werden, 
würde hier umso mehr möglich sein, als beide Namen der Volksprache angehören, nicht die offi¬ 
zielle Bezeichniuig des Ortes darstellen. Vielleicht liegt mit einem Schreibfehler derselbe Name 
vor in Pap. Leiden N 2 : (jaAöt; t6tco<; . . . ev toh drcö vot(ou) y.epzi Mep,vovecov Hüt/eip. 

2. Öuvaßouvouv 3 . Es werden hier genannt, „die Toten, die im Grab des Nb-wnn ruhen in den 
Stätten des Westens von Theben“, dem entspricht griechiseli im sog. Antigraphum Greyanum 4 : 
|v Öuvaßouvouv ev t' 7)(, Aißöyji tou Ilepdb/ißat; ev roXc, Megvoveiou;. Spiegelberg 5 denkt an das Grab des 
Nb-wnnf aus der Zeit Ramses II. (Karte 4 Nr. 4), in dem Reste späterer Einbauten zu sehen seien.. 


3. ICepägeta, ein Dorf (xtogv)) 6 , das nach Pap. Grenfell I, 21 Z. 14f. auf dem Westufer liegt. Im Pap. 
Casati (8, 4) entspricht diesem griechischen Namen die demotische Bezeichnung n | J)^j 
b ° ö '° r ^ Jf) (Pap. Cas. dem. 3, 12). „Tempel des Month, des Herrn von MBtn “. Der 

jtr /w/vSa @ ^ I 1_J © . , _ . 

Name MBtn ist nicht ganz sicher; das Zeichen könnte auch | gelesen werden 7 . Dieser Montlitempel 


wird auch in einem Kairiner Papyrus 8 und auf Thebanischen Ostraca neben dem Tempel von 
Djeme und Ophi (= Luxor) erwähnt 9 . Wichtig ist, daß durch die Entsprechung der beiden Namen 
Kepageia und MBtn im Pap. Casati die Lage der Kepapeia ziemlich sicher bestimmt werden kann. 
Denn die Lage von MBtn ist durch die von Spiegelberg (Sitz. Bayer. Ak.) edierten Ostraca gesichert. 
Es heißt dort: „Am Tor von Djeme im Tempel des Month, des Herrn von MBtn“. Der Ort MBtn 
und damit auch die ICepageta sind also im Süden der Weststadt zu suchen. In Medamud ist eine 
griechische Sockelinschrift gefunden worden folgenden Wortlauts: Oyjßatot, op.oü x.al Kepap.eoma t6v 
Ta&pwov freov 10 . Anscheinend sind damit die Bewohner der Stadt Theben auf dem Ostufer und die der 
Kepapieta auf dem Westufer gemeint, die gemeinsam dem alten Gaugott ein Bild geweiht haben 11 . 

4. TapxÜTi*; demotisch: TB-'rkt. Name einer Feldmark in den nördlichen Orten des Westens des 

Gaues von Pathyris. Der Notar, der die Urkunde ausgestellt hat, schreibt im Namen des Pro¬ 
pheten von Djeme. In einer ähnlichen Urkunde kauft eine Pastophore aus dem Westen Thebens 
(n ; •pr-imnt n Nwt ) Land ev toh Tiepl Tapx.üTiv zeSlcoi 12 . ’ •; • 

5. „Ruhestätte des Ibis und des Falken“. Aus Papyri des 3. und 2. Jhd. v. Chr. sind Priester einer 
„Ruhestätte des Ibis und des Falken“ bekannt 13 oder ein „Choachyt des Ibisgrabas“ 14 . Die Lage 


1 Pap. Berlin 3101, 118 v. Chr. 2 Wilcken, UPZ II Nr. 181 Kol. II, 9.105 v, Chr. 3 Pap. Berlin 3119, 146 v. Chr. 

4 Wilcken, a.a.O. Nr. 175a. 5 Ber 1 . dem Pap. S. 10. 6 Wilcken, Ostraca I S. 714. 7 Spiegelberg, Demotica I 

Sitz. Bayer. Ak. 1925, 6. Abh. S. 11 ff. 8 Spiegelberg, Dem. Pap. Cat. gen. 31080 Kol. IV, VI. VII. 9 Theban Ostraca 
S. 55. als lp-tn umschrieben; doch, wie mir Herr Prof. Erichsen freundlich mitteilte, sicher identisch. 10 Fouilles de l’inst. 
frans. 9» 3 S. 74f. 11 Daß mit den •/.spatJ.ecTvrai die Einwohner von Medamud gemeint seien und überdies der in der In¬ 

schrift des Cornelius Gallus genannte Ort Kepa|.uxrj mit Medamud identisch sei (so auch Daressy, Ann. Serv. 21 S. 13), ist 
trotz der Fundstelle des Steines nicht wahrscheinlich, vgl. Kees, Art Thebae bei Pauly-Wissowa Sp. 1558. 12 der Pap. 

Casati 46,4 genannte Ort T4Xxi« der sonst unbekannt ist, ist davon zu trennen, vgl. Wilcken, UPZII S. 169. Spiegelborg, 
Rec. Trav. 31 S. 93ff. = Kenyon III S. 4/5. 13 Pap. Berlin 3141, 3111. 14 ebenda 3075. 







80 


Theben-West 


dieses Grabes wird Pap. B. M. 10230, IV, 1 als auf dem Berg von Djeme angegeben 1 . Vielleicht 
darf man diesen Namen mit der im Glossar Golenischeff genannten Örtlichkeit zusammenbringen: 


^ 111 “ INI M, ^ J fl Ä 1k $ ■ Nach Papyri der 20 - Dyn ' a ist zu Iesen: 

^ J] © »»die Stätte des Falken“. Es ist freilich nur eine Vermu- 


,,die Stätte des Falken“. Es ist freilich nur eine Vermu¬ 


tung, daß die demotischen und die früheren Namen, die sich sinngemäß ungefähr entsprechen, auf 
die gleichen Örtlichkeiten zu beziehen sind. Ihre genauere Lage zu bestimmen, ist schwierig. Aus 
Pap. B. M. 10052, 14, 14 geht nur hervor, daß der Ort im Westen lag und im Boot erreicht werden 
konnte. Im Glossar Golenischeff, der die Orte von Süden nach Norden aufzählt, geht voraus Her- 
monthis und folgt Theben-Medamud -Hjr-lir- Imn. Danach scheint der Ausdruck den südlicheren 
Teil des thebanischen Westens zu bezeichnen, wie Hrj-hr-Imn den nördlichen (s. o. S. 62). Viel¬ 
leicht darf man vermuten, daß dieser Totenkult eines Ibis und Falken in Zusammenhang steht mit 
den Kulten von MedinetHabu. Dort wurde ja auch Thot-Teos, der Ibis verehrt, dessen Urbild ein 
vergöttlichter Priester von Memphis war. Das Grab eines Falken als volkstümliche Kultstätte das 
hier ruhenden Ur-Amun ist nicht undenkbar. Beides wäre als volkstümliche Weiterbildung, Sicht¬ 
barmachung sehr vergeistigter theologischer Lehren zu verstehen. Bemerkenswert ist, daß der 
Glossar Golenischeff diesen emporgekommenen, nicht-offiziellen Namen verzeichnet; das stimmt 
aber mit dem ganzen Stil dieses Papyrus überein, der z.B. den Namen Hermonthis in der modernen 


Orthographie | 1 (j ^ i © bringt. Während die oben zitierten demotischen Papyri 

das Wort „Ruhestätte“ durch p'. wj htp u.ä. ausdrücken, begegnet daneben noch eine andere Be¬ 
zeichnung, die zwar nicht wörtlich, aber sinngemäß übereinstimmt: T-mtn-p-bk 3 , griechisch 
wiedergegeben durch Ti[;.0Tvev7u,ßy)xi<; 4 . Dieses Schwanken in der Terminologie, wie es am auffällig¬ 
sten hier, ähnlich auch bei anderen Namen in Erscheinung tritt, scheint mir für die Interpretation 
der Ortsnamen dieser Zeit aufschlußreich. Es ist a priori unmöglich, daß tatsächlich die zahlreichen 
allein für Theben-West überlieferten Namen ebensoviele verschiedene Ortschaften bezeichnet 
haben. Man muß mit einer viel stärkeren Überschneidung der Namen rechnen als etwa in der Pha- 
raonenzeit. Der Grund wird darin liegen, daß die uns zur Verfügung stehenden Quellen (Kauf- und 
Verkaufskontrakte, Heiratsurkunden usw.) von Angehörigen sehr verschiedenartiger sozialer 
Schichten verfaßt, bzw. auf ihre Aussagen hin aufgezeichnet worden sind; sie enthalten deshalb 
topographische Bezeichnungen, die bei den kleinen Leuten gebräuchlich waren, volkstümliche 
Benennungen, die bald so bald so formuliert wurden und von den offiziellen Namen der Pharaonen¬ 
zeit ebenso weit entfernt waren, wie von der amtlichen Einteilung der hellenistischen Verwaltung. 


6. ütoi?. Seit der Saitenzeit kennen wir eine zum Tempelgut des Amun gehörige Domäne namens 

der Milchkanne des a™ 111 "- 6 

auch nur pih p vihn 6 oder pik 7 genannt. Dem letzteren entspricht offenbar das griechische v 


'. i ' ' . N 1 ' 

1 Reich, Jurist. Pap. S. 78. 2 Pap. B. M. 10052, 4, 29. 14, 14. Pap. Mayer A 7, 3. vgl. Gardiner, Onomastica II, S. 24 

„Mound“. Zur Lesung Hd.i—iB.l siehe Gardiner, The Pap. Wilbour II, S. 33. 3 Pap. Turin 247. Reich, a. a. O. S. 7. 

4 Pap. Cas. 23, 4. 26, 1. 5 vgl. zu der unsicheren Bedeutung des Wortes mfyn Griffibli, Ryland Pap. III S. 131 Anni. 6. 
(> Pap. B. M. 10117, Reich, a. a. O. S. IG/17. 7 Pap. CarnavonI, Spiegelberg, Rec. Trav. 35 S. 161. 



Ptolemäerzeit 


81 


flfac, 1 . Es scheint sicher, daß dieses Gut in den Gau von Koptos gehört und zwar in dessen nördlichen 
Teil. Im.Pap. Cariiavon I liegt ein Grundstück, das zu diesem Gut gehört, „im Gottesopfer des 
Amun im Westen des Kh von Koptos (?)“, Pap. Carnavon II ein Acker „im Gottesopfer des Amun 
im Kh von Koptos“, ganz deutlich ist auch der Ausdruck im Pap. Turin VIII Z. 28f.: ... IIokstv^ 
Aißu 7 ]<; toö Kotttitou 2 . Dieser Nordbezirk auf dem Westufer des koptitisclien Gaues muß von dem 
Nordbezirk des thebanischen getrennt werden. Der Vorschlag Spiegelbergs 3 , den Kh von Koptos 
im Nordbezirk von Theben zu suchen, wo er den Namen der Nachbarschaft des Koptites verdanke, 
ist m.E. abzulehnen, da sowohl das demotische „Kh von Koptos“ wie das griechische Aißuv) tou 
K.o 7 rdT 0 i> eindeutig die Zugehörigkeit zu diesem Gau bezeugen. Dagegen spricht auch nicht, daß 
im Pap. Carnavon I als westliche Begrenzung eines Grundstückes die „Königsstraße“ genannt ist. 
Wir finden sie zwar auch im Westen des thebanischen Gaues 4 , sicher aber auch auf dem Ostufer 5 , 
ebenso auch in der Stadt Pathyris 6 . Der Name bezeichnete also wohl nicht eine bestimmte Straße, 
sondern eine besondere Straßenklasse. 

7. Der Nordbezirk des thebanischen Gaues begegnet Öfters. Pap. B. M. 10073 7 wird die Lage 
eines Hauses als n t iw' .t mht Ne „im Nordbezirk von A 7 e“ angegeben und nach Ostraca werden 
Steuern von Djeme an die Bank des Nordquartiers bezahlt 8 . Nach Pap. Ryland XI liegt ein Haus 
im Nordquartier von Ne auf dem Westufer. Im Griechischen entspricht wohl die häufig genannte 

aycopa ßoppa 9 . Als genauere topographische Bezeichnung wird einmal ^ ^ CII ^ ^ (j ^ 

o „das Haus der Kuh“ hinzugefügt 10 . Es könnte sich dabei uni eine späte Bezeichnung von 

Der el Bahri handeln, wozu die Lage im nördlichen Teil von Theben-West gut passen würde. Wir 
hätten dann übrigens hier wieder eine jener volkstümlichen Bezeichnungen wie bei der „Ruhe¬ 
stätte des Ibis und Falken“. Davon zu trennen ist ein Nord quartier auf dem Ostufer, das wahrschein¬ 
lich .Pap. Berlin 3112 genannt wird, wo ein Haus im Nord quartier von Theben im Tempel des Ost¬ 
bezirkes liegt. Ein terminus wie „Nordbezirk“ entspricht zwar durchaus der amtlichen Benennung, 
ist aber für uns heute ebenso nichtssagend wie für den kleinen Priester oder Handwerker damals, 
der ihn durch hinzugefügte volkstümliche Namen zu verdeutlichen suchte. 

Es bleiben nun noch einige Namen übrig, zu denen sich nicht mehr sagen läßt, als daß sie in 
Theben-West gesucht werden müssen, und die hier nur der Vollständigkeit wegen angeführt seien. 

8. ©ümc; Pap. Turin VIII, 8. Pap. Cas. 34, 5; 37, 8; 47, 1. 

9. ÜTjivTcoap Pap. Turin VIII, 8. =, riivxowp Pap. Cas. 11, 3; 47, 2. Von Brugsch, Geographie I 
S. 191 als „Sitz des. Hundes“ übersetzt. 

10. ©govovxoupu; Pap. Turin VIII, 18. 

11. TgouyovxoTjffi? Pap. Cas. 21, 6. 

12. Meofrßov Pap. Turin VIII, 9. 


1 Theban Ostraca S. 32. Spätptol. Brugsch, Dict. göogr. 68. Vielleicht identisch mit dem Pap. Cas. 12, 12 u. ö. 
genannten Hai?. 2 ähnlich Z. 10/11. 119 v. Chr. Gerhard, Pliilologus 63 S. 529. 3 Rec. Trav. 35 S. 161. 

4 im südlichen Teil, z.B. Revilloub, Revue figyptol. 14, 1912 S. 54. 63. 5 z.B. Pap. Berlin 3113. 6 dem. Pap. 

Straßburg Nr. 6. 7 Reich, Jurist. Papyri S. 60/1. 217 v. Chr. 8 Thompson, PSBA 35 S. 187/8, 32 n. Chr. S. 262/3, 

133/2 v. Chr. 9 Meyer, Griechische Texte aus Ägypten S. 144. Wilcken, Ostraca I S. 713. 10 Griffith, Ryland 

Pap. III S. 122, 424. i - v 

UAc XVI: Otto , ' ' • 11 




82 ' ’ Meclamud 

13. Taßai Pap. Turin VIII, 18. 

14. ripoiToc; Tßlwvos Pap. Turin VIII, 18. 

15. P’-Mkir „Migdol“ ein Dorf. Griffith, PSBA 23 S. 295. / . , 

16 Tmonenpament. Pap. Cas. dem. 3, 17, wird im griechischen Pap. Cas. 8, 8 mit dem Ethnilcon 

wiedergegeben, sonst (8,10; 21,11; 34, 2) mit Tjxouvey^agvjvu;. Vielleicht ist damit iden¬ 
tisch Tjj.wTvevTrajj.rjVi^ in der Aißuv) des Pathyrites (Pap. Turin VIII, 8. vgl. Griffith, Pap. Ryland III 
S. 131 Anm. 6). Der zweite Bestandteil des Namens kommt auch in der Ortsbezeichnung ILvrox- 
(x'qvk; (Pap. Cas. griech. 32, 8) vor. Auch genannt bei Thompson, PSBA 35 S. 152. 

17. 'Pageavoucpieiov PSI IX, Nr. 1017. Ein Tempel des Arhensnuphis in den Memnoneia. Von 
ihm ist der Personenname IlaTpaavoücpK; abgeleitet. 

18. II[X6v ’Axoay. PSI IX Nr. 1025. Name einer yvj omxpopot; in der Ebene der Memnoneia. Ihre 
nördliche Grenze ist ein See gleichen Namens, die südliche ein See Iljxev ’Avoußioc;. 

19. ne<jTevep,evw<pic; PSI IX Nr. 1031 = P Sd n ’lmn-ipj „Landgut des Amenapet“, Griffith, 

PSBA 23 S. 299. Pap. London 10436. ' ' - 

20. iikoaoa eine Ortschaft „auf dem Berg \on Djeme“. Crum-Steindorff, Koptische Rechtsurkun- 

den Nr. 106, 18. ' ' ; ^ _ ■- 

\ • ■ • s i / - * ■ - 

y 21. tj)ti*a[ta ii]a'mi.i 6 ebenda Nr. 94, 63. v • . 


■ ••••" 2. Kapitel 

I ' J v ' ' ' 

/, . . ... Medamud 

N ' ‘ -/ - 

x- ' , - J 1 ^ * s 

Medamud, etwa 7 km östlich von Karnak gelegen, spielt als Kultort des tliebanischcn Gau¬ 
gottes Month eine wichtige Rolle. Der ägyptische Name ^ ^ © seit dem 

NR auch spät oder PJ ? 1 und ^p^j 2 geschrieben, steckt wohl noch im heutigen 

yJoA [*yf J • Koptisch heißt der Ort nach Crum 3 ugtgi.ioyt, heute auch In den Städte- 

listen wird es als ® in der Ramses II. 4 zwischen Theben und Kus und im Glossar Gole- 


niseheff als Jp zwischen Theben und Hrj- hr-lmn genannt 5 . Das zeigt, daß es sich 

um eine selbständige Ortschaft handelte, die mit der Stadt Theben in keinem Zusammenhang 

( A . , ' r 

stand. . , N • ' ' 

Die Bedeutung das Ortes beruht allein in dem Tempel des Month, dessen älteste Bauteile sicher 
aus der 12. Dyn., vielleicht auch schon aus der 11. Dyn. 6 stammen. Für den Charakter das Month 
als Kriegsgott und seine geschichtliche Entstehung ist es bedeutsam, daß der Tempel der MR 
festungsartig angelegt ist. Anscheinend bildete Medamud eine Art Kastell, das den thebanischen 

Gau nach Norden schützte. Unter dem Bau des MR fand sich eine gänzlich abweichende, viel- 

» * 

leicht wesentlich ältere Anlage, die durch einen heiligen Baum und zwei rechtwinklig aufein- 


1 Legrain, Bull. Inst. Fran§. 12 S. 91. 2 LD Text IV 11. 3 Short Coptic texts, pass. 1 - 

4 Mariette, Abydos II Taf. 12 5 Gardiner, Onomastica II S. 26 f. 6 Fouilles de l’inst. fran$. 8, 1 S. 57. 


/ / 


Medamud t 88 

anderstoßende höhlenartige Heiligtümer charakterisiert wird. Der Typ ist völlig einzigartig und 
seine Deutung zunächst noch ganz unsicher l . Baugeschichtlich wichtig ist, daß bereits diese Anlage 
sowie eine Erweiterung, die ebenfalls unter dem Tempel des MR sich befindet, durch Pjdone ab¬ 
geschlossen ist. Der Gott heißt zu dieser Zeit „Herr von Medamud“ 2 , „hrj ib Medamud“ 3 , am 
häufigsten „in (m) Medamud“ 4 . Als sein heiliges Tier wurde hier wie in el Tod und Hermonthis 
ein Stier verehrt, ebenfalls seit der 12.Dyn. nachweisbar durch den Namen: „Month-Re, der Herr 
des thebanischen Gaues, der König der beiden Länder, der Stier in Medamud“ 6 . Die ihm geweihten 
Bäume des Tempels sind vielleicht in dessen hinterem Teil zu suchen 6 . Month wird hier außer in 
seiner anthropomorphen Gestalt und als Stier auch in der Form eines merkwürdigen Wesens ver¬ 
ehrt, das einem knieenden Menschen mit Seth-Kopf gleicht; die Beischrift nennt ihn: „Month, 

Herr von Thehen, Herr von Medamud“ 7 . Aus Hermonthis stammend wird auch die weibliche Ge- 

✓ • ♦ 

fährtin des Gottes, R f A-tBwj, und beider Sohn, Hor-p-Re, als „Gastgötter“ des Tempels ( hrj ib) 
verehrt. Daß auch Amun hier Kult erhielt, zeigt die Amun-Litanei Ramses II. in Luxor 8 . In der 
Ptolemäerzeit erscheint er mit Month-Re gleichgesetzt sogar als Herr des Tempels 9 . Auch der Kult 
der acht Urgötter ist mit Medamud verknüpft worden; es heißt von ihnen: „Die Aehtheit, sie 
treten ein in den Nun an der Stätte im Bnbn- Hause, sie fahren zu Schiff ab vom östlichen Horizont 
von Medamud, sie treten ein in IB .t-DBm.t“ 10 . Aus unbekannten Gründen wird die Seschat, Herrin 
der Schrift, der R '. t-tSwj in Medamud gleichgesetzt 11 . ' ' v ' 

Als theologischer Name von Medamud begegnet ^ ^ „Kampfhaus“ 12 , ein Name, der auf 

den kriegerischen Charakter des Stiergottes und die hier anscheinend veranstalteten Stierkämpfe 
anspielt; dazu gehört auch die in den Texten der Spätzeit mehrfach erwähnte Arena, 
die sich vielleicht südlich vom sogenannten „Orakelrelief“ befunden hat 14 . Schließlich bezieht sich 
auf den Tempel von Medamud wohl auch der Name .. JO *WVAA ^ /wamv „ . . . Haus 

des Stieres, des lebenden Herolds des Re“ 16 , der den Montlistier mit einem sonst nur in Hermonthis 
für ihn gebräuchlichen Titel nennt. 

Namen einzelner Bauteile, Tore usw. sind nur wenigö überliefert: 

;,Seso S tris, der das Böse von dem 
Herrn von Theben in Medamud vernichtet“. Ein Tor Sesostris III., das aus einzelnen Trümmern 
unter dem ptolemäischen Tempel zusammengesetzt worden ist 16 . 

. 2. (pp WMA |_) ftAW'A 1“ | Tor zu einem Magazin Sesostris III., ebendaher 17 . 

3. V7173] j( Jj (j <=> (j „Festhof“, wohl ein vor dem Tempel gelegener Hof (s. o. S. 29), indem die 
Statue des Maa-nachtef (Zeit Amenopliis II.) aufgestellt war 18 . 

I Robichon-Varille, Chronique d’Egypte 1939 S. 83ff. dieselben, Descriptionsommaire du temple primitif de Medamoud, 

Rechcrclies d'archcologie, de philologie efc d’histoire, t. XI, Kairo 1940. 2 Fouilles de l’inst. fran$. 3, 1 S. 37. 

3 ebenda 6, 1 S. 41. 4 ebenda 5, 2 S. 2. Länge-Schäfer, Cat. gen. 20555g. Pap. Bulaq 18 XV, 2, 1. XVIII, 14 u. ö. 

5 Fouilles de Pinst. fran$. 7, 1 S. 88. Otto, Stierkulte S. 40 ff. 6 Fouilles .'. 3, 1 S. 120/1. 7 Champollion, Not. 

descr. I 292. 8 Daressy, Ree. Trav. 32 S. 62 ff. Nr. 77. 9 Fouilles ... 3, 2 S. 2 f. 10 Theb. Temp. Inschr. 145 i. 

II ebenda 146b. Sethe 5, 98. 5, 115. 12 Fouilles ... 3, 2, Inscr. Nr. 15. 99. 13 ebenda 4, 2 S. lOff. 14 ebenda 9, 3 

S. 42ff. Porter-Moss V S. 138, südlich von Nr. 55. 15 Fouilles ... 9, 3 S. 67, ptolem. 16 ebenda 6, 1 S. 113. 

vgl. 3, 2 Taf. 1. 17 ebenda 5, 1 S. 122, Taf. 2. 18 ebenda 4, 2 S. 51, Inscr. Nr. 354 Z. 23. . :l- 







84 


EI-Tod 




4. ^A/| n 0 ° [J ■ WVVAA ^ r --^ ^ „Scheune des Tempels des Month in Medamud“ 

genannt auf einer Kairiner Statue des MR 1 . 

6 - AW<V ^ iyyi „Tor von 13 .t DSm.t“, Tor Ptolemäus IV., errichtet dem 

„sehr großen heiligen Stier von Medamud“; merkwürdig ist die im Namen ausgesprochene Bezie¬ 
hung zu Medinet Habu 2 . - 


3. Kapitel 


El-Tod 


Gegenüber von Hermonthis lag auf dem Ostufer, etwa 20 km südlich von Luxor, die Stadt 
2^ © 3 , im MR auch & 4 , J9 ^ 5 , 9"| (j & 6 oder ^ 7 geschrieben, später 8 

Ler O ® © 9 . Nur eine andere Schreibung liegt vor in dem Namen ^ 10 oder -^Tl? 11 . 


Diese späte Schreibung beruht offensichtlich auf der damaligen Aussprache des Namens, in 
der das r mouilliert war, das f der ursprünglichen femininen Dualendung aber noch gesprochen 

wurde, also etwa Djet, was lautlich etwa einem Plural von d.t entsprochen haben muß. 
Auf diese Form geht wohl auch der heutige Name zurück. Bei Ptolemäus (IV, 5, 32) heißt 
der Ort Tou<piov und liegt südlich von Theben owe’ dvaxoAtov tou uoxagou. Vielleicht hängt der 
Name mit Dr.t „Falke, Weihe“ zusammen und könnte auf ein in Urzeiten hier verehrtes Pärchen 
dieser Vogelart hindeuten. Raubvogclgottheiten sind ja in dieser Gegend nicht selten: Die Geier¬ 
göttin Mut, der Falke Month, der Falke Hmn in Asfun, die Geiergöttin Nechbet in Elkab usw. 
Die feminine Dualform zur Bezeichnung eines Tierpärchens findet sich z.B. ebenso bei der Benen¬ 
nung von Selm und Tefnut als „Löwinnenpaar“. Bis in die geschichtliche Zeit hat sich freilich in 
el Tod nichts von einem solchen Kult erhalten. Das Pärchen müßte in die Gestalt des benach¬ 
barten Fälkcngottes Month eingegangen sein. Beispiele 'für das Verschmelzen eines ursprünglichen 
Göttefpaares zu einer einzigen Figur sind ja ebenfalls nicht selten 12 . 

Im MR muß der Ort größere Bedeutung gehabt haben. Von der Stele Kairo 20 649 ist ein 
/ww 'a<Ja\ © „Graf von el Tod“ bekannt. In der Ptolemäerzeit gehörte el Tod nach der Felderliste 
von Edfu zu Hermonthis. 


1 Lange-Schäfer, Cat. gön. 20555g. 2 Robichon-Varille, Description soinmaire .... Recherelies d’archeologie etc. 

t. XI, S. 19. 3 Abydosliste Ramses II. Mariette, Abydos II Taf. 12. ebenda Taf. 6 ^ ^fj »Dr.tj des Month“ 

genannt. 4 Lange-Schäfer, Cat. g6n. 20649. 6 ebenda 20712. ; 6 Bisson de la Roque, Fouilles de l’inet. 

frang. 17 S. 04. 7 ebenda S. 69/70. 8 Brugsch, Thesaurus S. 539 Z. 15, Felderliste von Edfu. 

9 LD Text IV, 2, 7. J0 ebenda 2. 11 Fouilles ... 17 S. 157. Gautliier, Rec. Trav. 35 S. 7 hielt sie irrtümlich 

für eine Schreibung von Drioton, Chronique d’ßgypte 12 S. 259 ff. liest sie als DSr.t und hält es möglicherweise 

für einen Namen von Theben-Stadt. 12 vgl. Sethe, Geschichte der Einbalsamierung S. 13ff. 

' • . A. - - \. - - 

. ■ * . - \. J 


\ 


El-Tod 


85 


pie ältesten Reste des Tempels gehen bis in die 5. Dyn. (Userkaf) zurück 1 . Wie in Medamud 
müde auch hier der Gaugott als „Herr von Dr .i“ verehrt 2 , mit ihm als seine Gemahlin R' . t- 
0 W j Jirj.t ib Dr. t 3 , ebenso auch die hennonthitischen Göttinnen ’hunj .P und Tnn.t 5 . Als Kind des 
Götterpaares gilt auch hier Hor-p-Re 6 . Den Stier des Month treffen wir hier seit der 11. Dyn. 7 

und auf ihn bezieht sich der Name des Tempels 

i 

des Männlichen“ 9 . Wie in Medamud wurde auch hier eine Form des Amun verehrt 10 . 

Per Kult des Month in diesem Tempel und der Charakter des Gottes überhaupt erhält eine be¬ 
sondere Note durch die bemerkenswerten Grundsteinbeigaben Amenemhets II., Siegelzylinder 
und Kunstgegenstände asiatischer Länder, die der König vielleicht aus einer Kriegsbeute dem 
Tempel überwies 11 . Nicht zufällig ist die Schenkung gerade an einen Tempel des Month erfolgt, 
der als alter Hausgott der das Reich einigenden Dynastie zum Kriegsgott geworden war 12 . Diese 
Eigenschaft des Gottes beeinflußt entscheidend den Charakter des ihm heiligen Stieres, der ja 
seinerseits als Stier gerade dafür besonders empfänglich war und weiter dazu beitrug, diesen 
Charakter des Gottes zu vertiefen 13 . Der Rang eines Kriegsgottes ist Month seitens des alles über¬ 
deckenden Amunkultes nie streitig gemacht worden. Ein Text, der vielleicht aus der Assyrerzeit 
stammt, preist ihn in seinen vier Formen als den kriegerischen Schützer der heiligen Stadt Theben 14 . 

In der Nähe von el Tod (vielleicht auch mit ihm identisch) hat nach der Horusmytlie von Edfu 
ein Ort gelegen, und zwar „im Südosten von W3s.t“ 15 . Der Name wird durch ein Wort¬ 

spiel mit ddb „stechen“ erklärt: Horus ersticht hier seineFeinde 16 . An anderer Stelle heißt der Ort 


„Stierhaus“ 8 , sowie 


„Haus 


tisi S| (j (j $, „südlich von W3 &. t“ gelegen 17 . Nach derselben Erzählung 18 soll die Stätte aus un- 

„Haus der Sonne“ genannt werden. Dieser Name begegnet auch in 

den ptolemäischen Inschriften des Tempels lö , so daß auch deshalb die enge Nachbarschaft, wenn 
nicht Identität von Ddm und el Tod wahrscheinlich gemacht wird. Ein anderer Teil des Tempels 

1 \ / % 

^ „Haus des Mondes“ 20 ; eine mythologische Benennung, die ihn als Gegenstück 

^ , i - 

zum „Haus der Sonne“ erscheinen läßt. 

__1_ ; _ ■ V * ' 

I Fouilles... 17 S. 61/2. 2 ebenda S. 64/5. Ahm. Kamal, Cat. gen. 23004. LD III 47a. 3 LD Text IV, 2, 11, 

12,. LD IV 62 f. 4 LD III 284 b. 5 seit der 11. Dyn. Fouilles ... 17 S. 80. Medinet Habu Zettel 1054. 

6 LD Text IV, 2. 7 Fouilles... 17 S. 70. 8 Legrain, Bull. Inst. Frang. 12 S. 114. Fouilles ... 17 S. 157. 

LD IV 62f. 9 Fouilles... 17, Introduction S. II. - ‘ v 

10 Daressy, Rec. Trav. 32 S.02ff. Nr. 70. Über andere Kulte in el Tod, darunter den eines nilpferdartigen Monstrum, 
s. Legrain, Bull. Inst. Frang. 12 S. 101 ff. 

II Fouilles ... 17 S. 113ff. Ein Hinweis auf einen syrischen Kriegszug Sesostris I. findet sich, worauf mich Herr Prof. 

Kees aufmerksam machte, Pap. Berlin 3056 verso VIII Z. 10ff. 12 vgl. Sethe, Urgeschichte S. 21. 

13 Otto, Stierkulte S. 45f. 14 Drioton, Chronique d’Ügypte 12 S. 259 ff. 

15 Naville, Mythe d’Horus Taf. 14, 3. vgl. Maspero, Bibi. Ihgyptol. II S. 326. 

16 vgl. Wörterbuch V S. 634 ddm „stechen“ als Nebenform zu ddb. 

17 Dümichen, Tempelinschriften 102 Z. 18 ff. — Brugsch, Dict. g6ogr. 371/2. 18 Naville, a. a. 0. Taf. 14, 3. 

19 Fouilles... 17 Introduction S. II. 20 ebenda, T 





'.V 








86 


Hermonthis 


Der einzige Tor-Name, der bekannt ist, stammt von einer Granittür Sesostris I., die unter der 
späteren koptischen Kirche hinter dem Tempel des MR zutage kam und wohl zu einem Magazin 

geholte, sie hieß: Aö *^1 n[Sesostris I.] ist groß an Opferspeisen ewiglich 1 “. 


4. Kapitel 

*■ * , , , 1 t 

Hermonthis ^ 

Die alte Hauptstadt des Gaues hieß | 2 , selten auch | geschrieben 3 oder |Ö 4 w j e 

Heliopolis, nachdem offenbar beide Namen durch den Schwund der Endungen gleichlautend ge¬ 
worden waren. Darauf beruht die seit der 18. Dyn. bis in die römische Kaiserzeit herrschende volle 
Benennung j| g © „oberägyptisches Heliopolis“, kürzer || ^ 5 später auch jj (J ^ ge¬ 
schrieben. Bisweilen kommt auch die unsinnige Verbindung des älteren Namens mit dem unter¬ 
scheidenden Zusatz vor: jj 6 - Danach wird dann das eigentliche ’lwnw gelegentlich, aber 

nur dann, wo es dem 3 Iwnw sm' gegenübergestellt wird, [| g Jj „unterägyptisches Heliopolis“ 
genannt 7 . I 11 griechisch-römischer Zeit war auch diese Benennung, die in den hieroglyphischen 
' Tempelinschriften noch üblich ist, in der lebenden Sprache verdrängt durch die Benennung 

,,das 0n des Montll "> gebildet wie ’lntj-Hihr == Gebelen, No-Amun = Theben uswT, 
z. B. im Pap. Rhmd 8 , in der Felderliste von Edfu 9 , im Tempel von Hermonthis 10 , in eigentümlicher 
iautlicher Schreibung ,© schon im Glossar Golenischeff. Dieser Name ist 

es, den das griechische 'Ep(nov^ lat. Hermonthis, Hermunthis (mit h nach Analogie von Hermes, 

wie in Hermotybier) und das koptische epuoiiT, arabisch wiedergeben. Dabei ist das 

vor der Tonsilbe stehende nm von Enrnont nach dem von Lacau 11 gefundenen Lautgesetzt zu rm 
i. geworden. 

.- Häufig besonders 111 der 11. Dyn. ist der Name ^ ^ >jHa us des Month“, der offen¬ 

sichtlich der Stadt und nicht dem Tempel eignete 12 . In den Titeln der Gaufürsten dieser Zeit 

.1 ebenda S. 108. Abb. 61. 2 MR bis 20. Dyn. So im Ramesseumglossar, Gardiner, JEA8 S. 192. Urk. IV 1122, 

1124 u. ö. In der Abydos-Städteliste Ramses II. (Mariette, Abydos II Taf. 12) zwischen el Tod und Theben genannt. 

3 Griffith, PSBA 18 S. 195. 11. Dyn. Urk. IV 412. Mein. Miss. V S. 654, Grab 36, 26. Dyn. 

4 Medmet Habu Zettel 717. Davies-Gardiner, Seven private tombs at Kurnah, Taf. XI, XII u. Ö. in den Reden und 
Titeln der dort abgebildcten Priester; man sagte also in Hermonthis selbst so. 

5 Gauthier, Livre dos rois II, 2 S. 365 ff. Tutanchamun. Dümichen, Geogr. Inschriften I, 65/6. 

6 Medmet Habu Zettel 952. 7 LD Text III 144, Memnonskolosse. Amonsritual 10, 10. LD III 252, Scheschonk. 

.8 I 6 d 13.1 7 d 12. Beidemal entspricht im Hieratischen 'Iwnw Sm‘, das aber z. B. I 1 d 3, 4 u. ö. auch im Demotischen 

‘ I10Ch vorkommfc - 9 Brugsch, Thesaurus S. 638/9. Z. 12. 15. 10 LD IV 60 = Champollion, Not. descr. I 294 

0 I n 

»eben |J $ in derselben Inschrift. 11 Recueil Champollion S. 721 ff. 

12 Dies und das Folgende nach Sethes Ms. Neuerdings hat H. Stock in seinem Buch „Die erste Zwischenzeit Ägyptens-, 


Name 


87 


Bezeichnet meist dieser Name ihren Amtssitz, nicht ’lwnj. Ebenso steht Pr-Mntw als Stadtname 
arallel zu „Abydos“ auf der Stele des Ttj 1 . Während des NR ist ’lwhj der übliche Stadtname in 
Amtsbezeichnungen, doch taucht in der Spätzeit der alte Name in Tempelinschriften wieder auf. 
Min und Nephthys heißen Jirj ib pr-Mntw“. 2 Hier scheint der Name in seinem wörtlichen Sinn als 
„Tempel des Month“ aufgefaßt zu sein. « 

Die Bezeichmuig „der erste (d.h. älteste) Gau“ kommt ziemlich häufig in den Texten 

o 1 , . 

des Tempels vor 3 . Sie bezieht sich auf die kosmische Rolle des Gaues als Stätte der acht Urgöttei 
sowie auf die Stadt Hermonthis als Geburtsstätte des Sonnengottes. Month heißt „Herr des 
ersten Gaues 4 “, ebenso einmal auch Osiris 5 . Bisweilen wird direkt die Stadt Hermonthis so genannt 
hatte ja längst seine eigentliche Bedeutung „Gau“ eingebüßt, s. o. S. 8). So heißt die Itn.t 

(=, K . t-t3ioj) : „Die Glänzende in ihrer Stadt die Month, den siegreichen, schützt“ 6 . 

Den Charakter der Stadt als Urstätte des Lebens schildert ein Text in Medmet Habu: „ Iwnw Sm , 
das ist der Horizont des Re seit Urzeiten, die Höhle des großen Nun, der Urhügel ist es, der aus dem 
Nun emporwuchs, der ... ist es, der am Anfang entstand, die bnn.t der Großen Seele (bl w)‘ 7 . 
Eine auffallend ähnliche Bezeichnung findet sich in der Titulatur eines Gaufürsten der 11. Dyn.. 

„der Liebling (mh ib) seiner Majestät in ’lwnj, dein ersten seiner Gaue 8 , die hier 

allerdings rein im politischen Sinn zu verstehen ist. 

Die Stadt war anfänglich Residenz der lokalen Dynasten, bis sie von der jüngeren Hauptstadt 
verdrängt wurde. Darauf weist ihr eben genannter Ehrenname. Sie allein wird auch in der Stadte- 
liste des MR genannt, in der die Stadt Theben vollständig fehlt 9 . Im MR gibt es einen „Grafen 
\lßtj-') in pr-Mntw“ 10 , „Oberhaupt {hrj tp) in pr-Mntw “ 11 oder „Grafen von (n) ’lwnj “ 12 . Im NR ist 
dieser Titel meist mit dem eines Prophetenvorstehers des Month verknüpft: HStj- und Propheten¬ 
vorsteher des Month, des Herrn von Theben Minmose 13 , Senmut 14 , Big 1 * .Thutmose 16 . Doch befand 


/ . > 


Analecta Orientalia, Rom 1949, S. 86f., die Anfänge der thebanischen Dynastie neu dargestellt. Er faßt das p> Mnlw auf 
den Stelen des Antef, Sohnes der Mj.l, (jetzt bei Clcre-Vandier, Textes de la premiöre pöriode intermediaire, §313.) als 
Amtssitz des Fürsten und Priesters Antef auf, also als „Tempel des Month“, womit wir hier die älteste Erwähnung des 
thebanischen Monthtempels hätten. Immerhin kommt auf der Berliner Stele die Verbindung hltj- m pr-Mntw vor. Das 
„reine Brot“ vom Monthtcmpel (pr Mnlw) wird auf einer New Yorker Stele (Nr. 14. 2. 7, Clfere-Vandier, a,a.O. § 14) und 
auf der Stele des Ttj im Brit. Mus. (Nr. 614, Clöre-Vandier, a.a.O. §20) genannt. Auch hier ist sicher der Tempel, nicht 
die Stadt Hermonthis gemeint. Auf der New Yorker Stele sind in Parallele pr-Mntw und pr- Wslr als Herkunftsorte der 
Opfergaben genannt. Damit entfällt m. E. Sethes Auffassung, nach der auf der Ti/-St eie pr-Mntw Hermonthis 
bedeute, weil es hier scheinbar parallel zu Abydos stehe. Der Gaufürstentitel scheint durchweg mit dem Gaunamen 
W3s.t gebildet zu sein, so Kairo 20009 (= C16re-Vandier, a.a.O. § 13) hrj-lp '3 n W3s.f, auf der Berliner Antef-Stele 
(Clfere-Vandier, a.a.O. § 31) wird ebenfalls als Sitz des Fürsten {rp'.1) Nachtiker WSä.t genannt. 

1 B. M. Stelae I Taf. 50, Nr. 614, 11. Dyn. = Clöre-Vandier, Textes de la P rc periode § 20. ^ 

. . N . 

2 Tlieb. Temp. Inschr. 31b/c. 47 b. 

3 Daressy, Rec. Trav. 15 S. 162 auf einer Statue, die aber wohl aus dem Tempel stammt. 

4 LD IV 60b. 65. Theb. Temp. Inschr. 9h. ^5LDIV61f. 6 ebenda 65a. 7 Sethe 17, 12. 

8 Griffith, PSBA 18 S. 195. 9 Gardiner, JEA8 S. 192. 10 Berlin 13272, Lange, ÄZ 34 S. 25 ff. 11. Dyn. 

11 Louvre C 68, 12. Dyn. 12 Pap. Boulaq 18, XXI 2, 15. 2, 18. XXXIII 17. '• ■ ' . . " 

13 Thutmosis III. Fouilles de l’inst. fran?. 4, 2 (Medamud) S. 53. 14 B. M. Stelae V Taf. 30. ^ - 

15 Thutmosis IV. Grab „kk“. LD Text III 264. 10 Ramses II. (?). Grab 32. Fakhry Ann. Serv. 37 S. 38. 


/ 





88 


ilermontliis 


sicli die Residenz seit dem NR zweifellos in Theben. Ob dagegen weiterhin Hevmonthis die tra- 
-, ditioneile Krönungsstadt blieb, ist nicht sicher. Scheinbar weisen die Beinamen mancher Könige 
daraufhin: Hatschepsut wird genannt: „Die Amun selbst erscheinen ließ auf seinem Thron in 
Iwnw Sm'“ 1 , Amenophis IV: „Heilig au Diademen in ’lwnw sm'“ 2 , Ramses II.: „Groß an Dia¬ 
demen in ’lwnw Von Thntmosis III. heißt es, als er den Tribut der Syrer empfängt: „Er¬ 
scheinen des Königs auf seinem Thronsitz (s.t wr.t ) im Palast von ’lwnw Vom kgl. Palast 

und Thronsitz hören wir sonst nur aus Karnak. Andere Epitheta lauten: „Schön wie Min in seinen 
Diademen, der die beiden Länder ergreift in ’lwnw sm '“ 6 . Damit wird es Zusammenhängen, daß 

nach der thebanischen Auffassung Osiris, der in Theben geboren ist <s>- /- 'J ^ , in ’Rwnw'sm' 

seine Herrschaftsurkunde erhält o ^ -|J- ezz— | ^| 6 . Andererseits ist aber der Gedanke 

nicht von der Hand zu weisen, daß auch hier, wie in den Titeln der Re-Priester (s. o. S. 35), der 
Ausdruck ’lwnw sm' auf Theben (Karnak) zu beziehen ist. Die Möglichkeit dieser ungenauen 
Anwendung ließ sich ja deutlich zeigen. Wenn auch hier im Zusammenhang mit der Königskrönung 
dieser ungenaue Gebrauch verliegen sollte, so hätte das denselben Sinn wie dort: Man war bestrebt, 
das mythologisch fundierte Ereignis der Königskrönung mit einem Ortsnamen zu verbinden, der 
, von sich aus schon den Zusammenhang mit der heliopolitanischen Welt unterstrich. 

Der Tempel v6n Hermonthis war dem Gaugott Month geweiht, der hier seine eigentliche Heimat 
hatte. Seit der 6. Dyn. wird er | ^ „Month, Herr von Hermonthis“ genannt’. 

Sein Titel „Herr des thebanischen Gaues“ ist seit der Zeit des Mentuhotep Nb-hpt-R' bekannt». 
Erst seit. Sesostris I. begegnet auch die Schreibung (s. o. S. 7), die in einigen Fällen 

sicher schon als „Herr der Stadt Theben“ aufzufassen ist. Vom Tempel des MR in Hermonthis ist 
wenig bekannt. Vielleicht stammt aus diesem Tempel eine Statuenbasis Sesostris I., die „Month 
m (hrj ib) Hermonthis“ und „Hathor, Oberhaupt von Theben“ nennt 9 , vielleicht auch ein Tor: 

” T01 ’ des [Königs dauernd a11 Jahren“ 10 . Der Bau des NR, vor dem 
späteren Geburtshaus gelegen, ist dem „Month-Re in Theben“ geweiht. Sein Pylon hieß: |1* J 

^ (Ö©^ Q „Erstes Tor des Month, des Herrn von Hermonthis, (namens): 
Schon ist er, wenn er erscheint“ 11 . Dieses Tor ist abgebildet im Grab des Chonsu (Grab 31, Zeit 
1 RaU1Ses 11 ^ wo die Prozession cler Bai ’ke des Gottes dargestellt ist 12 . Als die weibliche Gefährtin 
des Gottes gilt die „die weibliche Sonne der beiden Länder“. Nach der Bildung ihres 

;* ^mens weist sie sich als eine schematische weibliche Schöpfung zu dem seit dem MR dem Re 
angeglichenen Month aus. Mit ihr identisch ist wohl die in den ptolemäischen Tempelinschriften 


1 Urk. IV 361. 2 Gautkier, Livre des rois II, 2 S. 345ff. 3 Sethe 19, 66. 19, 45. 4 Urk. IV 951 

5 Gurna Zettel 130. 6 Sethe. 6, 20. 7 Neivberry, Ami. Serv. 4 S. 97. 

8 Fouilles... 17 S. 69. 103. Var. ebenda S.69.70.:^^, 9 Engelbach, Ann. Serv. 23 S. 161/2. 


10 Lange-Schäfer, Cat. gen. 20712. 
tombs, Taf, XIII, 


11 Urk. IV 829. 


. 9 Engelbach, Ann. Serv. 23 S. 161/2. 

12 LD Text III 263. Davies-Gardiner, Seven private 


V 


Kulte 


89 


oft genannte (] ^ \ meist oder geschrieben, „die weibliche Sonnenscheibe“. 

Außerdem werden noch zwei Göttinnen in Hermonthis verehrt, deren Ursprung und eigentliche 
Bedeutung noch nicht ganz klar ist: ^ ^ ^ (oft ^ u. ä.) und | {] (] ^ • Her Name 

der ersteren erinnert lebhaft an den des memphitischen J Tenen. Bereits in der 11. Dyn. wird sie 
zusammen mit Month als Gastgöttin in el Tod verehrt (s. o. S. 85). Dargestellt wird sie meist mit 

dem Zeichen C j 3 auf dem Kopf, das aber bisweilen von ihr auch die anderen liermonthitischen 

Göttinnen übernehmen; in der 11. Dyn. trägt sie die Geierlianbe 2 . || (j (j ^ könnte nach ihrem Na¬ 
men vielleicht die Stadtgöttin von Hermonthis sein. In der thebanischen „Neunheit“ erscheinen 
beide regelmäßig am Schluß (s. o. S. 19). Sehr oft gelten sie als ein Paar 3 oder auch als eine 
Göttin mit Doppelnamen 4 . Ebenso werden zusammengefügt Tnn. t und R'. t-tSwj 5 und seltener 
’lwnj.t und R'.t-töwj 6 . Sogar alle drei Göttinnen finden sich zu einer Person vereinigt 7 . Freilich 
erscheinen sie daneben ebenso oft als verschiedene Personen. Die Kinder des Month-Re sind Hor- 
p-Re und Horns-Schu, als deren Mutter ursprünglich R' . t-tlioj zu gelten hat, die aber auch von 
einer der anderen Göttinnen oder einer der Kompositfiguren vertreten werden kann. Dazu kommt 
Chons, der in Karnak als Kind von Amun und Mut galt uud mit dem Amunkult naeli Hermonthis 
übernommen wurde. Vielleicht hängt es mit seiner Gleichsetzung mit Tliot zusammen, daß wir in 

Hermonthis recht häufig die ’ltn . t als Mutter des ’lsdn (X ««m (] 1 (D oder J5 A mit vielen 
Varianten) bezeichnet finden 8 . Das Geburtshaus, in dem R' . t-tSwj den Hor-p-Re geboren hat, 
heißt „Geburtshaus des Re“ 8 oder „Haus der R' .t-tSwj, Geburtshaus des Horus“ und 

soll dem „Gebiet vonChembis“, der bei Buto gelegenen Geburtsstätte des Horuskindes, gleichen 10 . v 
Es heißt auch die die R' . t-t3wj jährlich am Fest der Renenet aufsucht, um die junge 

Sonne zur Welt zu bringen 11 . Während diese Bezeichnungen auch anderen Geburtshäusern ägyp¬ 
tischer Tempel eignen, führt das hermonthitische als wirkliche Eigennamen noch die Benennungen 

pr-wbh.t „Haus des Glanzes“ und ^^ Q© „Haus: Belebung der beiden Länder“ 12 , die 

beide deutlich auf den Sonnenkult in Hermonthis hinweisen. R '. t-i3. wj heißt, der Göttermntter 

Isis gleichgesetzt, J]^ „Herrin des Glanzhauses“ 13 . Hor-p-Re ist aufgezogen von seiner 

Mutter R' 443wj-’Itn.t „vor dem Glanzhaus (g ^ ^ j^) 14 . Auch die Maat führt den Titel 

hnt.t pr-wbh.t 15 . Der Name wird bisweilen auf den ganzen Tempel ausgedehnt, wenn er parallel zu 
’lp.t-iäwt erscheint, als Ort, wo der König dem Annin-Kamutef und Chons opfert 16 . Derselbe er¬ 
weiterte Gebrauch des Namens liegt vor, wenn sich das Königspaar „Herren von ’lwnw sm', mit 


geschrieben, „die weibliche Sonnenscheibe' 


1 Tlieb. Temp. Inschr. 37 b. 2 Fouilles ... 17 (el Tod) fig. 41, 45. 

3 Dümichen, Geogr. Inschr. II 37. Naville, Der el Bahari IV, Taf. 101. Champollion, Not. dcscr. II 189. 

4 LD Text IV 2, 3, 7. 5 LD III 34 a. Müller, Rec. Trav. 29 S. 143, beides 18. Dyn. 6 Sethe 17, 85/6. 

7 LD IV 60b. 8 Tlieb. Temp. Inschr. 14c. 63c. 181c. LD Text III 187 u. ö. 

9 LD IV 61a. vgl. oben S. 33 Mamisi in Karnak. 10 ebenda 60 b. 11 ebenda. 12 ebenda 61a. c. 

13 Sethe 17, 82. 14 Theb. Temp. Inschr. 37b. 15 ebenda 14e. 16 ebenda 22g. 

UAc XVI: Otto - ' 12 


X 



90 


Hermonthis 


sehr großem Thronsitz im pr-wbh.t “ nennt 1 . Anscheinend bezieht sich auf dieses Geburtshaus der 

WMA ri y 

j ^^ 0^ . Doch könnte er auch ein dem Hör-p-Re geweih¬ 

tes Gebäude in el Tod bezeichnen, wo dieser ja gleichfalls verehrt wurde; der Name begegnet in der 
Verbindung: ,,R'.t-t3wj in el Tod, Herrin des Stierhauses (s. o. S. 85), die das Windelhaus durch¬ 
schreitet, indem sie Jauchzen darin verursacht“ 2 . 

Zu den in Hermonthis heimischen Kulten gehört schließlich noch der des Monthstieres, der in 
der Spätzeit den Namen Buchis (bh) führte 3 . Der bei den Stiergräbern am Rand der westlichen 
Wüste fast genau nördlich von Hermonthis gelegene Totentempel (das Bucheum), führte den 

geschrieben, „Haus des Atum“. Es drückt sich hierin die Ver¬ 
bindung des Stieres mit dem früh nach Hermonthis verpflanzten Sonnenkult aus, wobei aus ver¬ 
ständlichen Gründen als Herr des Tempels Atum, der im Westen ruhende Sonnengott erscheint, 
während sonst der lebende Stier als heiliges Tier des Re gilt. Der Name des Tieres ist auch in dem 
gräzisierten Personennamen IIißou)c<; erhalten 4 . 

Diese hennonthitischen Gottheiten werden schon früh in den anderen alten Städten des Gaues 
verehrt, in el Tod seit der 11. Dyn., in Medamud seit der 12.Dyn. nachweisbar und anscheinend seit 
derselben Zeit auch in der neuen Stadt Theben selbst, wo sie aber keineswegs wie in den erstge¬ 
nannten Orten als wirkliche Ortsgottheiten auf treten. Natürlich ist der thebanische Götterkreis 
vielfache Verbindungen mit dem hennonthitischen eingegangen, die aber im einzelnen hier nicht 
zu untersuchen sind. Über den Kult des Month an den verschiedenen Orten wissen wir von einem 
Web-Priester aus dem MR, daß er zugleich in el Tod und Medamud Dienst tat 5 . Er sagt darüber: 
„Ich tat, was gelobt wird in el Tod; das ist seine (des Gottes) treffliche Stätte. Er wollte, daß ich 
[auch] in Medamud sei beim Opfern . . .“. Vielleicht ist aus den letzten Worten zu schließen, daß 
die Ernennung der Priester auf eine ähnliche orakelartige Weise erfolgte, wie es für die Ramessiden- 
zeit aus der Inschrift des Nb-wnnf hervorgeht 6 . Daß Month seine Kultstätten im Gau besuchte, 
zeigt eine Darstellung der Rückkehr des Gottes aus el Tod im Grab des Chonsu 7 . Dort steht bei 
den Priestern, die die Gottesbarke wieder in Hermonthis empfangen:, ,Du bist aus el Tod gekommen, 
du hast dich in Hermonthis niedergelassen. Alle deine Leute stehen jubelnd da, wenn du Hermon¬ 
this wieder betrittst!“. Aus der Verehrung der hermonthitisclien Gottheiten an den vier Haupt¬ 
orten des Gaues folgert man nun eine vierfache Erscheinungsform der Götter. Es gibt vier Months 
im thebanischen Gau, die den vier Männern derUrgötter gleichgesetzt werden 8 . Seine vollständige 
Titulatur nennt ihn: „Month-Re, der Herr von Theben, der Stier in Hermonthis, der Herr von 
Medamud, in (hrj ib) el Tod“ 9 . Die K . t-t3wj wird einmal in dreifacher Form dargestellt als die von 
Hermonthis (zerstört), von Medamud und el Tod 10 und heißt anderwärts: >,R' A-t3wj> die Herrin der 

vier Städte“ 11 . Vielleicht hängt hiermit die Vierzahl der Götterkinder in Hermonthis zusammen, 

-—-iT. ' ' s 

1 ebenda 14a. vgl. o. S. 8 „Herren von Theben mit herrlichem Sitz in ’Ip.l-iswt“. 

2 LD IV 62f. 3 Otto, Stierkulte S. 40JfT. 4 vgl. Priesigke, Namensbuch. 

5 Lange-Schäfer, Cat. gen. 20712. > 6 Sethe, ÄZ 44 S. 30 ff. ’ * . • 

7 Davies-Gardiner, Seven private tombs, Taf. XIII. 8 Sethe, Amun § 173. Otto, a.a. 0. S. 42. . 

9 Theb. Temp. Inschr. 21b. 10 LD Text IV 11. 11 LD III 273f. v 

- 1 ■ ” ' . v v . 

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• ; c / « v 


Narnen 




, meist 


Kulte, Grenzen 


91 


obwohl bei ihnen m.W. nicht der Versuch einer Zuteilung an die vier Orte gemacht worden ist. 
Sie heißen 1 : . . 

® | | ® ' Chons, das Kind, der sehr große erste (Sohn) des Amun. 

/j^G Sl ©P 1 Üor-p-Re, das Kind, in Theben, der älteste des Weißen. 

KJ 1n lwwv ' Horns, das Kind, der sehr große erste (Sohn) des Amun (?). 

fr [j (2 Chons-Thot des Amenapet. 

Neben den einheimischen Kulten ist der wichtigste eingeführte der des Re. Ein Zeugnis dafür 

, , v Y 

bietet die seit MR nachweisbare Gleichsetzung des Month und Re als Month-Re 2 . 

/ * * 4 V ' * * 

Es ist fast so, daß uns in den Texten die hennonthitischen Ortsgottheiten in ihrem ursprünglichen 
Charakter eigentlich überhaupt nicht entgegentreten. Entweder stehen sie unter dem Einfluß des 
Amunkultes oder aber — und das tritt in den hermonthitischep Inschriften selbst am deutlichsten 
zutage — sie sind vollständig vom Rekult überlagert. Die Gründe, die zu dieser Entwicklung ge¬ 
führt haben, können hier nur angedeutet werden. Einerseits konnte Month als Falkcngott leicht 
dem falkengestaltigen Re-Haraclite gleichgesetzt werden. Andererseits werden die Fürsten von 
Hermonthis bestrebt gewesen sein, diesem angesehnsten und vornehmsten Kult in ihrer Stadt 
Heimatrecht zu gewähren. Auch als Hermonthis von der neuen Stadt an Bedeutung überflügelt 
war, wird gerade deshalb die Priesterschaft Wert darauf gelegt haben, die religiöse Bedeutung ihrer 
Stadt durch die Verbindung mit dem Rekult gegenüber der Rivalität des Amunkultes von Karnak 
zu steigern. Dazu wird ihnen schließlich, gleichsam als Bestätigung ihrer Absicht, der Gleichklang 
der Namen ’lwnw und ’lwnj gedient haben. 

1 v . ’• 

Die Grenzen des zu Hermonthis gehörigen Gebietes lassen sich nur an einigen Punkten einiger¬ 
maßen deutlich zeigen. Auf das Ostufer scheint es im MR nicht hinübergegriffen zu haben; dort ist 
ein eigener ,,Graf von el Tod“ bekannt (s. o. S. 84). Aus dem Grab des Rechmire 3 ist durch die 

Titel und ^ J ^ ^ ^ Y | Y© die amtliohe Bezeichmin g des 

Distriktes bekannt, die wir etwa mit „Landkreis“ wiedergeben können. 

Die wichtigste topographische Frage, die sich an diesen Begriff knüpft, ist die nach der Abgren¬ 
zung gegenüber Theben-West. Es hatte sich bei Besprechung dieses Gebietes herausgestellt, daß 
sich seit der 20. Dyn. in der Gegend von MedinetHabu ein auffällig starker Einfluß von Hermon¬ 
this in den Gastalten der dort verehrten Götter und den Epitheta der Tempel geltend macht (s. o. 
S. 74f). So auffällig diese Tatsache ist, lehren die Grabräuberakten und Dokumente ähnlicher Art 
doch eindeutig, daß die gasamte thebanische Totenstadt unter einheitlicher Verwaltung stand., die 
ihrerseits zwar von der des Ostufers eine gewisse Selbständigkeit hatte, aber doch mit ihr zusammen - 
arbeitete, jedenfalls keinerlei Beziehungen zu Hermonthis zeigte. Seit der 26. Dyn. hat, wie oben 
(S. 54) gezeigt, anscheinend der thebanische Westen wenigstens zum Teil zu Hermonthis gehört, 
seit der Ptolemäerzeit zum neugebildeten Pathyrites. In der xaT<o TOTrap/ia dieses Gaues lag 


1 LD Text IV 5. 


2 Legrain, Bull. Inst. FranQ. 12 S. 83. 3 Urk. IV 1124. 1127, Rechmire. 







Gebelen 


/ 


Hermonthis 1 , die anscheinend auf dem Westufer dasselbe Gebiet umfaßte wie der alte „Landkreis 
Hermonthis“. Doch griff sie sicher auch auf das Ostufer über. Die nördliche Grenze zwischen der 
xöctco TOTrccp^ta des Pathyrites und dem Perithebas wird auf dem Ostufer zwischen el Tod und Luxor 
gelaufen sein. In den Urkunden dieser Zeit begegnet die Bezeichnung ‘Epjuovih«; tou naFuptroo 
t 9)$ OyjßaiSos überaus häufig 2 . 

In der Kaiserzeit, vielleicht schon seit der Regierung Ptolemäus Alexanders I. 3 , wird Hermon¬ 
this die Hauptstadt des Gaues, der nun Hermonthites heißt und wahrscheinlich dasselbe Gebiet 
umfaßte, wie der frühere Pathyrites. Ptolemäus (IV, 5) nennt ihn 'EppwovfKTVjc; vog,ö<; xcd (jlyjtpö- 
Au; ''Ep(Röv{k<;. In den koptischen Urkunden aus der arabischen Zeit wird noch oft nnouoo uep- 
Monr oder nuoijoc imioAieepnou, genannt 4 oder auch die nAiwpjciA epuoiioeoc, mit dem jungen 
byzantinischen terminus 5 , daneben auch noch der alte ägyptische Ausdruck: iito^j epuoiiT 8 . 

An einzelnen Orten innerhalb des Gebietes von Hermonthis ist vor allem der Tempel von Der 
esch-Schelwit, südlich von Medinet Habu, zu nennen, der der Isis geweiht war. Er gehört zweifellos , 
zu Hermonthis und hat mit dem thebanischen Westen nichts mehr zu tun. Die hier verehrten 


Gottheiten heißen, wie auch Isis selbst 


‘ 7 . Dagegen spricht auch nicht entscheidend, 


daß Isis außerdem noch „Herrin von Djeme“ genannt wird 8 . Das Schwanken topographischer Be¬ 
zeichnungen war ja oben (S. 54) an mehreren Beispielen belegt. Wichtiger ist ihre Benennung als 

„Isis, die große Gottesmutter w«™ n °° fl vom Berge des Westens von *Iwnw 

1 T=t HXTa rv^l 111 © Q ¥ w ö \ 

eine Bezeichnung, die dem Ausdruck „Westen von Theben“ nachgebildet sein wird. 

Aus der Felderliste von Edfu 10 kennen wir ein „Hochland des Hf | Lfl/cd-Kanals“ 


und eine „Stätte neben dem Lotus‘ 


, die beide zinn, »Hochland von Hermonthis“ 


gehören. Südlich davon liegen Opferstiftungen für Ptah, für heiligelbisse (s. u. S. 103), für Montli 
von elTod, für eine heilige Katze (s.u. S. 103), für „Re vom Dache des Amun“ (s.o. S. 35) und für 
heilige Falken. ’ o 


5. Kapitel 

x - f Gebelen 

Das südliche Ende des thebanischen Gaues, das Gebiet um Gebelen, ist für die Geschichte des 
Gaues von besonderer Wichtigkeit, bietet aber auch für die Topographie manche Schwierigkeiten. 
Es ist deshalb notwendig, eine kurze geographische Übersicht über diesen Teil und die hier vorhan¬ 
denen Reste von Stadtsiedlungen und Nekropolen voratiszuschicken. Südlich von Hermonthis 
genau an dem großen Nilknie liegt das Dorf Rizagat, von dem sich westlich ausgedehnte Nelcro- 


' 1 Gerhard, Philologus 63 S. 522. 2 z.B. Pap. Casati, passim. BGU 993, 127 v. Chr. PSI IX 1025, 104 v. Chr. usw. 

3 Gauthier, Les nomes S. 120. 4 Crum-Steindorif, Kopt. Rechtsurk. 1, 14. 2, 6. 4, 8 u. ö. 5 ebenda 70, 3. 

6 ebenda 57, 5. 93, 2 u. ö. 7 LD IV 80b. 87b. . 8 LD Text III 193. v 9LDIV80c. 

10 Brugech, Thesaurus S. 538. Z. 12. , . c / ' ' ; - ' 


Lokalisation 


93 


ölen des MR gefunden haben 1 . Weiter nach Süden verengt sich das Niltal, bis es etwa 14 km 
südlich von Rizagat beim heutigen Gebelen durch zwei Felsmassive auf dem Westufer eingeengt 
w ird. Das westliche, größere Massiv beginnt südlich vom Dorf Gerera; hier an seinen nördlichen 
Hängen finden sich Reste von Siedlungen und Nekropolen, cfie bis in die vorgeschichtliche Zeit 
hinaufreichen, außerdem sind Altertümer der 3. Dyn. uifd - seltener - des AR erhalten 2 . Östlich 
von diesem Massiv und weiter südlich beginnend erhebt sich unmittelbar vom Nil aufsteigend eine 
steile langgezogene Klippe, nach Osten und Westen steil abfallend. In. der tiefen Senke zwischen 
beiden Massiven verläuft heute eine Bahnlinie und ein Kanal. In diesem Tal sind Reste einer Stadt 
mit einer Nekropole am Osthang des größeren westlichen Massivs gefunden, die ebenfalls bis in die 
vorgeschichtliche Zeit hinaufreichen und weiterhin besonders Altertümer des späteren MR (Dyn. 
13/14) enthalten. Auf dem kleineren östlichen Felsen liegen die Reste eines Hathortempels, der in 
der 3. Dyn. erbaut und von Thutmosis III. restauriert wurde. Später wurde er zerstört und in der 
Ptolemäerzeit neu erbaut. Daneben befinden sich die Trümmer einer Festung. Heute trägt der Fels 
das Grab des Schech Musa, nach dem er benannt wird (Gebel Scliech Musa). Im Nil, fast genau auf 
der Höhe dieses Berges, liegt eine große Insel; ihr gegenüber auf dem Ostufer das Dorf Mo’alla mit 
Gräbern der 11. Dyn. x x ■. : ' 

In diesem Gebiet lagen nach Ausweis der ägyptischen Städtelisten folgende Ortschaften 3 : 


1. Gardiner, Ramesseumglossar (13.Dyn.) 


• 195 A ö 


%«197 

? 




? 200 t 


w©? 


2. Liste RamsesII. Mariette,‘AbydosII Taf. 12. 


c=>\\ 


325 n q ß ♦ «_ \\ 320 | 

3. Onomast. Amenemope: x n | ^ ^ , , © | 




330 n q 


332-33 J. 


M AMMA 

n @ 


1(j ° ( . Im Ramesseumglossar begegnen, wie wir dies schon oben (S. 6) in Theben antrafen, 

mehrere sonst nicht bekannte und deshalb nicht zu identifizierende Ortsnamen. Nr. 195 ist 
Esne. Nr. 196 unbekannt. Nr. 197 und 198 kommen auch in den anderen Listen vor. Nr. 199 un¬ 
bekannt. Nr. 200 ist Hermonthis. Zu den übrigen Orten ist folgendes zu sagen. Ht-Snfrw ist das heutige 
Asfun el Mata’ana, das in alter Zeit zum 3. Gau gehörte, uns also hier nicht beschäftigt. Der Ort Hf3. t 
ist nach den Inschriften der 11. Dyn. bei Mo’alla zu suchen und scheint ebenfalls stets zum 3. Gau 
gehört zu haben (s.u. S. 95). Pr-Hthr (griechisch IlaOupt^) ist durch den Fund der griechischen Papyri 
aus der Ptolemäerzeit und die Reste des Hathorheiligtums auf dem Gebel Schech Musa dort lo¬ 
kalisiert, ebenso wie y Intj , dessen Name im heutigen Gebelen weiterlebt (s. u. S. 97). Schwieiigei 

1 Die beste Schilderung dieser Gegend bei Weigall, Antiquities of Upper Egypt, 2. Aufl. S. 296 ff. 

2 vgl. SchiaparelU, Ann. Serv.21 S. 126ff. Farina, Aegyptus 10, S. 291 ff. R. Almagifl, L’opera degli italiani per la 
conoscenza deir Egitto e per il suo risorgimento civile ed economico. Rom 1926, S. 15. 

3 s. jetzt, Gardiner, Anc. Eg. Onom. II, S. 15 + ff. 

4 7wicpliAn HAVininn miH Erment nach Onom. Ram. allein. Oder Mn.tj zu lesen? Vgl. Gardiner, a.a. 0. II, S. 22h 







. :v-. - 


94 Gebelen 

ist der folgende Ort Imjotr zu lokalisieren, der als Kultort des Suchos bekannt ist und dem grie¬ 
chischen ICpoxoSiXoTtoXu; entspricht. Das wird eindeutig durch die Papyri erwiesen, in denen 3 m wr 
(= Imjotr) durch Krolcodilonpolis wiedergegeben wird (Griffith, Ryland III S. 144). Man hat den 
Ort bei Rizzagat suchen zu müssen geglaubt, weil der Suchos von Imjotr auf Grabsteinen aus 
dieser Nekropole genannt wird 1 . Doch ist diese Tatsache nicht-beweiskräftig. Es haben sich dort 
keine Reste einer Stadt gefunden. Vielmehr scheint es, als habe die Nekropole des MR zu dem 
nicht fern gelegenen Hermonthis gehört 2 . Zudem wird Imjotr in den ägyptischen und griechischen 
Quellen so oft in Verbindung mit Pathyris und ’lntj genannt, daß es in unmittelbarer Nachbar¬ 
schaft dieser Stadt gelegen haben muß (s! u. S. 100). Dahin ist wohl auch die auffällige Tatsache 
zu interpretieren, daß Pathyris und Imjotr in ägyptischen Texten kaum je miteinander genannt 
werden. Entweder wird, wie in der 11. und 12. Dyn. Imjotr genannt oder wie in der 13. und 

f 

18. Dyn. Pr-Hthr. Sei es, daß die Schwesterstädte sich einander zeitweilig an Bedeutung über¬ 
flügelt haben, oder daß bald die eine, bald die andere Sitz der Verwaltung war, jedenfalls müssen 
sie nahe beieinander gelegen haben. Daressy 3 hat Imjotr auf dem Gebel Schech Musa lokalisiert, 

weil im dortigen ptolemäischen Tempel der Name ® (j ^JJp in der Titulatur eines Gottes be¬ 
gegnet. Es ist auch möglich, daß der Eels im Altertum vom Nil umflossen war und so tatsächlich 
eine ,,Insel im Fluß“ darstellte- 1 ; aber gerade dieser Felsen trug den Tempel der Hatlior, von dem 
die Stadt Pathyris ( Pr-Hthr ) ihren Namen hat. Es scheint also nicht möglich, die Lage der Stadt 
Imjotr genau festzustellen. Man könnte auch an einen Vorläufer der heute dort gelegenen großen 
Insel denken. Jedenfalls muß die Stadt in immittelbarer Nähe von Pathyris-Gebelen gelegen 
haben, mit der es praktisch eine Doppelstadt bildete. Smnw schließlich, das ebenfalls als Kultort 
des Suchos bekannt ist, sonst aber keine sehr bedeutende Rolle spielte, ist möglicherweise nur der 
Namen einer bei oder in Imjotr gelegenen Kultstätte (s. u. S. 101) 5 . 

Für die Geschichte des Gaues spielen diese Orte eine besondere Rolle und machen, an seiner Süd¬ 
grenze gelegen, gerade die geschichtlichen Wendepunkte deutlich. 

Für die 11. Dyn. liegen mehrere wichtige Zeugnisse vor. Dazu gehört vor allem die Stele eines 
in Imjotr stationierten Beamten namens 3 Itj 6 . Er sagt von sich: | 0 

Pfeiler im thebanischen Gau, einer, dessen Würden geschaffen wurden in Hntj.t. Ich versorgte 
Imjotr in den Jahren der Not.“ Dieses Hntj.t genannte „Oberland“ scheint den südlichsten Teil 
Oberägyptens, die Gaue 1—3, also ausschließlich des thebanischen Gaues zu bezeichnen. Weiterhin 



A , ' ; 


1 Maspero, AZ 20 S. 123. 2 Weigall, a. a. 0. S. 294. 3 Daressy, Rec. Trav. 10 S. 140. 

4 Maspero, Bibi, Egyptol. I S. 211. „ ' 

' 1 '• . v ■. i 

6 Die Fragen, die sich an die Ortsnamen Pathyris—Gebelen— Smnw —Imiotr anschließen, behandelt Gardiner, Onoma- 

sticall, S. 20 + ff. Er weist vor allem darauf hin, daß im Onom. Amen. (Pap. Golenischeff) sowohl Smnw wie Iiniotr ge¬ 
nannt werden, also, da die Liste sonst nur selbständige Orte aufführt, nicht gut Smnw nur eine Kultstätte bei oder in 
Imiotr gewesen sein könne. Neuerdings ist diese Ansicht auch von Griffith, The Adler Papyri, Oxford 1939 (mir nur be¬ 
kannt durch das Resümee, das Gardiner, Onom. II, S. 274+f. gibt) vertreten worden. Griffith'möchte allerdings Imiotr 
bei Rizagat suchen. , v • <■ v • 

6 Lange-Schäfer, Cat. g6n. 20001. Von Vandier, M61anges Maspero I S. 143 in die Zeit Antefs I. W3h-'nh datiert. 


•a: 


f \ * 


Lokalisation 





belichtet Itj von seiner Tätigkeit: (j ^ UJl —’ 1 \ V ."' ö | [) 

^ (j ^ ^ © <=> L ^ J ,,Ieh gab oberägyptische Gerste an Esne (?) und Hf3.t, 

nachdem Imjotr versorgt war, während der thebanische Gau stromab und stromauf fuhr. Niemals 
ließ ich zu, daß Imjotr stromab und stromauf fuhr zu einem anderen Gau“ 1 . Er hat also die süd¬ 
lichen Nachbarorte Hf3.t und wahrscheinlich Esne mit Getreide versorgt und stellt dieses Gebiet 
dem thebanischen Gau gegenüber. Vielleicht noch etwas älter ist die Stele B. M. 1671 2 des Hk3-ib. 
Er nennt sich ähnlich wie 3 Itj „Herrlich im thebanischen Gau, großer Pfeiler in Hntj.t “ imd sagt 
von sich: „Ich gab Salböl an Neehen, nachdem meine Stadt befriedigt war“. Leider läßt sich nicht 
feststellen, in welcher Stadt er beheimatet war. Doch scheint er nach seinen oben erwähnten Epi¬ 
theta an der Grenze zwischen dem thebanischen Gau und dem Ilntj. t gesessen zu haben wie 3 Itj. 
Dazu kommt noch eine Inschrift etwa derselben Zeit im Grab des 'nhijfj-nht bei Mo’alla 3 . Er rühmt 

seine Tüchtigkeit mit den Worten — 

f.T, fl ^ k n l V® k ^ ® ” Ioh “ EIepWltilie am Leben - ich 

erhielt die Stätte von Gn (gemeint 'gnj, nördlich von Elkab auf dem Ostufer ?) am Leben in jenen. 
Jahren, nachdem Hf3.t und Hor-mer befriedigt waren“. Seine Heimat war also Hf3.t , das man 
wohl bei Mo’alla zu suchen hat. Der Ort Hor-mer ist unbekannt. Von hier aus versorgte er das 
Land bis Elephantine. IIf3.t gehörte sicher niemals zum thebanischen Gau. In den Städtelisten 
wird es bald vor, bald hinter Asfim el Meta’ana genannt, zu dem es anscheinend enge Be¬ 
ziehungen hatte 4 . Die Grenze des Gaues muß also nördlich davon gelaufen sein. , ' 

Imjotr scheint damals nicht zum thebanischen Gau gehört zu haben; denn 3 Itj sagt, er habe 
HfS.t und Esne nach Imjotr versorgt, während der thebanische Gau stromauf und stromab fuhr, 
um Getreide zu besorgen. Wenn er sich trotzdem „große Stütze im thebanischen Gau“ nennt, so 
st hier mit diesem Ausdruck offensichtlich etwas anderes gemeint. In einer Inschrift im Wadi 

Hamamat aus etwas späterer Zeit 5 werden die „Stammhäuser des thebanischen Gaues“ ^| ^) Jj 

1 o genannt, die sieh von Imjotr im Süden bis S3b. t im Norden (nördlich von Dendera) 

erstrecken 6 , d.h. es gab damals einen erweiterten thebanischen Gau, der vom nördlichen Ende des 
3. Gaues bis zum 6. Gau einschließlich reichte. Dieses Gebiet scheint in der frühen 11. Dyn. die 
engere Hausmacht der thebanischen Dynastie dargestellt zu haben. Ihr gesamtes Herrschafts¬ 
gebiet erstreckte sich aber bereits unter Antef I. W3h-nh von Elephantine bisTinis 7 . Für die Süd¬ 
grenze des Gaues ergibt sich daraus folgendes: Der alte thebanische Gau endete auf dem Westufer 
südlich zwischen Rizagat und Gebelen, wohl wenig nördlich von letzterem, wie auch heute noch 

1 Kees, ÄZ 70 S. 91. 2 Polotsky, JEA 16 S. 194 ff. 3 Vandier, Mo’allah, Bibi. d’Etudes 1950, Inschr. IV 22ff. 

4 Lduvre A 17, 13. Dyn. Daressy, Rec. Trav. 11S. 79. 

5 Couyat-Montcfc, Wadi Häniämät Nr. 114 Z. 11 = LD II 150 a 9. Mentuhotep IV—Sanchkare. 

6 Kees, NGWG 1932 S. 106/7. vgl. o. S. 7. 7 B. M. Steine I Taf. 49, Nr. 614, Z. 4. = Clöre-Vandier, Toxtcs de 

la Rre pöriode, S. 15. > , , -s 








96 


Gebelen 


die Südgrenze des Markaz Luxor südlich von Rizagat verläuft. In der 11. Dyn. wurde Imjotr dem 
neu erweiterten Gaugebiet einverleibt. Es ist nach den geographischen Verhältnissen sehr wahr¬ 
scheinlich, daß der das Tal nach Süden sperrende Gebel Sehech Musa die Grenze bildete. Pathyris- 
Gebelen hat damals als Ortschaft offensichtlich noch keine Bedeutung gehabt; die Inschriften 
nennen es nicht. Erst die späteren Könige der 11. Dyn. scheinen hier, wie auch an anderen Orten 
des Gaues, einen alten Hathorkult favorisiert, bzw. einen anderen Kult zu einem solchen umge¬ 
staltet zu haben, womit der Ort überhaupt erst einige Bedeutung gewann. 


Zu Beginn der 18. Dyn. scheint Pathyris-Gebelen wieder ganz zum 3. Gau gehört zu haben. 
Paheri, Graf von Elkab und Esne, wohl der letzte Gaufürst im alten Sinn, nennt sich: „Trefflicher 

Liebling seines Herrn von Pathyris J bis Elkab -j-J|^ Es scheint mir sicher, daß 

hier mit Pr-Hthr die später Pathyris genannte Stadt gemeint ist. Der Name ist für diese Zeit gut 
belegt (s. u. S. 99). Eine Schwierigkeit liegt darin, daß sich derselbe Mann an anderer Stelle 2 nennt: 

. X ' .1 A t , * T 

„Der das Korn berechnet von ’lwn.t j| ^^ bis Elkab“. Mit ’lwn.t muß m.E. ebenfalls Pathyris 

gemeint sein; wie unten zu zeigen sein wird, handelt es sich um eine wenn auch seltene Bezeichnung 
von Pathyris. Jedenfalls würde es zu unlösbaren Schwierigkeiten führen, wenn man in 'Iwn.t 
und dem oben genannten Pr-Htlyr Dendera sehen wollte 3 , ganz abgesehen davon, daß dies die 
einzige Stelle wäre, wo Pr-Hthr Dendera bezeichnete*. Imjotr wird in diesem Zusammenhang 
überhaupt nicht genannt, scheint also zu dieser Zeit als Sitz einer Verwaltung seiner Schwester¬ 
stadt Pathyris unterlegen zu sein. Es wird in der späteren 18. Dyn. bezeichnenderweis in den 
Inschriften des Rechmire-Grabes als Sitz eines whm genannt 5 . 


In der Ptolemäerzeit wird Pathyris Hauptstadt eines neugebildeten Gaues, des 


(ZE=I I 


IlaD-upL?/«; vojaoc; und zwar lag die Stadt in seiner <£vo> roTrapyja 7 , wie auch das eng 

benachbarte Krokodilopolis, augenscheinlich unweit der Südgrenze des neuen Gaues (s. u. S. 100), 
während die xaxco xoTrap/Ja Hcrinonthis und das westliche Theben umfaßte. Die Grenze zwischen 
beiden Toparchien lief also zwischen Hermontliis und Gebelen. Möglicherweise entspricht deshalb 
die obere Toparchie dem Gebiet, das im NR zum 3. Gau gehörte. Während Pathyris die Haupt¬ 
stadt des Gaues war, ist Krokodilopolis anfangs die der Toparchie. Hier ist der Amtssitz des ayopa- 
v6(ao<; der öcvco xovrapyja, der in Pathyris nur einen Stellvertreter hat. Erst 88 v. Clir. wird dieser 
Stellvertreter selbständiger Agoranomos der Toparchie 0 . 

Verwaltungsmäßig war der Pathyrites eng mit dem südlich benachbarten Latopolites verbunden. 
Beide werden zeitweise von demselben Strategen verwaltet 6 , wie auch später (im 2. Jhd. n. Chr.) 
der Hermonthites und Latopolites 10 . Auch sonst lassen sich Gemeinsamkeiten in der Verwaltung 
feststellen. Eine Urkunde über Verkauf von Ackerland in der unteren Toparchie des Latopolites 


1 Urlc. IV 125. 2 ebenda 115. 3 Sethe, Übersetzung der Urk. der 18. Dyn. S. 57 Anm. 6. 

4 Gauthier, Dict. geogr. II S. 117. ’ö Urk. IV 1126. 

6 Brugsch, Thesaurus S. 538 Z. 5, Felderliste von Edfu. . 

7 Pap. Amherst 50, 106 v. Chr. 51, 88 v. Chr. Preisigke, Sammelbuch 428. 8 Gerhard, Philologus 63 S. 509 ff. 

9 Gerhard, a. a. 0. S. 554/5. 10 Bilabel, Art. Strategos bei Pauly-Wissowa Sp. 205/6. 



Pathyris, Intj 


wird in Pathyris ausgestellt 1 . Die Tpiouvapvp genannte Insel (s. u. S. 104) liegt in der unteren Top¬ 
archie des Latopolites, ist aber eingeschrieben nach der oberen Toparchie des Pathyrites 2 . 

pie Kultstätte der Göttin Hatlior, die dem griechischen Pathyris entspricht, ist durch eine In¬ 
schrift von 12. Jahre des Trajan 3 und den großen Fund demotischer und griechischer Papyrus- 
urkunden aus dem letzten Drittel des zweiten und dem erstell Drittel des letzten Jahrhunderts v. Chr. 
mit Sicherheit bei dem heutigen Gebelen zu suchen. Diesen Namen, „die beiden Berge“, soll der 
Ort von den markanten isolierten Felshöhen haben, an deren Fuß die Ruinen der alten Stadt liegen 
und deren Östlicher neben den Resten des Hathorheiligtums das berühmte Grab des Schech Musa 
trä^t. Die Benennung ist eine Übersetzung des ganz entsprechend in dualischer Form gebildeten 


O /vw-w o\\ A 

a. © 4 


S~\\ T 




\\ cm! 


oder auch 


f) «G* 1 o c=3 |t\1 ,,’Intj der Hathor“ (entsprechend „Dr.t des Month“, „Nwl des Amun“) in der 

r—n 

Städteliste Ramses II. 8 . Er kommt auch in der offiziellen Benennung der Göttin Hathor als l 'gj 
f) cT\\ 9 oder [1‘P - 1 rv^-o 10 oft vor. Wir haben es aber trotz dieser und ähnlicher 

J I_| (_ J v I ^ I aaäaaa 'X ^ -■ - ■J 


Inn v 


rv^-o 10 oft vor. Wir haben es aber trotz dieser und ähnlicher 


4XOQtm 


Schreibungen wie ^ E — 111 oder ^ ^ i 12 nicht mit einer Ableitung des Worts in . t „Wüsten¬ 

tal“ zu tun, sondern eher von inr „Stein“, entsprechend dem heutigen Namen Gebelen. Eine ältere 
Schreibung könnte c 3 o"|(] () © (lies cm „Stein“?) sein 13 . Noch ältere Schreibungen des Namens 
führen zu einer etwas anderen Ableitung. Auf einem Stelenbruchstüek in Kairo (Saal G) aus der 
Zeit Sesostris 1. 14 heißt die Göttin ^ ^ . Da sie hier als Gegenstück zum Suchos von 

Imjotr erscheint, mit dem sie oft ein Paar bildet, kann an der Identität kein Zweifel sein. Ebenso 
erscheint sie zusammen mit „Anubis, dem Herrn des weißen Landes“ (s. u. S. 102) als ^ ^ ^ 15 - 


erscheint sie zusammen mit „Anubis, dem Herrn des weißen Landes“ (s. u. S. 102) als ^ ^ ^ 15 - 

Auf einem anderen Bruchstück aus Gebelen wird der Name ausgeschrieben ^ [j < ^ > d—i"| [j(j 16 i 

hier wird sie mit demselben Anubis zusammen genannt. Die Schreibung mit den beiden eiförmigen 
Ideogrammen erinnert nicht nur an die mit ^^ von Ramses II., sondern auch an das Pyr. 1271 

anstelle eines Ortsnamens genannt (j ^ O ^ in einem den Gott Phot betreffenden Passus, 
das.einen maskulinen Dual zu enthalten scheint, sowie an die von Erinan 17 nachgewiesenen Epi¬ 
theta des Thot ^ (j <H> ^ [) ^ ^ ^ „Sohn des Steines, der aus den. inrtj kommt“. 

Es scheint also die älteste Form des Ortsnamens intwj oder Inrtwj o. ä. gelautet zu haben, möglicher¬ 
weise in der Bedeutung „die beiden Eierschalen“, vielleicht ein mythologischer Name, der iigendwie 


1 Preisigke, Sammelbuch 5865, 109 v. Chr. BGU 995, 110 v. Chr. 2 Pap. Grenfelll 33, 103/2 v. Gin. 

3 Daressy, Rcc. Tray. 10 S. 140. 4 Borchardt, Cat. gen. 422, Sesostris III. 5 NR, Kees, ÄZ 71 S. 151. 

6 LD Text III 182. 7 Legrain, Ann. Serv. 15 S. 276ff. 8 Mariette, Abydos II Taf. 12. 

9 LD Text III 239, 18. Dyn. 10 Champollion, Not. descr. I 648, Menephthah. 11 Ombos II 259. 

12 Brugsch, Thesaurus S. 539 Z. 22 Felderliste von Edfu. 13 Lange-Schäfer, Cat. gen. 20711. 

14 Hierzu und zum Folgenden vgl. Kees, ÄZ 60 S. 14. 15 Turin, Inv. Schiaparclli 12344. MR, Turin ohne Nummer, NR. 
16 Turin o. N., MR. — Ich verdanke diese Angaben über dielnschr., die ich in Sethes Materialsammlung fand, Herrn 
Prof. Farina. 17 Sitz. Preuß. Akad. 1916 S. 1144. Totenbuch 134,9. ■ . G 


llAc XVI: Otto 


98 


Gebelen 


mit der Landschaft, den beiden Felsen zusammenhing. Man hat wohl an einen kosmogonischen 
Mythus von einem Urei zu denken, dem ein Urgott entstieg und als dessen beide Hälften die beiden 
merkwürdigen Felsen von Gebelen angesehen wurden. Ob eine solche Legende etwas mit der ähn¬ 
lichen Sage des Gottes Thot zu tun hatte, läßt sich nicht sagen; alte Belege für den Kult des Gottes 
in Gebelen fehlen leider (s.u. S. 103). Die Schreibungen des Namens als inr.tj im MR setzen ein 
feminines Wort inr.t voraus, das dem im Wörterbuch allein belegten maskulinen inr „Stein" 


synonym gewesen sein kann. Die älteste Form des Namens, dessen genauer Lautbestand nicht ein¬ 
deutig ist, hängt ethymologisch zweifellos mit diesem Wort zusammen. Die späteren Schreibungen 
als ’ln.tj „die beiden Wüstentäler" sind fälschlich daraus abgeleitet; einen Sinn ergibt dieser 
Name nicht. " ">' - . . rs» ~ *. ' . : ^ 


Im Glossar Golenischeff hat der Name der. Stadt die Form: n [j n ^ IHM 

* . i . < ’’ . 

ZI ^ , indem er anstelle des inrtj (oder daneben) einen anderen dualischen Ausdruck enthält, 

der wie der Name des Gottes von Antaiopolis aussieht: 1 1 ^ . Die demotischen Urkunden 
■ / „ • - ‘ ■ . u s / v 1 

der Ptolemäerzeit aus Gebelen haben in der Nennung der Ortsgöttin Hathor eine entsprechende 


Schreibung für den Ortsnamen, die man 1 1 umschreiben würde, und die gleichzeitigen grie¬ 
chischen Urkunden geben diese Nennung der „Hathor, Herrin von Ntrwj “ durch ’A&epveßeVTcayu; 
wieder. Wahrscheinlich hat dieser in dem Kultnamen der Hathor von Pathyris auftretende Dual 
mit dem eigentlichen Ortsnamen intj direkt nichts zu tun, wenn er auch indirekt damit'zusammen¬ 
gehangen haben mag. Dafür spricht die Bezeichnung des Heiligtums der Göttin als H A-ntr n Hthr 

nb 1 1 % n Pr-Hthr „das Heiligtum der Athernebentaigis in Pathyris“ 1 und der Umstand, daß 

^ ■ - . . ' # 
der Ausdruck in dem genannten Kulttitel der Göttin wenigstens im demotischen nirgends mit dem 

Ortsdeterminativ versehen’wird. Der Ort heißtim Demotischen überall einfach Pr-Hthr 2 . Es 

scheint sich also lim einen in oder bei Pathyris gelegenen Kultort der Hathor zu handeln, dessen 

Namen aber mit den ältesten Formen des Ortsnamens intj o.ä. Zusammenhängen wird 3 . 

Die Frage, ob der Kult der Hathor hier ursprünglich oder eingeführt ist, läßt sich nicht mit 
Sicherheit beantworten. Die letzten Endes unsichere Bedeutung des Ortsnamens hilft nicht weiter. 
Für einen alten Volkskult, dessen Göttin von einem bestimmten Zeitpunkt an (11. Dyn.) für eine 
Form der Hatlior von Dendera erklärt wurde, als der Ort die Beachtung der offiziellen Theologie 
fand, wie es in Der el Bahri der Fall zu sein schien, fehlen hier leider einigermaßen sichere An¬ 
zeichen. Es wäre durchaus denkbar, daß der Kult der Hathor von Dendera, der sich so früh im 
thebanischen Gau ausbreitete (vgl. oben s. S. 51 f), auch hier einen alten volkstümlichen Kult über¬ 
lagert hätte; manches kann darauf hindeuten. Es ist beachtenswert, daß Mentuhotep sich auf einem 
Relief in Gebelen in der Kartusche „Sohn der Hathor, Herrin von Dendera“ nennt 4 . Möglicher¬ 
weise haben die Könige der 11. Dyn., die ja sehr enge Beziehungen zu Dendera hatten, nicht nur 
die „Biathor “von Gebelen auf irgendeine Weise mit der von Dendera gleichgesetzt, sondern auch den 
, ■ ", • '*v ' ”, ' ' ' ■ r ’ • - ,r " V .4 "• ■> 


1 Spiegel borg, dem. Pap. Cat. gen. 30769 -f- 30770. 2 Der Kultname 11 ^ 

Ausgabe der demotischen Papyti in Straßburg noch _„nb.t 3mr = Inijotr“ gelesen. 

S. 44 ff. 4 Capart, L*art egyptien II 140. 


ist von Spiegelbcrg in seiner 
3 Sethe-Gardiner, ÄZ 47 




Pathyris' _ ' • 99 

Namen von Dendera, ’hon.t , auf Pathyris übertragen. Denn es gibt ein paar Stellen, an denen 
offenbar 3 Iwn . t oder ’ Iwnj . t auf Pathyris zu beziehen ist. Auf dem Fragment einer Gau- oder Götter¬ 
liste aus Gebelen 1 nennt sich ein Mentuhotep J ^ £© ( ^ j| ^ ^||| ’ * * ».Herrscher 

von ’hm.t, Sohn der Hatlior, Herrin von Dendera“. Der Name 3 hon. t in dieser singulären Schrei¬ 
bung kann eigentlich nur auf Pathyris bezogen werden; beachtenswert ist auch das Wort hkB 
Herrscher“. Weiterhin begegnet um diese Zeit der Titel eines „Gaufürsten des südlichen und 

nördlichen ’lwnj.t“ 2 > womit Esne und Pathyris gemeint zu sein scheinen. 

Schließlich würde auf diese Weise auch der Name ’hvri.t in der Inschrift des Pahcri (s. o. S. 96) zu 
erklären sein, der als Grenze seines Herrschaftsgebietes einmal Pr-Hthr und Elkab, dann ’hvn.t und 
Elkab angibt. Daß der so seltene Name in dieser relativ späten Inschrift wieder begegnet, wäre' 
erklärlich: Der Graf scheint nach dem Tenor seiner Inschriften letzter Repräsentant einer ver¬ 
gangenen Zeit zu sein. Das sind die einzigen einigermaßen sicheren Stellen, an denen 3 Iwn. t als Name 
für Pathyris erscheint. Es handelt sich also weniger um einen wirklichen zweiten Namen der 
Stadt, als um eine zeitweilig gebrauchte Bezeichnung, die vielleicht aus der politischen Situation 
der 11. Dyn. stammt 3 . M ‘ 

Die volle offizielle Form des Namens ist später n 

' * ' - u . •• ... .. . # . ., 

d.i. das griechische Pathyris, in dem der ägyptische Name nicht wie sonst in ’AcppoSfr/jg voXic; (so 
nurbei Strabo XVII 817) übersetzt, sondern einfach gräzisiert vorliegt (wie Boucupi<;, Bouyw usw.), 
obwohl die Göttin oft genug ’AtppoSIiT) yj ev naö upsi, genannt wird, daneben aber auch unübersetzt und 
einfach gräzisiert. In der ptolcmäischen StädtcproZession von Ombos erscheint die Stadt als 
Zentrum eines Bezirkes 0 , der als Wappen das Bild der Nilpferdgöttin führte, die in Theben 
als Ipet verehrt wurde (s. o. S. 33), anderwärts als rr.t, sjis . f, tS-wr.t bezeichnet zn werden pflegt. 
Sie erscheint sonst der Himmelsgöttin Nut gleichgesetzt und stellt hier wohl eine besondere lokale 
Form der Hathor dar, die ja ihrerseits als Himmelsgöttin mit der „Nut in der Sykomore“ identisch 
war. . 1 , , ... $ 

“ • ' • ... S-- , r ' ■ • ’> ' f *• * :* / i.• ' - - 

Mit der Hathor von Pathyris zusammen nennen die griechischen Papyri wiederholt den Kroko¬ 
dilsgott Suchos, dem z.T. dieselben Personen als Priester dienten, lepeu«; Sou/ou xal ’AcppoStr/)? 7 . 
Ob es sich dabei um den mit der Göttin schon alt zusammen auftretenden Lokalgott des eng be¬ 
nachbarten Imjotr-Krokodilopolis handelt, das beständig in den griechischen und demotischen 
Urkunden in gleicher Weise wie Pathyris selbst genannt ist (Notariat, Bank) oder den Gott des an¬ 
scheinend noch dichter anstoßenden Smnw (s. u. S. 101), der auf den älteren Denkmälern oft als 
Gegenstück der Hathor von Pathyris erscheint, ist ungewiß. Außerdem begegnet in den Papyri 
noch ein dritter Suchos, dessen Heiligtum „Tempel des Herrn von Bhn (nb bim)“ genannt wird, 

i * . .* .... * ** ■- < ■ - 

t - _ - ... . V . . /- • ■■ >; 

> > - I " ' - ‘ ' i. ‘ • ‘ ■ 

1 Turin, Abschrift von Prof. Kees. 2 Gauthier, Ann. Serv. 20 S. 273. 

3 Spiegelberg, ÄZ 63 S. 153/4 hat zuerst diese Stellen gesammelt und in diesem Sinn gedeutet. Doch sieht er wohl mit 

Unrecht auch in dem ’lwiij der Stele Kairo 20001 (s.o. S. 94) die Bezeichnung für Pathyris. Außerdem identifiziert er 
noch fälschlich HJ3.1 mit el Tod. / . 

4 Ombos II 259. 6 Ramesseumglossar Nr. 198. Urk. IV 125. 1128 usw. 

6 Ombos II259. v 7 Beispiele bei Wilcken, Ostraca I S. 710f. \ ' ; , ' . 


A/vVvAA IW) l I l 


13* 




100 


Gebelen 


griechisch veß^ouvu; oder veßgovit in Eigennamen 1 , oder auch nur tB bhn.t „der Torturm“. Er kann 
vielleicht mit dem xo ev Ilaftupet o/upo>[j.a 2 zusammengebracht werden. OmbosII, 259 ist bei Pathyris 

von den ^ „Krokodilgöttern“ die Rede, die darin seien. .. . 

'• v 

Der Hauptkultort des Suchos in dieser Gegend war das bei Strabo XVII, 817 als Verehrungsstätte 
des Krokodils zwischen Hermonthis und Aphroditopolis genannte KpoxoSedXwv tujXis, das auch in 
den Papyri eine so wichtige Rolle spielt und in der Ävco voTcap yla des Pathyrites lag 3 . De¬ 
motisch entspricht der Name Bmwr, der unverkennbar eine stark veränderte Form des alten Namens 




° k 1 = Tr 


>AAAM. / 

„die Insel im Fluß“ ist. Damit ist wahrscheinlich auch die Pap. Gizeh 10381, 33f. 
genannte tepa vvjoo? voö Souy^ou identisch 7 . Der Name Iw-m-ltrw hat früh sein t verloren, ebenso wie 
das Wort Uno (eioop) selbst, wie die Varianten | crro j (j 8 und C ^ D (j w*wv @ 9 be¬ 

zeugen. Die letzte Schreibung, die die doch sicher gesprochene Präposition m ignoriert, hat in dem 
c —i lj ^ 10 eine ältere Parallele. Der Ort, der bei Rechmire 11 als Sitz eines whm und in der 

Städteliste RamsesII. 12 zwischen Pathyris und el Tod erscheint, aber in der „Litanei des sieg¬ 
reichen Theben“ 13 weil ohne Göttin fehlt, wird in der 11. Dyn. als Grenze des thebanischen Gaues ge¬ 
nannt, gehörte aber wahrscheinlich nicht mehr zu diesem Gau im engeren Sinne (s. o. S. 2). Seine 
Lage muß aus dem oben angegebenen Gründen unmittelbar neben Pathyris gewesen sein, wofür 
die oben genannten Titel von Priestern sprechen, die zugleich bei der Hathor von Pathyris und dem 
Suchos von Krokodilopolis Dienst tun. 

Suchos, der in den griechisch-römischen Dokumenten als der eigentliche Gott des ja nach ihm be¬ 
nannten Ortes erscheint (olevKpox.oSeiXcüv 7tdXe(, too ITaHuptTOu Sou^ou iegob 14 , „Schreiber der Gottes¬ 
worte des Sobek, Herrn von Smwr im Tempel von Bmwr“ 1& ), kommt in älterer Zeit nicht allzu häufig 
vor, z.B. in der 12. Dyn. als „Herr von Imjotr“ 18 . Als „Suchos-Re, Herr vonlmjotr“ 17 wird er dem 
Re gleichgesetzt wie der Suchos von Smnw , hinter dem er in älterer Zeit ganz zurücktritt und 
mit dem er vielleicht im Grunde identisch war. Einigemale wird ein „Chons in (hrj lb) Imjotr“ 
(und zwar z. T. neben diesem Suchos von Smnw) auf den Grabsteinen von Rizagat verehrt 18 . 
In ihm wird man aber doch wohl den thebanischen Chons zu erkennen haben, der hier in Imjotr 
als Gast auftritt. Vielleicht ist er durch die Könige der 13. Dyn., deren mehrere ja den Namen 
Neferhotep führten (vgl. den Kultnamen des thebanischen Chons: Neferhotep), hierher ge¬ 
kommen ; diese Dynastie scheint ja auch zu dem Suchos von Smnw besondere Beziehungen ge¬ 
habt zu haben. Andererseits ist es wohl dieser Suchos, dessen ICult nach Theben verpflanzt wird 
und den wir seit der 18. Dyn. regelmäßig als Glied der thebanischen „Neunheit" finden (s. o. S. 19). 


1 Griffith, Ryland Pap. III S. 161/2. 2 Kenyon III ll! 3 Pap/Amherst 45. 50. 1 LDII 150 a 9. 

5 Brugsch, Thesaurus 1116, Thutmosis III. 6 Medinet Habu Zettel 1053. 7 Grenfell-Hunt, Archiv für Papf. I 59f. 

8 Lange-Schäfer, Cat. gen. 20533. 9 Glossar Golenischeff. 10 Gauthier, Livre des rois II 16. 13. Dyn. 

11 Urk. IV 1126 12 Mariette, Abydos II Taf. 12. 13 Legrain, Ann. Serv. 15 S. 276 ff. 

14 Pap. Grenfell I 38. 15 Spiegelberg. dem. Pap. Cat. gdn. 30704. 16 Fouilles de l’inst. frang. 8, 1 

Taf. 8, 12. Dyn. (Medamud). 17 Gauthier, Livre des rois II 16, 13. Dyn. ^ 18 Lange-Schäfer, Cat. 

g6n. 20533.20481. . ' i , ' - i . ' _ . 


Imjotr, äinnw 


101 


$!> wurde auch in Luxor als fjj (2 =J? ^ 1 linc ^ 111 Karnak als Q 2 außerdem 

wahrscheinlich in Theben-West verehrt 3 . 

Eine andere Kultstätte des Gottes war der Ort Seit dem ( 12> ®y n -) oft ge ~ 

nannt wird er in älterer Zeit & geschrieben mit dem seltenen Zeichen 

der Keule, seltener auch in der eindeutigeren Schreibung [1 ^ ^ ebens0 auch 

im NR, später mir noch [1 ^ ° 1 ©’• P “1 ||| “ @ ©"’ a ‘ S ° b 65 

„feststellen“ zusammenhinge. Die merkwürdige ältere Schreibung clie als $ wmnw 

umschrieben werden müßte, scheint eine der auch sonst bekannten „Auswahlschieibungen zu 
sein, d.h. in diesem Falle ist zwischen w und m zu wählen, also zwischen ‘Smnw und Swnw. Diese 
beiden Buchstaben wechseln ja in manehen Fällen 10 . Es bestünde dann die Möglichkeit, den Orts¬ 
namen mit dem alten Wort swnw „Festung“ zusammenzubringen (Wörterbuch IV S. 69), von dem 
auch der Name Swnw — Syene — Assuan abgeleitet ist 11 . Falls diese Erklärung des Namens lichtig 
ist, könnte daraus weiter ein Zusammenhang mit der auf dem Gebel Schech Musa gelegenen Festung 
gefolgert werden, in deren unmittelbarer Nähe der Platz Swnw-Smnw gelegen haben muß. Der Ort, 
der in der Städteliste Kamses II. und in den meisten anderen Städte- und Götterlisten nicht er¬ 
scheint, ist im Glossar Golenischeff zwischen Pathyris und dem benachbarten Imjotr aufgeführt 

"i : - ' ‘ y Hk' 

\u\d ist in den Prozession der autonomen Stadtbezirke in Ombos II, 2o9 veitieten als |^ 1111 

: ■' ' - " • _ \ ' . ' nr 

Bilde und IW ° im Text, und zwar besehließt dieser Stadtbezirk die Prozession, ohne Zweifel 
® 

mit Rücksicht auf den Gott Suchos von Ombos, zu dem sie zieht und der im begleitenden Text hier 
als „König der Götter, der auf dem srh thront, Herrscher des Thrones der beiden Länder in deinem 
Namen Suchos, groß an Triumph, Herr des großen Palastes“ gefeiert wird. Der Suchos von Smnw, 
der dem Re angeglichen 12 und bald krokodilköpfig 13 , bald menschenköpfig 14 dargestellt wird, muß 
sich zeitweise im MR großer Beliebtheit erfreut haben. Sein Kulttitel „Herr von Smnw 1 * ist einer 
der häufigsten Personennamen dieser Zeit und auf den Skarabäen, besonders der 13. Dyn., ei scheint 
der Gott sehr oft, indem sich die Könige darauf „geliebt von Suchos, dem Herrn von Smnw “ nennen. 

^ . / • * ; ' 

1 Fakhry, Ann. Serv. 34 S. 91. 2 Legrain, Cat. g(5n. 42169, Ramses II. 

3 Kuentz, Bull. Inst. Frang. 28 S. 154ff. 4 Lange-Schäfer, a.a. 0. 20151. 5 Frazer, Scarabs 28, MR. 

6 Petrie, Illahun 8. 7 Glossar Golenischeff. 8 Schiaparelli, Cat. generale, Florenz I, 102, nach der 20. Dyn. 

9 Ombos II259. y . - . ' ' ‘ 

10 z. B. 'ml Pyr. 655a: 'toS Pyr. 859a. „sauer werden“, Sethe, Kommentar zu Pyr. 655. Koptisch: XtülJ . SUH) 1 

„Geschlechter“. '* . ■ " ’ ’ ..' 

11 Die Lesung swnw hatte schon Spiegelberg, Rer.Trav.21 S.49f. vorgeschlagen, allerdings auf Grund der Verwechslung 
der Zeichen ■>= und <—m. Über das Verhältnis von m und w in diesem und anderen Worten vgl. die Bemerkung 

Masperos zu Spiegelbergs Aufsatz a. a. 0. S. 55. x y 

12 Lange-Schäfer, a.a. O. 20151. vgl.Kuentz, Bull. Inst. Frang. 28 S. 136. 13 Champollion, Not. ddscr. I 647. 

14 LD Text III 182. «' ' , .... ' ‘ ' ’• ' 



I 




... 



Gebclcn 


'^:V. , •' > • 


, ,/AV 




Das weist vielleicht auf engere Beziehungen dieser thebanischen Dynastie, in der Eigennamen mit 
dem Namen Sobek (besonders Sebekliotep) vorherrschen, mit diesem Ort hin. 

Der Umstand, daß die Grabsteine des MR, die den Suclios von in der Totenformel nennen 

aus einer Nekropole im Westen des Dorfes Rizagat stammen 1 , hat Daressy 2 veranlaßt, den Ort 
dort zu lokalisieren und das von Strabo 17, 817 in dieser Gegend bezeugte Krokodilopolis darin zu 
ei kennen. Doch ist diese letztere fetadt durch die demotischen Papyri dos Gebelenfundes als iden¬ 
tisch mit dem alten Imjotr erwiesen! Beide Orte, Smnw und Imjotr, scheinen aber dicht beieinander 
gelegen zu haben. Nun tritt der in älterer Zeit selten genannte Suclios von Imjotr fast niemals 
gleichzeitig neben dem von Smnw auf 3 und Imjotr fehlt in jener Prozession' der Stadtbezirke vor 
.Suclios von Ombos, obwohl es als eine Krokodilstadt gerade dort erscheinen sollte. So ist vielleicht 
die Identität beider Gottheiten anzunehmen. Smnw könnte der alte Name der Kultstätte des Su- ' 
chos in oder bei Imjotr gewesen sein, etwa wie ’lp.t-lswt im Verhältnis zur Stadt Theben. Dazu 
würde auch passen, daß Smnw in der Inschrift des y Itj von Imjotr 4 und ähnlichen Inschriften der¬ 
selben Zeit überhaupt nicht genannt ist, und auch das häufige Fehlen des Determinativs © in den 
Schreibungen des Namens besonders im MR würde so verständlich. 

Die Tatsache, daß eine Anzahl der Denkmäler des M und NR (hauptsächlich Skarabäen), die 
den Suchos von Smnw nennen, aus dem Fayum stammt, veranlagte Kuentz, eine Stadt gleichen 
Namens ebenfalls .mit einem Suchoskult im Fayum zu suchen 5 . Doch scheint mir eine Übertragung 
uuseies Kiokodilkultes nach dem an Suchoskultorten reichen Fayum durchaus verständlich, auch 
wenn sich, wie Kuentz ausdrücklich festgestellt hat, die Verbindung „Suchos, Herr von Smnw 
hrj ib Sd.t “ o.a. nicht findet. 

Auf den Denkmälern, die aus Gebelen stammen oder Beziehungen zu dieser Stadt aufweisen, 
ivird öfters auch eines Kultes eines Anubis von ti hd „weißes Land“ gedacht 6 , der bald neben der 
Hathor dieses Ortes von derselben Priesterin bedient wird 7 , bald neben dem Suchos des benach¬ 
barten Smnw erscheint und auch oft in Eigennamen vorkommt. Seine Kultstätte heißt “ ^ ^ 

^ ar * n 1 1 8 > | | oT. 9 ’ se ^ ener aucJl 10 oc ^ er Wenn man die Determinierung 

mit [W] berücksichtigt und an das analog benannte Reich des Anubis in Abj'dos ^ 

denkt, ist man versucht, die Nekropole von Gebelen darin zu vermuten. In der großen Götterliste 
von Abydos 12 werden dieser Anubis und Isis von tS dsr unmittelbar nebeneinander genannt. Das 
Opfergut dieses Gottes ist nach der Felderliste von Edfu (Z. 31) der südliche Nachbar des auf der 

„Hathorinscl- 1 bei Pathyris gelegenen Landbesitzes des Horus von Edfu. Vielleicht hängt damit fjd 
„weißes Haus“ als Name von Gebelen zusammen, das in der Rede der Hathor von Gebelen in einer 


genannt;, Chainpollion, Not. clescr. I 647. 


, * . ; 

1 Maspero ÄZ 20 S. 123. 2 Daressy, Rec. Trav. 14 S. 25. 

3 M. W. wird nur einmal unter Meneplitha ^ fl | £ ^ genannt, Chainpollion, Not. deser. I 6- 

4 Lange-Schäfer, a.a. 0. 20001, vgl. o. S. 94. 5 Kuentz, a.a. 0. S. 153/4. 6 vgl. Kees, ÄZ 71 S. 150ff.' 

7 Champollion, a.a. 0.1 648. 8 Lange-Schäfer, a.a.O, 20151. 9 Stele Leiden V 1, nach el Tod genannt. 

10 Brugsch, lhesaürus S. 539 Z. 21 Fclderlistc von Edfu. 11 Daressy, Rec. Trav. 16 S. 43. 

12 Mariette, Abydos I Taf. 45 Nr. 33 und 34. 1 • ' . 

. ’ - :> • . ' ':* ' ■ " v..\: 


' < r i 


' 


\ 


StAdteliste erscheint 1 . Um denselben Anubis handelt es sich wohl, wenn wir ihn im MR als ^37 ^ © 
„Herrn von oder T=»c=> „Herrn von Imjotr“ bezeichnet finden*. 

Von weiteren lokalen Götterkulten in Pathyris selbst nennen uns die griechischen Papyri noch 
den einer Isis, die den Kultnamen ’U.tn ms’.t „echte Isis“*, griechisch führte und deren 

Heiligtum t 6 iv n«9Ap« ’loelov Xe Y o|,iw i? "lciSo? Nep-^o? öeä? ohne Zweifel identisch war 

mit dem Heiligtum, aus dem die cTvjXvj "IctSoi; (rsyicrr,? ilaöoplc vom 12. Jaln des Tiaj 
stammt 5 . Bedienstete dieser Isis, die den Titel in «3w3j n Ö ’bj n ’U.tn Pr-Hthr „Isionomos des 
•Heiligtums der Isis von Pathyris“ führten«, werden öfters in den Papyri von Gebelen genannt. 

Kultische Beziehungen zu dem Gott Thot sind für Gebelen vielleicht aus der Erwähnung einer 
^ Ißtoßdezoiv (sowohl als Nachbargrundstück eines im Pathyris gelegenen, wie eines in der unteren 
Toparchie des Latopojites gelegenen Grundbesitzes genannt) 1 und der oi foc naWpsu« Ißio-rV- 8 
zu erschließen. Die Häufigkeit der mit Thot gebildeten Personennamen in den Urkunden konnte 

als Bestätigung, genommen weirlen (Psenthotes heißt einer der eben erwähnten ißtorifM). Auf 

ältere Zusammenhänge mit den Entstehungssagen des Gottes weisen vielleicht die oben be- 
sprochenen alten Schreibungen des Namens ’lntj hin. . 

Wahrscheinlich als heiliges Tier der Hathor wurde in Pathyris eine heilige Katze gehalten. Sie 
(d.h. wohl ihr Tempelland oder Begräbnisplatz) wird Pap. dem. Straßburg 44° als Ostgrenze eines 
im Westquartier von Pathyris gelegenen Hauses genannt. Ihr Begräbnisplatz findet sich griechisch 

als aiXoopoTd<piov 10 . Ihr wird schließlich auch die „Schenkung dei Katze 11 ( j , W,AA 

g 11 gehören, die die südliche Grenze des im „Hochland von Hermonthis“ gelegenen Besitzen des 

Horus von Edfu bildete (s. o. S. 92).' ‘ \ r- 

Die Priester der Hathor und des Suchos von Gebelen führen in den Papyri oft die Titel eines 
„Propheten der wrmw und der smw“, d.h. der vergöttlichten Hohenpriester von Heliopolis und von 
Memphis 12 , die hier eine kollektive Verehrung genossen haben müssen. Wahrscheinlich ist der Kult 
von Hermonthis und Theben her übertragen worden, wo diese Hohenpriestertitel im NR gebraucht 

wurden. ■ ^ - ' . • -‘ - . ' 

Die Texte der Ptolemäerzeit nennen uns noch eine ganze Reihe von Örtlichkeiten im Gebiet 
von Pathyris, deren genaue Lokalisierung größtenteils nicht möglich ist, darunter eine Anzahl von 

Inseln, ' ; .V > 

1 Q J n ^ 1T fl heißt das » Hochland von Path y™“' das in der Peklerliste TOn 

Edfu 13 als südlichster Punkt des im Pathyrites gelegenen Grundbesitzes des Horus von Edfu ge- 
nannt Avird. ‘ ... ••'- 


1 Dümichen, Geogr. Inschriften I 86. 2 Kees, a.a.O. S. 151. 

3 Pap. Ryland 35, 2. 4 BGU 993 Kol. III, 4. 5 Daressy, Rec. Trav. 10 S. 140. 

6 Griffith, Pap. Ryland III S. 275. vgl. S. 265 Anrn. 4. 7 Kenyon III 13. BGU 995. 

8 Pap. Grenfell II 15 Kol. 2. 9 Spiegelberg, Rec. Trav. 31 S. 100. 

10 Wilcken, Ostraca Nr. 1486. vgl. Arch. für Papf. II S. 146. 

11 Brugsch, Thesaurus S. 539 Z. 15/16, Felderliste.. • 

12 Griffith, a.a.O. III S. 132. Sebhe-Partsch, Bürgerschaftsurk. 9 § 19. 13 Felderliste Z. 21. 


j 





Gebelen 


2 ' ° IM ” Insel der Hathor “> genannt „die Grasinsel“ o ^ ^ ^ 

( die östliche Grenze von 1 bildend 1 . Mit diesen beiden Namen werden wohl der heute f Gebelen 5 

genannte Bergvorsprung und ein kleineres darunter befindliches Stück Grasland am Nil gemeint 
sein. Der Ausdruck „Insel“ kann hier wie auch sonst ein von Kanälen umgebenes Stück Land be¬ 
zeichnen, es braucht sich nicht immer um eine Flußinsel zu handeln. In den Papyri wird sic als 
„Insel der Hathor ‘ 2 , v/jco<; ’A<ppo86n)<; ev IlaÖ-u pst 3 erwähnt, welche einerseits als Grenznachbar 
einer y/j v/jaionv)^ ev ryj xaxto TOTrapx^oc toü AaxojroXvrou 4 erscheint, also wohl im Süden der Stadt zu 
suchen ist, andererseits mit ihrem nördlichen Ende an einen zum Opfergut der Hathor gehörigen 
Landbesitz grenzte*, der selbst lag in 

3. TS-Bh-bin. t, „dem schlechten Acker“, griechisch Tldcßcovu; „in der Ebene von Pathyris“*. 

4. Insel der Leto, vyjaoi; Avjtoü'; 7 . ’ ' ' ~ ! - - 1 

^ «). „Dei Brunnen (n. u )in) von Pathyris“, 7) xp^vv; riaÜupsw^, Benennung des östlichen Quartiers von 
Iathyiis. fev. toj «jto ajrqXitoTOU pipet Ilaüupea«; Xeyop.evv^ xp/jv/)^ 8 = demotisch: „In den Östlichen 
Vierteln von Pathyris, welches der Brunnen genannt wird“ 9 . V . 

6. „Die Insel des Arei“ 19 = Tgo'uvapvp im Westen an den Gebel grenzend, im Osten an die Süd¬ 
seite des „Harsomtus des Ackerbaues bei dem Tempel von Pathyris“. Beschrieben als yjj faeipoq 
(UToepopo.; h vf) xaxco xonocpyjq. toü AaxoTtoXiTou avotyparpogevT) dr tyjv avw TOjrapxt'av üa^uptTou 
Xeyo(j,ev/) Tp.ouvapj/t, also wie 2 im Süden zu suchen 11 . 

7. „Die Insel der Nut“, nördlich von der vorgenannten 12 . Ob mit der „Insel der Leto“, Nr. 4, 

identisch? > „ , '* ' - 1 . .. . . 

• . r > "• ♦ ■ , ' 1 • 

8. „Kanal des Telon“ TeXwvo? 8twpu£ 13 . Nach demselben Mann ist auch Ackerland genannt: yvj 
ij jrEtpo«; crtTOfpöpo;;. . . Xeyop.evy) TeXwvoq, das auf dem Uferland (tv xyj Tatvtqc) von Pathyris gelegen ist 14 . 

* H &<") Haüupeox; wird auch als Platz eines Hauses in BGU 997 genannt. 

9. „Das ackerfähige Land“ (TB-vmot) = TeppaoF^ oder ©epgabÜK; im Norden von Pathyris 1 *. 

10. „Die Insel des Piteb“ 1 « vijao.; xrtXoupivv) Tgowareß östlich von 9 17 , wahrscheinlich als Genitiv 
dieses Namens ist IIußi,o<; 18 aufzufassen. 

11. „Die Insel des Ebit“, auf der ein Isistempel (nicht mit dem der Isis nemes identisch) lag xd h 
TgovTgevtßiTel (Var. Tgoueßtxet) ’laetov 19 . 

12. „Die Insel des Nesptah“ —^ ^ $ $ 20 vor der „Insel der Hathor“ und dem 


12. „Die Insel des Nesptah“ ^ ^ 20 vor der „Insel der Hathor“ und dem 

„Hochland von Pathyris“ genannt, also wohl nördlich davon zu suchen.' Ebenda Z. 23 wird auch 


„das Hochland des Nesptah“ 4 


\> □ 
i -17 o 


genannt. 


13. Mene Paharekosh „Metne des Horus von Äthiopien“ 21 . 


I ebenda. Z. 20/21. 2 Pap. Ryland 15. 3 Kenyon II 31. 4 Pap. Grenfell II 15 Kol. 3. 

o Pap. Ryland 15. 6 Kenyon III 16. 7 Pap. Grenfell II15 Kol. 2. 8 Pap. Amtierst 51. BGU 999. 

Pap. Ryland 17. 10 Pap. dem. Straßburg 44. 11 Pap. Grenfell I 53. 12 Pap. dem. Straßburg 44. 

1 , ÜT n IH 9 ‘ U 6benda HI 2 °‘ 15 ebenda 111 17 ■ 19 ‘ Pa P- R y ]and 15 - 26 - 29- Pap. dem. Straßburg 9^ 

jtnffith, Pap. Ryland III S. 159. 17 Kenyon III 17. 18 BGU 993 Kol. III, 8. 19 BGU 993 Kol III 7 

20 Felderliste Z. 20. 21 Griffith, a.a. O. S. 131. 

' ; V ' ' " | ' 



Unbekannte Ortsnamen 


Die Inseln, die auch heute noch gerade bei Gebelen besonders zahlreich sind, waren es vielleicht, 
die der speziellen Fürsorge des bei Rechmire zwischen den Verwaltern von Esne und Erment er¬ 
scheinenden „Inselschreibers im Kopf von Oberägypten“ 1 anvertraut 

waren. Mit ihrem Dasein hängt der Kult des Suchos, des,typischen Inselgottes, eng zusammen. 


Anhang I 


Unbekannte Ortsnamen 


A. Hieroglyphisch 

L I Q J fl “ $ in der Verbindung: fl ff ? 
&~~~h J-fl“ i II2 " Amimvou 

Bb.t-Imii, der große Gott“, ein widderköpfi¬ 
ger Aniun. B. M. Stelae VII. Taf. 26. 18. Dyn. 

* • ' . *> * * ^ 

2. (j ^ © Abbott Docketts All. !)[]()□© 
Pap. Mayer A 6, 6. 


J A /WVWV 
AA^AAA * * 


• Amunkultort. 


Pap. B. M. 10335recto 7. Blackman, JEA11 
S. 251f. 


4. ^ Hl <0 © ebenda verso 9. 

5. T 1 T Ulil ebenda verso 9. 

I I üf 

Q n fnVjf »Haus der Hüw-Barke“. Bor- 
chardt, Statuen. Catal. gen. Nr. 614. 623. 

7. $ ö ö ^7 © Amunkultort. Pap. B. M. 

1 l LJ • 


10335 recto 6. 


B. Demotisch 


■m*' 


L Pr {1)-qrq (?). Griffith, PSBA 23 S. 295. 

2. Hr-nht Theban Ostraca S. 34. 35. 

3. Qsm ebenda S. 54. 

4. P-mio n Nkndrs „Nikandros-Kanal“ Revil- 
lout, Revue egyptol. XIV S. 46. 


5. P-mw n t msh „Krokodil-Kanal“ Theban 

Ostraca S. 35. - ' ‘ 

> 

6. P-mw n t zV „Skorpion-Kanal“ ebenda 

• s. 35. •' : 

7. P-mw n Hr-y-k' „Kanal des Horus-der- 
Stier“ ebenda S. 35. 

8. T-my.t n hvi-S e „Insel der Zimmerleute“ 
Pap. dem. Berlin 3142. In Theben-West. 

9. T-my.t rs „Südliche Insel“ Theban Ostraca 

^S. 41. • . -i . 

, -- - > - 

C. Griechisch 

/• - v. \/* 

1. 5 A 7 ioX[Xwvi,a<;] Gin Dorf. Wilcken, Ostraca I 
Nr. 672. ' ' r . • 

2. ’Aaox ■ • • oder Mox • • • ebenda Nr. 847. 

848. - < , - 

3. AtotnroXt«; Pap. Gas. 14,2= demot. 5,25 Tsen- 
choua. 

4. Aüopu£ ßaoCXix)) xal yuvaixtov AVilcken,a.a. O. 

Nr. 1440. 

r * 1 

5. Atoipu^ (j,etpojr6Xeo)(; ebenda Nr. 1222. 

6. jreSiov ’Extovetpew«; ebenda Nr. 898. 

7. IlÄxepxsyjoK; Bilabel, Griech. Papyri (A^er- 
öff. badische Sign. 4) Nr. 107,5.108,4. Meyer, 
Griech. Texte aus Ägypten S. 139. 

S. nouavjtoi,(j(.'/)v 1 ^ IV Nr. 304. vgl. Pap. 
Florenz 2,5. 19. Preisigke, Berichtungs- 
liste II S. 134. '' y 


1 Urk. IV 1124. 
UAc XVI: Otto 


1 





Ä 




• j - • ■/ 


.... ■ 


- 'M r ‘ ' V . 


Bildung von Tempelnamen 


1 y,t. •; 


9, nevysu; Pap. Cas. 13,1. 23,2. 44,5 = demot. 18. vyjoo? IItoA (efxa'tScx;) ebenda Nr. 705. 
4,7. 4,12. 5,11 Tpnenei. «, 19. vyjocx; ITtcoo . . . ebenda Nr. 731. 

10. Xcopiov ntxepddou Wilcken, Ostraca I Nr. 1106 20. vyjco <; Tpc*yjpso*; ebenda Nr. 727. 

> 11. riop^upuYjf; ebenda Nr. 951. 

12. IIpoy v ... ebenda Nr. 913. 1 ’ ■ r ^ * A D. Koptisch 

13. Tu,eoT£(.Tou Pap. Cas. 9,1 = demot. 3,20 Tmo- i 1.,^.......... .... ^ n ‘ cu. - 

' 1 ‘ ’ 1. iixcopicüii HAIIOT6! Crum-Sten 

ncnthot. - tische Rechtsurkunden Nr. 93, 

14. Tuouvovy/mri«; Pap. Cas. 8,1. 37,10. 46,3 = 

, ' * , 2. kaaba ebenda Nr. 90, 47. 

demot. 3,9 Tirkep. . 

1K ~ r n , „ ... 3. kaaii hi I6KU) ebenda Nr. 108, 4 

15. vvjoo? Axpuo . . . iheban Ostraca S. 141. 

16. v-^öo^ nsa.jx.ou Wilcken, Ostraca I Nr. 1053. l,AluVAe ebenda Nr. 62, 3. 

17. v/joo<; IloavE(.jt,o'JvsM<; ebenda Nr. 321.702. 1341. 5. ponoov ebenda Nr._ 57, 4: 

1505. ’ ’v: v O. 'hjAlJiiii ebenda Nr. 100. 3. 


" ' D, Koptisch 

1. iixcupumi IIAHÜT6! Crum-Steindorff, Kop¬ 
tische Rechtsurkunden Nr. 93, 1. 

2. kaaba ebenda Nr. 90, 47. 

3. kaai i hi leixio ebenda Nr. 108, 4. 

4. i iakaa 6 ebenda Nr. 62, 3. 

5. ponoov ebenda Nr._ 57, 4: 

6. iüAunii ebenda Nr. 100, 3. 


% Anhang II V. ; 'J '•: 

Die Bildung von Tempelnamen ; ■;-/ 

,\ : S- Die Eigennamen von Tempeln, Toren, Statuen usw. in Theben sind im wesentlichen auf drei ver¬ 
schiedene Arten gebildet, abgesehen von den wenigen Bezeichnungen, die wirklich topographische 
Namen enthalten (wie Ischeru, Bnn.l usw.). Sehr alt ist die Bildungsweise mit dem Namen des 

königlichen Bauherren. So werden die Pyramiden des AR genannt, z. B. ^ Userkaf J jj jj j| 

„Die Pyramide (namens): Rein an Sitzen ist Userkaf“, oder (Pepil 1 ~" 1 1 /\ Q „Die Pyra- 

midenstadt (namens): Bleibend an Schönheit ist Phiops“ 1 . In Theben treffen wir diese Namens- 
form verhältnismäßig selten für Tempel, z.B. für den Pyramidentempel Mentuhoteps III.: „Die 
Pyramide (namens): Herrlich an Sitzen ist Nb-hp . t-R fC \ oder Gurnatempel und hypostyle Halle in 
Karnak: „Herrlich ist Sethos im Haus des Amun“. Ebenso sind auch manche Tornamen gebildet, 
z. B. „Das große Tor (namens): Groß ist Mn-hpr-R' an Opfern“. Grammatisch handelt es sich dabei 
um einen nominalen Nominalsatz mit adjektivischem Prädikat. Das zeigen deutlich die Namen 
der von Hatschepsut erbauten Heiligtümer, in denen das Adjektiv die Femininendung erhält, z.B. 

(1X- Jj CqJ (q 1 jj J" 1 „Das Tor (namens): Kamare bringt Opferspeisen 

j - V v ‘ f / 

dar im Tempel der Hathor“. Im praktischen Gebrauch wird der Königsname meist weggelassen 
und nur Formen wie (Festtempel Thutinosis III.) oder jj ^ (Mentuhotep- 

Tempel) werden verwendet/Nach diesem Schema sind dann in einzelnen Fällen, wo uns nur diese 
Kurzformen bekannt sind, die Königsnamen zu ergänzen (z.B. Tor Sesostris I. in el Tod, S. 86 oder 
ein Tor Amenophis I. in Karnak S. 22). *’ ' , , ■- V 

Im zweiten Fall ist der Name ebenfalls durch einen nominalen Nominalsatz gebildet, nur tritt 
hier der Name des Gottes, dem das Denkmal geweiht ist, als Subjekt ein" Diese Form ist häufig bei 
den Tornamen in Karnak zu finden, z.B. die Tore Thutmosis III. „Amun ist groß an Macht“, 
„Amun ist groß an Ansehen“ usw. Nach dieser Art muß auch der Name des Gedächtnistempels 


1 vgl. Sethe, Amun § 15 ff. 




/ / 


* \ ' Priester- und Beamtentitel . 107 

* • ' - f'*, - v " 

• r .“"“'i i ' ' n i " 111 u i [ lii " ii i j o 

üer Ahmes-Nofretere gebildet sein: d ÄA, der ergänzt werden muß zu (I n . Denn 

es findet sich niemals die feminine Form mn.t, die zu erwarten wäre, wenn sich das Adjektiv 
auf die Königin bezöge. Vor allem gehört hierhin der Name dos Tempels der 18. Dyn. von Der el 

Bahari, (1I > von dem dann, wohl unter Einfluß von __ , die kürzere und 

I AAA/WS I ^ 1 

bedeutungsmäßig erweiterte Form Dsrw oder Dsr.t abgeleitet wird. 

Die dritte Möglichkeit endlich ersetzt den Namen des Königs, bzw. des Gottes durch das 
Wort ^ „Haus“, wobei das Adjektiv natürlich stets in der femininen Form erscheint. Der 

Name des Eigentümers wird oft im direkten Genitiv angefügt, z.B. „das Haus des Mn-lipr-I ?, 
das mit Leben beschenkt ist“, „Haus des Ramses, das sich mit der Freude vereinigt“ usw. Dieser 
Art sind die meisten in Theben gebräuchlichen Tempelnamen, vor allem auch der Name von Kar¬ 
nak selbst, ’lp.t-Uwt, „das Haus, das die Stätten zählt“. Auch hier wird meist nur die abgekürzte 
Form hnk.t-'nh, Jmm.t-rsw. t usw. gebraucht. Bedeutungsmäßig verdient diese dritte Art der 
Namensbildung die meiste Beachtung. Sie zeigt, daß der Ägypter seine Tempel als heilige, ja gerade¬ 
zu belebte Wesen betrachtete, wie es ja auch die oft auftretenden Personifikationen von Gebäuden 
lehren 1 und wie schließlich soviele im Kult verwendete Geräte und Symbole numina sind, die selbst 
Kult erhalten können. . ' ' ’ '• • 


Anhang III : v r 

* " i >* > ' 4 > 

Verzeichnis der wichtigsten Priester- und Beamtentitel für die 

Gedächtnistempel in Theben-West 

.. ** ' .. # ' 

- J 1. Amenophis I. und Nofretere ' ’ >■ 


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S. 56 H. 

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HD Text III 238. Grab „f“ 

^ JJ Kairo Cat. gön. 884 (Borchardt) 

? J| Theben Grab 19 

n Wreszinski, Atlas ITaf. 113/14. 

Grab 16, 

1 ‘ f 

f i • ‘ i * 

, - ’ . ,v - / - ! * 

LD Text III 282. Grab 135 


\vd ^ c== u) • i 

% \ n ZZ LD Text III 282. Grab 135 


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Priester- und Beanitentitel 


Name 


^l| = $ 


f"\ ^ f fl ‘ 1 " '.'_j < —^ »"N 

' gl I P V M WAAAAA Q 

IKIlülk^ilT), 


LD Text III 292. Grab 335 


Grab 72 Zettel 764 



1 ^ ‘r’ ( O IST 0 -V'' ■% Pap. B. M. 10068 vs. 2, 0 


*—< _a ji 


Kairo Cat. geil. 42114 (Legrain) 


in ' a-gwö] \ =PSM 

Ul — C-MUT] ' Grab 96 Zettel 1878 > 

•' , _ y < ‘ ’ * ; 

- Kairo Cat. g6„. 42232 (Legrain) 

IIP A ' '—r c zrzi «=i ö 

llf ^ , ; = | I \ -a LD Text III 286, Grab 224 

V'v .1 r r^l-w.fÖw?rn Urk. IV ,1225 (abgebildet in 

ljk v r . r Gm.h ßjn 


Grab 96 Zettel 1878 


III ' 


LD Text III 286, Grab 224 


Urk. IV 1225 (abgebiklet in 
Grab 53) 


2. Deir el Bahri 


O.fB’ ' JlfllHOkT^TB Urk.IV916 ■ ' 

j - 'r\ -R57lc== d’ 1 “ X1 ‘" Dyn ' tempIe 111 1’ 1 - 7 ' 3 = 

w • . ' -J LÄJ iJrzr BM40963 

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in. ii“re=^?".«—»«.« 

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0 c: —^ ' A wvM l JH U CT^J CTZ) XI th Dyn. tempIe I pl. 26 B 4 

' -. ( oi-^1 : >■ ■ " ■ .. >7 

LD Text III 256, Grab 65 

V, \ - '■ j„ % • ‘ 

Vgl. ferner clie Stele Sesostris III, XI th Dyn. tempIe I pl. 24, wo der Befehl erteilt wird au ^ /h J| ^ 

rasi«i%>,=S±2*iDa»r»(ö3:)“k?=(0^Ti'; 

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Urk. IV 916 


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XI th Dyn. tempIe III pl. 7, 3 = 
BM 40963 

. 'i 

' / ' h. 

Grab 72 Zettel 764 

Grab 96 Zettel 1824 

Kairo Cat. gen. 20088 = Ma- 
riette, Cat. d’Abydos 605 

> t 4 \ 

XI th Dyn. tempIe I pl. 26 B 4 


t^} ^ Text III 256, Grab 65 


/ 


Priester- und Beamtentitel 


Urk. IV 451 werden angeiufen | J| ^37 AAAAAA jj^. Die Graffiti der Priester¬ 

schaft des Neb-Hepet-Re f und S < auch-Ka-Re < ' sind zusammengestellt von H.E.Winlock, The 
rise and fall of the Middle kingdom in Thebes. New York 19^7, fig. 40ff. 

Wttf l E A > 

’ 3. Thutmosis IW. 


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Lieblein, Äg. Denkmäler in St. 
Petersburg . . ^ 1873. S. 26. 
Eremitage, Stele Nr. 44. 

Mem. Miss. V S. 318, Grab 87 

\ / ■ . - ^ 1 

Mem. Miss. V S. 324, Grab 79 

f 4 

Weigall, Ahn! Serv. 7, 134. 

Kairo Cat. g6n. 34117 (Lacau) 
= Mariette, Abydos II pl. 49 

Grab 72 Zettel 759.764. Pfosten 
Berlin 2067 = Berl. äg. In¬ 
schriften II S. 220 = LD 
Text III S. 259 

Grab 72 Zettel 761 

LD Text III 262, 

Grab 31 = Davies, 

.. • Seven pri- 

lb. 

vate tombs 

^ .d ' at Kurnah, 

xb. 

pl. X. XV. 


Louvre A 53 = Pierret, Inser. 
Louvre II221 = Spiegelberg, 
Ree. trav. 19 S. 87 

Kairo Cat. gen. 34117 (Lacau) 
= Mariette, Abydos II pl. 49 

Davies, Toinb of Menkheperra- 
sonb, pl. 44. (Grab 226) 












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110 


Priester- und Beamtentitel 
Titel 


13 G' 


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' - Quelle 

' Alliot, BJFAO 32, S. 72 
Grab 248 (Dyn. 18) 

Weigall, Ann. Serv. 7 S. 134 


i$ fl i. 

•- „ 4. Amenophis II. 

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Budge, Cat. of the Fitzwilliam 
Mus. S. 75 \ 

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& i£ ^(MM 


Davies, Rock tombs of EI Amar- 
■j na V S. 7 1 . 

Berl. Stele 19777 = Berl. äg. 
Inschr. II S. 393 


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mesDT): 

5. Ramesseum 


LD Text III 264, Grab 31 

Budge, Eg. Soulpt: in the BM 
S. 13, Nr. 375 

LD Text III 263, Grab 31 = 
Davies, Seven private tombs 
at Kurnah pl. XV 

Kairo Cat.gen. 42078 (Legrain) 


Kairo 567,Cat.g&n. (Borchardt) 


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i rz~z Grab 177 (Rams. II.) 

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Kairo Cat. gen. 884 (Borchardt) 

•/ * .• 

LD Text 1182 (Stele Memphis) 

. ■' v ■ ' - > 

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Grab 31 Zettel 1677 (Stele) 


TMP 


" *« Pap. BM 10068 ro. 5, 1 


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Priester- und Beamtentitel 


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f 0 -f lj Q< < < « Jk. Pap. BM 10068 vs. 3, 19 

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Grab 263 (Ranis. II) 


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Petrie, AbydosI pl. 67 

' * > 

Davies, Seven private tombs 
pl. 24. Grab 341 


n LD Text III 250, Grab 257 


<£» & /ß o 

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Cerny, R6pert. onomastique 
i S. 61. Grab 6 


Grab 170 


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J^tl] \ O i ifi f x ® | (j iS Davies, Seven private ton 
■ • • ° -- n pl, 35. Grab 133 


tombs 


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^ ^ IoWaS ib. pl. 25, Grab 341 

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f n I fol sS ”^1 Champs. Not. descr. I 
— Grabl38 


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Champ. Not. dieser. I 517, 
^ Grab » »11 ,' . 


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Priester- und Beamtentitel 


, Name 


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^AAAAA 4vgc) Kairo Cat. gen. 604 (Borchardt) 


? 0> k j° 1 ^ ^ ? LD Text 111 249 ’ prab 26 

„ rT - ^ q j » ,.nn,., so! . Davies, Seven private tombs 

■V“ äl- ° I sä p ^"- pl. 24, Grab 341 




6 . Thutmosis IV. 


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LD Text III 264, Grab „kk‘ 


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Pap. Leopold II 2,3 


Davies, Seven private tombs 
pl. 15= LD Text III262, Grab 31 


7. Merenptali 






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LouvreI " : 


:(j l ~~~ ) XI th Dyn. temple III pl. X A 

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_ f ■ 8. Amenophis III. 

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XI th Dyn. temple III pl. 8 Da= 
BM Stelae VII 9 


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rltfcatS Oab 158 Zettel 1373 





















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114 


* ' ;• - -..,v : 


Priester- und Beamtentitel 


9. Teje 











LD Text III 263, Grab 31 


DaAÜes, El Amarna III S. 2 


Bouriant, Gülte cl’Atonou S. 60 


10. Amenophis, Solin des H'apu 


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Pap. BM. 10054 vs. 2, 6; 


Pap. BM. 10053 ro, 6,'1 


Pap. BM. 10053 vs. 4, 16 


Pap* BM. 10068 vs. 5, 21 


Pap. BM. 10054 vs. 2, 5 


Pap. BM. 13053 ro. 6, 5 


Pap. BM. 10054 vs. 4, 8 


vgl. ferner die Zusammenstellung bei Robichon-Varille, Le temple du scribe royal Amenhotep fils 
du Hapou. I, Pouilles de ITnst. frany. XI, 1936, p. 19ff. 


11. Ramses IV. 


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11 ^ ; 
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^. 111 $ PV.— 


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Pap. BM. 10052, 4, 26/27 


Kairo Cat. gen. 42225 (Legrain) 


, i* 4 


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ib. 42226 


Priester- und Beamtentitel 


12. Tutanchamun-Eje-Haremhab 


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# , XI th Dyn. temple III pl. 8E 


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13. Thutmosis I. 


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' ' „ * ■ - * * \ 

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^WV\A ööö Louvre C 55 = Brugsch, Thes. 
\ ' 1462 


BM Stelae VII 35 Nr. 211 

ChamiD. Not. descr. I 544 
(Grab 255) . 


LD Textil! 263/4,"Grab 31 = 
Davies, Seven private tombs, 
pl. 13, vgl. Spiegelberg, Ree, 
trav. 28, 176 (Straßburg 1599). 

Urk. IV 1225 = Florenz 1501 

, \ 
#i ' ■ :1 ' 

Davies, Two ram. tombs, pl. 13 
(Grab 51) > s 

Davies, Fivetheb. tombs, pl. 18 
(Grab 21) , ' 


Davies, Two ramess. tombs, 
pl. 13 (Grab 51) 


Fakhry, Ann. Serv. 34, 85; • , 
Grab 98 

LD Text III 264, Grab 31 = 
Davies, Seven private tombs, 
pl. 15 


>'• 
























4 ,>St . - -rs t 


Priester- und Beamtentitel 





- -* •“ f* ♦ '• f: r 


Quelle 


:kl © l J öS, St II! (©tfiuj f.A Urk. IV 136, Grab 84 




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^ e MJ'o 7 £$ rizz — \QnlJL-%C' 


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, ' • • i 


Päp. BM. 10053 ro. 6, 16 


Grab 96 Zettel 1832 


Abbott Dockets B 13 


Urk. IV136, Grab 84 

Urk. IV 1225 (dargestellt in 


l v w J c; •. : , Grab 53) ' 

, '• V - y.'V 

/ N v|j 

14. T ein p e 1 Där-£ .t. 

■ . . • .. . • ; ' ~ •• \. - . -, 4 ; 

LD Text III 259, Grab 72 = 

az n jj ■ ^ : i Berlin 2067, Berl. äg. Inschr. 

° , : ' II220 y' 4 . 

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* V' . , . * ; - -J* b 

15. Ha ms es III. 


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n o si I I Grab 372, Spiegel, Ann. Serv. 
\ / _40,258 

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Spiegelberg, Aeg. Graffiti a. d. 

tlieban-. Necropolis. Nr. 1006. 
' 1016. 1018 




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Pap. BM 10403, 1, 3 


P*l>-™ 10053 ro. 2, 15; 5, 1« 


Priester- und Beamtentitel 


Quelle ' 


. s P ie g elbei ’g> a. a. 0. Nr. 1021» 

( «J AAAAAA ' 1 AAAAAA l—J Q A A , ! , 1 . , 


Abbott Dockette A 14 

^ 1 ft 1 Q n ^ \ Q n C® 1 U *1 “ Pai) . BM 100fl3 ro 3( u 


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\0nO1M<) 


AAWV ' Pap. BM. 10068 ro. 4, 27 


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fc: • ’' i 1 .; 

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n □ 


* n—Offäl 


Pap. BM. 10053 ro. 5, 12 


Pap. Amherst 1, 6; 4, 4 


Kairo Cat. gen. 42221 (Legrain) 


D § j L AAAAAA 

3 _C AAAAAA ST 


V‘i-V0SC®iPS3f p., 

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Pap. Amlierst 1, 5/6 
= Pap. Leojiold II 1, 17 


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i| ^ Kairo Cat. gen. 42 222 (Legrain) 

* / , “• ,!k 
. ^ > i .• _ s * 

ib. 42224 ;0. , ' 

/ 

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Gardiner, Ram. admin. docum. 
3 8,11,14 =sTiirin taxati on Pap. 


^ V Q S (® 1 M p,„ 


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Pap. BM. 10053 ro. 4, 2 


Pap. BM. 10068 ro. 4, 29 


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Register 


Register 


n Name 


'S nr wr nir.t Tor Karnak 32, 
'S hlp.t d.t Tor in el Tod 86. 
'S h'w Tor in Karnak 27. 

'S Sfj.l Tor in Karnak 26. 


Pr hd Schatzhaus in Karnak 16. 26. 31. Bezeichnung von 
Pathyris 102. 

MS .1 n Ns-Plh Insel bei Gebelen 104. 

MS.t n Hthr Ihsel bei Gebelen 104. 

MS.t 5/« 4 Insel bei Gebelen 104. 

MSnw Bezeiclinung von Theben-West 45f. 72. 

MSdw Medamud 82. 90. 

Mn-irj (?) unbekannt 93. t 

Mn mnw Sanktuar in Karnak 16. 21. 22. 

Mn mnw Gedächtnistempel des Eje 70. 

Mn hs.wt hr *Imn Tor in Karnak 20. 

Mn lmm.t Gedächtnistempel Thutmosis II. (?) 14. 77. 
Mns.t Gedächtnistempel der Nofretere 14. 15. 57. 77. 

Mr [.<] Gegend von Medinet Habu 46. 72. ' 

Ms n Mwt Tor in Karnak 26. 

Msk.t Bezeichnung von Theben-West 46. 

Nb-mS' .t-R' m pr h' Sedfestpalast Amenophis III. 68. 

Nb dsr wr Tor in Karnak 37. 

Nb.l 'nh Bezeichnung von Theben-West 46. 66. 73. 

Nfr.f h',f Tor in Hermonthis 88. 
nn 'w.j r.f Palast der Hatschepsut 25. 

Ntrj mnw Sanktuar in Karnak 23. ' 

Rwd.t mnw Sanktuar in Karnak 24. 

Rsnf.t Ort nördlich von Theben 3. 

II.t St.t Ipettempel Karnak 33. 

II.t i'h el Tod 85. 

II.t 'lim Bucheum 90. 
s H.t ’hS Medamud 83. 

H t WS d.t Muttempel in Karnak 39. 

II .t Wtt Ipettempel in Karnak 11. 33. 

II . i Mwt Muttempel in Karnak 38 ff. 

II t mshn.t Ipettempel in Karnak 33. 

II.t n rsj.t Luxor (?) 42. 

II.t n k3 Medamud 83. el Tod 85. 

II.t M.t Muttempel in Karnak 39. 

^ H U nwd Hermonthis 90. 

" II.t R' el Tod 85. 

hnw unbekannt 105. < - 

II.t Hd.t Muttempel in Karnak 39. 

II.t tfnfrw Asfun 93. V 

II.t sr Karnak (?) 36. 

II.t Skr} Sokaristempel Theben-West 68. 

Il.ttSje 1 Tod 85. * ; 

II' ’lmn n mSS ./Tor in Medinet Habu 74. 

IlfS.t Mo’alla 93ff. - 

link rnp.wl Statue Thutmosis III. 27. 

Ilnk.t 'nh Gedächtnistempel Thutmosis III. 14. 15. 25. 53. 


WWSA 


*1!M! 


Pap. Amherst 1, 7 -f Pap. Leo¬ 
pold II 2, 1. Pap. Amh. 4, 4 


'S dfw Bau Amenophis III. in Karnak 29. 


'Sj mnw Tor in Karnak 25. 

'Ii n ’ Ip.l-lswl Palast in Karnak 25. 

'hS.t unbekannter Ort 28. 
f hS.t iSwj Bezeichnung für Theben-West 47. 

'n p3 (3 '3 f Statue Amenophis I. 59. 

w n S'j. . . unbekannt 6. 

wS.t hip R' im.s Weg in Theben-West 56. 

]VSh mr.wt m pr Hthr Tor in Der el Bahri 64. 

1 YSh rnp.wl Tor in Hermonthis 88. 

]VSh htpw Tor in Medinet Habu 74. 

I V'b Hpr-ki-R' Mauer Sesostris I in Karnak 21. 
W'r.t (?) n IVpj Gegend in Theben-West 76. 

WbS Bezeichnung in Theben-West 47f. 50 58. 

WbS pS rw.lj Heiligtum in Theben-West 77. 
Wr'Sb.t Statue Thutmosis III. 34. 

Wr bSw Tor in Karnak 26. 

Wr mnw Tor in Karnak 30. 

Wr mr.wt mj R’ Tor in Karnak 34. 

Wr Sfj.l Tor in Karnak 22. 

Wr Sfj.l nb snd ..; Tor in Karnak 32. 

Wh.t mSj-nhs Ort bei Der el Medine 50 
IFsr mnw Raum im Ipettempel 34. 

WSh.l libj.t Festhalle in Karnak 29. 

des Taharka 37. 
in Medamud 83. . , \. 

iLa h'w Clionstempel in Karnak 31 f. 

JPfs.f Hr-nb.tj Bau Sesostris I. in Karnak 21. 

BS-ti-R' (—Meiamun) Totentempel Meneplitha 67. 
Bw kn unbekannt 105. 

Bnn.t Clionstempel in Karnak 32f. 

Bhn Heiligtum bei Gebelen 99f. 

Bhn n nS HSrw Siedlung in Theben-West 66. 

Bss.t tSwj Obelisken (?) der Hatschepsut 25. 

P3 ... Ib unbekannt 105. 

P3 hntj Ort in Theben-West 19. 59. 

Pr wbh.l Geburtshaus in Hermonthis 89. 

Pr mS' .t Maattempcl in Karnak 14. 16. 38. 

Pr Mntw Monthtempel in Karnak 14f, 37f. 

Pr Mntw -Hermonthis 86 f. ■ Y * V - 

Pr R’ tp h.t pr * Imn Reheiligtum in Karnak 35. 92, 
Pr hn Heiligtum in Karnak 16. 23. 24. 

Pr hr ... unbekannt 105. 

Pr IWir Pathyris 5. 93 ff. 


Kairo Cat. gen. 922 (Borcliardt) 


Gauthier, Livre des rois III349, 
= Legrain, Ann. Serv. 6,126; 
7, 186 


17. Thutmosis II, 


A/VNAAA 


Mond-Myers, The temples of 
Armant, pl. 107, Nr. 8/9 




Register der Ortsnamen 


A. Hieroglyphisch 


Sbw Elephantine 95. 

Sb.t’Imn unbekannt 105. 

Sh mnw Tempel Karnak 15. 19f. 28. 32. 

Sh Sethos m pr 'Imn Tempel in Karnak 20. 30. 

Gedächtnistempel Sethos I. 55f. 

Sh Ramses II. Tor in Karnak 30. 

Sh S.t Pyramidentempel Mentuhoteps 14. 15. GOf. 75f. 

Sh-i nhh Kultstätte Theben-West 16. 59. 

Sh.t n 'Iln Tempel in Hermonthis 37. 
ift.t nlr Kapelle in Der el Bahri 64. 

'IS.1 (?) wr.t Isistempel in Theben-West 76. 

'IS .1 hr 'Imn Saclimetkultstätte 40. 

'ISt. .. unhekannt 93. 

'13.1 p3 bjk Theben-West 80. 

'Iw m ilrw Gebelen 5. 19. 60. 93 ff. 100ff. 

'Iw n 'Imn-ip.t Insel bei Karnak 43. 

'Iwnj Esne 93. 95. 

'Iwnj (=.'Iwnw Sm') Hermonthis 5. 15. 35 f. 54. 76. 86 ff. 
93 ff. ~ 


’lwn Mntw 80. 93. 

’lwn.t Bezeichnung von Pathyris 96. 99. 

'Iws Shs Tempel in Karnak 16. 32. 

’lbjb n 'Imn Statue Amenophis I. 26. 58f. 

'Ip.l wr.t Ipettempel in Karnak 12. 33. , * 

'Ip.t rsj.t Luxor 4. 7. 12. 14f. 32. 40fT. 

'Ipp unbekannt 105. 

'Imn mr iw.f Durchgang in Karnak 27. 

'Imn-R’ hs.t Tempel in Theben-West (?) 77. 

'In htpw n ilf 'Imn-R' Tor in Medinet Habu 72. 
'In kbhw n itf 'Imn-R' Tor in Medinet Habu 72. > 
'In.t '3.1 oder rsj.t Biban el Harim 76. 

'In.t Nb-hpt-R' Der el Bahn 53. 61. 

’lnb.t W3S.I Bau der Hatschepsut 64f. 

’lnrtj Gebelen 93. 97f. 103. 

'ISrw Muttempel in Karnak 12. 15. 23. 38 ff. 43. 
’ltn tIm Bau Amenophis III. in Theben-West 69 ff. 
r 3 'Sb.l Tor in Karnak 27. 

'S mr.wt m pr 'Imn Durchgang in Karnak 27. 


Illkd Kanal bei Hermonthis 92, 












* *• v. **• 


Register 


Hr mr Ort bei Mo’alla 95. 


llrjhr’Imn Bezeichnung in Theben-West 2. 16. 62, 80. 

Hrj kr mrw Bezeichnung für Der el Bahri (?) 63. 

HkS Jik3w Statuen Amenophis III. 68. 
j Hip kr mnw.s Tor in Der el Bahri 63. 

IV 3h.t Heiligtum in Der el Bahri 14. 24. 61. , 

Jf'-m-m3' .t Monthtempel in Karnak 38. ( 

H' nfrw UJ ’lmn Tor in Luxor 41. 

Ijft hr nb.i Bezeichnung für Theben-West 11. 48f. 62. 72. 
73. 77. ' . 

i Hm dir oder Spij Sanktuar in Karnak 25. 

Hnlj.t Bezeichnung der südlichen Gaue 94f. 

Und iifr n imnt.t Teil des Biban el Moluk 57. 

Ilr e 3 ipij Biban el Moluk 56f. 76. / 

Hsr dw.t hr nb WSs.t Tor in Medamud 83. 

Hljw Sanktuar in Karnak 23. ^ 

Hn hr int n ’lmn Statuo Amenophis I. 59. 

Hnm.t ’nh Gedächtnistempel Thutmosis I. 14. 16. 25. 71. 
/V. 77. •*'' ■' ' ; ' • • - ' 

Hnm.t WSs.t Ramesseum 66f. 74. 

Hnm.t nfrw ’lmn Sanktuar in Karnak 24. 

Hum. t nfrw I[Ihr Tor in Der el Bahri 63. 

Hnm.t nhh Tempel in Luxor 41 f. 

Tor im Ramesseum 67. 

■v. i 

■ / Tempel von Medinet Habu 73f. 77. 

IInm rS.wl Tempel in Luxor 42. 

S't '3 b3w Ort in Theben-West 77. 

$.t 'S.t Der el Medine 50. ' 

S.t wr.t Allerheiligstes in Karnak 23. 

S.t b3w Raum im Ipettempel in Karnak 34. 

S.l ptr Teil des Tempels der Nofretere 57. 

S.t m3*..t Der el Medine 49. 52. ■, / <■ 

S-t n'm Hochland von Pathyris 103. 

S.t nfrw Biban el Harim 76. 

S.t hb tp-lr (?) Bau Ramses III. in Karnak 38. 

S.t gs sin Gebiet bei Hermonthis 92. 

S.t df'w Bau Sesostris I. in Karnak 21. , 

S.t DJiwtj m pr ’lmn Urkundenarchiv in Karnak 17. 

S'nh tSwj Geburtshaus in Hermonthis 89. 

S'r.t mS'.t Tor in Der el Bahri 64. 

' S'r.t df' in pr Hthr Tor in Der el Bahri 63. 

Sb3 n Bkj Tor in Karnak 35. 
i $b3 hrj Tor in Karnak 20. 34. 

Sp.t h3.t Bezeichnung von Hermonthis 87. 

Smnw Ort bei Gebelen 93. 99. 101 f. 

Shb IKis.t Tempel Ramses III. in Karnak 30. 40. y 
Shb nfrw.f Tor in Karnak 27. 

Shr.t grg Schranke (?) in Karnak 25. 

Shd WSs.t n wj' Tor in Karnak 32. 


Sh.t '3.1 Gegend in Theben-West 56. 

Shm fSw Tor in Karnak 22. ' f 

Shm Sfjl Tor in Karnak 22. 27. 

Shm unbekannter Ort 6. 

Skbb.t ib ’lmn-rn.f Libationsgefäß in Karnak 25. 

Sdm nh.t Statue des Amun 15. 77. 

Statue Thutmosis III. 27. 

Beiname des Imuthes 61. - />-{ - 

Heiligtum in Karnak 34. t 

S3j'sg3 unbekannt 6. 

SSb.t Ort nördlich von Dendera 2. 95. 

Sw.t R c Tempelbezeichnung in Medinet Habu 74. 
Sfj.t ’lmn Tor in Karnak 25. 

Snj.t unbekannter Ort 105. 

SnSn Insel nördlich von Theben 6. 

Ssp.t ’lmn wts.t nfrw.f Tempel Amenophis III. 69f 
Ssp'nh Gedächtnistempel Amenophis II. 65f. 

Sip mnw Tor in Der el Bahri 63. 

"* *r 

Sip.t nfrw ’lmn Sanktuar in Karnak 24. . 

Sip hs.wt n.t’Imn Durchgang in Karnak 27. vX 
Ssp.t kbhw Bau Thutmosis III. 72. 

Ssp tSw n 'nh Tor in Der el Bahri 63. 

K3w w3d.tj Bau Sesostris I. in Karnak 21. \: 

K3 f3w m ’lp.l-iiwt Tor in Karnak 25. 

ICh ntrj Kultort des Ptalx 34. 

K'h.t ’ltm Gegend 65. ' . 

K'h.t h.l unbekannt 34. ^ 

K3m Heiligtum Amenophis I. 58. 

Gm 3h.t Sanktuar in Der el Bahri 63. 

Gm p3 itn Bau Amenophis IV. in Karnak 30. 

Gm s.t ... Statue ThutmosisIII. 27. 

Gm s.t in pr ’lmn Tempel Ramses III. in Karnak 30. 
Gnw (== 'S 1 «??) Stadt im. 3. Gau 95. 

Grg IKisJ Chonstempel in Karnak 32. 

T3 hd Anubiskultstätte bei Gebelen 102..... 

Tmbw Ort in Theben-West 77. 

Dw3 rhj.wt Tor in Karnak 6. 27. 

y Tor in Luxor 42. -*• * 

Dr pid.t Statue Thutmosis IV. 29. 

Drp n t3 mj.t Land bei Gebelen 103. ■ . 

Dhn.t Berg in Theben-West 47.^ j ^ 

Ddj mh.l Tor in Der el Bahri 63. 

D3m.t Medinet Habu 11. 49.52.72. 75. 92. 

D3rwh3 Ort in Theben-West 69. 

D3d3 rij n ’lmn Teil des Reichstempels 31. 

Dw bhn Bezeichnung für Theben-West 46f. 

Dr.tj el Tod 84f. 89. 90. 93. 

Dir.t Bezeichnung für Der el Bahri 15. 16. 46. 53. 62f. 
Dir 3h. t Heiligtum in Der el Bahri 14. 15. 53. 61. 



' / -' " v'vC 


Register 


Dir f Sw Tor in Karnak 26. - . Dir i.l Tempel in Medinet Habu 14. 17. 72 ff. 75. 

Dsr mmo Tor in Der el Bahri 63. - Dir dirw Der el Bahri Uff. 24. 53. 60ff. 

Dir hljw Sanktuar in Karnak 24.. ' Ddm Ort südlich von Theben 85. 


3mwr Krokodilopolis 98. 

P {h n mhn Gut im Koptites 80f. 

P 'wj hip p bk Kultort in Theben-West 79f. 
P tnw n Nkndrs unbekannt 105. 
p mw 11 V unbekannt 105. 
p mw n i msh unbekannt 105. \ 

P mw n t zl' unbekannt 105. 

P mktr Ortschaft in Theben-West 82. 

Pr qrq unbekannt 105. 

P Sd w ’lmn-ipj Landgut in Theben-West 82. 
MStn Monthtempel in Theben-West 79. 

Min p Hr IQ Ort bei Pathyris 104. 

Hr iiht unbekannt 105. 


Qsm unbekannt 105. 

T 'rkt Land in Theben-West 79. 

T 3h bjn.t Land bei Pathyris 104. 



B. Demotisch 

Tirkep unbekannt 106. 

Tpnenci unbekannt 106. 

Tp-tn s. MStn. 

T mw n ’lmn Insel in Theben-Ost 43. 

T mj.t n hm $' unbekannte Insel 105. 

T mj.t rs unbekannte Insel 105. 

Tmetpebek Ort in Theben-West 54. 80. 
Tmonenaschur Ischeru 43. 

Tmonenpament Ort in Theben-West 82. 
Tmonenlhot unbekannt 106. 

T mrwt Land bei Gebelen 104. 

T hl n t iht Name von Der el Bahri (?) 81. 
Tscnchoua unbekannt 105. 

T come Kanal in Theben-Ost 43. 

Zm Djeme 77 ff. 


0. Griechisch 


At?.,oupoTa(piov bei Pathyris 103. 

’AAaßaorpov ttoXu; 44. , 

’Ajij/ovietov 43. 

’AftoXAomat; unbekannt 105. « « 

’AuoXXomeLov Theben-Ost 44. 

A^o)< . . . unbekannt 105. 

’AcppoSfa*/]«; TcoXtt; = Pathyris 99. 

Taßai Theben-West 82. 

Av)|r/)rpiov Ipettempel 12. 

Aio; xoXic, Theben-Stadt 3. 11. 43. 54. 105. 
Auopu£ ßaoiXiXYj xal yuvatxcov Kanal 105. 
Aicopu£ (r/jTpoTcoXew? ' Kanal 105. 

Atcopu^ TeXcovo«; Kanal bei Pathyris 104. 
Au7)puE, (htXfovo^ Kanal 44. 

Ep[X 0 )vS-i<; Hermonthis 4. 86ff. 92. 

0ep(xaü&i<; Land bei Pathyris 104. ^ -- >■ 

©(xovovxotiptt; Theben-West 81. 

©uvaßouvouv Grab des Nb-wnnf (?) 55. 79. 
©uvu; Theben-West 81. 

Kep«(j(.eta Theben-West 55. 79. 

Kep«[j.ix-/j 79. 

K6)(Xa£ Tlieben-Ost 43. 

Quelle bei Pathyris 104. 
KpoxoSiXo7üoXt<; bei Gebelen 94. lOQf. , 


Meptvovetoc Theben-West 4. 13. 55. 78f. 
MeoO-ßov Ort in Theben-\Vest 82. 

Mo/ • • • unbekannt 105. 

N&pimov Chonstempel 43. 

Nvjoot; Axpuo . . . unbekannte Insel 106. 

N. ’AcppoSm)^ Insel bei Pathyris 104. 

N. Insel bei Pathyris 104. 

N. Lisa. [i. Ol) unbekannt 106. 

N. IIoave(j,ouv£(o<; unbekannt 106. 

N. ÜToXeptaiSot; unbekannt 106. 

N. IItwo . . . unbekannt 106 . 

-N. T(jL07)peo)<; unbekannt 106. 

Ou(f>i£; Luxor 44. 79. 

HaS-üpie 3f. 55. 93ff. 

riat^ Ort im Koptites (?) 81. 1 

ITaxepti^ Ort in Theben-West 79. 

riaxepxerjOK; unbekannt 105. 

riaoe(JU<;, IIao7 )[uq Ort in Theben-West 78. 79. 

IleSiov ’ExTOvetpetoi; unbekannt 105. 

nevyeii; unbekannt 106. 

ITepl 0-/)ßÄ<; 3f. 55. 78. 92. 
rT.e<jT£V£[j.evwtpi^ Landgut in Theben-West 82. 
II’/)!.V7toap Ort in Theben-West 81. 
üi.VTrap.^vi^ Ort in Theben-West 82. 


UAe XVI: Otto 


16 







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122 Vv 


Register 


üiVTCOCOp Ort in Theben-West 81. 

Iljjcev Axoax See in Tlieben-Wcst 82. 

JTpev Avoußtot; See in Tlieben-West 82. 
npouvepouvi^ Kanal in Theben-Ost 43. 
riopcpuptTYK unbekannt 106. 

IIouav7roi[J.v]vt<; unbekannt 105. 

IIpoiTO«; Tßtwvo^ Ort in Theben-West 82. 

’ npox • ■ • unbekannt 106. 

II ex? Ort in Koptites 81. 

*Päpeavo ucpte tov Heiligtum in Theben-West 82. 
Ta&upu; Dorf in Theben-West (?) 4. 

TöipxÖTi<; Land in Theben-West 79. 
Teppaü&is Land bei Patliyris 104. 

Tiaßmvu; Land bei Patliyris 104. 
Ti(Jt,OTVeV7«ß7)xti; Orb in Theben-West 80. '> 
TpeaTetrou unbekannt 106. 


T(i.0V7ClTeß Insel bei Patliyris 104. 
Tjj.oVT£jj,viß(Ti(; Insel bei Patliyris 104. 
T[JiOTvev7ü&(A7)Vu; Ort in Theben-West 82. 
Te t uoTveaou<; Ort in Theben-Ost (?) 43. 
T(JtöOvapv)l Insel bei Patliyris 97. 104. 

T(J.OUVSV '/stelle, unbekannt 106. 
Tpouvev<pä[Jt,9jvu; Ort in Theben-West 82. 
Tjxouvevxo'6(?(,<; Ort in Theben-West 81. 
ToAxiC Ort in Theben-West 79. 

Töüqxov el Tod 53. 44. 84. 

Tp(a KöCdTpa Luxor 12. 44. 

Xapa£ Teil von Theben-Stadt 43. 
XpucroTtoXu; unbekannt 44. 

Xwptov riixepatoi), unbekannt 106. 
TapYjpts unbekannt 43. 

' licpi Luxor 12. 44. * ’ 


D. Koptisch 


Arie, Arm Luxor 12. 44. 
AMOT6I unbekannt 106. 
epLIONT Hermonthis 55. 86. 92. 
KAABA unbekannt 106. 

KAMI IHI6KCU unbekannt 106. 
riAKAAG unbekannt 106. 


II6TGLIOTT Medamud 82. 
riKOAOA Ort in Theben-West 82. 
pOUOT unbekannt 106. > < 

Tp'iTATA Ort in Theben-West 82. 
'l'UAMHtl unbekannt 106. 

A 

AH 1-16 Djeme 55. 75. 78. 


Verzeichnis der Tafeln 


Tafel I 

Das Gebiet des thebanischen Gaues 


Tafel II 


Tempelbezirk von Karnak 


1) Pylon Euergetes I. Bab el Abd. 

2) Monthtempel 

3) Kapelle Ramses III. 

4) Tempel des Osiris p-dj-'nh, 

5) Bauten Amenophis IV. 

6) Tempel des Chons p-lr-skno. 

7) Tor Nektanebos II. Bab el Melacha. 

8) Tempel Ramses II. 

9) Tempel Thutmosis III. 

10) Ptahtempel. 

11) Reichstempel. 

12) Tempel Ramses III. 


13) Festhalle des Taharka. 

14) Heiligtum Thutmosis III. 

15) Tempel Amenophis II. 

16) Chonstempel. 

17) Tor Euergetes I. Bab el Amara. 
iS) Tempel der Ipet. 

19) Peripteraltempel der Hatschepsut 
mosis III. 

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20) Chonstempel. 

21) Tempel der Mut. 

22) Tempel Ramses III. 

23) Tempel „Lepsius 16“. 


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TAFEL I 


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Karnak 


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TAFEL IV 



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Oberste Terra, ise des 
T*rn p« li cUr fUy < n. 


UAo XVI: Otto 












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